HTC U12+: Mein erster Eindruck

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HTC hat heute das U12+ offiziell vorgestellt und ich hatte die Möglichkeit mir das neue Android-Flaggschiff schon mal vorab eine gute Stunde anzuschauen.

Das Flaggschiff-Frühjahr geht in die nächste Runde und auch diese Woche wurde mal wieder ein neues Spitzenmodell vorgestellt: Das HTC U12+. Es dürfte das letzte wichtige Modell für das erste Halbjahr sein und wenn man sich die aktuelle Situation von HTC so anschaut, dann ist es auch für das Unternehmen verdammt wichtig.

HTC ist mittlerweile der Underdog, macht jedoch auch kein Geheimnis daraus.

HTC wie wir es kennen existiert nicht mehr und ein sehr großer und entscheidender Teil der Mitarbeiter arbeitet nun bei Google. Das HTC U12+ war jedoch trotzdem noch in der Planung und konnte abgeschlossen werden, über die Zukunft hat man bisher aber noch nicht wirklich gesprochen.

Es soll weiterhin Smartphones geben, doch wir werden sehen in welchem Rahmen das mit der deutlich geringeren Anzahl an Mitarbeitern noch möglich sein wird.

Für 2018 hat man, Stand heute, jedenfalls nur ein Flaggschiff geplant und nach dem U11 und U11+ hat man sich in diesem Jahr nur für das U12+ entschieden. Finde ich schade, denn a) ich bevorzuge kleinere Modelle und b) ist das Plus-Modell noch nicht so alt und ein halbes Jahr später ist ein bisschen früh für den Nachfolger.

Aber bevor wir zum Gerät kommen gibt es noch die Spezifikationen.

HTC U12+: Die Spezifikationen

  • 6 Zoll großes Super LCD 6 Display (QHD+, 18:9)
  • Snapdragon 845 und 6 GB RAM
  • 64 oder 128 GB Speicher (erweiterbar)
  • 3500 mAh mit QC 3.0
  • 12 + 16 Megapixel (Weitwinkel mit f/1,7 und Tele mit f/2.6)
  • Front: 2 x 8 Megapixel (f/2.0)
  • HTC Edge Sense 2
  • Android 8.0 Oreo
  • 156,6 x 73,9 x 8,7-9,7 mm
  • 188 g

Das sind nur die Eckdaten vom HTC U12+, weitere Details gibt es in diesem Beitrag von uns und wie immer auf der offiziellen Produktseite von HTC Deutschland.

HTC U12+: Erster Eindruck als Video

Falls euch das Video zum HTC U12+ gefallen hat, so würde ich mich wie immer über einen Daumen hoch freuen. Ein Abo hilft unserem Kanal ebenfalls weiter. Danke!

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HTC U12+: Mein erster Eindruck

Das HTC U11 war – vor allem nach dem U Ultra, das war ein absoluter Fehlgriff – ein gutes Smartphone. Aktuelle Hardware und nur wenig Angriffsfläche für Kritik. Mit dem druckempfindlichen Rahmen bot es außerdem noch ein Extra, das sonst keiner hatte.

Aber es war nicht mehr ganz zeitgemäß und daher folgte das U11+ mit dünnerem Rand. Ich weiß nicht wie sich die Modelle verkauft haben, aber die Geschäftszahlen von HTC deuten nicht unbedingt auf den großen Erfolg hin.

HTC hat seit ein paar Jahren damit zu kämpfen gegen Samsung und Co anzukommen. Dabei war man der erste und vor vielen Jahren erfolgreichste Android-Hersteller. Ich habe das G1 genutzt und gemocht. Die Zeiten haben sich aber geändert.

Doch HTC macht mittlerweile auch kein Geheimnis daraus, man ist der Underdog und das ist ok so. Wer sich ein HTC-Smartphone kauft, der will sich abheben und kein Modell kaufen, das auch der Nachbar besitzt, so Fabian Nappenbach von HTC Deutschland im Gespräch mit uns.

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Daher setzt man auch weiterhin auf die Designsprache, für die man sich seit der U-Reihe entschieden hat und bringt neben der klassischen Schwarzen Version auch die rote und transparente Version (Blau) direkt zum Marktstart.

Die beiden Farben kamen beim U11(+) laut HTC gut an, kamen jedoch später (Rot), oder waren nur begrenzt verfügbar (transparent). Das ändert man nun.

Neben dem Design, welches mir gut gefällt, aber das wieder unglaublich stark glänzt, steht natürlich auch Edge Sense im Fokus, allerdings hat man die Hardware komplett überarbeitet und liefert nun Edge Sense 2. Das bedeutet mehr Funktionen bei der Software, aber vor allem auch dank der neuen Hardware.

Man kann nun nicht nur drücken, sondern auch auf den Rahmen tippen, was im ersten Test auch soweit ganz gut geklappt hat. Damit kann man zum Beispiel einen Einhandmodus oder eine Art Launcher für Apps und Aktionen starten, in dem man zwei Mal auf die Seite tippt. Nette Spielerei wie ich finde.

Ich mag Edge Sense, fand es bei den U11-Modellen jedoch mehr Spielerei. Aber es ist eben ein Punkt, mit dem man sich abheben kann und das ist bei HTC sehr wichtig.

Nur wegen Edge Sense würde ich mir vermutlich kein HTC-Modell kaufen, aber wenn das restliche Paket stimmt ist es ein Bonus, der entscheidend sein kann.

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Und das scheint zu stimmen, denn man hat zwar keine Notch und oben und unten noch etwas Rand, aber der ist ehrlich gesagt nicht so schlimm. Vor allem da HTC sehr gute Lautsprecher verbaut und uns wurde mitgeteilt, dass diese noch mal lauter und besser geworden sind. Wenn Rand, dann für gute Stereo-Lautsprecher.

HTC setzt hier auf eine „Hi-Fi“-Edition der BoomSound-Lautsprecher und ja, die sind verdammt laut. Ich vermute fast, dass man die besten Speaker verbaut hat.

Außerdem ist oben noch eine Dual-Kamera verbaut und viel Platz für Display wäre am Ende auch nicht da gewesen. HTC hat jedoch dafür gesorgt, dass der Rand an den Seiten so dünn wie möglich ist und das ist ihnen auch gelungen.

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Ein Punkt, der HTC wieder wichtig ist: Die Kamera. Man hat sich nicht wie Huawei hingestellt und behauptet, dass man die beste Kamera hat, aber man hat sie ordentlich verbessert und mit DxOMark zusammengearbeitet. Es soll der höchste Wert bei einer Dual-Kamera werden, mitgeteilt wurde uns dieser aber noch nicht.

Das Huawei P20 kam auf 102 Punkte, es müssen also mindestens 103 Punkte sein.

Update: Es sind 103 Punkte geworden. Den Bericht gibt es hier.

HTC hat den HDR-Modus verbessert, will bessere Bilder bei Nacht liefern und dank der Dual-Kamera (Weitwinkel und Telephoto) bietet man auch wieder einen (laut eigenen Angaben) ordentlichen Bokeh-Effekt. Inklusive Live-Vorschau vor dem Foto. Dieser ist bei Front- und Hauptkamera verfügbar.

Der Test wird zeigen, ob die Kamera abliefern kann (auf den DxOMark alleine verlasse ich mich nicht), aber da bin ich mir bei HTC ziemlich sicher.

Randnotiz: HTC war übrigens der erste Hersteller mit einer Dual-Kamera.

Wo wir gerade bei der Kamera sind: HTC nutzt beide Kameras für Face Unlock und macht auch einen 3D-Scan vom Gesicht. Vermutlich nicht auf dem Niveau von Apple, aber es soll deutlich sicherer als mit nur einer Kamera sein, so HTC.

Ein Problem hat man mangels Infrarotsensor jedoch: Die Dunkelheit. Hier leuchtet das Display des HTC U12+ kurz auf, wenn man das Gerät entsperren möchte. Und der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite ist natürlich weiterhin vorhanden.

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Die Ausstattung bietet so ziemlich alles, was man sich wünschen kann. IP68-Zertifizierung, Quick Charge (es liegt nur ein 3.0-Netzteil bei, das Gerät unterstützt jedoch auch 4.0), und vieles mehr. Ich habe nur einen Kritikpunkt gefunden.

Erneut setzt man auf Glas, erneut baut man kein Qi ein.

Ich wollte von Fabian wissen warum das so sei und die offizielle Antwort von HTC lautet: Die Technologie sei noch nicht so ausgereift (schnell und verlustfrei) wie bei einem Kabel und sie würde zu Lasten der Dicke und/oder des Akkus gehen.

Das HTC U12+ ist jedoch dicker als ein Huawei P20 Pro und besitzt keine 4000 mAh (es hat 3500 mAh), die Ausrede von Huawei lasse ich hier also nicht gelten. Die lasse ich nach dem Mate RS (4000 mAh + Qi) ja noch nicht mal mehr bei Huawei gelten.

So richtig zufrieden war ich nach der Antwort nicht und wie bei OnePlus hatte ich so ein bisschen das Gefühl, dass man das nicht einbauen wollte/konnte und das Feature nun schlecht redet. Was schade ist, denn Glas ist nun mal deutlich anfälliger als Aluminium und ohne Qi ist der Schritt für mich immer noch nicht besonders sinnvoll.

Sonst konnte ich aber keinen Kritikpunkt auf dem Papier finden.

HTC U12+: Mein erstes Fazit

Wie lautet mein erster Eindruck zum HTC U12+? Das U Ultra fand ich ehrlich gesagt richtig schlecht, das U11 dann aber deutlich besser und das U11+ sogar sehr solide.

Das U12+ ist nun der nächste Schritt von HTC und scheint – abgesehen von Qi – ein rundes Gesamtpaket zu bieten. Es fühlt sich hochwertig an, liegt gut in der Hand, ist aber eben auch recht groß. Man vermarktet es direkt als Plus-Modell und für alle, die große Smartphones mögen.

Alles kein Problem, nun bin ich aber auf eine Sache gespannt: Das Display. Dazu kann man nach wenigen Minuten nicht viel sagen, aber ich befürchte es wird wieder etwas dunkel sein. Auf voller Displayhelligkeit ist es super, aber so nutzen es vermutlich nur die wenigsten (zieht zu viel Akku) und nach den Fotos und Videoaufnahmen habe ich die Helligkeit auch mal etwas runter gedreht.

Ich hatte nicht den Eindruck, als ob es bei 50 Prozent besonders hell ist.

Auf die Frage, ob sich hier etwas getan hat, habe ich leider keine konkrete Antwort bekommen, man ging aber davon aus. Einen Vergleich mit dem U11+ konnte ich nicht ziehen, aber das wird der Punkt sein, auf den ich im Test genau achte.

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Das HTC U12+ ist ein gutes Smartphone, das waren die letzten beiden HTC-Modelle aber auch schon. Irgendwie fehlt mit persönlich immer etwas und viele Dinge sind „Standard“. Die Ausstattung kam beim Event übrigens ganz zum Schluss dran und wurde mit einem einzigen Slide abgehakt. Die Hersteller haben verstanden, dass ein Snapdragon 845 kein Verkaufsargument mehr ist.

Reicht Standard mit kleinen Schwächen aus und sind die Leute bereit 800 Euro für das Design und Edge Sense zu zahlen? Vielleicht, aber ich glaube HTC hat momentan keine besonders großen Mittel für Marketing und das ist eben auch wichtig, wenn man gegen Samsung und Huawei ankommen möchte.

Da hilft es auch nicht, wenn man Geeks ansprechen möchte und Details optimiert werden könnten. Zum Beispiel Android 8.1 statt Android 8.0. Android 8.1 wird übrigens nicht kommen, man setzt direkt auf Android P und hat schon jetzt mit der Entwicklung des Updates begonnen. Gut, aber irgendwie auch schade.

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Abgesehen von Qi sind das alles Punkte, die ich verschmerzen kann, aber abgesehen vom Design und Edge Sense habe ich auf der anderen Seite auch keine finden können, die HTC nun nutzen könnte, um sich mit dem U12+ irgendwie abzuheben.

Ich befürchte, dass HTC ein weiteres sehr gutes Smartphone auf den Markt bringen wird, welches nicht viele Käufer findet. Aber vielleicht ist das ok, immerhin hat man sich schon selbst damit abgefunden der Underdog zu sein und das ist auch nicht schlecht. Da hilft es, dass man den Nutzern mit transparenten und knalligen Farben etwas in die Hand legt, das auffällt und anders als ein Galaxy-S-Flaggschiff aussieht.

Ich würde nun sagen: Baut Qi im HTC U12++ ein, aber es wird definitiv kein weiteres Flaggschiff in diesem Jahr geben, das hat man uns versichert. Es bleibt beim U12+.

Ich bin mittlerweile ehrlich gesagt gespannt, ob es überhaupt noch mal ein HTC U13 geben wird. Mit dem Erfolg des U12+ könnte sich entscheiden, ob HTC bei den Smartphones weitermacht, immerhin arbeiteten nun einige Mitarbeiter bei Google.

HTC U12+, das letzte große Android-Flaggschiff aus Taiwan? Ich bin gespannt, es ist jedenfalls ein Testgerät, das interessant wird. Bis zum Marktstart wird es nun aber noch ein paar Wochen dauern, los geht es laut HTC Mitte Juni.

HTC U12+ Galerie

Zum Abschluss habe ich euch noch eine Galerie mit Bildern des U12+ eingebunden.

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