Deutsche Telekom könnte zukünftig auch Entertain-Paket drosseln

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Bisher ging man bei den künftigen Plänen der Drosselkom davon aus, dass die Deutsche Telekom davon absehen will, Kunden des eigenen TV-Paketes Entertain zu drosseln. Innerhalb einer Stellungnahme an die Bundesnetzagentur gab man nun allerdings bekannt, dass zukünftig auch die Entertain-Kunden gedrosselt werden könnten.

Im Rahmen der Drosselpläne musste die Deutsche Telekom zuletzt unter anderen auch Kritik dafür einstecken, dass eigene Entertain-Kunden von der Drosselung ausgeschlossen blieben. Dies würde klar gegen die Grundsätze der Netzneutralität sprechen, die allerdings auch schon heute durch die Spotify- und Evernote-Zusatzpakete nicht mehr eingehalten werden.

Offenbar ist das also ein erster Teilrückzieher der Deutschen Telekom. Man merkt scheinbar den Druck, der ausgeübt wird und will sich aus der Schlinge ziehen. Die Erklärung, dass eine Drosselung der Entertain-Kunden ein „mögliches Szenario“ wäre und nur bestimmte Aspekte des Entertain-Paketes nicht in die Drosselung einfließen, nachdem man so überzeugt von den eigenen Plänen war, ist ein erstes deutlicheres Zeichen.

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Aktuell wird laut dem Statement noch entschieden, welche Bestandteile des Entertain-Paketes denn nicht in die Drosselung mit einfließen würden. Das TV-Angebot wird wohl nicht in die Drosselung einfließen, allerdings könnte der Video-On-Demand-Dienst Videoload, sowie die Telekom-Cloud schon viel eher darunter fallen. Auch das ist zwar noch nicht entschieden, wäre aber die wohl logische Schlussfolgerung, wenn man das TV-Angebot im Inklusivvolumen behalten will.

Eine wie auch immer geartete Sonderstellung von Internetdiensten der Telekom gibt es nicht.

Man gibt darüber hinaus an, dass die Drosselungsgeschwindigkeit, mit 384 Kilobit/s absichtlich sehr niedrig gewählt wurde, um spätere, „den Marktgegebenheiten entsprechende“ Anhebungen dieses Wertes einfacher umsetzen zu können. Hierbei würde es sich dann um eine Verbesserung für Kunden handeln. Umgekehrt wäre das nicht so einfach möglich, da man den Vertrag der Kunden dann verschlechtern und jedes Mal ein Sonderkündigungsrecht auslösen würde.

Für mich erscheint all das ziemlich wage und ich könnte mir gut vorstellen, dass die Deutsche Telekom hier eine Strategie fahren möchte, um die Kritiken an der Entertain-Sonderregelung einfach tot zu bekommen. Die Deutsche Telekom spürt eindeutig die Gegner im Nacken und will sich irgendwie herauswinden, allerdings glaube ich nicht, dass das Entertain-Paket tatsächlich großartig beschnitten wird. Ich lasse mich jedoch gerne überraschen.

via WELT

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