Apple iPhone 5s Testbericht

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Seit einer Woche kann man das neue iPhone 5s mehr oder weniger in Deutschland kaufen und da ich das neue Flaggschiff von Apple die letzten Tage im täglichen Einsatz hatte, wird es so langsam auch Zeit für unseren Testbericht zur mittlerweile siebten Generation von Apples erfolgreichstem Produkt aller Zeiten. In unserem Testbericht wollen wir ganz allgemein auf das Gerät eingehen, uns aber vor allem mit den neuen Funktionen beschäftigen, die das diesjährige S-Modell ausmachen.

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Vorwort

Apples Strategie ist bekannt: Jedes Jahr im Herbst kommt ein neues iPhone auf den Markt und dieses Produkt ist mittlerweile zum wichtigsten Gerät im Portfolio des Unternehmens geworden. Doch nicht jedes Jahr gibt es auch ein großes Update, alle zwei Jahre nutzt Apple die Generation aus dem Vorjahr und spendiert dieser ein paar neue Funktionen. Dieses Jahr war also mal wieder ein S-Modell an der Reihe und wie schon bei den letzten Modellen hat man hier die Optik vom Vorjahr genommen und sich mehr auf Verbesserungen unter der Haube konzentriert.

Doch Apple hat im iPhone 5s nicht nur einen besseren Prozessor eingebaut und das Gerät (auch) dank 64-Bit-Technik deutlich schneller gemacht, mit Touch ID gibt es auch eine neue Funktion, mit der man sich ein bisschen von der Konkurrenz abheben möchte. Eine leicht bessere Kamera, oder noch mehr Power beim Zocken haben mich also nicht so sehr interessiert, ich war vor allem gespannt, wie sich Touch ID dann wirklich im Alltag schlägt. Doch kommen wir erst mal zu ein paar Spezifikationen.

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Spezifikationen

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  • Hersteller: Apple
  • Modellbezeichnung: iPhone 5s
  • Preis: 699,- / 799,- / 899,- Euro
  • Verfügbar: Seit 20. September*
  • Größe: 123,8 x 58,6 x 7,6 mm
  • Gewicht inklusive Akku: 112 g
  • Betriebssystem: iOS 7
  • Akku: 1560 mAh
  • Display: 4″ Retina-Display mit 1136 x 640 Pixel
  • Kamera: 8-Megapixel mit 1,5µ Pixeln
  • Speicher: 16 / 32 / 64 GB
  • CPU: A7 Dual-Core-Prozessor mit 64-Bit Architektur
  • RAM: 1 GB

Das sind nur ein paar Spezifikationen des iPhone 5s, weitere Details und zusätzliche Informationen gibt es auf der Webseite von Apple.

Lieferumfang

  • iPhone 5s mit iOS 7
  • Apple EarPods mit Fernbedienung und Mikrofon
  • Lightning auf USB Kabel
  • USB Power Adapter
  • Dokumentation

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Videotest

Design, Verarbeitung und Haptik

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Im Vergleich zum letzten iPhone hat sich hier nichts geändert, optisch sieht das neue iPhone erst mal genauso aus, wie das Modell vom letzten Jahr. Schaut man genau hin, erkennt man jedoch kleine Unterschiede. Zum Beispiel auf der Rückseite beim Blitz, das neue Modell hat eine Dual-LED, und natürlich auch beim Home-Button mit dem neuen Ring erkennt man, dass es sich hier um das 5s handelt.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind zudem die neuen Farben, Gold und Spacegrau gibt es nur beim 5s. Das weiße Modell, welches ich die ersten Tage genutzt habe, hebt sich allerdings nicht vom Vorgänger ab. Spacegrau gefällt mir sehr gut, nicht ganz so gut wie Schwarz beim iPhone 5, aber es wirkt auch weniger anfällig für Kratzer. Ob das auf Dauer so sein wird, werden wir sehen. Ein iPhone 5s in Gold habe ich bisher noch nicht in natura gesehen, reizt mich aber ehrlich gesagt auch nicht.

Logischerweise hat sich auch nichts bei der Verarbeitung und Haptik geändert, wer schon mal ein 5er in der Hand hatte, wird hier keinen Unterschied feststellen. Für mich ist das iPhone immer noch die optimale Größe bei einem Smartphone, das Display dürfte vielleicht noch ein bisschen größer sein, aber ich bin froh, dass Apple hier nicht auf große Geräte wie Samsung und andere Hersteller setzt. Ein bisschen größer ist wie gesagt in Ordnung, aber lieber so, statt in der Größenregion eines S4.

Ob man mit dieser Größe klar kommt ist eine Frage, die ihr nur selbst beantworten könnt. Das hier ist meine persönliche und sehr subjektive Meinung und die muss logischerweise nicht der von euch entsprechen.

Bei der Materialwahl kommt bisher aber immer noch keiner an das iPhone 5(S) ran, das würde ich auch objektiv behaupten. Ich habe in diesem Jahr zumindest kein anderes Smartphone in der Hand gehabt, welches sich so hochwertig anfühlt. Modelle wie das One von HTC gehen in die Richtung, aber sind maximal gleichwertig.

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Für mich ist das allerdings auch ein zweischneidiges Schwert, denn das iPhone wirkt so hochwertig, dass ich es eigentlich gar nicht ohne Hülle nutzen möchte. Ich benutze daher eigentlich fast immer eine Hülle, oder aber eine Ledertasche, wenn ich das iPhone unterwegs dabei habe. Das sehen viele als Nachteil, kann ich verstehen. Bei einem Samsung Galaxy S4 hätte ich dieses Gefühl nicht, dafür hat man dann eben fast nur Plastik in der Hand. Da ist mir der Weg mit der Hülle ehrlich gesagt lieber.

iOS 7

Die für mich größte und spannendste Neuerung ist iOS 7. Apple stellt das Update zwar auch älteren Geräte-Generationen zur Verfügung, aber da ich bisher kein Beta-Tester war, habe ich die neue Version das erste Mal in Ruhe auf dem iPhone 5S ausprobiert.

Seit der Präsentation auf der WWDC hat sich noch einiges verändert und ich wollte einfach bis zur finalen Version warten, bevor ich die neue Version das erste Mal im Alltag teste. iOS 7 wirkt aber trotzdem noch nicht ganz rund. Hier und da merkt man, dass Apple noch nachbessern kann. Allen voran bei den Icons, die teilweise so wirken, als ob manche davon von anderen Designern entworfen wurden. Beispiel: Fotos, Safari und das Game Center passen irgendwie nicht so ganz in das User Interface rein. Ich hatte eigentlich die Hoffnung, dass sich in diesem Bereich bis zum Release noch etwas ändert, doch die Icons hat Apple so gut wie gar nicht mehr angerührt.

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Es musste sich aber etwas ändern und das hat es auch. Teilweise wirkt iOS 7 ein bisschen zu verspielt und etwas überladen bei den ganzen Animationen. Bei einigen Funktionen ist man auch nur mit der Konkurrenz gleichgezogen, doch betrachtet man das Gesamtbild, dann ist die neue Version glaube ich ein großer (erster) Schritt nach vorne.

Was mir sehr gut gefällt: Entwickler hatten genug Zeit, um ihre Apps anzupassen und pünktlich zum Release gab es da auch wirklich ein paar Highlights zu sehen. Dieser Prozess hält noch an und ein paar Updates vermisse ich auch noch, aber hier sehe ich weiter einen großen Vorteil im Vergleich zu Android. Doch iOS 7 ist so ein umfangreiches Thema, dass wir uns damit in den nächsten Wochen noch genauer beschäftigen werden.  Heute soll es mehr um das iPhone 5s gehen.

An dieser Stelle habe ich aber auch noch mal unser Video von Mike eingebunden, der sich iOS 7 in der finalen Version schon mal auf dem iPad mini angeschaut hat.

Touch ID

Das spannendste Thema neben iOS 7 ist Touch ID. Ich war wirklich gespannt, wie sich der Sensor im Alltag schlägt. Doch schon nach einem Tag im Einsatz stand fest: Diese Funktion ist genial. Nicht weil sie sicherer als ein Passwort ist, das ist sie nicht, aber sie ist bequemer. Man muss einfach nur noch kurz auf den Home-Button drücken und schon ist man auf dem Homescreen. Das geht so schnell, dass ich mir nach ein paar Tagen sogar eine Option für eine kleine Verzögerung gewünscht habe. Aus Gewohnheit schaue ich unterwegs immer mal wieder auf das iPhone (Uhrzeit, Nachrichten, etc.) und habe das 5s dabei sehr oft (und unbeabsichtigt) entsperrt.

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Doch Touch ID funktioniert wie von Apple beschrieben. Ich hoffe Apple wird die Schnittstellen auch noch für Entwickler öffnen, denn auch die Möglichkeit den Sensor im App Store als Passwort zu benutzen ist sehr angenehm und ich würde mir das auch für andere Bereiche (1Password, etc.) wünschen. Sollte man mal keine Möglichkeit haben den Fingerabdruck scannen zu lassen, kann man das Gerät auch normal entsperren und muss dann einen Code eingeben, den man selbst festlegt. Ganz ohne Code funktioniert Touch ID übrigens nicht.

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Das Fazit zu Touch ID fällt mir leicht. Ich würde wegen dieser Funktion zwar nicht unbedingt von einem iPhone 5 zu einem iPhone 5s wechseln, aber der Mehrwert ist für mich persönlich größer, als ich das im Vorfeld vermutet habe. Touch ID ist für mich mehr, als nur eine nette Spielerei und funktioniert im Alltag tadellos. Ich hatte nur ein paar Fehlversuche und das meistens nur, wenn ich einen Finger genutzt habe, den ich sehr selten zum Entsperren nehme. In den Einstellungen kann man übrigens fünf Fingerabdrücke pro iPhone speichern. Das reicht mir persönlich aus, denn mehr als vier Plätze (beiden Daumen und Zeigefinger) brauche ich nicht.

Kamera

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Die Kamera im iPhone 5S wurde leicht verbessert und hat vor allem auch dank iOS 7 ein paar nette Funktionen und ein neues User Interface spendiert bekommen.

Das Highlight dürfte der Slow-Motion-Modus sein. Das ist nicht neu, aber das wird in diesem Jahr noch für einige lustige Videos sorgen. Ansonsten muss ich ganz ehrlich sagen: Ich merke keinen Unterschied im Vergleich zum iPhone 5. Bei schlechtem Licht zeigt die neue LED ein paar Stärken, aber da ich in 99 Prozent der Fälle ohne Blitz fotografiere, ist mir das egal. Die Kamera, auch wenn Apple sie gerne als großes neues Feature verkaufen würde, ist im Vergleich zum iPhone 5 nicht der Rede wert.

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Ich freue mich in diesem Bereich aber immer über jede noch so kleine Verbesserung, daher finde ich es auch gut, dass die Konkurrenz hier schon lange aufgeholt hat.

Einen Vergleich mit dieser spare ich mir aber, vor allem die ganzen Vergleichsfotos mit einem Lumia 1020 oder den ganzen Galaxy-Modellen von Samsung halte ich für überflüssig. Man kann ein Modell mit diesem Formfaktor nicht gegen ein Kamera-Flaggschiff mit einem deutlich größeren Sensor und deswegen auch großen Hubbel auf der Rückseite antreten lassen. Klar, das iPhone stinkt vor allem bei Nacht gegen ein Lumia 1020 mit Xenon-Blitz ab, aber das ist nicht schlimm.

Die Kamera gehört für mich immer noch zu den besten in einem Smartphone und da Bilder mehr als Worte sagen, gibt es wie immer eine kleine Galerie bei Google+.

Album mit Testfotos bei Google+ aufrufen

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Akkulaufzeit

Mein Lieblingsthema**, zu dem ich aber wie immer ein paar Worte verlieren möchte. Der Akku ist ein bisschen größer geworden, um genau zu sein 100 mAh, das iPhone 5s hält deswegen aber nicht wirklich länger durch. Wie auch schon beim iPhone 5 hieß es bei mir: Spätestens am Abend freut sich das Gerät über einen Besuch an der Steckdose. Bei intensiver Nutzung habe ich wie immer ein Notladegerät dabei.

Diese Werte sind subjektiv, das kann bei euch ganz anders sein und daher gibt es hier kein endgültiges Fazit von mir. Ich muss aber auch ehrlich sagen, dass ich nach dem 2013er-Update der Macbook-Air-Reihe ein bisschen Hoffnung hatte, dass sich hier mehr tut, denke aber Apple wird sich das für 2014 aufheben. Mit kabellosem Laden rechne ich vorerst noch nicht, das würde das iPhone wohl zu dick machen.

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M7

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Einen Punkt möchte ich noch kurz extra erwähnen und das ist der M7-Chip, der den A7 unterstützt. Dieser kann zum Beispiel Schritte im Hintergrund aufzeichnen, ohne dabei den Akku all zu sehr zu belasten. Bis jetzt kann ich das Potential allerdings noch nicht ganz beurteilen, da es nur eine App gibt, die den Coprozessor unterstützt.

Ich denke aber, dass dieser Schritt auf lange Sicht noch viel bedeutender für das Upgrade auf ein 5s wird und klassische Schrittzähler müssen sich jetzt überlegen, wie sie sich abheben wollen, denn diese eine Aufgabe kann das iPhone in Kombination mit einer App übernehmen. Ein Fazit zum M7 bleibt aus, aber es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir uns den M7 im iPhone 5s genauer anschauen, da bin ich mir sicher.

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Fazit

Das Fazit zum iPhone 5s fällt mir leicht. Solltet ihr iPhone-Besitzer sein und mit einer neuen Generation liebäugeln, dann gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Ihr besitzt ein iPhone 4S (oder älter), dann solltet ihr euch das 5s definitiv anschauen.
  2. Ihr besitzt ein iPhone 5 und seid damit zufrieden, dann nutzt es weiter. Mit iOS 7 bekommen auch Besitzer dieser Generation die neuen Funktionen spendiert.

Alternativ würde ich, sofern ihr jetzt nicht total heiß auf Spacegrau oder Gold seid, aber die neuen Funktionen doch nutzen wollt, zum Abwarten raten. Bei Funktionen wie Touch ID seid ihr ganz klar Early Adopter und es kann gut sein, dass man hier in den nächsten Wochen noch gravierende Fehler finden wird. Und damit meine ich nicht ein paar Hacker, die mit gewissem Aufwand das System umgehen konnten.

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Einen Vergleich mit der Konkurrenz spare ich mir, die Auswahl ist in der heutigen Zeit zum Glück sehr groß und es gibt zahlreiche Alternativen. Ich glaube auch nicht, dass jetzt hier ein Besitzer eines Galaxy S3 mitliest, der sich wegen diesem Update für iOS und das iPhone entscheiden wird, wenn er Android und das größere Display mag.

Das ist aber auch gut so, denn jeder soll das Gerät nutzen, was für ihn persönlich die beste Lösung ist. Für mich bleibt das iPhone in seiner Größe jedoch das mit Abstand beste Smartphone. Weder bei Android, noch bei Windows Phone finde ich ein Gerät mit dieser Ausstattung und dieser Verarbeitung in dieser Größe. Das iPhone könnte auf lange Sicht gesehen gerne noch ein Stück wachsen, muss es aber nicht. Ich selbst habe lieber 0,3 Zoll weniger, als mehr und dafür ein kompaktes Smartphone.

Das iPhone 5 war für mich im letzten Jahr das beste Smartphone und das iPhone 5s wird diese Rolle zumindest bis 2014 einnehmen.

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Das Apple iPhone 5S könnt ihr unter anderem im Apple Onlineshop kaufen.

* Anmerkung: Der Verkaufsstart von Apple war und bleibt ein Witz. Das Modell ist keinesfalls seit dem 20. September flächendeckend verfügbar. Das war ein bisschen Buzz, wirklich ehältlich wird das 5s ab Oktober sein. Dann liefert es Apple übrigens auch erst an die ersten Käufer des Online Stores aus.

** Anmerkung: Ironie

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