BQ Aquaris X5 Cyanogen Edition im Test

Der spanische Hersteller BQ vertreibt die eigenen Smartphones schon seit Längerem auch in Deutschland und bietet dank einer Partnerschaft mit Canonical unter anderem auch Geräte an, auf denen Ubuntu Touch zum Einsatz kommt. Seit einiger Zeit besteht nun jedoch auch eine Kooperation mit dem Team hinter dem beliebten CyanogenMod und Cyanogen OS, aus der auch das BQ Aquaris X5 in der Cyanogen Edition entsprungen ist. Dieses Smartphone konnte ich mir die vergangenen Wochen einmal näher ansehen und für euch testen.

Technische Daten

  • 5 Zoll IPS-Display mit 1.280 x 720 Pixeln
  • 1,4 GHz Qualcomm Snapdragon 412 Quad-Core-SoC
  • 2 GB Arbeitsspeicher
  • 16 GB interner Speicher, erweiterbar per microSD-Karte
  • 13-Megapixel-Hauptkamera mit LED-Blitz, 5-Megapixel-Frontcam mit LED-Blitz
  • 2.900 mAh Akku
  • Cyanogen OS 12.1 auf Basis von Android 5.1.1 Lollipop
  • LTE Band 1/3/7/20, Wlan b/g/n, Bluetooth 4.0
  • Dual-SIM (2x NanoSIM)
  • 70,5 x 144,4 x 7,5 mm, 148 Gramm
  • UVP: 239 Euro

Verarbeitung und Design

BQ_Aquaris_X5_SoftButtons

Nimmt man das Aquaris X5 das erste Mal in die Hand, fällt einem sofort auf, dass das Smartphone trotz seines günstigen Preises von 239 Euro durchaus hochwertig verarbeitet ist. So macht nicht nur der rund um das Gerät angebrachte Metall-Rahmen einen guten Eindruck, auch die matte Kunststoff-Rückseite sorgt dafür, dass es sich keinesfalls billig anfasst. Lediglich die Tatsache, dass Fingerabdrücke auf Grund der matten Beschichtung schnell sichtbar sind, könnte hier einige stören.

Geprägt wird das Design des BQ Aquaris X5 durch die rückseitige Kamera, welche mit ihrem dazugehörigen LED-Blitz durch eine schwarze Fläche aus glossy Plastik abgesetzt wird. Abgesehen davon sind die Android-Tasten unterhalb des Displays außergewöhnlich gestaltet und heben das Gerät von den sonstigen Mittelklasse-Smartphones ab. Zu guter Letzt sollte auch noch die gute Verarbeitung der Power- und Lautstärke-Tasten erwähnt werden, welche aus Metall gefertigt sind und einen guten Druckpunkt besitzen.

Display

BQ_Aquaris_X5_Apps

Kommen wir nun zum Display des BQ Aquaris X5, welches wie bei den meisten Smartphones dieser Preisklasse mit 1.280 x 720 Pixeln auflöst. Verteilt auf ein IPS-Panel mit einer Displaydiagonalen von 5 Zoll ergibt diese Pixelzahl ein ausreichend scharfes Bild, wobei man hier natürlich nicht an die Flaggschiff-Modelle mit FullHD- oder QHD-Auflösung herankommt.

Zusätzlich ist das Display ziemlich hell, Farben werden natürlich wiedergegeben und die Blickwinkel fallen dank der IPS-Technologie sehr gut aus. Außerdem ermöglicht die in das Cyanogen OS integrierte Funktion „LiveDisplay“ eine Anpassung der Darstellung basierend auf dem aktuellen Umgebungslicht, wodurch gegen Abend beispielsweise die Blauanteile reduziert werden, was für die Augen deutlich schonender ist.

Performance

BQ_Aquaris_X5_Top

Mit dem Snapdragon 412 kommt beim BQ Aquaris X5 ein ziemlich durchschnittlicher Quad-Core-SoC der Mittelklasse zum Einsatz, dem 2 GB Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Diese Durchschnittlichkeit schlägt sich auch in der an sich guten Performance nieder, welche ab und an einmal durch die ein oder andere Gedenksekunde gestört wird. Apps öffnen beispielsweise nicht allzu schnell und beim Wechsel zwischen den Anwendungen treten ab und zu einmal kleinere Ruckler auf. Grundsätzlich ist das Arbeitstempo des Smartphones jedoch auf jeden Fall in Ordnung und keinesfalls schlechter, als bei anderen Geräten dieser Preisklasse.

Während die reguläre Systemperformance des BQ Aquaris X5 als gut zu bewerten ist, wird vor allem beim Gaming deutlich, dass man es mit einem Mittelklasse-Smartphone zu tun hat. Am Beispiel des MOBAs Vainglory testet ich das Gerät auf seine Gaming-Tauglichkeit und trotz automatisch deutlich verringerter Grafikeinstellungen und der nicht allzu hohen Displayauflösung waren so oft Mikroruckler erkennbar, dass das Spielen an sich ein wenig behindert wurde. Mit nicht ganz so aufwendigen Spielen kommt das Smartphone jedoch ohne Probleme klar und die meisten, welche sich für ein Gerät in diesem Preisbereich interessieren, dürften sowieso nicht allzu stark aufs Gaming abzielen.

Kamera

BQ_Aquaris_X5_Back

Fotos knipst das BQ Aquaris X5 entweder mit einer 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite oder der 5-Megapixel-Frontkamera, welche unüblicherweise ebenfalls von einem LED-Blitz unterstützt wird. Selfies gelingen somit selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen noch in einer guten Qualität und sind ausreichend ausgeleuchtet.

Gemessen am Preis schneidet auch die 13 Megapixel starke Rückkamera gut ab, was durch einen Sony IMX214-Sensor erzielt wird, der uns beispielsweise aus dem OnePlus One, Moto G (3rd Gen) oder Sony Xperia Z2 bekannt ist. Bei guten Bedingungen gelingen Fotos in sehr guter Qualität, wird es dunkler, fällt diese jedoch natürlich ab. Für den ein oder anderen Schnappschuss taugt das Mittelklasse-Smartphone aber allemal.

Akku

BQ_Aquaris_X5_Akku

Mit einer Kapazität von 2.900 mAh fällt der Akku des BQ Aquaris X5 nicht besonders klein, aber auch nicht sonderlich groß aus – dennoch war ich von der Laufzeit des Geräts überrascht. So konnte ich bei einem Mix aus Twitter, Feedly, Facebook, WhatsApp und Vainglory eine Display-on-Time von ganzen 5 Stunden erzielen, was für solch ein Smartphone mehr als beachtlich ist. Selbst mein ZUK Z1, dessen Akku ganze 4.100 mAh misst, hält oftmals nicht länger durch. Bei gelegentlicher Nutzung dürfte das Smartphone somit nur alle zwei Tage an die Steckdose müssen, Sorgen darüber, dass man mit ihm nicht den Tag übersteht, muss man sich auf jeden Fall nicht machen.

Software

Der Punkt, welcher das BQ Aquaris X5 Cyanogen Edition jedoch maßgeblich von so gut wie allen anderen Mittelklasse-Smartphones unterscheidet, ist das vorinstallierte Cyanogen OS, welches aktuell noch auf Android 5.1.1 Lollipop basiert. Das Betriebssystem gleicht im Grunde dem CyanogenMod 12.1, kommt im Design von Vanilla-Android daher und bietet dem Nutzer viele Möglichkeiten, die Software nach seinen Bedürfnissen anzupassen.

Unter anderem können mit wenigen Klicks verschiedene Designs heruntergeladen und aktiviert werden, die Funktion True Caller hilft dabei, einkommende Anrufe zu identifizieren, und Audio FX ist als leistungsfähiger Equalizer mit an Bord. Des Weiteren kann der Nutzer beispielsweise zwischen den Soft-Buttons unterhalb des Displays sowie OnScreen-Buttons wählen und keine Bloatware ist ab Werk vorinstalliert.

Dank Cyanogen OS sollten Updates außerdem zeitnah erscheinen. Nun da CyanogenMod 13 auf Basis von Android 6.0.1 Marshmallow vor Kurzem veröffentlicht wurde, dürfte in Kürze auch eine entsprechende Aktualisierung für das BQ Aquaris X5 Cyanogen Edition folgen.

Und sonst noch?

  • Die Lautsprecher des Aquaris X5 können zwar sehr laut aufgedreht werden, besitzen allerdings nur einen durchschnittlichen Klang
  • Bei Nutzung der Dual-SIM-Funktion muss nicht auf die Speichererweiterung per microSD-Karte verzichtet werden
  • Ein Netzteil ist nicht im Lieferumfang enthalten, was jedoch nicht kritisiert werden muss, da so langsam jeder Haushalt im Besitz eines solchen sein dürfte
  • Laut einem Kommentar von hatzi1988 scheint auch das BQ Aquaris X5 Cyanogen Edition von der verlängerten 5-Jahres-Garantie abgedeckt zu werden

Fazit zum BQ Aquaris X5 Cyanogen Edition

BQ_Aquaris_X5_2

Das BQ Aquaris X5 Cyanogen Edition macht vieles richtig und schlägt sich in allen Bereichen überdurchschnittlich gut. So macht das 5 Zoll große IPS-Display trotz seiner 720p-Auflösung Spaß, beide Kameras schießen gute Bilder und der Akku hält erstaunlich lange durch. Technik-Fans dürften außerdem vom vorinstallierten Cyanogen OS begeistert sein und die Anpassungsmöglichkeiten des Betriebssystems zu schätzen wissen. Lediglich die Performance könnte etwas besser ausfallen, wobei man zum Preis von 239 Euro schlichtweg kein aufs Gaming ausgelegtes Smartphone erwarten kann.

Im Bereich um die 5 Zoll stellt das BQ Aquaris X5 Cyanogen Edition meiner Meinung nach momentan eines der interessantesten Smartphones dar, sodass ich es eindeutig weiterempfehlen kann. Lediglich die Tatsache, dass mit dem bereits angekündigten BQ Aquaris X5 Plus ein leicht verbessertes Modell in den Startlöchern steht, verleitet mich dazu, euch zu raten, noch ein wenig zu warten, falls ihr nicht sofort ein neues Gerät benötigt.

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