Vom Motorola Razr i zum Apple iPhone 5c – Ein persönlicher Erfahrungsbericht

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Alleine die Überschrift dürfte schon den ein oder anderen interessierten Leser herspülen. Das Thema sorgt bekanntlich immer wieder für Diskussionen, daher bin ich ganz froh, dass unsere Leserin Steffi diesen Post als Gastbeitrag verfasst hat. Seid fair zu ihr und viel Spaß beim Lesen! ;-)

[Gastbeitrag] Ich nutze bereits seit mehreren Jahren aktiv Smartphones. Mein Einstieg begann mit einem Palm Pré, setzte sich mit einem Motorola Defy über ein Sony Ericsson Xperia Arc S und schließlich mit einem Motorola Razr i fort. Dabei nutzte ich die Smartphones jeweils etwa ein Jahr lang. Wichtige Daten und erste Eindrücke zum Razr i findet ihr hier. Mit der Nutzung von Android war ich bisher immer zufrieden, weshalb ich zunächst auch nicht vorhatte, zu wechseln.

Jüngst ersetzte ich dann durch einen Spontankauf mein Razr i durch ein iPhone 5c mit 16 GB internem Speicher, das ich bei redcoon.de zu einem guten Kurs erwerben konnte. IOS kannte ich bereits durch das iPad mini und iPad mini Retina. So brauchte ich für den Umstieg keine große Eingewöhnungsphase.

Meine rein subjektiven Eindrücke und Erfahrungen gebe ich euch im Folgenden wieder. Doch vorab die wichtigsten technischen Daten des iPhone 5c.

  • Maße: 124,4 x 59,2 x 8,97 Millimeter
  • Gewicht: 132 Gramm
  • 802.11a/b/g/n WLAN (802.11n mit 2,4 GHz und 5 GHz)
  • Bluetooth 4.0
  • 4 Zoll Multitouch Widescreendisplay
  • Display: 1136 x 640 Pixel bei 326 ppi (Retina)
  • 8 Megapixel iSight Kamera mit LED-Blitz
  • 1080p HD Videoaufnahme mit LED-Leuchte
  • Frontkamera mit 1,2-Megapixel, 720p HD Videoaufnahme
  • 3,5 Millimeter Stereo-Kopfhöreranschluss

Lieferumfang

Meine Wahl fiel auf das iPhone 5c in Weiß. Das Device wird in einer kompakten, schlichten aber schicken Verpackung geliefert. Wie in einem Schneewittchensarg liegt es aufgebahrt und wartet darauf aktiviert zu werden.

Im Lieferumfang enthalten sind neben dem iPhone 5c eine Kurzanleitung, ein Produktinformationsblatt sowie der Garantieschein. Der Garantiezeitraum beträgt hier ein Jahr und umfasst Material- und Verarbeitungsfehler. Diese Herstellergarantie tritt selbstverständlich neben eure Verbraucherschutzrechte gegenüber dem Verkäufer.

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Weiterhin bekommt ihr ein SIM-Karten-Entfernungstool, wobei es eine herkömmliche Büroklammer auch getan hätte, zwei Appleaufkleber, einen Satz Ohrhörer und ein Ladegerät samt Lightning-Kabel. Nicht dabei ist ein Micro-SD Fach, sodass man bei einem höheren Speicherplatzbedarf auf die 32 GB- Variante des Gerätes zurückgreifen muss, die gemäß der UVP 100  Euro mehr kostet als die 16 GB Version.

In diesem Rahmen bietet das Razr i mit seinem Micro-SD-Slot Vorteile, die sich auf die Dicke des Gerätes im Vergleich zum iPhone 5c nur mit etwa 2 Millimetern in der Differenz auswirkt. Mir persönlich genügte bislang die 16 GB-Ausführung des iPhones, da ich kaum Spiele und sonstige speicherintensive Apps nutze.

Appletypisch ist auch der festverbaute Akku, den das Razri allerdings auch hatte. Weiterhin könnt ihr hier nicht mit einem NFC-Chip rechnen. Letzteres kann meistens je nach anvisiertem Zweck etwa durch ortsabhängige Erinnerungsdienste oder das energiesparende Bluetooth 4.0 von Apple ausgeglichen werden.

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Optik und Haptik

Bei der Frage des Designs unterscheiden sich das Razr i und das iPhone 5c stark. Während das Razr i mit schwarzer Farbgebung und einer DuPont KEVLAR-Rückseite aufwartet, überzeugt das iPhone 5c mit schlichter aber ansprechender Optik. Typisch für Apple ist der Style massenkompatibel, weshalb die Optik für potentielle Käufer wohl nur selten ein Ausschlusskriterium darstellen dürfte. Fragen des individuellen Geschmacks stellen sich hier zumeist gar nicht, im Gegensatz zum Razr i, welches in der schwarzen Ausführung recht maskulin daherkommt.

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Für die notwendige Individualität stellt Apple das Device in 5 Farben bereit, wobei die Fronseite stets schwarz bleibt. Erhältlich ist es in den Farben Grün, Blau, Gelb, Pink und Weiß. Ich persönlich bevorzuge die weiße Ausführung, da mir die „echten“ Farben zu verspielt und freizeitmäßig wirken. Wer es aber gerne bunt mag, wird hier eine gute Wahl treffen können.

Das iPhone 5c wirkt in der weißen Ausführung  gut verarbeitet und schick. Über etwaige kleine Ungenauigkeiten betreffend Spaltmaße oder Anordnung der Bedienelemente braucht sich der Nutzer keine Gedanken zu machen. Das Gerät reiht sich hier unproblematisch in die Reihe der anderen aktuellen Applemodelle ein. Lediglich beim gezielten Drücken auf den unteren Randbereich können aufmerksame Ohren ein ganz leises Knarzen wahrnehmen, dass den Gesamteindruck aber nicht beeinträchtigt.

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Hinsichtlich der Größe und Dicke nehmen sich das iPhone 5c und das Razr i kaum etwas. Letzteres ist lediglich minimal breiter und dicker. Die Rückseite aus glattem Plastik liegt entgegen meiner Erwartungen griffig in der Hand und auch ohne Schutzhülle hat man nicht das Gefühl, dass es einem aus der Hand rutschen könnte.

Die Druckpunkte der Hardwaretasten sind direkt und angenehm. Der Ton kann mit dem Schalter links oben auch manuell auf Stumm geschaltet werden. Der Powerbutton befindet sich rechts oben. Ligntning- und Kopfhöreranschluss sind auf der unteren Seite platziert.

Hardware

Den inneren Antrieb des iPhone 5c übernimmt ein A6 Chip von Apple. Dieser umfasst zwei ARM-v7s-Prozessorkerne, die mit einer maximalen Taktfrequenz von 1,3 GHz arbeiten. Als Grafikprozessor dient ein PowerVR SGX 543MP3 mit drei mit 266 MHz getakteten Prozessorkernen von Imagination Technologies. Damit ausgestattet, läuft das Device flott und zuverlässig. Es rennt diesbezüglich auch etwas schneller als das Razr i, welches mit einer Intel Atom Z2480 Single-Core-CPU und Hyperthreading-Technologie ausgerüstet ist.

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Die 8 Megapixel iSight Kamera macht gute Bilder und Videos. Sie kann diejenige vom Razr i mit Abstand übertrumpfen. Ergänzt wird sie durch den vorinstallierten Bearbeitungsmodus, bei welchem eine automatische Verbesserung, Rote-Augen-Korrektur und verschiedene Filter angewendet werden können. Daneben können die Bilder freilich gedreht und zugeschnitten werden. Das Razr i hatte demgegenüber den Vorteil, dass man die Kamera auch bei ausgeschaltetem Display über eine Hardwaretaste aktivieren konnte. Da die Cam am iPhone aber auch zügig vom Lockscreen aus erreichbar ist, kommt es hier zu keiner nennenswerten Verzögerung gegenüber dem Razr i.

Das iPhone 5c hat des Weiteren im Gegensatz zum Razr i keine Notification-LED. Bei Letzterem konnte ich hier je nach aussendender App auch die Farbe dieser Benachrichtigungsleuchte ändern. Auf solche Feinheiten verzichtet man wie auch beim NFC-Chip bei Apple zugunsten eines entschlackten, flüssig laufenden Gesamtkonzepts ohne Schnörkel. Letztlich sind solche Bauteile daher eine Frage des Geschmacks und der Gewohnheit.

Dass das Display beim Razr i mit 4,3 Zoll geringfügig größer ist als beim iPhone 5c mit 4 Zoll, habe ich bei der täglichen Nutzung nicht bemerkt. Augenscheinlich wird dies nur im direkten Vergleich.

Software

Um das iPhone 5c nutzen zu können, musste ich mir zunächst bei meinem Provider eine Nano-SIM-Karte bestellen, da das Razr i eine Micro-SIM benötigte. Die erste Einrichtung des Geräts verlief einfach, da man beim Start wie heute allgemein üblich schrittweise hindurchgeführt wird. Konten einrichten und los geht’s. Hierzu gehört auch die Erstellung eines iTunes-Kontos. Geliefert wird das Smartphone mit iOS 7, welches auf dem iPhone 5c solide läuft.

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Vorinstalliert sind insgesamt 22 Apps, zu denen auch die Apps „Karten“ gehört. Diese agiert als Navigationsapp mit Karten von TomTom. Zurzeit nutze ich sowohl Google Maps als auch Karten von Apple. Beide haben meines Erachtens ihre Vor- und Nachteile vor allem wenn gerade Berufsverkehr herrscht. Jedoch kann man auch beide Programme empfehlen. Zu den übrigen Apps zählen insbesondere der Kalender, Safari, Notizen und der App Store.

Zu Beginn vermisste ich die von mir auf Android gewohnheitsmäßig genutzten Widgets. Jedoch gewöhnt man sich an die Funktionsweise von iOS sehr schnell, da die Apps im Gesamtvergleich etwas besser umgesetzt sind, als unter Android und das iOS-Kontrollzentrum recht zuverlässig arbeitet. Einzig die App DroidStats geht mir immer noch ab.

Die über den App Store zu beziehenden Apps sind zu weilen etwas besser ausgestaltet und mit dem Device abgestimmt als bei Android. Jedoch sind über den Play Store insgesamt mehr kostenfreie Apps erhältlich als beim App Store. Wer seine Nutzung aber auf die Standardapps beschränkt, dürfte hier weder bei Android noch bei iOS benachteiligt sein.

Anmerkungen zur täglichen Nutzung

Der Akku hält im Vergleich zum Razr i nicht ganz so lang. Bei mäßiger Nutzung übersteht das iPhone 5c aber auch knapp zwei Tage ohne Aufladen. Verwendet ihr etwa täglich für zwei Stunden Navigationsapps, checkt Mails, soziale Netzwerke und Nachrichten, so kommt ihr locker über den Tag. Ein zwei Spiele für Zwischendurch dürften auch noch drin sein.

Während ich beim Razr i meine Musik im Auto praktisch per NFC und Bluetooth im Autoradio gesteuert habe, nutze ich beim iPhone 5c nur die Kombination aus dem energiesparenden Bluetooth und das iOS-Kontrollzentrum, welches aus dem Lockscreen heraus erreichbar ist.

Unterm Strich komme ich mit dieser kleineren Umstellung gut zurecht, da ich das Bluetooth eingeschaltet lasse und ich für die Musikwiedergabe auf dem entsprechenden Bereich im iOS-Kontrollzentrum nur auf Play drücken muss. Hin und wieder dauert es aber ein wenig trotz Bluetooth-Verbindung zwischen Radio und iPhone, bis die Wiedergabe startet. Dies könnte aber auch an der von mir u.a. für die Musik genutzte App „Documents“ liegen.

Documents von Readdle
Preis: Kostenlos

Das manuelle Umschalten von GPS entfällt, da jede App einmalig für sich gesondert anfragt, ob sie GPS nutzen darf, oder nicht. Generell gefällt mir, dass man bei Berechtigungen immer gefragt wird und diese auch im Nachhinein schnell wieder entziehen kann.

Umgewöhnen muss man sich beim Umstieg von Android auf iOS auch beim Versenden von Fotos über WhatsApp oder ähnliche Dienste. Während ich dies bei Android sowohl aus der Galerie heraus als auch direkt über WhatsApp durchführen konnte, ist dies derzeit bei iOS nur über WhatsApp möglich. Das soll sich zum Glück mit iOS 8 ändern.

Eine weitere Veränderung erfuhr ich beim Bestücken des Gerätes mit Musik. Bei meinem Razr i schloss ich hierzu einfach ein USB-Kabel an den PC an und kopierte die Daten wie bei einem Datenträger in den entsprechenden Ordner auf dem Smartphone. Dies funktioniert bei Bildern beim iPhone zwar genauso, nicht aber bei Musik. Hierfür ist die Installation von iTunes erforderlich, über welches man die gewünschte Musik einspeisen kann. Das Programm ist direkt über die Apple-Website erhältlich. Ab und an lade ich zudem (legale) Musik von SoundCloud über die oben erwähnte App „Documents“ direkt auf das Gerät, das erspart mir die Nutzung eines zusätzlichen PCs.

Insgesamt war der Umstieg für mich, als bereits iOS geübten Nutzer nicht schwer. Dank iOS 8 sollten zudem die gröbsten Kritikpunkte in Zukunft ausgeglichen werden, zu den kommenden „Swipe-Tastaturen“ sage ich nämlich auch nicht nein.

Fazit

Die Umstellung vom Razr i auf das iPhone 5c verlief deutlich unkomplizierter als gedacht. Apple liefert hier mit dem iPhone 5c in der oberen Preiskategorie ein solides und massenkompatibles Gerät, welches zuverlässig arbeitet und mit einem schlichten, ansprechenden Design aufwartet. Nutzer mit höheren Ansprüchen an Funktionsvielfalt und Offenheit dürften allerdings an die Grenzen von iOS 7 stoßen. Den individuellen Touch bekommt das Gerät durch die fünf möglichen Farbvarianten. Für die 16 GB Version liegt die UVP bei 599 Euro, der Straßenpreis aber deutlich darunter.

Ich bin gespannt auf eure Eindrücke und Erfahrungen zu diesem Thema.

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