Der Online-Marktplatz eBay will rund 1.000 Stellen streichen und damit etwa neun Prozent seiner Belegschaft abbauen.
Das geht aus einer internen Mitteilung von Konzernchef Jamie Iannone hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Ein Unternehmenssprecher bestätigte die geplanten Entlassungen. Betroffene Mitarbeiter sollen in den kommenden Tagen informiert werden.
Mit dem Schritt will eBay seine Abläufe vereinfachen und Ressourcen stärker auf besonders wachstumsstarke Geschäftsbereiche konzentrieren. Welche Abteilungen oder Standorte konkret betroffen sind, wurde zunächst nicht bekannt.
eBay setzt Stellenabbau trotz erfolgreicher Geschäftsentwicklung fort
Es ist bereits die zweite größere Entlassungsrunde in diesem Jahr. Im Februar hatte eBay rund 800 Mitarbeiter entlassen, was damals etwa sechs Prozent der Belegschaft entsprach. Ende 2025 beschäftigte das Unternehmen weltweit noch rund 12.300 Menschen.
Der erneute Personalabbau fällt in eine Phase, in der sich eBay wirtschaftlich vergleichsweise gut entwickelt. Die Aktie legte seit Jahresbeginn um knapp 40 Prozent zu und übertraf damit deutlich den US-Aktienindex S&P 500, der im gleichen Zeitraum rund zwölf Prozent gewann.
Strategisch konzentriert sich der Konzern zunehmend auf bestimmte Handelssegmente. Dazu gehören unter anderem geprüfte Luxusartikel, Sammlerstücke und generalüberholte Produkte. Mit der Übernahme der Secondhand-Modeplattform Depop für rund 1,4 Milliarden US-Dollar hat eBay außerdem seine Position im Wiederverkaufsmarkt gestärkt.
Im August stellte das Unternehmen für das dritte Quartal einen Umsatz oberhalb der damaligen Analystenerwartungen in Aussicht. Die nächsten Geschäftszahlen sollen kommende Woche veröffentlicht werden.
Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt der Entlassungen. EBay baut nicht aus einer offensichtlichen wirtschaftlichen Krise heraus Personal ab, sondern will trotz erfolgreicher Geschäftsentwicklung seine Strukturen verschlanken. Für die betroffenen Mitarbeiter dürfte diese Unterscheidung allerdings wenig Trost bieten.
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