Yamaha TRIO MultiSpeaker-System mit MusicCast getestet

Während in meinem Haushalt schon seit langem SONOS-Produkte für die musikalische Beschallung genutzt werden, ist es natürlich interessant, auch mal über den Tellerrand zu blicken. In diesem konkreten Fall durfte ich das Yamaha TRIO-Set einem Test unterziehen. Meine Eindrücke dazu könnt ihr wie immer in den folgenden Zeilen lesen.

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Das Yamaha TRIO-Set ist, wie es der Name schon vermuten lässt, ein Set bestehend aus drei völlig eigenständigen Produkten. Der Clou in diesem Fall ist Yamahas MusicCast-Standard, der es ermöglicht, diese Produkte mit dem Smartphone zu bedienen und zusammen zu koppeln. Yamaha hat dieses System anscheinend schon vor Jahren entwickelt. Damals war der Markt aber wohl noch nicht so wirklich dafür bereit. Nun kommt der große Rundumschlag und Yamaha möchte damit ganz vorn bei den MultiRoom-Playern mitspielen.

Vorteil für uns Kunden ist nun der, dass MusicCast – also das System, welches für das wireless MultiRoom-System verantwortlich ist – schon zum Start weg in 23 Geräten quer durch das Yamaha Produktsortiment verbaut ist.

Lieferumfang und techn. Details

Die Soundbar – Yamaha YSP-1600 

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  • 8 x 2,5W plus 2 x 30W Subwoofer
  • 5.1 Surround System
  • Kein Display – dafür LEDs zur Betriebsanzeige
  • Maße: 1000 x 65 x 130 mm (ohne Antenne)
  • Gewicht: 4,7 kg
  • Dolby Digital, Dolby Pro Logic II, DTS, LPCM
  • MusicCast, WiFi, Bluetooth
  • Ethernet, HDMI in/out, optisch, Klinke, Subwoofer Out, USB (für Updates)

Der kleinere Netzwerkspeaker WX-030

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  • 9cm Woofer, 1,3cm Hochtöner
  • 30 Watt
  • Bluetooth, WLAN, Netzwerk, AirPlay
  • Maße: 243 x 157 x 113 mm
  • Gewicht: 2,2 kg
  • Farbe: weiß/schwarz

Der Design-Lautsprecher ISX-80

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  • Dual 3cm Gewebehochtöner
  • Dual 8 Woofer
  • Bluetooth, WiFi, FM, Klinke
  • AirPlay
  • Maße: 302 x 302 x 65 mm
  • Gewicht: 3,3 kg
  • Farbe: Weiß, lila, schwarz

MusicCast?

Jetzt aber noch einmal kurz von Anfang an. MusicCast ist im Grunde ein System, welches für die Synchronisierung mehrerer Lautsprecher untereinander sorgt. Dabei kann eine weitere Komponente entweder „nur“ schnurlos mit einem weiteren Speaker verbunden werden, oder aber sogar dazu genutzt werden, um das W-Lan-Netz zu erweitern. Benötigt wird abgesehen von den MusicCast-Komponenten nur noch eine App für iOS oder aber Android, welche dann zur Steuerung genutzt wird.

Die MusicCast-Apps:

MusicCast CONTROLLER
Preis: Kostenlos
MusicCast CONTROLLER
Preis: Kostenlos

Interessant dabei ist, dass MusicCast auch mit Bluetooth versteht! So kann beispielsweise die Musik auch an einen externen Bluetooth-Speaker auf die Terrasse oder den Bluetooth-Kopfhörer ins Schlafzimmer gestreamt werden.

MusicCast Bluetooth

Wie wird MusicCast installiert?

Die Einrichtung von MusicCast gestaltet sich wie auch bei Produkten der Konkurrenz sehr einfach. Hierfür wird zuerst die jeweilige App für iOS oder Android heruntergeladen und auf dem Smartphone oder Tablet installiert.

  • Jetzt die erste (Haupt)Komponente einschalten
  • App auf dem Smartphone oder Tablet starten
  • Komponente hinzufügen auswählen
  • Connect-Taste für 3-4 Sekunden drücken
  • Nun sollte innerhalb weniger Sekunden das Gerät auf dem Smartphone gefunden werden
  • Anschließend muss der Speaker noch benannt und mit einem Foto versehen werden (zum leichteren finden des Lautsprechers, gerade wenn viele einzelne Speaker installiert werden)
  • Fertig

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Während der ersten Installation wird von jedem der drei Lautsprecher noch die aktuelle Firmware abgefragt und gegebenenfalls auch direkt aktualisiert, sofern gewünscht. Dies würde ich auf jeden Fall empfehlen, da gerade bei WiFi-Systemen ja immer ordentlich optimiert wird und vielleicht auch durch ein Update ein weiterer Streaming-Dienste hinzugefügt werden oder dergleichen.

Das Update selbst dauerte verglichen mit meinen Sonos-Lautsprechern ungewöhnlich lange (mehrere Minuten), aber ein solches Update kommt ja auch nicht jede Stunde.

Yamaha TRIO Update

Sind die Lautsprecher einmal eingerichtet besteht über die MusicCast-App die Möglichkeit die einzelnen Speaker noch im Detail zu konfigurieren.

Yamaha MusicCast App

Auch eine Audio Verzögerung ist je nach genutzter Quelle einstellbar. Hier gibt es dann seitens Yamaha zwei Optionen. Zum einen kann der Anwender Audio Sync aktivieren. Hier wird versucht die Audio Verzögerung bei externen Quellen zu minimieren. Die zweite Option nennt sich Lip Sync. Dies sorgt am Ende für einen perfekten Sync mit dem Bild, aber eventuell nicht zwischen verlinkter Boxen.

Yamaha TRIO Lip Sync

Generell gibt es eine Vielzahl an Quellen, mit denen die MusicCast-Systeme gefüttert werden können. Sei es nun Napster, Spotify, Internetradio, NAS oder auch physischen Quellen wie HDMI, optisch, oder dergleichen.

Yamaha TRIO Dienste

Abgesehen vom hauseigenen MusicCast-System können die Yamaha-Speaker auch beispielsweise via AirPlay angesprochen werden. Dies funktionierte in meinem Test auf Anhieb ohne irgendwelche Probleme. Auf dem Macbook muss hierfür einfach beispielsweise in iTunes auf das AirPlay-Symbol geklickt werden und schon erscheinen die drei Speaker des Yamaha TRIO-Sets in der Auswahl und können angeklickt und somit ausgewählt werden. Die Installation einer Zusatzsoftware ist nicht nötig.

MusicCast Yamaha Trio AirPlay

Die Soundbar Yamaha YSP-1600

Die Soundbar ist in erster Linie eine klassische Soundbar. Sie kann entweder mit beiliegenden Halterungen an die Wand montiert, oder unter/vor den Fernseher platziert werden. Es gibt zwei große Basslautsprecher nebst 8 kleinen Treibern für die Mitten und die Höhen. Zur Bedienung ist eine Fernbedienung im Lieferumfang, welche die wichtigsten Funktionen steuert.

YSP1600 Fernbedienung

Zum durchaus interessanten Konzept gehört im Falle der Soundbar auch, dass kein großes Display integriert wurde. Jede Funktion wird auf der YSP-1600 mittels LEDs angezeigt. Ob die Lautstärke erhöht oder vermindert wird, ob die ClearSpeach-Funktion eingeschaltet wird, ob die Presets umgeschaltet werden etc. – dies wird durch verschiedene LED-Konstellationen verdeutlicht.

ysp1600 LED

Auf der Rückseite kann eine kleine WLAN-Antenne hochgeklappt werden, um die Verbindung zu verbessern. In meinem Fall benötige ich die Antenne zwar nicht, aber nice-to-have. Die üblichen Anschlüsse wie HDMI, optisch, Analog, etc. sind ebenfalls auf der Rückseite angebracht. Auf der rechten Seite auf der Frontseite befinden sich noch die Tasten für Connect, Lautstärke etc. und der IR-Empfänger. Ich habe die Soundbar an meinen Fernseher via optischem Kabel angeschlossen. Solltet ihr einen Receiver nutzen, bietet sich natürlich HDMI ARC an.

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In Sachen Ton ist die Soundbar auf jeden Fall ein schickes Ding. Sie produziert für meine Mietwohnung sogar schon fast zu viel Bass. Wer es noch heftiger möchte, kann aber auch noch einen großen Basswürfel zusätzlich anschließen. Dafür ist noch ein weiterer Anschluss auf der Rückseite vorgesehen. Die 8 Lautsprecher in der Front sorgen für die Höhen und Mitten und bringen ein tolles Klangbild, welches mir wirklich sehr zugesagt hat.

yamaha front speaker

Der Design-Lautsprecher ISX-80

Der ISX-80 Speaker ist eine Mischung aus Radio-Wecker und stylischem Speaker, welcher natürlich ebenso über MusicCast angesprochen werden kann. Er besitzt eingerahmt von einer Metallfassung ein großes mittig angebrachtes Display, welches zum einen die Uhrzeit anzeigt, oder aber Infos wie z. B. die Lautstärke etc.

ISX 80 Yamaha

Auf der Oberseite befinden sich die Bedientasten und auch dieser Lautsprecher kann entweder mit einer auch abnehmbaren Stütze hingestellt oder aber an die Wand gehängt werden. Schick, oder? Wie ein etwas dickerer Bilderrahmen…

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Kleine Besonderheit des ISX-80 ist die, dass ein Radio-Tuner integriert ist. Einfach hinten an eine vorhandene Buchse das beigelegte Kabel anschließen und ganz oldschool FM-Radio hören.

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Für die beiden Aussparungen rechts und links werden Blenden mitgeliefert. Damit können die Aussparungen nach Anschluss der jeweiligen Kabel wieder geschlossen werden. Den ISX-80 habe ich auch mal testweise vor das HTC 10 gezerrt, um dessen Mikrofone zu testen. Das ist natürlich kein ordentlicher Test oder dergleichen, man hört aber sehr schön, dass nichts knarzt oder scheppert, wenn die gute Adele ihr Stimmchen erhebt.

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Der Speaker selbst gibt dabei ordentlich Sound ab. Auch hier kann ich keineswegs negative Punkte finden. Die Bässe kommen sauber rüber und auch die Höhen ud

Der Netzwerkspeaker WX-030

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Als letzten Lautsprecher des TRIOs liefert Yamaha den WX-030 mit. Er erinnert mich an die SONOS Play:3 und hat auch einen ähnlichen Formfaktor. Er hat auf der Rückseite zum einen ein Schraubgewinde, damit er auch an die Wand o. ä. montiert werden kann. Selbstverständlich macht er sich auch ebenso gut im Regal. Lediglich ein Stromkabel ist nötig. Als weiteren Anschluss bietet der Speaker nur noch einen Netzwerkanschluss. Über Bluetooth oder WLAN kann er aber natürlich auch mit Musik bespielt werden.

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Auf der Oberseite befinden sich die Bedienelemente des kleinen Brüllkastens. Hier finden wir die Power-, Lautstärke + und – und auch eine Play/Pause-Sensortaste. Auch der WX-030 bietet mit ordentlichem Gewicht auch einen tollen Klang. Bässe kommen gut rüber und auch hier werden die Mitten und Höhen schön ausgewogen wiedergegeben. In Sachen Klang hat Yamaha auf jeden Fall alles richtig gemacht! Da dem WX-030 ein Klinkenstecker o. ä. als Ton-Eingang fehlt, bleibt hier nur Bluetooth oder MusicCast als mögliche Soundquelle.

Und sonst noch?

  • Während meines Tests hatte ich leider mit Tonaussetzern zu kämpfen, sobald ich mehrere Speaker verlinkt hatte. Wohlgemerkt nur dann. Habe ich Musik nur auf der Soundbar oder nur auf dem WX-030 gehört, so lief sie stundenlang ohne einen klitzekleinen Aussetzer durch. Egal ob Internetradio, oder vom TV oder … Zurück zu den Aussetzern: In unterschiedlichen Intervallen hält dabei die Musikübertragung für 1-2 Sekunden auf einem der Speaker an und läuft dann anschließend mal synchron mal nicht synchron weiter. Ich habe alles versucht, dem Problem auf den Grund zu gehen, aber leider keine Lösung gefunden. (Reset, Neu-Installation, verschiedene Soundquellen, W-Lan Empfang geprüft, etc.). Sollte sich hier noch eine Lösung finden, so werde ich sie hier gerne anfügen. Ich werte den Fehler aber nicht so heftig, da ich kaum etwas darüber im Netz finden konnte. Evtl. liegt es wirklich nur an einer (komischen) Komponente in meinem Nerd-Wlan-Haushalt.

Fazit

Mit dem TRIO bietet Yamaha ein sehr gelungenes Gesamtpaket in Sachen MultiRoom und Streaming. Die Geräte selbst sind toll verarbeitet und bieten hörbaren Musikgenuss. MusicCast befördert sehr viele Yamaha-Geräte auf einmal ins heimische Netz und selbst ein schon vorhandener Bluetooth-Speaker irgendeiner anderen Marke lässt sich mit den Geräten koppeln. Preislich liegt Yamaha im Set noch weit entfernt von Produkten der SONOS-Konkurrenz (Soundbar allein 799,- EUR).

Hier besteht also fast schon Sparpotenzial, wenn man das bei einem Preis von 930,- EUR überhaupt sagen kann. Wer möchte kann auch jederzeit mit einer anderen MusicCast-Komponente beginnen und sich das System dann selbst an die eigenen Bedürfnisse anpassen und erweitern. Yamaha bietet beispielsweise auch noch Zweiersets in Form des DUO oder DUETT an.

Wertung des Autors

Michael Meidl bewertet Yamaha TRIO mit 4.2 von 5 Punkten.

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