Honor 8X im Test: Mittelklasse-Ausstattung im Premium-Look

Honor 8x Header
Honor 8X

Anfang September wurde mit dem Honor 8X das neueste Mittelklasse-Smartphone der zu Huawei gehörenden chinesischen Marke vorgestellt. Vor allem mit einem hohen Display-to-Body-Verhältnis soll es sich gegen die zahlreichen Konkurrenten durchsetzen.

Wir haben das Honor 8X drei Wochen lang getestet und verraten euch in diesem Testbericht, ob das Mittelklasse-Smartphone eine Empfehlung wert ist.

Technische Daten des Honor 8X

  • 6,5 Zoll IPS-Display mit 2.340 x 1.080 Pixeln
  • Kirin 710 Octa-Core-SoC
  • 4 GB RAM
  • 64/128 GB interner Speicher, erweiterbar per microSD-Karte
  • Dual-Kamera mit 20- und 2-Megapixel-Sensoren bei f/1.8 und f/2.4
  • 16-Megapixel-Frontkamera mit f/2.0
  • 3.750 mAh Akku
  • Android 8.1 Oreo mit EMUI 8.2
  • Wlan b/g/n/ac, Bluetooth 4.2, NFC, microUSB 2.0
  • 160,4 x 76,6 x 7,8 mm
  • 175 Gramm

Design und Verarbeitung des Honor 8X

Honor 8x Logo

Nimmt man das Honor 8X das erste Mal aus seiner Verpackung, fallen gleich zwei Dinge auf: Das Smartphone wirkt edler als es der Preis vermuten lässt, ist aber auch alles andere als klein. Mit seinem 6,5 Zoll großen Display kann ich das Smartphone mit meinen mittelgroßen Händen zwar noch recht gut mit etwas Umgreifen bedienen, einigen wird das Gerät aber mit Sicherheit zu groß sein.

Dabei liegt das Honor 8X doch ganz angenehm in der Hand. Der Rahmen aus wertigem Metall ist abgerundet und sorgt für den gewissen Grip. Auch die Rückseite aus Glas ist nicht überaus rutschig, sollte aber doch lieber mit einem Case geschützt werden. Wie es das Material so an sich hat, ist sie nämlich sehr schnell von Fingerabdrücken bedeckt, was dann ganz und gar nicht mehr schön ausschaut.

Das wäre jedoch schade, denn von hinten sieht das Honor 8X ziemlich individuell und hübsch aus. So wurde das Glaspanel in zwei verschiedene Bereiche geteilt, von denen einer matt und der andere glänzend erscheint. In Kombination mit den vertikal aufgedruckten Schriftzügen schaut das ein wenig nach älteren Digital-Kameras mit einer Glasrückseite aus. Das gefällt mir insbesondere bei der von mir getesteten blauen Farbvariante gut und ist definitiv ein Hingucker.

Abgesehen vom Design stimmt beim Honor 8X trotz des günstigen Preises übrigens auch die Verarbeitung. So wurden mit Glas und Metall hochwertige Materialien gewählt, die fehlerfrei zusammengesetzt sind. Selbst die rechts angeordnete Lautstärkewippe und der Power-Button besitzen einen exzellenten Druckpunkt und fassen sich hochwertig an.

Schade ist lediglich, dass die Dual-Kamera auf der Rückseite etwas aus dem Gehäuse hervorsteht und das Smartphone auf dem Tisch abgelegt daher etwas kippelt.

Display des Honor 8X

Honor 8x Notch 1

Mit 6,5 Zoll fällt das Display des Honor 8X sogar für die heutige Zeit sehr groß aus. Mit einer Notch und möglichst dünnen Rändern wurde versucht möglichst viel der Front des Smartphones mit Display zu bedecken, was letztendlich ein für die Mittelklasse eindrucksvolles Display-to-Body-Verhältnis von 91 Prozent ergibt. Dabei existieren rund um das IPS-Panel nur geringe Bezel, lediglich ein kleines Kinn ist noch zu erkennen.

Schaltet man das Display des Honor 8X das erste Mal an, wirkt das Smartphone erst einmal deutlich moderner, als man das bei seinem günstigen Preis erwarten würde. Obwohl die Notch glücklicherweise schmaler als bei manch anderem Gerät ausfällt, dürften sich aber einige an diesem Teil des Displays stören. Wie viele andere Hersteller bietet Honor daher in den Einstellungen eine Option an, um die Notch verschwinden zu lassen und in ihrem Bereich nur noch Benachrichtigungen anzuzeigen.

Da die Schwarzwerte aufgrund der IPS-Technologie natürlich nicht an die eines OLED-Panels heranreichen, funktioniert das nicht zu 100 Prozent – konzentriert man sich nicht darauf, geht die Notch aber dennoch vergessen.

Abgesehen von diesem umstrittenen Punkt ist die Qualität des verbauten 6,5 Zoll großen IPS-Panels gemessen am Preis als gut zu bewerten. Mit 2.340 x 1.080 Pixeln löst es hoch genug auf und auch der Rest ist auf jeden Fall ausreichend. Helligkeit, Kontraste und Farbdarstellung erreichen zwar keine Spitzenwerte – das ist in dieser Preisklasse aber auch nicht üblich.

Ist einem das Display des Honor 8X hinsichtlich der Bedienung nicht zu groß, wird es einen im Alltag somit keinesfalls enttäuschen.

Performance des Honor 8X

Honor 8x Display 1

Wie in den eigenen Flaggschiff-Smartphones setzt Huawei auch beim Honor 8X auf einen Kirin-Prozessor aus der eigenen Fertigung. Beim verbauten Kirin 710 handelt es sich um einen Octa-Core-Prozessor, der in Benchmarks das Niveau der SoCs aus Qualcomms Snapdragon 600er-Reihe erreicht. Zur Seite stehen ihm ganze 4 GB Arbeitsspeicher, was auch 2018 in der Mittelklasse noch überdurchschnittlich ist.

Im Alltag gelingt dem Honor 8X mit seinem potenten Unterbau eine ordentliche Systemperformance, die aufgrund der aufwändigen EMUI-Oberfläche aber nicht ganz so gut ausfällt, wie man es beim Anblick des Datenblatts vielleicht erhoffen würde. Dennoch läuft das Smartphone über weite Strecken flüssig und liegt hier nicht hinter den Produkten der Konkurrenz. Lediglich einige wenige Produkte mit reinem Android à la Android One fühlen sich im Alltag noch etwas flüssiger an.

In Hinblick auf die GPU muss sich der Kirin 710 den konkurrierenden Snapdragon-SoCs zwar geschlagen geben, diese bekommt man in Smartphones mit einem Preis um die 250 Euro allerdings auch kaum zu sehen. Daher ist es vollkommen in Ordnung, dass das Honor 8X nicht jedes aktuelle Top-Game in höchsten Grafikeinstellungen schafft und man diese gelegentlich etwas herunterregeln muss, um ein flüssiges Spielerlebnis zu erhalten.

Kamera des Honor 8X

Honor 8x Camera

Auf der Rückseite des Honor 8X kommt eine Dual-Kamera zum Einsatz, deren 20-Megapixel-Hauptsensor von einem weiteren 2-Megapixel-Sensor flankiert wird. Dieser dient ausschließlich der Berechnung eines künstlichen Bokeh-Effekts, um besonders bei Porträts einen „professionellen“ Look zu erzielen. In der Praxis gelingt das mal mehr und mal weniger gut – ein Fazit, das auch auf die gesamte Kameraperformance zutrifft.

Bei guten Lichtbedingungen ist es nämlich durchaus möglich, ansehnliche Fotos mit dem Honor 8X zu knipsen. Hier reicht die Schärfe aus und die Farben werden natürlich wiedergegeben, wenn man auf die integrierte AI verzichtet. Diese erkennt die 50 unterstützten Objekte zwar recht zuverlässig, neigt aber eigentlich immer primär dazu, die Sättigung hochzudrehen und Farben dadurch zu intensiv darzustellen.

Manchmal mag das schön ausschauen, das ist aber nicht immer der Fall. Glücklicherweise kann der AI-Effekt beim Honor 8X auch noch nachträglich entfernt werden, sodass man nicht dauerhaft darauf achten, ob man ihn bereits vor dem Foto deaktiviert hat.

Wie es für Mittelklasse-Smartphones üblich ist, lässt die Bildqualität bei abnehmender Helligkeit dann doch ziemlich schnell nach. Schnell stellt sich das typische Bildrauschen ein, wobei immerhin der mit dem Huawei P20 Pro eingeführte Nachtmodus vorhanden ist. Dieser ermöglicht auch ohne Stativ eine längere Belichtungszeit durch eine ausgeklügelte Stabilisierung. Damit liegen die Abend- bzw. Nachtaufnahmen zwar nicht auf Top-Niveau, sind aber immerhin einigermaßen brauchbar.

Da auch die Frontkamera des Honor 8X eine akzeptable Bildqualität bietet, kann die Kamera-Leistung des Smartphones zusammengefasst als durchschnittlich bewertet werden. Manch ein Konkurrenz-Produkt schafft in der Preisklasse leicht bessere Bilder, viele liegen aber auch dahinter. Für Schnappschüsse reicht das Smartphone allemal aus, solange man keine überzogenen Ansprüche hat.

Software des Honor 8X

Honor 8x Display 2

Als Betriebssystem kommt auf dem Honor 8X die hauseigene EMUI 8.2 auf Basis von Android 8.1 Oreo zum Einsatz. Sie erinnert wie schon in den vergangenen Versionen nur noch wenig an Stock-Android, bietet aber immerhin eine Möglichkeit, um auf Wunsch einen App-Drawer zu aktivieren. Damit wird die Oberfläche für mich zwar bedienbarer, dennoch würde ich als Käufer schnell einen alternativen Launcher installieren, um näher an die Experience von Stock-Android zu gelangen.

Für den durchschnittlichen, vielleicht nicht so technisch versierten Käufer vereint die EMUI hingegen alle wichtigen Funktionen in einer einigermaßen intuitiven Oberfläche. Ich kann verstehen, dass einige mit dem Huawei-Launcher gut klarkommen, mein Fall ist er allerdings nicht.

Bei der Software des Honor 8X existiert allerdings auch noch ein weiterer Punkt, der mich viel mehr stört: Ab Werk ist zahlreiche Bloatware in Form von Spielen vorinstalliert. Sie lässt sich zwar einfach deinstallieren, nimmt einem nach dem Auspacken aber schon wieder den Spaß am Gerät.

Dennoch sollte man bedenken, dass sie zum günstigen Preis des Smartphones beiträgt und nach der vielleicht etwas nervigen Deinstallation keine negativen Gefühle mehr hervorrufen kann.

Akku des Honor 8X

Honor 8x Akku

Der 3.750 mAh starke Akku zählt definitiv zu den Stärken des Honor 8X. Obwohl das Display des Smartphones mit seinen 6,5 Zoll sehr groß ist und dadurch viel Strom fressen dürfte, sind im Alltag lange Laufzeiten möglich. Tastet man die verschiedenen Energiesparoptionen der EMUI nicht an, erreicht das Smartphone eine gute Screen-On-Time zwischen 5 und 6 Stunden. Das reicht je nach Nutzungsintensität für 1-2 Tage aus.

Geht es dann aber ans Aufladen, enttäuscht das Honor 8X. Da keine Schnellladetechnologie unterstützt wird, kann das Smartphone maximal mit 5V/2A aufgetankt werden. Innerhalb von 30 Minuten füllt sich der Akku auf 30 Prozent, für eine volle Ladung müssen rund 2 Stunden eingeplant werden.

Das ist vielleicht noch zu verkraften, doch viel schlimmer ist der verwendete Anschluss: Obwohl USB-C im Jahr 2018 auch in der Mittelklasse langsam der Standard ist, setzt Honor im Honor 8X auf einen veralteten microUSB-Anschluss. Spätestens in einigen Jahren wird man sich bei Freunden so kein Ladekabel mehr leihen können.

Und sonst noch?

Honor 8x Notch 2

  • Das Honor 8X bietet Platz für gleich zwei nanoSIM-Karten und ist damit Dual-SIM-fähig. Zeitgleich kann sogar noch eine microSD-Karte zur Speichererweiterung eingesetzt werden – im Vergleich zu vielen anderen Herstellern setzt man hier also erfreulicherweise nicht auf einen unpraktischen Hybrid-Slot.
  • Das Honor 8X wird ab Werk bereits mit einer vorinstallierten Displayschutzfolie ausgeliefert. Das ist definitiv eine nette Geste seitens des Herstellers, wenngleich die Folie leider ziemlich schnell zerkratzt. Ich würde es daher empfehlen, sie möglichst schnell gegen einen Schutz aus (gehärtetem) Glas auszutauschen.
  • Während viele Flaggschiff-Smartphones bereits auf eine Klinkenbuchse verzichten müssen, ist eine solche beim Honor 8X noch vorhanden. Herkömmliche kabelgebundene Kopfhörer können somit ohne Probleme angeschlossen werden.
  • Für das Honor 7X hagelte es von Peer noch harte Kritik aufgrund der veralteten Funkstandards, beim Honor 8X wurde nun zum Glück nachgebessert. Mit WLAN b/g/n/ac (2,4 + 5GHz) und NFC sind die wichtigsten Standards in einer zeitgemäßen Ausführung vorhanden.

Fazit zum Honor 8X

Honor 8x Fazit

Das Honor 8X bietet für ein Mittelklasse-Smartphone eine attraktive Ausstattung und schlägt sich im Alltag ziemlich gut. Heraus sticht natürlich vor allem das 6,5-Zoll-Display, welches erstaunlich viel Platz auf der Front einnimmt. Fans großer Displays mag das freuen, für Personen mit kleinen Händen ist das Gerät allerdings vermutlich zu groß und damit schwer zu bedienen.

Kommt man mit den Abmessungen des Honor 8X klar, erhält man jedoch ein gut ausgestattetes Mittelklasse-Smartphone, das sich keine wirklichen Patzer leistet. Der Akku ist besonders stark, der Rest der Ausstattung durchschnittlich. Ärgerlich sind vor allem kleinere Punkte wie der microUSB-Port, die fehlende Schnellladetechnologie und die vorinstallierte Bloatware. Hier muss jeder selbst bewerten, wie sehr einen diese Dinge stören.

Mit einer UVP von 249 Euro für die 64GB-Version bzw. 279 Euro für das 128GB-Modell ist das Honor 8X in der Mittelklasse somit gut aufgestellt und eine Empfehlung wert, wenn das neue Smartphone vor allem ein großes Display besitzen soll. Größter Konkurrent dürfte das hierzulande nicht offiziell erhältliche Pocophone F1 von Xiaomi sein: Dieses bietet unter anderem eine stärkere Leistung und ist häufig bereits für unter 300 Euro erhältlich.

Vielen Dank an Honor für die Bereitstellung des Honor 8X!

Wertung des Autors
Niklas Jutzler bewertet Honor 8X mit 4.0 von 5 Punkten.

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