Sony Xperia 1 II im Test

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Sony präsentierte Anfang des Jahres das Xperia 1 II, was man auch als „Mark 2“ bezeichnen kann. Es ist das neue Android-Flaggschiff für 2020.

Sony verkauft zwar nicht mehr so viele Smartphones, hält aber weiterhin daran fest und bringt Jahr für Jahr neue Modelle auf den Markt. Aktuell scheint die Strategie so auszusehen: Großes Flaggschiff im Frühjahr, kompaktes Modell im Herbst.

Das Sony Xperia 1 II ist das größere Modell, wobei aus Frühjahr mal wieder der Sommer beim Release wurde. Ich will nicht ewig darauf herumreiten, aber Sony könnte Ankündigung und Marktstart wirklich besser koordinieren.

Mal schauen, ob wir dann im September das Sony Xperia 5 II sehen werden, doch davor schauen wir uns mal das aktuelle Modell an. Bei einem Preis von 1200 Euro sind meine Erwartungen ehrlich gesagt auch sehr hoch gewesen.

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Sony Xperia 1 II: Die Spezifikationen

  • Hersteller: Sony
  • Modellbezeichnung: Xperia 1 II
  • Preis: 1199 Euro
  • Verfügbar: seit Juli 2020
  • Größe: 166 x 72 x 7,9 mm
  • Gewicht inklusive Akku: 181 g
  • Betriebssystem: Android 10
  • Akku: 4000 mAh
  • Display: 6,5″ OLED-Display (4K, 60 Hz)
  • Kamera: Triple-Kamera 12 + 12 +12 MP)
  • Speicher: 256 GB
  • CPU: Snapdragon 865 mit 5G
  • RAM: 8 GB

Das sind nicht alle Spezifikationen des Sony Xperia 1 II. Auf der offiziellen Webseite von Sony bekommt ihr weitere Informationen zum Android-Smartphone.

Sony Xperia 1 II: Design und Haptik

Das Sony Xperia 1 II ist sehr gut verarbeitet und es knarzt und wackelt nichts. Die Druckpunkte der Tasten sind gut und es fühlt sich mit dem Aluminiumrahmen und der Glasrückseite hochwertig an. Das Gewicht finde ich angenehm.

Das Design gefällt mir gut, denn Sony hat hier eine eher kantige Designsprache eingeführt. Die Kanten sind nicht scharf, aber im Gegensatz zu den meisten anderen Smartphones flach. Ich vermute fast, dass das ein kleiner Vorgeschmack auf die neue Designsprache vom iPhone und dann allgemein für 2021 ist.

Sony Xperia 1 Ii Seite

Das Sony Xperia 1 II liegt sehr gut in der Hand und ist nicht zu breit, es ist eines der angenehmsten Android-Flaggschiffe von 2020. Doch Sony bleibt auch hier beim 21:9-Format und hat oben und unten auch noch etwas Rand, daher ist das Gerät für 6,5 Zoll sehr lang geraten. Den oberen Bereich erreiche ich kaum.

Ich bin ganz ehrlich: Etwas weniger Rand oben und unten und ein 19:9-Format und das wäre der für mich perfekte Formfaktor bei einem Smartphone. Die zusätzliche Länge habe ich im Alltag nicht als Mehrwert empfunden. Aber immerhin ist das Xperia 1 II schmaler als die viele Konkurrenten da draußen.

Sony Xperia 1 II: Das Display

Sony hat sich mal wieder für eine 4K-Auflösung entschieden, aber wer mich kennt, der weiß, dass mir ein gutes FHD-Panel ausreicht. Man kann die Auflösung aber nicht frei wählen, das geschieht wohl automatisch. Grundsätzlich kann man sagen, dass bei diesem Modell keiner einen Pixel mit dem Auge sehen sollte.

Sony Xperia 1 Ii Hand Front

Doch viel wichtiger ist die Qualität des Panels und die ist sehr gut. Das Xperia 1 II besitzt tolle Farben und Blickwinkel, nur das mit der Helligkeit ist so eine Sache. Die Peak-Helligkeit ist deutlich höher, das sieht man bei HDR-Inhalten und auch dann, wenn man die Bildqualität in den Einstellungen anpassen möchte.

Im Alltag reduziert Sony die Helligkeit (ich hatte sogar automatische Helligkeit aus) und bei unter 80 Prozent sogar ziemlich stark. Mit 50 Prozent Helligkeit ist mir das Display viel zu dunkel gewesen. Ich habe das Sony Xperia 1 II daher konstant mit über 80 Prozent Helligkeit genutzt (es gibt keinen offiziellen Nits-Wert).

Eine Sache muss ich außerdem noch anmerken: Sony hat zwar (wenn man es mit der entsprechenden Helligkeit nutzt) ein tolles Panel verbaut, es kann aber nicht mit dem aktuellen OLED-Panel von Samsung mithalten und es besitzt nur 60 Hz. Bei dieser Preisklasse wären 90 Hz ehrlich gesagt schön gewesen.

Sony Xperia 1 II: Die Kamera

Mein Fazit zur Kamera ist gemischt. Es gibt extrem viele Optionen für erfahrene Nutzer und einen umfangreichen Pro-Modus, der Kamera-Nutzer ansprechen soll und wird. Sony hat da wirklich verdammt viel beim Xperia 1 II zu bieten.

Sony Xperia 1 Ii Kamera

Doch ganz ehrlich: Die meisten Fotos macht man nebenbei und automatisch. Es muss oft schnell gehen und man beschäftigt sich maximal mit dem Fokus und vielleicht noch mit der Helligkeit. Und da zeigt das Xperia 1 II Schwächen.

Wer Erfahrung mitbringt, der wird viel aus der Kamera und dem Sensor im Sony Xperia 1 II herausholen, aber beim Fokus oder Weißabgleich kann es auf „auto“ im Vergleich mit anderen Herstellern nicht immer überzeugen. Wenn es um einen schnellen Schnappschuss geht, zeigt die Kamera hier und da Schwächen.

Hinzu kommt, dass das Xperia 1 II auch gerne mal ein bisschen braucht, um das Foto zu verarbeiten und zu speichern. Da hätte ich mir mehr erhofft.

Sony Xperia 1 Ii Header

Was ich aber sagen muss: Die Ergebnisse der drei Kameras sind bei normalen Aufnahmen, bei Ultraweitwinkel-Aufnahmen und bei Zoom-Aufnahmen oftmals ähnlich gut. Da gibt es bei vielen Herstellern gerne mal große Unterschiede.

Die Frontkamera liefert gute Ergebnisse, ebenso wie die Videokamera. Ich filme aber nicht viel mit dem Smartphone und mache selten Selfies, daher bin ich hier kein Experte. Für meine Zwecke wäre die Qualität vollkommen ausreichend.

Sony Xperia 1 II: Der Akku

Der Akku vom Sony Xperia 1 II ist im Vergleich zu 2019 größer geworden, aber man befindet sich noch nicht auf dem Level von einigen Konkurrenten. Ich war mit der Akkulaufzeit aber durchaus zufrieden und das selbst mit der hohen Helligkeit.

Sony Xperia 1 Ii Hand

Sony hat die Akkulaufzeit schon immer gut optimiert, auch mit den kleineren Akkus, und das spürt man auch hier. Allerdings hat man eben auch den „Vorteil“, dass es keine höhere Bildwiederholungsrate gibt, die den Akku leer saugt.

Was ich 2019 nicht verstanden habe: Qi wurde entfernt. Jetzt ist es aber wieder zurück und man kann das Xperia 1 II kabellos laden. USB C Power Delivery wird mit bis zu 21 Watt unterstützt und beim kabellosen Laden sind es knapp 10 Watt.

Sony Xperia 1 II: Die Software

Sony ist bei den Xperia-Modellen mittlerweile sehr nah an Stock-Android und die Performance ist auf einem hohen Level. Modelle mit 120 Hz wirken hier und da ein bisschen flüssiger, aber bei der Performance spielt Sony ganz oben mit.

Sony Xperia 1 Ii Apps

Mit gefällt es außerdem, dass man sich bei Android mittlerweile zurückhält und nah an Google orientiert. Damit gehört Sony für mich mittlerweile zu den Top 3 (neben Google und OnePlus) bei der Software. Und das nicht nur beim UI, sondern auch bei der Update-Politik, wo Sony mit Major-Updates recht flott ist.

Nur eine Sache hat mich etwas gestört: Sony hat verdammt viel Bloatware auf das Gerät gepackt. Bei einigen Apps kann man bei der Einrichtung den Haken entfernen, aber dann findet man trotzdem Dinge wie Facebook, Netflix, LinkedIn oder Call of Duty auf dem Gerät vor. Da will Sony wohl ein paar Euro verdienen.

Sony Xperia 1 II: Sonstiges

  • Der Fingerabdrucksensor ist recht langsam und ich hatte für meinen Geschmack zu viele Fehleingaben. Die Position ist zwar super, aber da müsste man nachbessern. Vor allem, da das Xperia 1 II kein Face Unlock besitzt.
  • Der Vibrationsmotor ist sehr angenehm, was bei Android-Smartphones nicht immer gegeben ist.
  • Die Stereo-Speaker haben einen ordentlichen Sound und sind direkt nach vorne gerichtet. Die Vibration in Kombination mit Sound finde ich unangenehm, aber das kann man abschalten.

Sony Xperia 1 Ii Browser

  • Das Sony Xperia 1 II besitzt eine IP68-Zertifizierung. Das ist zwar seit Jahren ein Standard bei Sony, wollte ich aber erwähnt haben.
  • Sony hat dem Modell einen Kopfhöreranschluss (3,5 mm) spendiert. Nutze ich seit Jahren nicht mehr, wird aber sicher einige freuen und findet man in der heutigen Zeit kaum noch. In dieser Preisklasse ist das sogar fast ein Alleinstellungsmerkmal.
  • Es gibt einen Slot für microSD-Speicherkarten.
  • Den Snapdragon 865 kann man nur mit 5G-Modem kombinieren, aber ich wollte es erwähnt haben, da es das erste 5G-Modell von Sony ist. Ich habe bisher aber keinen 5G-Tarif und 5G auch noch nicht getestet.

Sony Xperia 1 II: Mein Fazit

Das Sony Xperia 1 II bietet ein sehr gutes Gesamtpaket und zeigte im Test auch keine gravierenden Schwächen. Doch hier und da kann es nicht mit der Konkurrenz mithalten. Zum Beispiel bei der Bildwiederholungsrate, der Kamera oder auch beim schnellen Laden, wo knapp 20 Watt eher unterer Durchschnitt sind.

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Doch mir gefällt das neue Flaggschiff von Sony und das deutlich besser, als in den letzten Jahren. Schwierig wird nur ehrlich gesagt der Preis, denn über 4 Monate nach Ankündigung ein Flaggschiff vom ersten Halbjahr 2020 im Sommer und kurz vor den Flaggschiffen vom Herbst ins Rennen zu schicken ist gewagt.

Vor allem, wenn man 1200 Euro dafür haben möchte. Selbst Modelle wie das Samsung Galaxy S20 Ultra sind mittlerweile günstiger und damit ist das neue Xperia-Flaggschiff aktuell das teuerste Android-Smartphone auf dem Markt.

Dazu kommen noch Kleinigkeiten, wie ein Fingerabdrucksensor, der für meinen Geschmack zu viele Fehleingaben hatte. Face Unlock gibt es auch nicht, dabei wäre der Rand oben sogar dick genug für einen vollwertigen 3D-Scanner.

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Fazit? Es gibt von mir eine Kaufempfehlung für die Hardware und Software. Doch nur, wenn einem das Geld egal ist und man unbedingt Sony haben möchte.

Das Problem vom Xperia 1 II: Es gibt viele Alternativen, die ähnlich gut und in ein paar Kategorien sogar besser sind. Und das nicht nur zum gleichen Preis, sondern teilweise einige 100 Euro günstiger. Ich denke da zum Beispiel an ein OnePlus 8 Pro, welches aktuell über 200 Euro günstiger bei Amazon erhältlich ist.

Es wundert mich ehrlich gesagt nicht, dass Sony abgesehen von Mobilcom-Debitel und Otto keine großen Partner wie MediaMarkt oder Saturn begeistern konnte. Und auch die großen Netzbetreiber sind derzeit nicht bei Sony dabei.

Das Sony Xperia 1 II ist ein solides Smartphone mit einigen Stärken und einigen Schwächen. Mit Blick auf die Verfügbarkeit in Deutschland und den Preis habe ich aber so die Befürchtung, dass es sich nicht so häufig verkaufen wird. Mir gefällt es, aber die 1200 Euro sind vermutlich ein bisschen zu hoch angesetzt.

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