Ein Drittel in zwei Jahren: Netflix verliert Filme

Manche Beobachter glauben, wir leben derzeit im goldenen Zeitalter des Streaming, doch das könnte sich in den kommenden Jahren ändern. Amazon Prime könnte mehr auf Werbung setzen und Netflix verzeichnet sinkende Katalogbestände.

In den letzten zwei Jahren verlor Netflix gut ein Drittel seines Angebots, darauf deuten Zahlen des inoffiziellen Netflixindex Allflicks. Demnach listete Netflix Anfang 2014 6.494 Filmen und 1.609 Serien, Ende März diesen Jahres sind es nur noch 4.335 Filme und 1.197 Serien. Der starke Rückgang trifft vor allem Filme.

Ausgelaufene Lizenzen

Während Netflix betont, mit mehr Eigenproduktionen ein exklusiveres Streamingerlebnis schaffen zu wollen und auf beeindruckende 125 Millionen Wiedergabestunden am Tag verweist, die über das Unternehmenseigene CDN ausgeliefert werden, hatte das Unternehmen Mitte letzten Jahres einen Vertrag zur Lizenzierung zahlreicher Filme mit der Paramount-Tochter Epix auslaufen lassen. Der Kontrakt steuerte unter Anderem Titel wie Hunger Games: Catching Fire“, „Transformers: Age of Extinction“ oder „World War Z zum Netflix-Katalog bei.

Unterdessen deuten einige Beobachtungen darauf hin, dass Amazon die Kunden seines Streamingdienstes Amazon Prime mehr an Werbung gewöhnen möchte. Noch ist die Auslieferung von Werbung bei Amazon Prime homöopathisch und es werden nur Amazon Prime-Serien- und Filme beworben, was in vielen Fällen für den Zuschauer einen tatsächlichen Informationswert hat.

Amazon Prime ist günstiger als Netflix und bietet für Gelegenheitsgucker dennoch ein vielseitiges Angebot, es ist aber durchaus möglich, dass Amazon, Netflix und co. künftig ihre Kalkulationen schärfer vornehmen und mehr Werbung schalten, um die eigenen Ausgaben zu refinanzieren.

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