Apple AirPods Test

Die Apple AirPods sind ein 180 Euro teurer Bluetooth-Kopfhörer, der komplett ohne Kabel auskommt. Ich habe mir das Modell für einen Test angeschaut.

Im September 2016 präsentierte Apple nicht nur ein neues iPhone, sondern mit den AirPods auch eine neue Kopfhörer-Generation. Besonderheit: Der Verzicht auf ein Kabel. Im Grunde sind AirPods eine kabellose Version der EarPods.

Die AirPods wurden für Oktober 2016 angekündigt, dann aber verschoben. Die erste Charge war im Dezember erhältlich, doch direkt ausverkauft. Das sorgte für extreme Preise kurz vor Weihnachten. Viele, auch ich, sind von einem temporären Zustand bei Apple ausgegangen. Doch bis heute hat sich die Situation nicht entspannt.

Es ist auch über ein halbes Jahr nach Marktstart kaum möglich einfach so in einen Laden zu gehen und AirPods zu kaufen. Apple selbst gibt immer noch 6 Wochen als Lieferzeit im eigenen Online Store an. Wenn man Glück hat, dann hat der lokale Apple Store ein paar Einheiten auf Lager. Doch die sind eigentlich genauso schnell weg, wie sie reinkommen. Apple bewirbt die AirPods auch kaum. Besucht man die Homepage, dann findet man sie unter dem Zubehör für das iPhone.

Das Unternehmen hat sich bis heute nie wirklich zur Liefersituation geäußert, man spricht lediglich von einer hohen Nachfrage. Man wollte nicht mal die Verzögerung im letzten Jahr mit einer Pressemitteilung bestätigen. Das wurde kurz vor der Mac-Keynote in Form einer Stellungnahme gegenüber US-Medien abgehakt.

Man kann also nur Vermutungen aufstellen, doch den wahren Grund kennt nur Apple selbst. Dabei ist das eigentlich schade, denn die AirPods machen Spaß.

Apple AirPods: Pro und Contra in Videoform

Es würde mich freuen, wenn ihr dem Video bei YouTube einen Daumen hoch gebt und bei Interesse unseren Kanal abonniert. Natürlich nur, wenn euch das Video gefallen hat. Damit erkennt YouTube, dass es kein Clickbait ist.

Apple AirPods: W1-Chip sorgt für schnelles Koppeln

Nach einigen Wochen (eigentlich Monaten) mit den AirPods bin ich immer noch angetan von dem Kopfhörer. Ich habe schon viele kabellose Kopfhörer getestet, doch kein Modell harmoniert so perfekt mit dem iPhone. Das zeigt sich schon beim Einrichten: Case aufklappen, auf dem iPhone bestätigen, fertig.

Natürlich muss man dazu sagen, dass Apple hier einen Vorteil hat, denn man hat dieses Produkt einfach in das Ökosystem eingegliedert. Einmal mit einem iPhone verbunden werden die AirPods zum Beispiel auch von einem iMac erkannt, da sie an den iCloud-Account gekoppelt werden. Mit einem anderen Gerät verhalten sie sich aber wie normale Bluetooth-Kopfhörer, die man normal koppeln muss.

Doch warum harmonieren die AirPods so gut mit Apple-Geräten? Das liegt am W1-Chip von Apple. Übrigens auch ein Chip, den man in den BeatsX findet. Beats ist bekanntlich ein Unternehmen, welches seit ein paar Jahren zu Apple gehört.

Apple AirPods: Nicht für den Sport geeignet

Die AirPods sitzen gut im Ohr, im Grunde wie EarPods. Nur besser, da kein Kabel an den Seiten zieht. Sie sehen im ersten Moment komisch aus, ja, doch für mich sehen mittlerweile Kopfhörer mit Kabel komisch aus. Ich nutze schon so viele Jahre nur noch Modelle mit Bluetooth, das für mich ein Kabel, das vom Ohr zum Smartphone in der Hosentasche geht, mittlerweile skurril wirkt.

Das ist am Ende natürlich alles eine Frage der Gewohnheit.

EarPods sitzen aber nicht bei jedem gleich gut im Ohr, denn die Form ist nicht für jeden geeignet. Bei mir sitzen sie gut. Allerdings nicht so fest, wie die InEar-Modelle, die ich besitze. Der Move BT von Teufel sitzt zum Beispiel deutlich besser im Ohr und ist daher auch eher für den Sport geeignet.

Mit den AirPods konnte ich alles im Alltag machen, verloren habe ich sie nie. Das hat mich sogar selbst etwas erstaunt, da sie ja doch ein Stück aus dem Ohr schauen. Es ist allerdings kein Kopfhörer, den ich beim Sport (Fitness Studio) tragen würde. Eine lockere Runde joggen wäre drin, doch auch hier fühle ich mich dann doch nicht so sicher, wie mit InEar-Modellen, die durch das Gummi besser im Ohr sitzen.

Kurz: Die AirPods sind für mich perfekt im Alltag, aber nicht beim Sport. Wobei es hier ja mittlerweile auch Lösungen gibt. Getestet habe ich davon aber keine.

Apple AirPods: Das Case ist ein Highlight

Ich würde die AirPods aber auch aus einem anderen Grund nicht unbedingt beim Sport nutzen, denn sie sind nicht wasserdicht. Möglich, dass ihnen Schweiß nichts ausmacht, aber ich möchte das ehrlich gesagt nicht langfristig testen und riskieren.

Für eine zweite Generation würde ich mir eine IP-Zertifizierung wünschen, die dann Schutz vor Wasser (zum Beispiel auch zum Schwimmen) und Staub bietet.

Die Verarbeitung und Qualität der AirPods ist sehr gut. Da wackelt und knarzt nichts und auch das mitgelieferte Case ist hervorragend verarbeitet. Das ist klein, leicht und bietet bis zu 24 Stunden Akkulaufzeit. Mit den Apple AirPods selbst kann man bis zu 5 Stunden pro Ladung auskommen. Kann ich so bestätigen.

Das Case selbst ist aber mein kleines Highlight bei diesem Produkt. Es ist nämlich klein genug, dass man es mal eben in die Hosentasche packen kann. Und es ist an allen Seiten abgerundet und liegt angenehm in der Hand. Die AirPods werden dank einem Magnet im Case gehalten. Anfangs benötigt es etwas Gewöhnung, um sie herauszunehmen, doch nach ein paar Tagen hatte ich mich daran gewöhnt.

Die AirPods sind außerdem sehr schnell wieder aufgeladen. 15 Minuten im Case reichen für über 2 Stunden Musik. Die Akkulaufzeit der Apple AirPods ist jetzt nicht herausragend, aber sie ist sehr gut. 5 Stunden ohne Case und über 20 Stunden mit Case, mir ist kein Hersteller bekannt, der aktuell viel mehr bietet.

Apple AirPods: Guter Sound

Der Sound der AirPods ist gut. Für kabellose Kopfhörer vielleicht sogar schon sehr gut. Zumindest bei den Höhen haben mich die AirPods überzeugt. Beim Bass muss man Abstriche machen, denn es sind keine InEars, die richtig fest im Ohr sitzen. Trotzdem ist der Bass ok und auch die Lautstärke relativ laut.

Gut gefallen haben mir auch die Sensoren. Nimmt man einen Kopfhörer aus dem Ohr, dann pausiert die Wiedergabe. Packt man ihn kurze Zeit später zurück, dann geht es weiter. Wenn man zu lange wartet, dann bleibt die Pause, doch das ist so gewollt. Die AirPods muss man auch nicht einschalten, man nimmt sie einfach aus dem Case, steckt sie ins Ohr und 2-3 Sekunden später sind sie verbunden.

Die Qualität beim Telefonieren reicht mir aus. Ich würde sie als „ok“ einordnen, doch wie viele von euch aber vielleicht wissen: Ich telefoniere extrem wenig. Es sind keine 30 Minuten im Monat (mit dem Smartphone). Und wenn, dann habe ich in der Regel keine Kopfhörer im Ohr. Für mich ist das also nebensächlich.

Apple AirPods: Mangelhafte Steuerung

Die Steuerung ist bei den AirPods nicht ganz so gut gelöst. Die Eingabe über Touch an der Seite funktioniert zwar gut, doch es gibt nur eine Geste: Ein doppeltes Tippen auf die Seite. Aktuell kann man damit Siri aktivieren, oder den Inhalt pausieren. Die Funktion lässt sich auch komplett deaktivieren und mit iOS 11 wird es die Option zum Überspringen von einem Song geben. Mehr aber nicht.

Was mir immer wieder fehlt: Die Steuerung der Lautstärke. Ab und zu auch die Optionen einen Song zu überspringen, doch die kommt ja bald. Doch ich reguliere öfter mal die Lautstärke und dazu muss ich dann immer das iPhone nehmen.

Was ich mir hier hätte vorstellen können: Eine Wischgeste von unten nach oben für lauter und von oben nach unten für leiser. Beim Dash Pro von Bragi gibt es so eine Option (jedoch mit links und rechts wischen). Sowas fehlt mir bei den AirPods.

Die Steuerung über Siri ist für mich übrigens keine Lösung, denn ich nutze meine Kopfhörer auch mal in einer vollen Bahn, oder in einem Raum, wo meine Sprache andere stören würde. Außerdem habe ich Start/Pause auf das Doppeltippen gelegt und nicht Siri. Die AirPods unterstützen keinen Hey Siri-Befehl. Außerdem finde ich es auch zu umständlich für die Lautstärke Siri zu bemühen.

Kurz: Man ist bei der Steuerung leider noch nicht unabhängig vom iPhone.

Apple AirPods: Akzeptabler Preis

Eine solche Unabhängigkeit kommt vielleicht und ich hoffe, dass man dann auch einen internen Speicher einbauen wird. Die AirPods würden sich nämlich, wie die Apple Watch, dazu anbieten. Schnell eine Playlist oder ein Hörbuch drauf und eine Runde spazieren gehen, das wäre für mich ein wünschenswertes Szenario. Das müsste noch nicht mal viel sein, 3-4 GB würden mir da schon reichen.

Geladen wird das Case und somit auch die AirPods über Lightning. Das ergibt Sinn, denn sie werden als Zubehör für das iPhone verkauft. Apple nutzt aber auch USB Typ C, bei den MacBooks zum Beispiel, was ich mir auch gut vorstellen könnte.

Lightning ist zwar für mich der bessere Standard, aber USB Typ C ist ein Standard in der Branche und bei mir in der Wohnung mittlerweile oft verbreitet. Auf lange Sicht hätte ich nichts dagegen, wenn es ein Standard wird. Und da das mit Lightning ausgeschlossen ist, wäre es schön, wenn es USB Typ C wird.

Was ich noch anmerken möchte: Der Preis ist, vor allem für ein Apple-Produkt, gut. 180 Euro sind zwar viel Geld und EarPods kosten weniger, aber der Markt für kabellose Kopfhörer ist noch relativ jung und viele Unternehmen rufen auch gerne 200 Euro oder mehr auf. Ich hätte vor der Ankündigung damals auf 250 Euro getippt und finde die 180 Euro nicht übertrieben. Nicht günstig, aber nicht zu teuer.

Leider bietet Apple die AirPods nur in Weiß an. Ich bin ein Freund von schwarzen Gadgets, vor allem bei Kopfhörern. Hier würde ich mir für die Zukunft eine zweite Option wünschen. Ich hätte auch nichts gegen ein mattes Modell einzuwenden. Wie sowas aussehen kann, könnt ihr euch im BlackPods Store anschauen.

Apple AirPods: Das Fazit

Komplett kabellos ist für mich die Zukunft. Ein aus dem Ohr hängendes Kabel ist bei mir mittlerweile ausgeschlossen. Womit ich noch leben kann: Ein Kabel, das beide Ohrteile verbindet. Aber auf lange Sicht wird das mit Sicherheit auch verschwinden. Im Alltag ist es das schon, denn hier sind die AirPods meine erste Wahl.

Im Sport nutze ich die AirPods nicht und das wird auch nicht passieren. Das liegt daran, dass sie nicht so fest wie ein InEar-Modell sitzen und nicht wasserdicht sind. Aber das kommt, da bin ich mir sicher. Und ich könnte mir gut vorstellen, dass Apple ein eigenes Sport-Modell für die AirPods geplant hat.

Gibt es von mir eine Kaufempfehlung? Ja. Allerdings mit einem Hinweis. Wir haben mittlerweile Juli. Die AirPods wurden im September 2016 vorgestellt. Wir wissen im Moment noch nicht, wie Apple das Produkt pflegen wird, doch es ist möglich, dass wir im September eine zweite Generation sehen werden.

Besonders viel gibt es bei den AirPods eigentlich nicht zu verbessern, doch man sollte bedenken: Bluetooth 5 steht vor der Tür und ich bin mir sicher, dass Apple diesen Standard in einer neuen Generation auch nutzen wird. Das wäre dann ein deutlicher Sprung nach vorne. Vor allem wenn man sich das neue iPhone kaufen möchte, welches vermutlich auch Bluetooth 5 unterstützen wird.

Doch wenn euch die Kleinigkeiten (wie die fehlende IP-Zertifizierung) nicht stören und ihr beispielsweise sowieso bei der aktuellen iPhone-Generation (oder einem Smartphone mit Bluetooth 4.2) bleiben wollt, dann bekommt ihr hier eines der besten komplett kabellosen Kopfhörer-Modelle auf dem Markt.

Wäre da noch die Liefersituation. Apple selbst gibt immer noch 6 Wochen an, doch ab und zu hat man auch mal Glück und findet sie vorrätig. Auf Amazon zahlt man aber drauf (dort sind sie aber oft über einen anderen Anbieter lieferbar) und bei Kleinanzeigen in der Regel auch. Alternativ kann man auch auf Idealo nach dem günstigsten Preis suchen und den Regler „Nur sofort lieferbar“ aktivieren.

Das Testgerät der Apple AirPods wurde uns von Apple zur Verfügung gestellt. Alle Informationen zum Produkt gibt es auch auf der offiziellen Produktseite.

Produktempfehlung

Tarifvergleich

Hinterlasse deine Meinung