11.000 Lumen im handlichen Format: ThruNite TN36 Limited Testbericht

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ThruNite TN36 Limited

In unserer Reihe mit Taschenlampen-Tests geht es hell weiter, denn ThruNite hat mich mit der TN36 Limited ihre lumenstärkste Taschenlampe testen lassen.

Wie üblich, gibt es direkt zu Beginn erst einmal die technischen Daten: Die Lampe ist nachgemessene 13,3cm lang und der Kopf hat mit 6,4cm den größten Durchmesser. Inklusive Akkus und Armschlaufe wiegt das Ganze 616 Gramm.

Die Leuchtmodi sind (auf dem Papier, dazu unten später mehr) wie folgt aufgeteilt:

  • Turbo (11.000 Lumen / 85 Minuten akkumulierte Laborlaufzeit)
  • Infinity High (8.000 Lumen / 90 Minuten)
  • Infinity Low (96 Lumen / 2,6 Tage)
  • Firefly (3 Lumen / 28 Tage)
  • Strobe (8.000 Lumen / 90 Minuten)

Die Reichweite wird mit 353 Metern angegeben.

Die Lampe kann in zwei Ausführungen erworben werden, einmal in kaltweiß und einmal in neutralweiß. Bei der ersten Variante ist die Lichtfarbe eher grell und geht minimal ins bläuliche. Bei der zweiten ist das Licht, wie der Name schon sagt, eher neutral und geht minimal ins gelbliche.

Neutralweißes Licht hat den Vorteil, dass sich zum Beispiel Farben besser erkennen lassen, da sie nicht durch das grelle kaltweiß überdeckt werden (soweit meine Laienhafte Erklärung). Thrunite hat mir die kaltweiße Version zugesandt, da diese heller wirkt. Laut ThruNite ist diese Version zudem auf 1.000 Stück limitiert, da sie 1.000 Lumen heller ist und 34m weiter leuchtet.

Der Lieferumfang

Für den Test habe ich das „Kit“ erhalten, welches neben der Lampe noch ein Ladegerät enthält. Ganz grundsätzlich braucht man für die Akkus auf jeden Fall ein Ladegerät, da in der Lampe kein eigener Ladeanschluss verbaut ist. Schön ist dann natürlich, wenn man alle vier Energiebündel gleichzeitig mit Strom versorgen kann und nicht nur ein oder zwei.

Thrunite Tn36 Limited Ladegerät

Das Ladegerät wirkt zunächst einmal sehr solide verarbeitet und vermittelt mit seinem recht hohen Gewicht einen qualitativen Eindruck. Weiterhin ist eine Gürteltasche beigelegt. Diese ist auch endlich einigermaßen brauchbar, da sie aus einem gepolsterten Nylon Material besteht und somit ihre Form beibehält. Dadurch lässt sich die Funzel mit einer Hand wieder in die Tasche befördern, was wirklich angenehm ist.

Neben einer Kunststofföse und einer normalen Gürtelschlaufe, verfügt sie auch über eine zweite Gürtleschlaufe mit Klettverschluss. Nutzt man diese, muss man den Gürtel nicht abnehmen um die Tasche zu entfernen. Die Schlaufen sind beide recht breit, weshalb der Gürtel für einen vernünftigen Halt nicht zu schmal sein sollte.

Ansonsten befinden sich noch eine Armschlaufe, Ersatzdichtungen und ein sehr solider Schlüsselring im Lieferumfang. Letzteren kann man in die Öffnung für die Armschlaufe einfädeln, um beispielsweise einen Tragegurt zu befestigen. Last but not least, sind vier 18650er Akkus enthalten, was ich nach wie vor sehr löblich finde (bei der Fenix PD32 war beispielsweise kein Akku beigelegt).

Der erste Eindruck

Nach dem Auspacken, fällt einem zunächst einmal auf, wie klein die Lampe eigentlich ist, denn vom Gefühl her müsste eine 11.000 Lumen Lampe viel größer sein. Die Verarbeitung fühlt sich trotzdem sehr hochwertig an, auch wenn das Gehäuse nicht ganz so Kratzer-resistent ist, wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte. Von diesem zu vernachlässigenden Punkt abgesehen, hat man das Gefühl, ein sehr solides Stück Metall in der Hand zu halten. Das Glas über den LEDs war bei Auslieferung übrigens so sauber, dass ich kurz dachte es fehlt. 😄

Ansonsten sei noch angemerkt, dass das Gehäuse nicht wegrollsicher designed wurde. Es ist schlicht und rund gehalten und wirkt von der Optik her, im Vergleich zu anderen Taschenlampen, schon fast unauffällig. Vom Handling her finde ich die Lampe dafür aber echt angenehm. Sie liegt trotz ihrer Dicke bequem in der Hand und wenn man sich nicht an dem etwas höheren Gewicht stört, kann man sie durchaus auch über längere Zeit führen. (Wenn sie nicht gerade zu heiß wird, dazu unten mehr.)

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Wie immer habe die Handschlaufe direkt nach dem Auspacken angebracht, da sie mir immer ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Leider ist die Armschlaufe auch bei dieser ThruNite Lampe zwar verstellbar, leider ist diese Verstellung jedoch nicht, wie zum Beispiel bei Olight, fixierbar.
Ebenfalls extrem solide gebaut, ist die Aufnahme für die Akkus. Ich habe spaßeshalber mal versucht, diese zu verbiegen, musste aber relativ schnell aufgeben. Zum Gehäuse sei abschließend noch gesagt, dass es nach IPX-8 Standard zertifiziert ist.

Das Aufladen

Wie bereits geschrieben, war in meinem Kit ein Aufladegerät enthalten, welches alle vier Akkus fasst und ebenfalls gut verarbeitet ist. Die Länge des Kabels ist mit 93cm ganz in Ordnung, wobei es leider recht steif ist und daher noch ein wenig die Biegungen vom „Verpacktsein“ beibehalten hat. Falls sich jemand für die Abmessungen des Ladegerätes interessiert: Es ist 3,7cm dick, 10,2cm breit und 14,3cm hoch.

Über der Aufnahme für die Akkus ist eine blau beleuchtete Anzeige verbaut, die dem Nutzer nützliche Infos zum Ladestatus gibt. Allen voran wird natürlich grafisch angezeigt, wie voll der jeweilige Akku bereits ist. Darüber wird abwechselnd angezeigt, wie viel Volt der Akku gerade hat und wie lange der Akku bereits geladen wird.

Diese Information wird nicht gespeichert. Zieht man das Kabel also während des Ladevorgangs heraus und steckt es wieder ein, fängt die Zeitzählung bei Null an.

Thrunite Tn36 Limited Ladegerät Anzeige

Jedem Ladeschacht ist zudem noch ein eigener Knopf zugeordnet. Drückt man diesen einmal kurz, wechselt der Ladestrom zwischen 500mA und 1.000 mA. Bei einem 10 sekündigen Druck auf den Knopf kann man zwischen der Ladeautomatik für Li-ion/Ni-MH/Ni-CD Akkus und dem LiFeP04 Modus wechseln (was auch immer das sein mag 😄). Legt man einen Akku einmal versehentlich falsch herum ein, erscheint erwartungsgemäß eine Fehlermeldung auf dem Display.

Die Ladeschächte lassen sich einfach befüllen und die Akkus haben einen sehr festen Halt darin. Leider haben die äußeren Akkus etwas Spiel nach links und rechts, weshalb man bei ihnen genauer schauen muss, dass sie auch richtig eingelegt sind. Das Entnehmen gestaltet sich ebenfalls einfach, wobei jeder, der bereits so ein Ladegerät bedient hat, wissen wird, dass der feste Halt der Akkus durch starke Federn erzeugt wird. Deshalb sollte man die Akkus beim Entnehmen auf jeden Fall gut festhalten, damit sie nicht heraus springen.

Die Bedienung

Bedient wird die Lampe nur über einen Schalter, welcher ganz klassisch hinter dem Reflektor sitzt. Die Lampe wäre zwar kurz genug, um einen Tailswitch zu beherbergen, durch die Dicke wäre er jedoch trotzdem unangenehm zu erreichen. Ich persönlich bin aber ein Fan von Taschenlampen mit zwei Schaltern, da eine separate Ein/Aus Option die Bedienung meiner Meinung nach wesentlich komfortabler macht.

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Im Schalter ist zusätzlich noch eine kleine LED verbaut, welche den Ladestatus anzeigen kann. Wenn die TN36 eingeschaltet und der Akku noch voll ist, dann leuchtet sie blau. Wenn die Akkukapazität nicht mehr für einen einwandfreien Betrieb der Lampe reicht, wird die LED rot. Man muss kein Raketenwissenschaftler sein um zu erkennen, dass das relativ ungenau ist. Fünf kleine LEDs die jeweils 20% Akkukapazität repräsentieren oder zumindest je 20% eine eigene LED-Farbe fände ich deutlich besser.

Auch wenn mir der eigentliche Druckpunkt recht gut gefällt, bin ich mit dem Knopf nicht so ganz warm geworden. Er wirkt teilweise etwas schwammig, man spürt an seinem Druck-Verhalten manchmal die Bewegung der dahinter verbauten Feder, was sich in einem unschönen Knarzen äußert und wenn man ihn einmal ungünstig trifft, kann er sich sogar verkanten.

Dass der Schalter aus Aluminium gefertigt ist hat mir wiederum gut gefallen. Dadurch lässt er sich zwar nicht so leicht ertasten (weil es keinen Kontrast zwischen Metall und Gummi zu erspüren gibt), das ist aber auch gar nicht nötig. Denn wie auf den Bildern zu sehen ist, ist die Lampe rund um den Bereich des Schalters viereckig abgesetzt. Dadurch kann lässt sich wirklich gut erfühlen, wo sich der Schalter befinden muss.

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Was ich in Sachen Bedienung wirklich schrecklich fand, war das Wechseln der Leuchtstufen. Denn anders als in den Spezifikationen der Lampe angegeben, kann die Helligkeit nur stufenlos verstellt werden. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das in diesem Zusammenhang mal sage, aber das nervt ziemlich.

Aus diesem Grund gibt es bei den Bildern auch nur einmal die 11.000 sowie die 96 Lumen Stufe, denn ohne Lumenangabe macht so ein Bild natürlich überhaupt keinen Sinn. Sobald übrigens die hellste oder dunkelste Stufe erreicht ist, blinkt die Lampe drei mal, was ebenfalls einfach nur nervt. Zum Glück kann man die hellste Stufe über einen Doppelklick erreichen.

Die Leuchtkraft von 11.000 Lumen

Endlich sind wir beim interessantesten Punkt angelangt, nämlich der Leuchtkraft. Auch bei dieser Lampe ist man wieder erstaunt, wie viel Licht drei (zugegebenermaßen sehr große) LEDs erzeugen können. Sie stammen vom Hersteller Cree und haben, wie bereits Eingangs geschrieben, in meinem Fall eine kaltweiße Lichtfarbe.

Thrunite Tn36 Limited Leds

Mein erster Test fand natürlich direkt nach dem Auspacken statt und ich hatte ehrlich gesagt das Gefühlt, dass meine Nachbarn ihn nicht so toll fanden wie ich. 🙆

Wie mittlerweile jeder mitbekommen haben sollte, wird die Leuchtkraft der Lampe mit 11.000 Lumen angegeben. Ich habe leider keine Möglichkeit, diese Angabe nachzumessen, kann aber definitiv bestätigen, dass die Lampe sehr hell ist. Ihr seht es ja auf den Fotos, mit der TN36 lässt sich problemlos fast ein halbes Waldstück ausleuchten.

Thrunite Tn36 Limited 11.000 Lumen

Vom Lichtbild her ist die TN36 ganz eindeutig ein Fluter, denn das Licht wird relativ breit gestreut. Wer sehr hohe Reichweiten erzielen will, der wird ohnehin mit weniger Lumen vorlieb nehmen müssen. Auch wenn die Reichweite alles andere als schlecht ist, hätte ich mir rein intuitiv doch etwas mehr gewünscht.

Die Lampe schraubt die Helligkeit aufgrund der Wärmeentwicklung selbstverständlich nach unten, wobei ich mir nicht sicher bin, nach welchem Schema dies erfolgt, da ja keine einzelnen Lichtstufen existieren. Soweit ich das beurteilen kann, sieht man dadurch leider nicht, wenn die Lampe herunter regelt, da man keinen deutlichen Sprung in der Helligkeit wahrnehmen kann.

Trotzdem ist der Preis, den man für die Leuchtkraft zahlen muss, recht hoch, denn die Lampe wird wirklich extrem heiß. In einigen Tests habe ich sie einfach mal auf die hellste Stufe gestellt und laufen lassen. Das Ergebnis war, dass ich meinen Finger zum Ausschalten mit dem meinem T-Shirt abdecken musste, weil die Lampe sich nach fünf Minuten so enorm aufgeheizt hatte.

Thrunite Tn36 Limited 96 Lumen

Eine derartige Hitzeentwicklung kann die Nutzung der vollen Helligkeit je nach Einsatzszenario (Außentemperatur, Handschuhe, etc.) meiner Meinung nach schon deutlich einschränken. Was die Helligkeit an sich angeht kommt man mit der TN36 aber auf jeden Fall auf seine Kosten. Selbst wenn man nur auf die Reflexion des Lichtes am Boden schaut, spürt man nach einiger Zeit den ungesunden Effekt für die eigenen Augen. 👀

Fazit zur ThruNite TN36 Limited

Alles in allem bin ich mit der TN36 zufrieden, denn man erhält eine solide verarbeitete Lampe, die extrem hell und gleichzeitig überraschend kompakt ist. Trotzdem störe ich mich hauptsächlich an zwei Kritikpunkten:  Zum einen an der Bedienung der Modi (inklusive Knopf mit unschönem Druckverhalten) und an der sehr großen Hitze-Entwicklung in den hellen Stufen.

Diese ist bei einer solchen Helligkeits-Größen-Relation wahrscheinlich kaum vermeidbar, schränkt eine längerfristige Nutzung jedoch ein. Ich hatte zwischendurch echt Angst, mich an der Lampe zu verbrennen.

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Aber für wen ist die ThruNite TN36 nun geeignet? Meiner Meinung nach für zwei Personengruppen:

Die erste Gruppe sind Menschen, die einfach Spaß an sehr leistungsstarken Lampen haben und bereit sind, etwas wenig mehr für eine Handfackel auszugeben. Also eher Taschenlampen-Enthusiasten oder Menschen mit einem entsprechenden Hobby, zum Beispiel im Outdoor- oder Lost-Place-Bereich.

Die ernstzunehmendere Kategorie sind wahrscheinlich die Personen, die zum Beispiel aus beruflichen Gründen sehr viel Licht in kompaktem Format benötigen, also einen fachlichen Nutzen für so eine Lampe haben. Ich denke da an Förster, Rettungsmannschaften, Polizisten oder Sicherheitsmitarbeiter. Also nachts im Wald, bei der Bergrettung von Vermissten, beim Überblick über eine brenzlige Situation oder der Überwachung von Industrieanlagen.

Ich persönlich habe dieses Modell zum Beispiel mal bei einem Höhlenführer untertage gesehen. Vor so einem Hintergrund wirkt der Preis von rund 200 Euro inklusive Ladegerät dann auch gar nicht mehr happig, da die Lampe als Teil der (beruflichen) Ausrüstung einen konkreten Nutzen erfüllt.

Vielleicht wäre hierfür auch eine lange Version der Lampe mit acht Akkus eine interessante Weiterentwicklung der Lampe, denn die Laufzeit ist bei derart hellen Lampen ja meist der größte Schwachpunkt. Außerdem würde man sich dann mit der Hand etwas weiter vom Ursprung der Hitze entfernen.

Wie sieht es bei euch aus, hättet ihr Verwendung für eine so helle Lampe?

Wertung des Autors
Tim Berghoff bewertet die ThruNite TN36 Limited mit 3.8 von 5 Punkten.

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