Telekom: Kaum Kundenrückgang durch Umstellung auf IP-Anschlüsse

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Mitte letztes Jahres „zwang“ die Telekom Kunden zur Umstellung ihres analogen auf einen IP-basierten Anschluss. Nun zieht der Konzern ein Résumé und ist positiv überrascht. Offenbar haben die Bonner kaum Kunden durch die erzwungene Migration verloren.

Bereits im Mai 2014 wurden mehrere tausend Kunden per Post über ein neues Netz und somit auch neue Möglichkeiten informiert. Gleichzeitig wurde ihnen mitgeteilt, dass ihr aktueller Anschluss in dieser Form nicht mehr genutzt werden kann. Man stellte den Kunden vor die Wahl den Vertrag entweder zu kündigen oder die neuen Anschlussarten zu nutzen. Die Kunden wurden ebenfalls auf das Ende des Vertrages hingewiesen und auf die Möglichkeit zu wechseln. Ingo Hofacker, Leiter Privatkunden-Marketing teilt mit, dass aber so gut wie jeder angeschriebene Kunde die neuen All-IP-Anschlüsse bereits nutze.

„Über 90 Prozent dieser im Mai vergangenen Jahres angeschriebenen Kunden konnten wir inzwischen auf ein All-IP-Produkt umstellen.“

Schenkt man den Zahlen Glauben, so wurden von 17.000 im Mai angeschriebenen Kunden rund 15.300 auf die neuen Tarife umgestellt. Durch die üblichen Kündigungen sei die Zahl der durch die Umstellung verlorenen Kunden sehr gering und man rechne mit rund 700 Kunden, die speziell wegen der Zwangsumstellung, gekündigt hätten.

„Wir hatten mit mehr Kunden gerechnet, die uns wegen einer solchen Umstellung verlassen. Wir sind hier positiv überrascht“

Kein analoger Anschluss mehr

Mittlerweile hat die Telekom weitere Kunden angeschrieben und verfolgt ohne Zweifel das Ziel, in Städten, in denen VDSL angeboten wird, die lahmen Analog- und ISDN-Verbindungen abzuschaffen und künftig nur noch ALL-IP anzubieten. Die Nutzung von sogenannten „Public switched telephone network“ (PSTN) ist künftig somit nur noch per Sondergenehmigung durch Bonn oder in Ausnahmefällen möglich. Die Kombination von VDSL und PSTN soll die alte Technik ablösen.

Zwangskündigung ab 2017

Nach Angaben der Telekom werden insgesamt 270.000 Kunden angeschrieben und über die Neuerungen informiert. Kunden die VDSL noch per analogem Anschluss nutzen sollen künftig per IP versorgt werden, um der Telekom das DSL-Vectoring, und somit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s, zu ermöglichen. Ab 2016 sollen rund 8 Millionen Kunden die neue Technologie nutzen und 2017 wird die Telekom vermutlich jeden konventionellen DSL-Anschluss zwangskündigen.

Ich persönlich empfinde es als Frechheit, dass ein Anbieter, der an anderer Stelle predigt, man versuche gemeinsame Lösungen zur Verbesserung der Infrastruktur zu schaffen, dann den eigenen Kunden innerhalb weniger Jahre mit Zwangskündigung „droht“ nur weil die Technologie nicht mehr dem „Standard“ entspricht. Ich möchte als Verbraucher zunächst einmal meine Produkte selbst wählen können und nicht aus einer Palette von Bevormundungen auswählen müssen. Was sagt ihr zu den Plänen der Deutschen Telekom?

Quelle Teltarif

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