Smartphone-Konto Yomo bekommt grünes Licht vom Kartellamt

Seit Mai ist bekannt, dass die Sparkassen noch in diesem Jahr mit einem „Smartphone-Konto“ namens Yomo an den Start gehen wollen. Dieses hat aktuell grünes Licht vom Kartellamt erhalten. Im Zuge dessen wurden weitere Details zu dem Projekt bekannt.

Zehn Sparkassen sind am Yomo-Projekt (Abkürzung für „Your Money“) beteiligt. Dazu gehören die Berliner Sparkasse, die Hamburger Sparkasse, die Stadtsparkasse München, die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, die Sparkasse Paderborn-Detmold, die Sparkasse Köln-Bonn, die Kreissparkasse Köln, die Sparkasse Bremen, sowie die Stadtsparkasse Düsseldorf und die Ostsächsische Sparkasse Dresden

Unter dem Namen „Yomo“ soll ein Konto angeboten werden, welches zunächst nur aus einer App sowie einer dazugehörigen Karte besteht und kostenfrei ist. Man lehnt sich hier offensichtlich an Angebote wie N26 an. Erstmalig werden die Sparkassen hier ein Produkt anbieten, was überregional auf Kundenfang gehen soll. Das Regionalprinzip würde damit leicht ausgehebelt werden, soll aber nicht ganz verschwinden.

Yomo bekommt schon mal grünes Licht vom Kartellamt. Dazu heißt es:

Das gemeinsame Vorgehen der Sparkassen erscheint in diesem Fall gerechtfertigt, da so insbesondere auch kleinere Institute die Möglichkeit haben, über die App Neukunden zu gewinnen.

Yomo wird als eine Basisversion für alle Kunden kostenfrei angeboten werden. Die wählen bei Abschluss, bei welcher Sparkasse ihr Konto liegen soll. Zusatzdienstleistungen kann die entsprechen Sparkasse dann den Kunden unterbreiten, dafür sind diese aber frei in der Preisgestaltung dieser Leistungen.

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Bundeskartellamt hat keine Einwände gegen App-basiertes Girokonto der Sparkassen

Mehrere Sparkassen planen derzeit unter dem Projektnahmen „Yomo“ („Your Money“) eine gemeinsame App zu entwickeln, die eine Kontoeröffnung und Kontoführung über das Mobiltelefon ermöglicht. Da die einzelnen regionalen Sparkassen bei einem solchen bundesweit verfügbaren Angebot im Wettbewerb zueinander stehen, hat sich das Bundeskartellamt mit dem Vorhaben befasst.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Die Sparkassen haben uns vorab über ihre Pläne informiert. In der uns vorgelegten Ausgestaltung haben wir keine wettbewerblichen Bedenken gegen das Vorhaben. Die Zusammenarbeit der Sparkassen ermöglicht es insbesondere auch kleineren Instituten, ein eigenes App-basiertes Girokonto anzubieten und junge Kunden anzusprechen. Dadurch dürfte der Wettbewerb auf dem Markt für Girokonten eher belebt werden.“

Über die App wird der Kunde die Möglichkeit haben, unter den teilnehmenden Sparkassen ein kontoführendes Institut auszuwählen. Das Angebot soll die grundlegenden Funktionen eines normalen Girokontos bieten, u.a. soll der Kunde auch eine übliche Girocard zum Geldabheben und Bezahlen erhalten. In dieser Version soll das Konto kostenlos sein. Sollte der Kunde weitere Dienstleistungen wünschen, etwa eine Kreditkarte oder einen Dispositionskredit, werden die teilnehmenden Sparkassen die Konditionen hierfür unabhängig voneinander selbst festlegen.

Mit einem Angebot, das sich an Kunden innerhalb Deutschlands unabhängig von seinem Wohnort wendet, stehen die teilnehmenden Sparkassen im Wettbewerb zueinander. Die gemeinsame Vereinbarung der Sparkassen darüber, die Basisversion des App-Kontos kostenlos anzubieten, könnte eine wettbewerbsbeschränkende Vereinbarung darstellen.

Im Rahmen seines Aufgreifermessens hat das Bundeskartellamt entschieden, kein Verfahren gegen die teilnehmenden Sparkassen einzuleiten. Das gemeinsame Vorgehen der Sparkassen erscheint in diesem Fall gerechtfertigt, da so insbesondere auch kleinere Institute die Möglichkeit haben, über die App Neukunden zu gewinnen. Darüber hinaus erscheint es in dem derzeitigen Marktumfeld unumgänglich, die Basisversion eines App-Kontos kostenfrei anzubieten, so dass die Vereinbarung – wenn überhaupt – den Wettbewerb nur geringfügig beschränkt.

Quelle: bundeskartellamt

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