Das Apple iPad Pro aus Sicht eines Android-Users

Ipad Pro Mit Logi Case

Seit einigen Wochen bin ich im Besitz des iPad Pro 2018 in 11 Zoll (256GB WiFi) und möchte ein paar Erfahrungen und Eindrücke dazu aufs virtuelle Papier bringen.

Für mich war der Kauf des iPad Pro 2018 sprichwörtlich eine größere Geschichte, da ich mich normalerweise eher in der Android-Rubrik wohlfühle. In Sachen Smartphone möchte ich (zumindest noch!) nicht auf ein iPhone wechseln.Als Hauptrechner werden dagegen schon seit über 10 Jahren Macbook Pro genutzt und ich fahre damit super. Das nur mal so als grober Umriss, damit ihr wisst, was ich normalerweise so nutze.

Aber zurück zu den Tablets. Hier im Blog sind mir schon einige Android-Tablets über den Weg gelaufen. Meist sehr günstige Dinger, aber auch teurere Varianten. Letztere sind dann oft auch deutlich besser zu handeln und optimierter mit speziellen Features usw. Aber alle waren in meinem Fall nie auf lange Zeit in meiner Nutzung.

Nun war also der Schritt zum iPad Pro fällig. Der gute @Lemmy hatte mir irgendwo mal erzählt, dass er darauf sogar Videos in 4K schneiden kann und das hatte dann tatsächlich auch schon ein kleines Fünkchen Kauflust in mir entfacht.

Luma Fusion Touch

Nach dem Kauf hatte ich mir als zweite oder dritte größere Aktion genau das zu Herzen genommen und mir die App Luma Fusion gekauft. Es klappt in Sachen Videoschnitt wirklich alles damit, was ich mir wünsche. Und das auf einem Tablet!

Keine 08/15 App, die im Grunde nur ein paar Überblendungen zwischen 2 und 3 Videoclips packt – nein alles! Inklusive Color-Grading, Key-Frames und eigene daraus entstehende Effekte, Text der einem bewegten Element folgt, mehreren Spuren usw. Und das alles auch mit 4K-Material. Geiler Shice!

In diesem Video habe ich mal einige Features und Tutorials für Luma Fusion ausprobiert und integriert:

Zu diesem Thema gehört dann für mich auch der endlich vorhandene Typ-C Anschluss auf dem iPad Pro. Der ist zwar nicht von der schnellsten Sorte, aber ich kann prima Daten zwischen SD, SSD und iPad hin- und herkopieren. Das ist für Android-User jetzt nichts Neues mehr, aber das hatte mir für iOS oder eben auch die iPads sehr lange gefehlt.

iCloud

Die iCloud ist so n bisschen gut und schlecht für mich. Zum einen finde ich die Paketpreise absolut in Ordnung. Zuerst hatte ich mir das 50-GB Paket geholt und mittlerweile auch wegen der Videos ein Upgrade auf die 200-GB-Version gemacht.

Was mir natürlich dennoch fehlt, ist der Sync mit Android. Früher nutzte ich Dropbox, aber die macht mir immer weniger Spaß, weil einfach immer irgendwelche doofen Meldungen kommen und in der normalen Version auch nur noch drei Geräte unterstützt werden.

Dieses Problem habe ich in der iCloud zwar nicht, aber mein Android-Smartphone wird einfach nicht mit synchronisiert. Als Notlösung wird aktuell Google Fotos hergenommen und ich greife von den Apple-Geräten darauf zu. Aber schön wäre ein System, welches überall unterstützt wird und trotzdem nicht langsam und vielleicht auch noch einen Hauch komfortabel ist.

Zubehör

Apple-Typisch sind Zubehör-Preise meist einfach nur utopisch teuer!

  • Apple Pencil 2 – kostet mal eben 135 EUR – aber in meinem Fall habe ich  dennoch zugeschlagen. Man kann das Tablet einfach nochmal besser bedienen. Egal ob für den Videoschnitt, zum Zeichnen oder für was auch immer. Dazu das kabellose aufladen direkt am iPad Pro. Hier wurde wirklich gut mitgedacht. Ich hatte kurz überlegt, ob ich mir den Logitech Crayon kaufen soll. Der kostet nur einen Bruchteil, aber beherrscht dann auch nicht mehrere Druckstufen und kann nicht direkt am Tablet geladen werden.
  • Apple Keyboard mit Touchpad – kostet lustige 339 EUR – und ist mir damit dann doch eine Spur zu teuer. Der Preis ist einfach so abartig hoch, dass ihr euch dafür ein iPad (ohne Pro) kaufen könnt! Für ein Case! Es kitzelt mich zwar trotzdem SEHR, aber bisher kann ich dem Kaufzwang noch widerstehen.
  • Meine Lösung für das Case inkl. Tastatur ist bisher das Logitech Slim Folio Keyboard. Hierfür werden keine 100 EUR fällig und man bekommt ein Case inkl. Schutz der Ecken, Platz für den Apple Pencil zum Laden oder Transport ohne Ladefunktion, beleuchtete Tastatur und ich musste die Tastatur bisher auch nur einmal aufladen. Dafür bekommt man das iPad aber nicht einfach so kurz rein/raus, da es in das Case eingeclipst wird.
  • Auch die orig. Kartenleser-Adapter von Apple sind recht teuer. Deshalb hatte ich mir einen anderen Adapter geordert. Damit kann ich arbeiten und habe sogar noch 2-3 Anschlüsse mehr als am orig. Apple Adapter.

Hardware: Speicher, Speed, Akku, Verarbeitung

In Sachen Verarbeitung kann man dem iPad Pro absolut nichts Negatives nachsagen. Es liegt toll in der Hand und ist auch in der 11 Zoll Version nicht zu schwer. Das verwendete Metall lässt es noch hochwertiger wirken und auch das Display inkl. der Unterstützung des Apple Pencil 2 ist einfach nur eine Wucht.

Der Akku ist ebenfalls super. Er braucht leider selbst mit einem optional erhältlichen und größeren Netzteil immer noch gefühlt sehr lange zum Aufladen, hält aber in meinem Fall dann auch mindestens 6 Stunden bis teils sogar deutlich mehr. Je nachdem, was ich mit dem iPad in der Zwischenzeit anstelle.

Die Bedienung an sich ist dank des Apple Prozessors traumhaft. Es ruckelt nichts. Ganz allgemein bekomme ich das Tablet nur dann an seine Grenzen, wenn ich beispielsweise 8GB 4K Videomaterial via Typ-C und Kartenlesegerät auf das Gerät kopiere. Da hängt das Tablet dann doch gern mal ne Weile rum. Der eigentliche Videoschnitt, wenn die Daten auf dem Gerät sind, geht dabei dann aber wieder ratzfatz.

Das Tablet weswegen man keinen PC mehr benötigt?

So oder so ähnlich bewirbt Apple das iPad Pro. Hier muss ich zumindest für meinen Teil reingrätschen. Solange es noch verschiedene Software für Tablet und Rechner gibt, benötige ich auch weiterhin beide Geräte. Ich kann beispielsweise den Laser Engraver nur mit Software unter MacOS oder Windows nutzen. Auch mal eine Firmware mit speziellen Tools flashen oder mit Arduino-Basteleien und auch mit 3D-Druckern ist das so ne Sache und ich hätte auf dem Tablet keinen CURA-Slicer mehr usw.

Für mich also ein klares JAIN! Ein Normalo kann sicherlich fast alles auf dem Tablet erledigen und benötigt am Ende wirklich keinen extra Laptop mehr. Sobald es aber ans Eingemachte geht, kommt man in meinen Augen immer noch nicht um den Laptop rum.

Die Backup-Geschichte Teil 2

Diese Story ist mir eigentlich dezent peinlich und im Grunde kann das iPad auch nichts dafür, aber irgendwie auch schon. Also ab dafür!

Für mich als Android-User ist und bleibt die Menü-Gestaltung des iPad ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Schau hier um zu sehen, was in ein Backup kommt, schau da wie groß das nächste Backup wird, schau dort in der Auflistung welche App wie viel Speicher im Backup benötigt usw.

Aber aus irgendeinem Grund stand nirgends, was mein zweites Backup auf 120 GB aufblähte. Im Backup stand nur „Dokumente“ mit ~80 GB oder sowas. Klickt man dann auf Details kommt eine Ansicht mit Dateien und Verzeichnissen die nicht annähernd diese 80 GB groß ist.

Irgendwann hatte ich mal mit René gechattet und wir sind so nebenher darauf gekommen, dass meine „4K Videoschnipsel“ im Datei-Manager im Papierkorb (!) verblieben waren. Die wurden komischerweise, obwohl sie eigentlich im Papierkorb waren mit ins Backup gepackt. Muss man nicht verstehen – aber erklärte meinen enormen Platzbedarf in der iCloud. :)

Und sonst noch?

Ipad Pro App Updates

Es gibt hier und da ein paar Dinge, die mir noch aufgefallen waren. Beispielsweise die Updates von Apps im App Store. Irgendwie bekommt man dafür keinen Hinweis auf dem iPad. Ich bin also gezwungen, dass ich den App Store aufrufe, dann auf mein Profilbild klicke und dort dann zu sehen bekomme, dass wohl wieder x Apps ein Update bereithalten.

Ist zwar bei Android mit dem Playstore auch nicht anders, aber ich hätte mir gewünscht, dass diese Updates im Hintergrund automatisch ablaufen würden.

Der größte *zensiert* ist bisher in meinem Fall der Exchange Mail-Abruf von auf dem iPad Pro. Während ich auf dem Androiden einfach einstellen kann, dass SSL-Zertifikate ignoriert werden können, so klappt das auf dem iPad trotz zig versuchter Workarounds nicht mehr. Das Problem haben definitiv viele User, aber es wird wohl irgendwie nicht mehr zurückgerudert.

Nur kann ich in der Firma eben nicht einfach so erklären, dass ich für 300 Piepen ein Zertifikat benötige. HMPF!

Ipad Pro Wallpaper

Von meinem Smartphone kenne ich das auch so, dass ich via Live Wallpaper ein Hintergrundbild alle bestimmte Gegebenheit, wie Minuten, Bildschirm entsperren, etc. automatisch gewechselt wird. Gerade bei so einem hübschen Display wie vom iPad Pro wäre das auch eine Wucht gewesen. Allerdings sind alle meine Versuche dies zu erreichen bisher fehlgeschlagen.

Bisheriges Fazit

Jetziger Stand ist der, dass das Apple iPad Pro in meinem Fall für fast alles zu Hause genutzt wird. Lediglich für die oben erwähnten Sonderfälle zücke ich noch den Laptop, oder aber ich blogge etwas und nutze Apple Sidecar, um das iPad sozusagen als zweiten Bildschirm nutzen zu können.

Es fehlt also definitiv nicht mehr viel, um das iPad Pro tatsächlich als Laptop-Ersatz nutzen zu können. Noch klappt das aber in meinen Augen nicht.

Preislich dürfte das iPad Pro ruhig ein paar Euro günstiger werden, aber wirklich billig waren die Apple-Produkte ja (leider) nie.

Wertung des Autors
Michael Meidl bewertet Apple iPad Pro mit 4.5 von 5 Punkten.

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