Fusion Garage lebt (noch), CEO Chandra Rathakrishnan spricht über die Ereignisse der letzten Tage

Am Wochenende machte eine Meldung die Runde, dass Fusion Garage nicht mehr existiert und mit ihrem Projekt „Grid“ vermutlich gescheitert ist. Gründe dafür waren eine nicht erreichbare Webseite und die Mitteilung der PR-Agentur, die den Dienst für Fusion Garage seit diesem Montag eingestellt hat. Als Grund nannte die PR-Agentur McGrath Power, dass sie von Fusion Garage seit einer Weile nichts mehr gehört haben.

Völlig verständlich sagt Fusion Garages CEO Chandra Rathakrishnan im Interview mit Engadget, man war in den letzten Wochen wirklich verschlossen und hat nicht auf Anfragen reagiert, da war das nur ein logischer Schritt. Doch was ist bei Fusion Garage los, wieso kommunizierte man nicht mehr mit der PR-Agentur, die einen in der Presse vertritt und wieso war die Webseite am Sonntag nicht erreichbar?

Als Grund für die Webseite nannte Chandra DNS-Probleme, sie seien zwar zu einem unglücklichen Zeitpunkt gekommen, haben aber nichts mit der Meldung von McGrath Power zu tun. Eine Erklärung für die schlechte Kommunikation gab der junge CEO auch, man habe im Moment Probleme mit dem Investoren und muss dringend neue finden, daher hat man die Türen einfach verschlossen und sich darauf konzentriert.

Doch Fusion Garage ist sich immer noch nicht sicher, ob man die finanziellen Mittel auftreiben kann, damit es mit der Entwicklung des Grid OS und den beiden Produkten Grid 10 und Grid 4 weitergeht. Die jetzigen Investoren haben den Geldhahn zugedreht und man ist sich noch nicht sicher, ob man die Probleme in den Griff bekommt. Es müssen neue Investoren her.

Doch in der Wirtschaft kommt es in schlechten Zeiten meist noch schlechter, auch die zuständige Rechtsabteilung von Fusion Garage hat die Partnerschaft gekündigt und das aus den selben Gründen. Als Beispiel nannte Chandra Rathakrishnan direkt HP, die ja dieses Jahr mit webOS und ihrem TouchPad und den Pre-Modellen gescheitert sind, für eine Firma von ihrer Größe ist ein Rückschlag natürlich noch heftiger.

Für Fusion Garage ist es dazu noch schwieriger als für andere Startups, denn sie entwickeln sowohl die Software, als auch die Hardware selbst und gerade letzteres verschlingt Unsummen an Geld. Am Ende ist man aber auch ehrlich und gibt zu, dass man einfach nicht auf einem Stand wie die „big boys“ war, das haben ja auch die ersten Testberichte des Grid 10 gezeigt.

Vielleicht hat man die Erwartungen an das Produkt einfach zu hoch angesetzt durch die PR-Aktion im Vorfeld, vielleicht ist man nicht schnell genug auf den Markt gekommen, vielleicht sind die Testberichte schuld, am Ende entscheiden aber die Kunden, ob ein Produkt dort bestehen kann, oder eben nicht. Und die Chancen für Fusion Garage sind im Moment nicht sonderlich gut.

There were several categories of customers: customers who ordered the device and got it — this is largely in the US. Then there are people who ordered their device and did not get it — this is the case in the European market, where they did a pre-order but we did not launch in time, and the delays meant that the customers did not get their device as of yet. Then there was a third category of customers who bought the device, did not like it, and returned it, but have not had their refunds credited yet. The second two situations need to be resolved, and we will ensure that they get resolved by providing refunds for those people.

Man möchte zwar keine Zahlen zu den verkauften Geräten geben, aber es war eine kleine und überschaubare Menge, die immerhin größer als beim ersten Versuch mit dem JooJoo-Tablet war. Im Moment hat man den Verkauf des Grid 10 gestoppt und sucht eine Möglichkeit die bereits bestellten Geräte zu produzieren und an den Kunden auszuliefern.

In diesem Markt ist es schwer eine zweite Chance zu bekommen und Chandra Rathakrishnan ist realistisch, sollte man die Situation nicht noch irgendwie rumdrehen können, dann wird man wohl auch keine dritte bekommen. Ich wage mal eine Prognose und sage nach dem heutigen Interview werden viele Leute ihr Grid 10 umtauschen oder die Bestellung stonieren und Investoren findet man dann erst recht nicht mehr.

Man hat es auf dem Tablet-Markt versucht, man ist gescheitert und der zweite Anlauf scheint den gleichen Verlauf zu nehmen. Schade um Fusion Garage, aber irgendwas sagt mit, dass wir von dieser Firma auch bei einem möglichen Scheitern mit dem Grid OS, in Zukunft nochmal etwas hören werden.

Quelle Engadget

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