Fitness-Tracker: Ein persönliches Fazit

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Seit gut zwei Jahren laufe ich mit einem Fitness-Tracker am Arm herum und lasse die Daten von Apps auf meinem Smartphone auswerten. Doch wie nützlich ist so ein Gadget auf lange Sicht betrachtet? Ein Fazit.

Das Vorwort

Geweckt wurde mein Interesse an Fitness-Trackern im Jahr 2012, als ich mir eines der ersten Produkte von Fibit anschaute. Schritte und Treppenstufen zählen und die Daten auf dem Smartphone auswerten lassen, das gab es zu diesem Zeitpunkt auch schon. Natürlich waren die Möglichkeiten begrenzt und die Gadgets nicht weit verbreitet. Das Interesse der Hersteller war gering, ein paar kleine Unternehmen dominierten den Markt. Diese Zeiten sind vorbei.

Ein kleiner Wendepunkt war in meinen Augen die Ankündigung des Jawbone Up im Jahr 2011. Es dauerte allerdings viele Monate, bis wir das finale Produkt im Einzelhandel kaufen konnten. Fitbit und Jawbone, zwei Pioniere im Bereich der Wearables. Beide sind immer noch präsent und haben gerade erst ihre neue Generation (Jawbone, Fitbit) an Gadgets vorgestellt. Doch der Markt ist gewachsen und die Konkurrenz enorm. Es sind nicht nur viele kleine Hersteller hinzu gekommen, auch die großen Unternehmen machen mächtig Druck.

Ich habe mir in den letzten Monaten zahlreiche, bis auf das Nike FuelBand im Grunde genommen alle, Fitness-Tracker angeschaut und die meisten im Alltag getestet. Einer ist bis heute mein Favorit, der Misfit Shine. Warum? Ein paar Gründe habe ich euch bereits im April genannt. An dem Fazit hat sich bei mir nichts geändert. Seit zwei Jahren trage ich ein solches Gadget am Arm, seit einem Jahr ist es der Shine. Und wenn ich mir die aktuellen Modelle mal so anschaue, dann bin ich davon überzeugt, dass das so bleiben wird.

Die Anforderungen

Was muss ein Fitness-Tracker können? Schritte zählen, klar. Ein paar Extras wie Treppenstufen sind nett, brauche ich aber am Ende nicht. Was noch? Den Schlaf sollte er überwachen können. Im besten Fall automatisch. Ich will nicht jeden Morgen und Abend eine Taste drücken müssen. Wie sieht es mit dem Messen von einem Herzschlag aus? Schwierige Entscheidung, im Sport ganz nett, im Alltag überflüssig für mich. Hier habe ich mittlerweile eine Lösung für den Sport gefunden. Mehr dazu aber dann erst in den nächsten Tagen.

Welche Eigenschaften sollte ein Tracker noch haben? Leicht sollte er sein. ich trage ihn jeden Tag, rund um die Uhr, da will ich keinen schweren und dicken Klopps am Arm haben. Die Akkulaufzeit ist wichtig. Jeden Tag an die Steckdose ist ein K.O.-Kriterium. 2-3 Tage sind mehr als grenzwertig. Eine Woche ist für viele in Ordnung, für mich würde das im Notfall auch klappen. Doch wie sieht es mit 6 Monaten aus? Das ist eine „Funktion“, die unschlagbar ist.

Optik ist eine andere Sache. Fitness-Tracker werden teilweise immer größer und können immer mehr. Sie sehen teilweise auch immer besser aus und sie gehen manchmal sogar als Schmuck durch. Der Misfit Shine erfüllt alle meine Anforderungen, ist jedoch nicht das hübscheste Gadget. Es sieht an meinem Arm wie eine zu klein geratene Uhr aus. Ist es im Grunde ja auch, denn der Shine kann die Uhrzeit anzeigen. Ich dachte anfangs, dass ich ihn daher sehr schnell wieder ablegen werde. Doch das ist bis heute nicht passiert.

Fitness Tracker Hand

Der Alltag

Der Grund ist simpel und ich wiederhole mich hier: Der Shine macht alles, ja wirklich alles automatisch. Schritte zählen, euren Schlaf überwachen und die Daten im Anschluss via Bluetooth an euer Smartphone schicken. Es gibt seit einigen Wochen für alle Oberflächen eine App. Er ist wasserdicht. Die Batterie hebt locker 4 Monate. Man legt ihn nie ab, da man keinen Grund dafür hat.

Bei anderen Trackern ist es mir oft passiert, dass der Akku dann doch mal kurz vor dem Wochenende leer wurde. Nicht bemerkt, kurz geladen, am Ladekabel vergessen, ein Wochenende ohne Aufzeichnung. Aus einem Wochenende wurden zwei und irgendwann fehlt die Motivation. Einen Fitness-Tracker sollte man immer dabei haben, man sollte ihn aber nicht bemerken. Im besten Fall ist er ein unsichtbarer Begleiter im Alltag. Diese Anforderung erfüllt immer noch kein Gadget da draußen. Immer besser, immer schneller, immer mehr Funktionen. Dabei vergessen viele Tracker was eigentlich wichtig ist.

Die Auswertung

Ein Tracker sammelt in erster Linie erst mal Daten. Mit diesen könnt ihr nicht viel anfangen. Daher gibt es von den meisten eine passende App. Hier seht ihr eure Schritte und euren Schlaf. Im Fall von Misfit sind das Punkte, Man sieht zwar auch die Kilometer, doch das ist irrelevant. In meinen Augen. Die Tracker weichen ab. Doch das ist egal. Ob der Tracker jetzt genau ist, oder abweicht, spielt keine Rolle. Die Punkte dienen als Richtwert für euch. Mehr nicht.

Ich schaue mittlerweile im Grunde genommen zwei Mal die Woche in die App. Einmal im Laufe der Woche, oft am Mittwoch nach dem Sport und dann noch am Sonntag. Wie läuft die Woche, wie war die Woche. Diese beiden Fragen kann ich mir damit beantworten. Man bekommt ein besseres Gefühlt für die eigene Fitness. Man nimmt mit dem Tracker nicht ab, man kann sich damit aber motivieren lassen. Die letzte Woche zu übertreffen ist zum Beispiel ein Ziel, welches mich mehr als nur einmal in diesem Jahr motiviert hat.

Fitess Tracker Arm

Die Zukunft

Im Grunde genommen bin ich zufrieden mit meinem Fitness-Tracker, es sind viele Geräte hinzu gekommen, aber bei den meisten muss man mit einer sehr miserablen Akkulaufzeit leben. Man bekommt zig Funktionen, aber dafür hat man eben den Nachteil, dass das Gadget oft am Strom hängt. Viele haben die Funktion einer Smartwatch. Das Microsoft Band zum Beispiel. Dafür hält es gerade mal zwei Tage durch. Ich werde diese beiden Produktkategorien wohl erst mal weiter trennen. Die Kombination ist nicht zufriedenstellend.

Ich hoffe aber auch, dass das in Zukunft egal ist. Apple Health und Google Fit sind der erste Schritt in die richtige Richtung. In beiden Fällen können die Hersteller ihre Daten an die jeweilige App schicken. Dort bekommt ihr dann eine Zusammenfassung von diversen Diensten, also zum Beispiel schickt die Misfit-App eure Schritte und die Withings-App euer Gewicht an Health.

Doch der Start war holprig und das ist er immer noch. Die Apps wirken eher unfertig, weder Google Fit, noch Apple Health konnte mich bisher überzeugen. Hinzu kommt, dass viele Hersteller die Apps noch nicht unterstützen. Und das auch nicht vorhaben. Im Moment kann man also viele Date sammeln, muss diese jedoch an vielen unterschiedlichen Orten abrufen. Das ist nicht Sinn und Zweck und hier wird sich hoffentlich noch einiges tun. Ein offener Standard wäre die beste Lösung. Diesen wird es aber wohl nicht geben.

Das Fazit

Fitness-Tracker gibt es mittlerweile genug, die kleinen Gadgets haben in den letzten Monaten außerdem eine extrem schnelle Entwicklung durchgemacht. Doch noch immer gilt: Sie sammeln Daten und werten diese aus, bieten euch aber selten nützliche Informationen. Jawbone möchte das mit dem Smart Coach ändern. Ich glaube aber nicht, dass das der optimale Weg ist. So ein digitaler Coach wird viele überfordern und vermutlich sogar nerven.

Ihr nehmt mit einem solchen Gadget nicht ab, tragt ihr es jedoch lange und wirklich konstant, dann kann es euch dabei helfen. Es gibt euch ein besseres Gefühl und Verständnis von eurem Körper. Wie viel bewegt ihr euch, wie viel schlaft ihr, wie ging es euch nach einer Woche mit weniger Bewegung, wie nach einer mit extrem viel Sport und wie nach einer mit wenig Schlaf. All das kann man auch anders aufzeichnen, doch ein solcher Tracker erleichtert es.

Ich persönlich möchte meinen jedenfalls nicht mehr missen und bleibe bei meinem Fazit vom April: Der beste Fitness-Tracker ist der, den man vergisst und der im Hintergrund fungiert. Man sollten ihn nicht jede Woche aufladen und so selten wie möglich ablegen müssen. Nur dann trägt man ihn auch über einen längeren Zeitraum und nur dann ist so ein Gadget sinnvoll.

Hier handelt es sich wie gesagt um ein persönliches Fazit. Es gibt da draußen genug Nutzer, die andere Ansprüche an ein solches Gadget haben, dessen bin ich mir bewusst. Mich würden daher genau diese interessieren. Nutzt ihr ein solches Gadget für den Sport? Wenn ja welches genau und was sind eure persönlichen Ansprüche an ein solches? Meine kennt ihr, falls ihr dazu noch Fragen habt, könnt ihr mir natürlich ebenfalls einen Kommentar hinterlassen.

Nachtrag: Bei Connectedly gibt es eine wirklich ausführliche Übersicht von allen derzeit verfügbaren Fitness-Trackern. Hier könnt ihr euch also mal in Ruhe einen Überblick verschaffen, was der Markt im Moment so bietet.

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