Android Wear, TV und Auto: Google will keine UI-Anpassungen der Hersteller

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Google hat auf der I/O 2014 drei neue Bereiche für Android vorgestellt: Wear, TV und Auto. Gegenüber Ars Technica hat man jetzt auch noch verraten, dass man in diesen Bereichen die Kontrolle über das UI-Design behalten möchte.

Geht man in einen Elektronikmarkt um die Ecke und schaut sich mal die Smartphones mit Android an, dann wird man, sofern man unterschiedliche Hersteller betrachtet, so gut wie keine Ähnlichkeiten bei der Benutzeroberfläche sehen. Sei es Samsung, HTC, oder LG, alle haben Android an ihre eigenen Vorstellungen angepasst. Grundlage ist in den meisten Fällen aber die gleiche Android-Version. Den Herstellern gefällt die Tatsache, dass man die Oberfläche anpassen kann, Google jedoch nicht unbedingt.

Mit Android Wear, TV und Auto soll sich das ändern, so Dave Burke gegenüber Ars Technica. Die Benutzeroberfläche ist jetzt ein fester Bestandteil von Android und darf nicht mehr grundlegend verändert werden. Ein Beispiel: Wer zwei Fernseher besitzt und Android TV auf diesen nutzt, der sollte auch die gleiche Oberfläche antreffen. Die Hersteller können zwar ihre eigenen Dienste drauf packen, doch das Erlebnis für den Benutzer muss das gleiche sein. Das gilt auch für Android Wear und Android Auto.

„Das UI ist ein Teil des Produkts in diesem Fall. Wir wollen ein einheitliches Benutzererlebnis […] Die Hersteller können das Produkt mit ihren Zeichen versehen, ihre Dienste darauf packen, aber ansonsten sollte es das gleiche sein,“ so Dave Burke von Google gegenüber Ars Technica.

Samsung scheint das nicht zu passen, was wohl auch der Grund ist, warum man mit der Gear 2 auf Tizen gesetzt und die Gear Live mit Android Wear letzte Woche ohne große Werbung nachgereicht hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass Samsung die Gear Live nicht bewerben wird. In Zukunft möchte sich Samsung aber dennoch abheben, wenn auch nicht mit einer eigenen Benutzeroberfläche. Samsung plant eigene Apps und Dienste zu entwickeln, die für Android Wear angepasst wurden. Wie diese dann aussehen sollen ist momentan, wohl auch Samsung, aber noch völlig unklar.

Google verfolgt in Zukunft also einen anderen Ansatz und das dürfte den Herstellern nicht passen. Sie werden so nämlich nur noch zum Produzenten von Hardware. Und es ist schwer sich in der heutigen Zeit mit dieser abzuheben. Es sind maximal ein paar Dienste, mit denen man noch einen Mehrwert schaffen kann. Doch auch hier steht man in direkter Konkurrenz zu Google, die auf ihren Produkten natürlich auch ihre eigenen Dienste sehen wollen. Den einen ist das vielleicht egal (HTC), den anderen wird diese neue Entwicklung von Android aber so gar nicht passen (Samsung).

Für den Nutzer klingt das erst mal vielversprechend. Man bekommt eine einheitliche Benutzeroberfläche und die Hersteller müssen sich über die Hardware differenzieren. Das bedeutet, dass hier vieles über den Preis entschieden wird. Konkurrenz ist gut für den Markt. Der Nachteil ist allerdings, dass Google die Kontrolle übernommen hat.

quelle ars technica

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