Elektroautos: VW geht von steigenden Preisen aus

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VW e-Golf

Volkswagen bereitet sich auf den Wechsel der Mobilität vor, gibt aber auch zu bedenken, dass Elektroautos deutlich teurer sein werden.

Schaut man sich auf dem Markt für Elektroautos um, dann ist die Anzahl der wirklich guten, frei erhältlichen und günstigen Modelle sehr gering. Der Golf war beispielsweise auch 2018 das am meisten verkaufte Auto in Deutschland, aber eine wirkliche Alternative (in der Preisklasse) mit E-Motor gibt es nicht.

Anmerkung: Es gibt den VW e-Golf, aber der ist nicht das beste Elektroauto und er kostet in der Basisversion gut 15.000 Euro mehr als der normale Golf.

VW möchte mit dem I.D. in diese Richtung gehen, doch ähnlich wie beim e-Golf heißt es: Es wird teurer. Voraussichtlich wird das Modell bei knapp 30.000 Euro starten. Hans Dieter Pötsch, Aufsichtsratsvorsitzender von Volkswagen, gab in einem Interview bekannt, dass dies normal werden könnte.

Elektroauto: Das Ende der Einsteigermodelle?

Das mit den Einstiegsfahrzeugen „wird in diesem Zusammenhang aber ohne Zweifel schwierig“, so Pötsch. Das Preisniveau von heute sei mit Elektroautos vermutlich nicht möglich. Er gibt auch an, dass es „ein Thema werden“ wird, ob einkommensschwache Menschen noch ein eigenes Auto kaufen können.

Doch Druck macht nicht nur die Entwicklung des Marktes, sondern auch die EU mit der Absenkung des CO2-Ausstoßes um 37,5 Prozent bis 2030. Stand heute sei dies auch mit dem besten Verbrennungsmotor nicht möglich.

Wenn man die Werte aus Brüssel also in einem Jahrzehnt einhalten will, dann führt kein Weg an Elektroautos vorbei. Es müssten etwa 40 Prozent mit einem Elektroauto fahren. Dieses Ziel hat Volkswagen auch für die eigene Flotte, bis 2030 dürfte fast die Hälfte aus Elektroautos bestehen.

Pötsch gibt aber auch an, dass die Kunden das mitmachen müssen und da schließt sich der Kreis wieder beim Preis. Wenn der Einstieg bei 30.000 Euro liegt, dann wird das in Zukunft vermutlich kaum möglich sein.

Das Auto: Eine Branche im Wandel

Stellt sich nur die Frage: Wie wird die Entwicklung in den kommenden 10 Jahren aussehen? Ein Jahrzehnt ist im technologischen Bereich eine unglaublich lange Zeit. Da kann sich eine komplette Branche ändern, siehe Handys.

Möchte VW mit dieser Aussage vielleicht auch etwas Marketing betreiben, um einem zu schnellen Wandel der Branche entgegenzuwirken? Immerhin wäre es für die „klassischen“ Autohersteller nicht von Vorteil, wenn der Wandel jetzt zu schnell kommt, aktuell besteht das Portfolio aus Verbrennern.

Hans Dieter Pötsch gab im Interview mit der Welt am Sonntag auch an, dass der Wandel zum Softwarekonzern nun begonnen hat und man hier Fortschritte macht. Dinge wie autonomes Fahren werden in den kommenden Jahren ebenso von Bedeutung sein und man will 2019 einiges präsentieren.

Volkswagen arbeitet hier unter anderem mit Microsoft zusammen, möchte die Entwicklung der Software aber vor allem „in eigenen Händen halten“.

Vw E Golf Test10

Ein Kompetenzzentrum in Salzgitter kümmert sich nun um den wichtigen Bereich „Batteriezellen“ und an QuantumScape sei man auch beteiligt. Dort beschäftigt man sich mit der „nächsten Generation von Batteriezellen“. Das europäische Konsortium für eine gemeinsame Batteriefertigung sieht man kritischer:

Bei dem Thema sind unsere eigenen Überlegungen und Aktivitäten schon weit gediehen. Dennoch sind wir für die Idee grundsätzlich offen. Wir müssen abwägen, ob eine Beteiligung für uns vorteilhaft ist.

Die Autobranche wird sich in den kommenden Jahren vermutlich komplett wandeln und die Mobilität, so wie wir sie heute kennen, wird eine andere sein.

Das glaube zumindest ich. Elektromotoren, autonome Fahrzeuge und Dienste für Sharing sind die Zukunft. Ich bin gespannt, was dieser Wandel für die deutsche Automobilbranche bedeutet. Bei der Smartphonebranche hat ein ähnlicher Wandel einige große Unternehmen die Existenz gekostet.

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