DieselOn Full Guard DZT2002 Smartwatch mit Android Wear im Test

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Nach meinem kurzen Exkurs zur Samsung Gear S3 Frontier bin ich mit der DieselOn Full Guard DZT2002 Smartwatch wieder bei Android Wear gelandet. Was mich unter anderem dazu gebracht hat und meine Eindrücke zur Uhr selbst findet ihr in den folgenden Zeilen.

Technische Details zur DieselOn FullGuard

Hier gibt es im Grunde nicht viel besonderes zu verzeichnen, da die meisten Android Wear Smartwatches auf der selben Hardware basieren. Dennoch ein paar Fakten:

  • Prozessor: Snapdragon Wear 2100
  • Display: 1,4 Zoll mit 454×454 Pixel Auflösung
  • Speicher: 4 GB intern
  • Multimedia: Lautsprecher und Mikrofon
  • Bluetooth
  • Armband: 22mm mit Schnellverschluss
  • Maße: Gehäuse: 4,8 cm (an der Krone 5,4 cm), Höhe 1,2 cm und Display 1,4 Zoll
  • Tasten: 2 Tasten und eine drehbare Krone auf der rechten Seite der Uhr
  • Akku: 370 mAh (wird schnurlos aufgeladen)
  • Nach IP67 zertifiziert

Im Lieferumfang

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Im Lieferumfang der DieselOn FullGuard Smartwatch befindet sich das übliche Papierwerk, die Uhr selbst mit einem braunen Lederarmband und ein Ladedock, welcher mit einem USB-Anschluss versehen ist. Ein Netzteil suchen wir im Lieferumfang leider vergebens.

Zur DieselOn FullGuard selbst

Die Uhr selbst ist in meinen Augen die erste Uhr, welche nicht direkt als Nerdspielzeug oder eben klar erkennbar eine Smartwatch ist. Man merkt, dass das Design aus der FossilGroup bzw. von Diesel kommt. Das schwarze Gehäuse trägt trotz der optischen Größe nicht zu sehr auf und die Tasten stören auch nicht bzw. werden nicht gedrückt, wenn ich die Hand anwinkle.

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Die Krone rechts in der Mitte kann zum einen gedrückt werden, um die Uhr aufzuwecken oder die installierten Apps anzuzeigen und gedreht werden, um durch die Apps oder Menüs zu scrollen.

Die beiden Tasten darüber und darunter können ganz bequem mit einer beliebigen App belegt werden und sind damit Schnellzugriffe auf diese Apps. Ideal für die Steuerung des Smarthome über IFTTT oder Tasker etc.

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Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der Lautsprecher, welcher direkt unter dem Lautsprechergitter den eingeprägten DIESEL-Schriftzug spendiert bekam. Auch auf der Unterseite ist ganz groß der DIESEL-Slogan neben dem CE-Logo etc. zu sehen.

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Das 1,4 Zoll Display ist wegen der Auflösung von 454×454 Pixel super scharf und passt die Helligkeit automatisch an die Umgebungsverhältnisse an. Einen Flat-Tire, wie noch bei der Fossil Q Marshal gibt es trotz diesem Sensor nicht mehr.

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Allerdings ist zwischen Gehäuse und dem eigentlichen Display rundherum ein 2mm schwarzer Rand. Dieser fällt aber nach kurzer Eingewöhnungsphase nicht mehr auf und passt einfach zum etwas bulligen Erscheinungsbild der Smartwatch.

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Die Armbänder sind 22mm breit und mit einem Schnellverschluss versehen und können auf diese Weise auf Wunsch fix ausgetauscht werden. Auch hier merkt man sehr schön den Hersteller-Einfluss, denn das Band ist nicht nur schlicht braun, sondern wird zu den Rändern dunkler und bekam als Akzente schwarze Schrauben und Verschlüsse (auch wieder mit DIESEL-Logo) montiert.

Für die nötige Energie sorgt ein 370 mAh Akku, welcher drahtlos aufgeladen wird. Hiefür legt Diesel eine kleine Dockingstation mit USB-Anschluss bei. Ein Netzteil muss aber separat organisiert werden. Der Ladevorgang dauert ca. 2 Stunden und wird zum einen auf der Uhr selbst auf dem Watchface und am USB-Stecker durch eine rote LED signalisiert.

Am Abend blieben mir, nach dem dritten oder vierten Ladezyklus, an einem normalen Tag noch ca. 30-40 Prozent über. Das bedeutet auch ein stressiger Tag sollte durchgestanden werden und wie bei fast jeder Smartwatch auch zugleich, dass selbige Abends an den Strom muss, um einen vollen nächsten Tag zu garantieren.

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Die Uhr ist nach IP 67 zertifiziert. Dies bedeutet, dass vom Hersteller ein zeitweiliges untertauchen in Wasser erlaubt ist. Man sollte sich aber auch hier wieder im klaren sein, dass das alles sehr dehnbar ist. Seifenwasser unter der dampfenden Dusche oder Salzwasser im Meer gehören in diese Zertifizierung meist nicht mit rein.

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Abgesehen von den belegbaren Tasten an der Uhr hat Diesel auch noch so genannte Filter installiert. Diese legen sich als Overlay über das Display und können so beispielsweise virtuell das Display zerbrechen, oder zeigen das Wetter an, oder färben das Display mit einem Farbschimmer ein, wie es auch bei den normalen Analog-Watches aus dem Hause Diesel der Fall ist.

Der Auslöser ist dann beispielsweise, dass man sich wieder bewegen soll oder sich einige Benachrichtigungen angesammelt haben etc.

Software/Watchfaces/etc.

DieselOn hat ein paar hübsche Watchfaces direkt vom Start weg auf die Uhr gepackt. Das überall auf den Screenshots und Werbefotos ersichtliche Heads Up-Watchface mit der HUD-Anzeige beispielsweise. Es kann super umfangreich konfiguriert werden. Ob mit/ohne HUD, welche Farbe so ziemlich jedes einzelne Element hat uvm.

Hier gibt es (Stand 12.10.17) noch ein etwas aufmüpfiges Konfigurationsmenü des Watchfaces. Es ist ein bisschen tricky das HUD einzustellen. Nehme ich nach der Farbanpassung und Aktivierung des HUD noch weitere Einstellungen vor, so deaktiviert sich das HUD wieder. Einfach lang auf das Watchface drücken und das HUD aktivieren und direkt wieder nach rechts weg wischen und das HUD bleibt erhalten. Es gab auch direkt einen Tag nach meinem Unboxing schon ein Update der Watchfaces. Hier wird also dran gearbeitet.

Abgesehen davon gibt es auch noch das Watchface „Build a dial“, welches ebenso umfangreich anpassbar ist. Hier klappt alles prima. Ich habe mal ein paar Screenshots der Einstellungen des Build a dial-Watchfaces gemacht, damit man besser versteht, wovon ich hier schreibe.

Dieselon Full Guard Anpassbares Watchface

Die vorinstallierten Watchfaces hören auf die Namen: Heads Up, Build a Dial, D3000, Dashboard, Gear Box, Infinity und Tremor und schauen wie folgt aus.

Auf der Uhr ist auch noch eine Taschenlampen-App installiert. Selbige lässt aber nicht etwa eine LED an der Uhr leuchten, sondern zeigt einfach einen weißen Screen und schraubt die Helligkeit auf MAX.

Auf der IFA wurde noch gesagt, dass ab 25. Oktober 2017 auch eine App (T-O-N-I = Time, Organizing, Notification und Intelligence) im Google Playstore erscheinen soll, die noch weitere „Spielereien“ mit der Uhr zulässt. Sollte sich hier also etwas tolles ergeben, werde ich es gern hier nachreichen.

Und sonst noch?

  • Watchfaces auf den Fotos hier in diesem Beitrag sind zum einen das orig. vorinstallierte DieselOn Watchface mit HUD-Anzeige und zum anderen das Literal Watchface, welches die Uhrzeit in Klartext anzeigt:
Literal WatchFace
Preis: Kostenlos
  • Natürlich gibt es auch kleine Nachteile zu verzeichnen. Die Full Guard hat beispielsweise keinen Herzfrequenzmesser auf der Unterseite. Selbigen habe ich zwar bisher eh selten genutzt, aber wer jetzt eher der Fitness-Typ ist, könnte das als Argument gegen die Uhr sehen. Ebenso fehlt GPS. Auch das ist eher ein Fitness-Gimmick, welches auf einer Uhr extremst am Akku zieht und somit für mich persönlich verschmerzbar. Der dritte, mir aufgefallene Nachteil ist das fehlende NFC. Da aber in Deutschland sowieso noch kein bezahlen via Uhr angeboten wird, stört mich auch das nicht unbedingt. Dennoch müssen diese Punkte natürlich erwähnt werden. Insgesamt merkt man einfach, dass die Full Guard ins Fashion-Segment gehört und Features eher nach dem Design ins Gewicht fallen sollen.
  • Sonsoren fürs Schritte / Kalorien zählen sind natürlich auch hier an Bord.
  • Telefonieren via einem per Bluetooth gekoppelten Smartphone ist möglich. Damit steht dem Feeling des guten alten Michael Knight aus Knight Rider nichts mehr im Wege. Doch. Eine Kleinigkeit. Dieses Feature ist per default deaktiviert und muss über Einstellungen Konnektivität → Blueooth → Sprachanruf auf Smartwatch abspielen erst aktiviert werden. 🙂
  • Die Uhr ist IP67 zertifiziert und sollte damit ein „zeitweiliges Untertauchen“ in Wasser aushalten.
  • Es ist leider nirgends zu lesen, ob die Full Guard normales QI als Ladetechnik nutzt. In der Anleitung steht explizit, man solle nur den original Dock nutzen. Im Falle der S3 Frontier hatte ich es mal kurz ausprobiert und sie nutzt definitiv nicht normales QI.

Verglichen mit der Gear S3 Frontier

Dieselon Full Guard Huawei Watch Samsung Gear S3 Frontier

Display

In Sachen Display-Größe nehmen sich die hier gezeigten Modelle nur 1-2 mm. Der Punkt für die Auflösung dagegen geht definitiv zur Full Guard. Die S3 Frontier hat 360×360 Pixel, während die DieselOn mit 454×454 Pixel ausgestattet wurde. Der Unterschied ist tatsächlich deutlich zu sehen.

Optik

Auffällig wird es dann eher bei den Armbändern, dem Look etc. Die Full Guard haben wir hier ja schon behandelt. Sie zielt eher auf die Fashion-People, die einfach eine Uhr im normalen Fossil/Diesel/etc. Look haben möchten. Das ist aber natürlich Geschmackssache und mein persönlicher Eindruck.

Ausstattung

Die Huawei Watch war mein bisheriger Android Schatz, da sie für eine Android-Uhr eine lange Ausdauer des Akkus besitzt und schon zum Release-Zeitpunkt Lautsprecher und Mikro für Telefonie integriert hatte. Zudem hat sie auch einen Herzfrequenzmesser auf der Unterseite, dafür aber ein Ladedock mit Pins, der oft beim ersten auflegen der Uhr nicht lädt.

Die Gear S3 Frontier, welche mit Tizen Betriebssystem so ziemlich allein auf weiter Flur ist. Im eigenen Store gibt es gefühlt 99,9 % Watchfaces, welche nicht wie bei Android getestet und zurückgegeben werden können. Selbige sind dann auch noch oft in zig Versionen (alle müssten theoretisch einzeln gekauft werden!) gelistet. Da gibt es dann beispielsweise ein Watchface:

  • Version 1 mit 12h Anzeige
  • Version 2 mit 24h Anzeige
  • Version 3 mit EURO-Datumsformat
  • Version 4 mit US-Datumsformat

Dann bleibt noch zu sagen, dass der Watchmaker nicht mit dem Schrittzähler der S3 Frontier zurecht kommt und eine Aktualisierung des Betriebssystems auch schon sehr lange auf sich warten lässt. Kommen beispielsweise mehrere Whatsapp rein, kann ich diese unter Android Wear bequem durchscrollen und auf der Uhr lesen.

Auf der Frontier klappte das nie. Die beiden Tasten auf der S3 Frontier gefallen mir dagegen wieder gut. Eine davon lässt sich wie bei der Full Guard mit einer beliebigen App belegen und bietet damit einen Schnellzugriff zur selbigen.

Fazit zur DieselOn Full Guard DZT2002 Smartwatch

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Ich persönlich habe mich für das Look&Feel der DieselOn Full Guard entschieden und die Gear S3 wieder verkauft. Mir gefällt einfach Android Wear besser, wenn ich mich auch nach kurzer Zeit auf der Tizen Smartwatch zurecht gefunden hatte.

Fehlendes NFC und der Herzfrequenzmesser stören mich nicht. Der Preis von aktuell knapp 350,- EUR ist dagegen eine Hausnummer, welche aber für eine neue Smartwatch nicht ungewöhnlich ist. Er dürfte in naher Zukunft sicher noch etwas fallen und variiert je nachdem welches Armband zur Uhr und welche Variante gekauft wird.

Offiziell ist der 25. Oktober als Verkaufsstart angegeben worden. Dennoch kann sie beispielsweise bei Zalando (!) schon jetzt gekauft werden. Tipp: 10 % Neukundenrabatt einstreichen!

Bei Amazon ist zum jetzigen Zeitpunkt nur die DZT2001 Variante gelistet. Selbige ist silber/schwarz gehalten und müsste auch im Funktionsumfang ein bisschen abweichen. Ich sehe zumindest auf einem der Fotos auf der Unterseite Pins, wobei die Dockingstation aber die selbe wie bei der DZT2002 zu sein scheint.

Wertung des Autors

Michael Meidl bewertet DieselOn FullGuard mit 4.5 von 5 Punkten.

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