Amazon Fire TV: Meine ersten Erfahrungen

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Seit einigen Tagen steht in meinem Wohnzimmer der kürzlich in Deutschland zur Vorbestellung gestartete Amazon Fire TV. Ich möchte meine ersten Eindrücke von dem Gerät nun mit euch teilen.

Wie bereits dieser Tage erwähnt, macht die kleine Box einen guten ersten Eindruck. Sie schaut meines Erachtens schick aus, ist schnell eingerichtet und über den damaligen Prime-Preis von 49 Euro (99 Euro ohne Prime) kann ich mich auch nicht beklagen. Ohne Prime-Abo macht die Kiste wohl nicht so viel Spaß, denn die Inhalte des Amazon-Videodienstes stehen schon sehr im Fokus der gesamten Oberfläche.

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Mal abgesehen davon, dass sich der Fire TV nicht abschalten lässt, erfüllt er im Großen und Ganzen meine Erwartungen, die aber ehrlich gesagt auch nicht all zu hoch waren. Ich hatte bereits alle möglichen TV-Boxen hier stehen, um meinem TV mehr Leben einzuhauchen und bisher hat keine Lösung komplett überzeugt.

Folgende Punkte habe ich beim Fire TV bereits ausprobieren können:

Videostreaming über Amazon

Klappt gut und vor allem startet es schnell, aber im Gegensatz zu meinem Samsung BD-F6500 3D-Bluray-Player kommen Inhalte „nur“ in HD, also 720p bei mir an. Das erkennt man unter anderem an einem kleinen Icon im Player und man sieht es auch. Es gibt im Player ein Icon in grauer Schrift „HD“, dann weiße Schrift „HD“ und weiße Schrift „HD 1080p“ soweit ich weiß, zumindest kenne ich nur diese drei HD-Stufen. Woran das genau liegt, kann ich nicht sagen. An meinem lokalen Netzwerk nicht und alleine bin ich damit auch nicht. 720p ist okay, aber 1080p wäre eben schöner.

Sprachsuche

Die Spracherkennung funktioniert für Amazon-Videos und -Apps sehr gut, leider aber auch nur dafür. Aus diesem Grund nutze ich sie eben auch nur, wenn ich zu faul bin, einen Film oder eine Serie bei Prime Instant Video manuell zu suchen. Nett, aber mehr auch nicht.

Fernbedienung

Etwas nervig am Fire TV ist für mich, dass keine Steuerung mit meiner Logitech Harmony Fernbedienung bzw. ohne extra Harmony Hub möglich ist, da kein IR-Port verbaut ist, sondern „nur“ Bluetooth. Ich sage nicht, dass der Fire TV selbst IR nutzen sollte, das geht alleine schon wegen der Sprachsteuerung über die Fernbedienung nicht, aber mir fehlt die Schnittstelle etwas, die vermutlich nur ein paar Cent kosten würde. Zudem haben wirklich alle TV Boxen die ich bisher ausprobieren konnte einen IR-Port. Man hat nun eben wieder eine zusätzliche Fernbedienung auf dem Couchtisch, die man sich eigentlich sparen wollte.

Abgesehen davon ist die Fernbedienung zwar „clicky“ und liegt gut in der Hand, wirkt allerdings nicht sehr hochwertig. Dies war auch der Hauptgrund, warum ich mir zusätzlich den Controller gekauft habe, denn Zocken wollte ich mit der normalen Fernbedienung dann doch nicht.

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Controller

Der Fire TV Controller ist in erster Linie eines, etwas zu teuer. Happige 40 Euro will Amazon dafür haben, dafür gibt es aber wenigstens das Spiel Sev Zero im Wert von 5,49 Euro kostenfrei dazu.

Das Spiel muss normal „gekauft“ werden, während dieses Vorgangs wird aber der im Account hinterlegte Gutschein angerechnet. Darüber wird man nach dem Kauf des Controllers per Mail informiert.

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Der Fire TV Controller an sich ist recht wuchtig, liegt aber gut in der Hand. Für kleine Frauenhände ist er aber wohl nicht so gut geeignet. Spielen kann ich damit gut und die zwei AA-Batterien scheinen auch ausreichend Laufzeit zu bieten.

Erfreulich ist, dass am Fire TV sehr viele Controller laufen und das per Kabel und per Bluetooth. Ein günstiges Logitech F310 PC-Gamepad soll zum Beispiel problemlos laufen. Auch eine Tastatur und sogar Maus kann man anschließen, da die Apps aber nicht daran angepasst sind, ergibt das recht wenig Sinn.

App- und Spieleauswahl

Die Spieleauswahl ist mir noch etwas zu dünn, vor allem, wenn ich 40 Euro in einen Controller stecke, möchte ich diesen dann auch gerne mit den „üblichen“ Games nutzen können. Mir liegen zum Beispiel mehr Rennspiele, als Shooter. Grafisch und von der Umsetzung her brauchbar ist da nur die In-App-Hölle Asphalt 8: Airborne. Real Racing 3 oder ähnliches läuft noch nicht auf dem Fire TV. Ärgerlich. Eine handvoll gute Spiele sind vorhanden, aber man hat noch das Gefühl, da muss schleunigst mehr passieren.

Bei den Apps ist es ähnlich. Die Auswahl ist okay, aber haut mich nicht vom Hocker. Das wichtigste ist vorhanden, wobei viele Content-Apps nur portierte Smart-TV-Apps sind, die zwar angenehm flüssig laufen, aber sich auf dem Fire TV etwas fremd anfühlen. Dies merkt man vor allem bei den Apps der TV-Medietheken. In Sachen YouTube kann ich statt den „YouPlayer“ für den Fire TV zum Beispiel eher die offizielle Web-App von Google empfehlen, die (inoffiziell) einfach als „YouTube“ zu haben ist.

Alle verfügbaren Apps und Spiele für den Fire TV findet ihr hier bei Amazon.

Empfehlungssystem

Das Empfehlungssystem für „Ähnliche Apps“ ist – sagen wir – ausbaufähig. ;-)

Betriebssystem

Das System an sich läuft sehr rund, das fällt sofort auf und gefällt immer wieder. Nichts stottert oder hakt, es gibt keine Denkpausen, auch wenn man aus einem ressourcenhungrigen Spiel springt und sofort danach einen HD-Stream startet, steckt das der Fire TV locker weg. Auch gefallen die diversen Optionen zur Kindersicherung, zum Abgleich mit Amazon oder zum Einschränken von Inhalten. So kann ich zum Beispiel angeben, dass Videos gekauft werden dürfen, Apps aber nicht, oder auch In-App-Käufe komplett deaktivieren.

Auch das Einspielen von APK-Dateien ist möglich, wenn man dies zuvor in den Einstellungen aktiviert. Viele normale Android-Apps laufen allerdings nicht solide auf der Box, bzw. lassen sich ohne zusätzliche Anpassungen kaum bedienen. Dies kenne ich bereits von der OUYA.

Speicher

Etwas eng könnten die 8 GB interner Speicher werden, von denen im Lieferzustand nur 5,49 GB zur Verfügung stehen.

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Obwohl es noch nicht viele verfügbare Games gibt, durfte ich bereits Bekanntschaft mit folgendem Screen machen.

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Updates

Updates werden direkt in den Systemeinstellungen gemacht. Updates für die Fernbedienung und den Controller auch, diese werden erst angezeigt, wenn man diese auswählt und müssen dann manuell einspielt werden. Hätte ich nicht zufällig irgendwo aufgeschnappt, dass es Updates für die Steuergadgets gibt, hätte ich danach wohl nicht aktiv gesucht.

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Dies und Das

  • Der Fire TV war bereits mit meinem Amazon-Account verbunden und ich konnte sofort loslegen, klasse Sache.
  • Die Apps für Netflix und Maxdome fehlen noch, sollen aber in Kürze nachgereicht werden.
  • Die Startseite bietet für meinen Geschmack zu viele Inhalte auf einmal, es wirkt oft etwas überladen.
  • Es befindet sich kein HDMI-Kabel im Lieferumfang. Das steht bereits auf der Produktseite, scheint der ein oder andere aber dennoch zu übersehen.
  • Zwischenspeichern oder offline anschauen lassen sich Videoinhalte nicht.
  • Amazon sammelt von Haus aus Daten zum Nutzungsverhalten, dies kann abgestellt werden, dann dürften aber die Vorschläge für neue Inhalte nicht mehr wirklich funktionieren.
  • AirPlay ist möglich, ich habe dafür die App AirReceiver gekauft. Display spiegeln, Fotos anzeigen und mehr ist kein Problem, bei der Wiedergabe von Videos streikt der Fire TV aber

Fazit: Lust auf mehr!

Der Amazon Fire TV macht definitiv Lust auf mehr. Er ist eine solide TV-Box, die sehr stark auf das Angebot von Amazon zugeschnitten ist, den Nutzer darin aber nicht gefangen hält. Apps müssen mehr kommen, Spiele müssen mehr kommen, aber der Grundstein ist gelegt und sehr solide. Für 49 Euro war die Box an sich für Prime-Mitglieder ein klasse Angebot, für 99 Euro sollte man genau so wie beim etwas teuren Controller vorher lieber zweimal darüber nachdenken, ob man ihn benötigt. Ich mag den Fire TV trotz seiner kleineren Kritikpunkte sehr und erhoffe mir zukünftig eine aktive softwareseitige Weiterentwicklung durch Amazon.

Solltet ihr den Fire Tv bereits ausprobiert haben, dann erzählt in den Kommentaren gerne mal, was ihr von der kleinen Box haltet. Falls ihr Fragen zur Streaming-Box habt, versuche ich diese natürlich zu beantworten.

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