Jony Ive hält geringe Akkulaufzeiten der iPhones nicht für problematisch

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In einem Interview mit der Financial Times sprach Jony Ive hauptsächlich über die Apple Watch – interessant sind aber vor allem seine Äußerungen über die Akkulaufzeiten der iPhones.

Genauer gesagt ging es um die Optimierung jedes einzelnen Details beim Design-Prozess der Produkte, an denen er arbeitet. Die Financial Times fragte ihn daraufhin, inwiefern das auf die teilweise problematischen Akkulaufzeiten der iPhones zutreffen würde.

Seine Antwort ist dabei die eines klassischen Designers, der nicht viel von den Problemen mitbekommt, die Nutzer mit seinen Produkten unter Umständen haben. Ive räumt nämlich nicht ein, dass es diese Probleme gab bzw. teilweise noch gibt. Stattdessen begründet er schlechte Akkulaufzeiten der Nutzer damit, dass Apples Smartphones durch die geringe Dicke und das ebenso geringe Gewicht häufiger genutzt werden und die Akkulaufzeit dementsprechend schneller zuneige ginge. Würde man dickere Akkus implementieren, erhöhe sich dementsprechend auch das Gewicht des gesamten Gerätes, wodurch das Gerät „weniger reizvoll“ wäre.

Vor allem in Anbetracht der älteren iPhone-Generationen verfehlt Ive meiner Meinung nach damit einen wichtigen Punkt. Denn obwohl er definitiv richtig damit liegt, dass das Design der iPhones für deren Beliebtheit mitverantwortlich ist, sind die vergleichsweise geringen Akkulaufzeiten ein Problem, dem man sich eigentlich annehmen sollte. Viele Nutzer können dem Trend immer dünnerer Geräte nicht mehr viel abgewinnen; stattdessen liest und hört man viel öfter von Wünschen nach etwas dickeren Geräten, die dafür aber auch sehr viel bessere Akkulaufzeiten bieten.

Mit der aktuellen iPhone-Generation hat sich das zwar ein Stück weit relativiert – vor allem das iPhone 6 Plus bietet durch den großen 5,5“-Formfaktor entsprechend Platz für einen großen Akku mit darauf folgenden exzellenten Akkulaufzeiten; allerdings ist es das Prinzip dieser Aussage, dass mich persönlich stört. So mancher konkurrierende Hersteller bekommt es hin, kompakte Geräte mit außerordentlich guten Akkulaufzeiten zu verbinden – allen voran Sony hat sich mit der Xperia-Z-Compact-Linie einiges an Reputation aufgebaut und auch Huawei schafft es z.B. beim Honor 6, einen großen Akku in einem kompakten 5“-Smartphone zu verbauen und das wiederum sind nur zwei Beispiele.

Die Möglichkeiten, kompakte Formfaktoren mit wirklich guten Akkulaufzeiten zu verbinden, existieren also ganz offensichtlich und Apple hinkt hier ein Stück weit hinterher, so ehrlich muss man einfach sein. Ich würde mir hier auf jeden Fall wünschen, dass sich Apple und Ive im Speziellen darüber bewusst werden und diese Nutzerprobleme nicht an die User zurückzulenken.

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