Warum viele Autofahrer noch am Elektroauto zweifeln
Nur 34 Prozent der Autofahrer halten die Zahl der Ladepunkte in ihrer Region für ausreichend, um auf ein Elektroauto umzusteigen.
Das zeigt eine repräsentative Telefonbefragung von Forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Befragt wurden vom 3. bis 5. August 2026 insgesamt 870 Erwachsene, die zumindest gelegentlich selbst Auto fahren.
Ladeinfrastruktur und Preise bleiben zentrale Hürden
Der Verband fordert einen schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur. Vor allem auf dem Land müsse sich die Versorgung verbessern. Der Wohnort dürfe den Zugang zur E-Mobilität nicht bestimmen.
Die Umfrage und die Forderungen im Überblick:
- Nur 34 Prozent sehen regional genug Ladepunkte.
- Die Befragung umfasste 870 Autofahrer ab 18 Jahren.
- Der Ausbau soll besonders im ländlichen Raum schneller vorankommen.
- Ad-hoc-Ladepreise sollen vollständig per App abrufbar sein.
Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, kritisiert zudem die mangelnde Preistransparenz. An einer Ladesäule könnten mehrere Preise gelten, die vor dem Laden nur schwer zu erkennen seien. Auch Ladestromverträge müssten sich ihrer Ansicht nach einfacher vergleichen lassen.
Ich halte den Ausbau allein deshalb nicht für ausreichend. Fahrer brauchen zugleich verständliche Preise und einfache Vergleichsmöglichkeiten. Erst wenn Laden überall zuverlässig und transparent funktioniert, wird das E-Auto für deutlich mehr Menschen zu einer realistischen Alternative.
Was der Alltag abseits der E-Auto-Blase zeigt
Zwei Videos der Unternehmerin und Fernsehmoderatorin Judith Williams zeigen das Thema aus Sicht einer wenig informierten Fahrerin. Dabei werden Hürden sichtbar, die erfahrene E-Auto-Nutzer leicht unterschätzen.
Verschiedene Ladeanbieter, mehrere Apps und Ladekarten sowie unterschiedliche Preise machen den Ladevorgang unnötig kompliziert. Hinzu kommt die Lage mancher Stationen. Abgelegene oder schlecht beleuchtete Ladeplätze können nachts gerade bei Frauen ein Gefühl der Unsicherheit auslösen.
Technischer Fortschritt allein genügt daher nicht. Elektromobilität muss meiner Meinung nach auch für Einsteiger einfach, verständlich und im Alltag sicher nutzbar sein.
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Laden wie Tanken. ohne Abo, karten, verschiedene Preise.
Also die Anzahl der Ladepunkte ist gar nicht so schlecht bei uns, aber über 60cent für lausige 11kw zu bezahlen ist einfach unverschämt und da kann mir auch keiner erzählen das wäre wegen der Infrastruktur.
Und selbst das schnellladen bei den großen für 52cent aufwärts ist einfach teuer. Plus den Zeitkosten.
Wer zuhause laden kann, der hat sprichwörtlich Gold gefunden.
Selbstverständlich steht und fällt alles mit dem Laden, wer zu Hause laden kann oder auf Arbeit und noch kein Elektroauto hat ist ziemlich dumm, alle anderen haben durchaus mein Verständnis, dass sie sich das nicht antun wollen.
Ihr müsst euch schon mal entscheiden, macht ihr Propaganda für oder Propaganda gegen das Elektroauto?
Auch wenn du nur sticheln willst, sei dir gesagt: Wir versuchen schlicht zahlreiche Aspekte zu beleuchten, solange die verschiedenen Quellen seriös und/oder interessant sind.
Frau Williams kann ich jetzt nicht wirklich einschätzen, aber das Laden in abgelegenen Stationen in der Nacht ist auf jeden Fall ein Punkt. 🤔 Es ist nicht alles eine gut ausgeleuchtete überwachte Tankstelle mit Personal. Hab ich ehrlich gesagt noch nie darüber nachgedacht.
Wir fahren ein Elektroauto und auch einen Verbrenner und ich kann ganz transparent und ehrlich sagen, ja, das mit den Lade Karten und Apps nervt. Natürlich kann man sich daran gewöhnen, aber während ich fast Freude an diesem Vergleichen habe, ist meine Frau davon regelmäßig genervt. Vor allem, da wir oft trotz Abo zu viel zahlen müssen, weil die Säulen, die in unserem Abo enthalten sind gerade nicht an der Strecke sind die wir fahren wollten. Die Planung im Voraus muss man echt wollen.
Elektroautofahrer lügen sich auch vieles selbst in die Tasche. Was ich da teilweise für Märchen über Reichweite, Ladepausen und Ähnliches erzählt bekomme, ist wirklich bemerkenswert. Da wird mitunter so getan, als würde man sich regelrecht darüber freuen, eine Pause machen zu dürfen und sich diese vom Elektroauto diktieren zu lassen, statt einfach weiterzufahren. Anstatt sich beispielsweise schnell einen Kaffee bei McDonald’s zu holen und anschließend weiterzufahren, steht man eben 30 Minuten auf dem Parkplatz und lädt. Das wird dann als völlig normal dargestellt, statt einfach anzuerkennen, dass es ein Nachteil sein kann.
Und dann kommt regelmäßig das Argument mit der Effizienz im Vergleich zum Verbrenner. Ich stand neulich in der Nähe eines Ladeparks, und dort haben die Ladesäulen über Stunden eine enorme Hitze und ein gewaltiges Luftvolumen herausgeblasen. Ganz so einfach ist das Thema Effizienz also offenbar nicht. Beim Auto selbst mag die Effizienz deutlich besser sein als beim Verbrenner, aber dass die Ladeinfrastruktur teilweise erhebliche Abwärme produziert und die Umgebung regelrecht wie ein Föhn aufheizt, wird in solchen Diskussionen gerne ausgeblendet. Hinzu kommt, dass es für Millionen von Mietern nach wie vor keine vernünftigen und unkomplizierten Ladelösungen gibt.
Ach Robert,
es ist schön wie du die Empfindungen anderer Menschen beurteilst. Ich Fahre täglich E Auto Wohne zur Miete und habe keine Lademöglichkeit vor der Tür. Mich stören die Ladepausen wirklich nicht und das ist kein in die Tasche lügen. Weil du es nicht magst können es andere Leute trotzdem mögen.
Ich finde auch die Märchen von Verbrennerfahren bemerkenswert, die 1000km am Stück ohne Pause fahren können und dabei immer top fit sind. Empfinde ich z.B. als Zumutung.
Kann doch aber jeder machen wie er will.
Für einzelne mag das funktionieren die bereit sind erhebliche Abstriche einzugehen, aber für die meisten Nutzer ist es eben eine Verschlechterung
Endlich hat jemand wissenschaftlich fundiert herausgefunden, warum wir einen Jahrhundertsommer haben. Die e-Ladesäulen sind schuld! Das ich da nicht früher drauf gekommen bin…
Spaß beiseite: der einzige Satz in Robert‘s Kommentar, den man erstmal so stehen lassen kann, ist der letzte. Andererseits gibt es auch Millionen von Menschen in der Bundesrepublik, die bestimmt die Möglichkeit hätten, sich eine eigene Ladeinfrastruktur legen zu lassen. Habe ich auch geschafft, obwohl ich nur Mieter bin.
Und beim ersten Absatz fühle ich mich natürlich direkt angesprochen. Auch wenn der Kommentator sich das offenbar nicht vorstellen kann, es ist auf längeren Strecken tatsächlich überhaupt kein Problem, die ohnehin notwendigen Pausen mit dem Laden des Autos zu verbinden. Im übrigen dauern diese bei unserem jetzigen wie auch dem vorherigen Auto nie länger als zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten. Reicht also prima für einen Kaffee, einen Snack und einen Toilettengang. Robert hingegen holt sich offenbar den Kaffee bei McD und steigt sofort wieder ins Auto und trinkt während der Fahrt.
Das nenne ich Stress. Pausen sind auch dazu da, die Aufmerksamkeit und damit die Fahrtüchtigkeit zu erhalten. Wir jedenfalls brauchen für unsere Urlaubsstrecke nach Tirol (700km) seit dem Wechsel zum e-Auto keinen Deut länger als vorher mit dem Benziner.
Und vor Ort in den Bergen spielt das e-Auto seine Vorteile gegenüber dem Verbrenner erst recht aus. Durch das massive Rekuperieren bei den Bergabpassagen liegt der Verbrauch bei unserem Elroq idR bei unter 14kWh.
Effizienz hin oder her, ich zahle für meine BEV-Elektronen, welche übrigens nicht durch die Straße von Hormus müssen, deutlich weniger pro 100km, als das Äquivalent eines ICE.
Und was hast du für das Fahrzeug bezahlt und berechnest du die Ladezeit als Null oder als verlorene Zeit?
Die Kiste die ich fahre kostet im Leasing weniger als das gleichwertige Pendant des Verbrenners. Langstrecke fahre ich selten, und wenn, dann ist die Ladezeit von 30 Minuten für mich eine willkommene Pause bzw. keine verlorene Zeit nach drei Stunden Autobahn.
Zu Hause, übrigens ohne eigene Ladesäule, lade ich während des Einkaufens beim Supermarkt.
Vorwärts immer, rückwärts nimmer.
Na, dann bist du ja ein gutes Beispiel dafür, wie man das sinnvoll in das eigene Leben integrieren kann, aber es haben eben nicht alle Nutzer dein Leben. Andere Strecken, andere Abläufe, andere Supermärkte. Wenn der Erfolg einer bestimmten Mobilität am Supermarkt hängt, ist irgendwas auch nicht richtig
Robert hat jetzt also den Wirkungsgrad über die gesamte Lieferkette für sich entdeckt.
Das Öl wird ja auch von kleinen Elfen mit Strohhälmen aus dem Boden gesaugt, von Einhörnern über den gesamten Planeten gepupst, um dann von der Gummibärenbande in den Raffinieren in Kraftstoff verwandelt zu werden, bevor es der Weihnachtsmann durch den Kamin umweltfreundlich in die Häuser bringt.
Ich zweifle die Defizite eines Verbrenners nicht an, ich denke, sie sind bekannt und man kann sie nicht weg reden. Aber so zu tun, als ob die Elektromobilität das effizienteste und beste ist, was es auf der Welt gibt, ist auch Quatsch. Hier gibt es auch erhebliche Lade Verluste und Nebeneffekte. Und Lebenszeit Verluste fürs Laden sowieso.
Sie ist Stand heute die effizienteste Methode, ein Auto von A nach B zu bewegen. Punkt.
Äh… gut Fahrrad oder Füße sind wahrscheinlich noch effizienter… ansonsten IST es die effizienteste Art der Fortbewegung. Da kannst hier noch so lange versuchen Falschinformationen zu verbreiten.