Android Auto: Google spricht über zukünftige Pläne

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In einem Interview im Rahmen der CES plauderte Patrick Brady vom Android Auto Team bei Google ein bisschen über die Zukunft der Plattform.

Man hat das Gefühl, dass sich wieder ein bisschen mehr bei Android Auto tut, unter anderem weil eine native Version in den kommenden Jahren ansteht. Man will ins Auto und wird einiges tun, damit das auch passiert. Patrick Brady hat in einem CES-Interview ein bisschen über die Plattform geplaudert.

  • Google hat bisher mit über 50 Automarken gearbeitet und möchte Android Auto in Zukunft in allen Märkten anbieten.
  • Der Fokus liegt momentan darin das „Kernerlebnis“ mit der Plattform zu optimieren.
  • Man freut sich darüber, dass die kabellose Verbindung so langsam Fortschritte macht und nun auch in Einheiten für den Zubehörmarkt angekommen ist. Man möchte aber auch mit Herstellern daran arbeiten, dass es dort noch häufiger zum Einsatz kommt.
  • Das neue Design, welches letztes Jahr auf der I/O 2018 angeteasert wurde, soll kommen. Vielleicht ja auf der I/O 2019?
  • Das neue Design passt sich vor allem auch den immer größer werdenden Displays an, mehrere Objekte (beispielsweise Maps und Musik) sollen dann gemeinsam auf einem Bildschirm angezeigt werden.
  • Eine sehr komplexe Herausforderung stellen die unterschiedlichen Eingabemethoden in Autos dar. Es gibt Touchscreens, Knöpfe, D-Pads, Drehelemente und mehr. Außerdem wollen auch Motorradhersteller auf Android Auto setzen. Das und die unterschiedlichen Displaygrößen sind keine leichte Aufgabe.
  • Google möchte in den kommenden 6 Monaten eine simplere Version von Android Auto verteilen, die sich besser für die unterschiedlichen Szenarien anpassen lässt.
  • Google hat erkannt, dass aber so langsam viele Bedienelemente wegfallen und alles auf dem Touchscreen stattfindet. Einige Autohersteller überfordert das und denen möchte man eine native Lösung anbieten. Nach den Smartphones, Tablets und Wearables soll Android nun also auch die Software-Basis in den Autos werden. Man glaubt, dass die Kombination aus Infotainment-OS und Smartphone nicht optimal und eine native Lösung der richtige Weg ist.
  • Ziel ist es, dass der Nutzer das Smartphone nicht mehr aus der Tasche holt. Im Interview wird auch öfter über CarPlay gesprochen, was man anscheinend direkt in Android Auto integrieren möchte.
  • Google glaubt, dass die native Version von Android eine gute Chance hat, denn sie nimmt den Autoherstellern viel Arbeit ab. Langfristig wird diese vermutlich auch Android Auto in Kombination mit dem Smartphone ablösen.
  • Über das Tesla Model 3 und den minimalistischen Ansatz beim System (nur ein großes Display) hat man auch gesprochen und Google glaubt, dass klassische Bedienelemente im Auto sowieso „überflüssig“ werden, denn wir können in Zukunft alles via Google Assistant steuern.
  • Es gibt eine „Basis-Empfehlung“ für die Hersteller, aber Google will ihnen – wie auch bei den Smartphones – so viele Freiheiten wie möglich lassen. Es gibt also eine Empfehlung, aber wenn ein Hersteller groß und wichtig genug ist, dann arbeitet Google auch selbst an einer Lösung.
  • Der mit dem Auto aufgezeichnete Alltag gibt dem Google Assistant ganz neue Möglichkeiten, etwas über das Verhalten der Nutzer zu lernen und sie dabei zu unterstützen. So verkauft es Google, am Ende benötigt man diese Daten aber auch für die Werbeprofile.
  • Die native Version von Android Auto soll es später auch für den Zubehörmarkt geben.
  • Es könnte bei den Autos in Zukunft auch einen „Wettkampf der Plattformen“ geben, aber eine offene Lösung wie Android ist im Vorteil. Einmal, weil die Hersteller sie entsprechend anpassen können (und das wie bei den Smartphones auch wollen) und dann gibt es da auch noch die Entwickler. Es wird nicht leicht diese zu überzeugen und da der Automarkt kleiner ist, werden es alternative Plattformen noch schwieriger als bei Smartphones haben.
  • Wie überzeugt Google die Autohersteller? Laut Brady hat man meistens sowieso die gleiche Vision von einem Infotainmentsystem und Hersteller können so R&D-Kosten sparen. Wenn sie also nicht unbedingt eine eigene Lösung entwickeln wollen, dann ist es gar nicht so schwer.
  • Google denkt hier in erster Linie an „die Plattform“ und nicht (nur) an die eigenen Dienste. Alexa und Co werden also – sofern die Anbieter das wollen – ein Teil von Android Auto sein.
  • Software-Updates spielen eine wichtige Rolle, vor allem OTA-Updates. Man möchte, dass die Autohersteller nach Android P (die aktuelle Basis) schnell auf Android Q oder Android R upgraden können. Google setzt aber auf das gleiche Prinzip wie bei Smartphones. Am Ende hängt es also vom Autohersteller ab, wie wichtig ihm das ist.
  • Man arbeitet mit den Herstellern auch an möglichen Modellen der Monetarisierung (sprich, wie sie basierend auf Android Auto etwas einbauen können, womit man weiter Geld verdienen kann – Carsharing zum Beispiel).
  • Pläne für Entertainment (Filme via VR z.B.) im Auto gibt es mit Hinblick auf autonome Autos noch nicht. Als Beispiel nennt man Flugzeuge. Hier wurden nach und nach auch Bildschirme in die Sitze eingebaut und mittlerweile schauen die Menschen ihre Inhalte auf dem Tablet. Man beobachtet den Markt.
  • 2019 werden wohl weitere Hersteller angekündigt, welche auf die native Version von Android setzen.
  • Bei den Autos wird der Fortschritt langsamer sein, denn da kann man nicht an Tag 1 mehrere Millionen Modelle verkaufen (Beispiel: Pixel 3). Doch Google ist zuversichtlich, dass die eigene Vision eines Betriebssystems im Auto in ein paar Jahren der Standard sein wird.

We can create an even more seamless experience where you’re not necessarily flipping between two different systems like you do today with Android Auto and CarPlay. It’s all one system, but the apps show up. And you as a consumer, you don’t know or care if they are running in the car or if are they running on my phone. You never need to install them in the car. You’re not logging into them in the car. They’re actually running on your phone, but they show up there. We’re super excited about that.

Google will ins Auto, das wird immer klarer. Android Auto wird zur nativen Lösung und das Ziel ist es, dass die Nutzer die Dienste von Google nutzen. Diese Daten sind extrem wertvoll, das hat Google von den Smartphones gelernt.

Und Software ist etwas, dass Google kann. Gleichzeitig ist es etwas, womit viele klassische Autohersteller ein Problem haben. Ich glaube, es wird hier aber auch noch einen harten Wettkampf geben, denn die native Version von Android Auto werden Hersteller wie VW oder Mercedes sicher nicht nutzen wollen.

Quelle The Verge

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