Vodafone „Shut down 3G“: Teilweise UMTS-Abschaltung denkbar

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Vodafone scheint derzeit verschiedene Szenarien zur Dienstentwicklung seiner Mobilfunkangebote in Deutschland durchzuspielen. Nach einer Verlagerung der GSM-Versorgung auf den Frequenzkorridor um 900 MHz könnte auch ein Rückzug aus dem 3G-Standard vorstellbar sein.

Kürzlich berichteten wir, dass Vodafone sich mit Gedanken zur Reorganisation der verschiedenen Mobilfunkstandards beschäftigt und in diesem Rahmen womöglich klassisches GSM nur noch auf 900 MHz anbieten könnte. Vodafone ergänzte unseren Bericht daraufhin um einige Details, nachzulesen in unserem Artikel zum Thema.

Weiterhin geht allerdings aus vertraulichen Unterlagen, die dem Branchendienst Teltarif.de vorliegen hervor, dass auch ein Abschied vom 3G-Standard im Raum steht, wenn auch vorerst natürlich nur als Planspiel.

Das Ziel: Mehr Tempo

Bislang sind technisch maximal 225 MBit im Vodafone-Netz möglich, sie teilen sich auf 75 MBit auf der 800 MHz-Schiene und bis zu 150 MBit auf 2,6 GHz auf, welches sich primär für Ballungszentren eignet. Perspektivisch ist eine Steigerung auf zunächst 375 MBit und ab kommendem Jahr sogar auf bis zu 1,7 GBit denkbar, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

Premiumspur räumen

Auf der 1800 MHz-Schiene, geeignet für höhere Geschwindigkeiten bei vorteilhaften Reichweiten, kann Vodafone derzeit kein LTE anbieten. Um dies zu ändern, wäre eine Räumung dieser Bänder von GSM-Angeboten nötig. Dramatisch wäre das Teltarif.de zur Folge nicht, Vodafone hat im 1800 MHz-Bereich ohnehin nur noch geringe GSM-Kapazitäten in Benutzung.

Wenn zum Jahreswechsel Vodafones ersteigerte 25 zusätzlichen MHz um 1800 MhZ nutzbar werden, könnten sich daraus zusätzliche 150 MBit, sowie 37 MBit für kleine Zellen ergeben, doch Vodafone will anscheinend mehr. Weitere Steigerungen erfordern jedoch fortschrittlichere Modulationsverfahren:

Derzeit werden die Frequenzen um 800 MHz (LTE mit 75 MBit/s), 900 MHz (GSM), 2100 MHz (UMTS mit 42,2 MBit/s) und 2600 MHZ (LTE mit bis zu 150 MBit/s) genutzt. Mit MIMO und Modulationsänderungen käme Vodafone nach eigenen Berechnungen im 800er-Band auf 200 MBit/s, im 2600er-Band auf 400 MBit/s.

Shut down 3G

Langfristig möchte Vodafone allerdings prüfen, wo noch 3G genutzt wird und wo eventuell ein kompletter Switch zu LTE möglich wäre: „Im fraglichen 2100-MHz-Band ließen sich laut Vodafone weitere 300 MBit/s realisieren.“

Ferner geht der Bericht auf die noch gar nicht berücksichtigten Frequenzen um 1500 MHz, sowie 700 MHz ein, die im Zuge der sogenannten Digitalen Dividende II dem Mobilfunk zugeschlagen wurden. Kompatible Endgeräte für diese Spektren sind allerdings noch Mangelware.

Würde Vodafone 3G tatsächlich abschalten, würden die Nutzer es spüren. LTE ist noch nicht ausreichend im Markt vertreten, 3G indes ist nahezu flächendeckend vorhanden. Reine GSM-Telefone wiederum verschwinden aus dem Privatkundenbereich, werden allerdings im M2M-Bereich noch für einige Jahre eine spürbare Rolle spielen. GSM um 900 MHz soll im Vodafone-Netz auch unangetastet bleiben.

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