Lenovo Moto Z mit Hasselblad- und Insta-Share-Mod ausprobiert

Als vor wenigen Tagen das Lenovo Moto Z nebst dem Insta-Share- und Hasselblad- Mod bei mir eintraf, war ich doch angenehm überrascht, wie dünn das Moto-Z ist.

Mal abgesehen von der Kameratechnik ist es nur 5,2 mm dick! Im folgenden Artikel könnt ihr meine Eindrücke dazu nachlesen beziehungsweise -schauen.

Lieferumfang des Moto Z

Der Lieferumfang des Moto Z ist etwas ungewöhnlicher, als der anderer aktueller Smartphones. Ihr findet im Karton die folgenden Zutaten:

  • Das Moto Z selbst
  • Cover für die Rückseite in Form eines Moto Mods bzw. magnetisch anclipsbar genannt Design Shell
  • Netzteil mit USB Typ-C Anschluss
  • Nupsi, um den Sim-Slot zu öffnen
  • Papierwerk
  • Bumper
  • USB-Typ-C zu Klinke Adapterkabel
  • KEIN Kopfhörer

Lieferumfang des Hasselblad Moto Mods

Im Lieferumfang des Hasselblad Moto Mods befindet sich das Kamera-Addon nebst kleiner Anleitung und robuster bzw. verstärkter Tasche.

Lieferumfang des Insta-Share Moto Mods

Auch im Falle des Insta-Share Moto Mods befindet sich, abgesehen vom Beamer selbst, eine kleine Stofftasche für den Transport und ein wenig Papierwerk im Lieferumfang.

Zu den Geräten selbst: Als erstes zum Moto Z

Das Lenovo Moto Z ist, wie schon erwähnt, unglaublich dünn und dabei dennoch hochwertig verarbeitet. Ein um das Handy herum angebrachter Metallrahmen sorgt für die nötige Stabilität. Das Gerät misst 75,3 x 155,3 x 5,2 Millimeter und wiegt dabei nur 136 Gramm. Auf der rechten Seite befinden sie wie üblich die drei Tasten für die Lautstärke und den Power-Button.

Die Oberseite beherbergt lediglich den Slot für die SIM-Karte, die linke Seite ist komplett ohne Knöpfe (und Slots) und die Unterseite bekam mittig den USB Typ C-Anschluss verbaut. Auf der Rückseite ist das Kamera-Modul mit der Dual-LED verbaut worden. An dieser Stelle wird das Smartphone 7,1 mm dick. Verständlich, da irgendwo der optische Bildstabilisator der Kamera untergebracht werden muss.

Im Lieferumfang befindet sich ein Design Shell, also ein Cover für die Rückseite. Das ist zum einen als Schutz gedacht ist und bringt auch die herausragende Kamera mit der restlichen Rückseite auf eine Ebene.

Auf der Front finden wir oben rechts einen LED-Blitz und die Frontkamera nebst dem Lautsprecher, der auch für die Freisprech-Funktion genutzt wird. Unterhalb des Displays ist der viereckige Fingerabdrucksensor (kein Button) zu finden.

Das war es auch schon mit den Anschlüssen. Einen Klinkenstecker für den üblichen Kopfhöreranschluss sucht man vergebens. Bedingt durch die 5,2 mm Stärke des Smartphones wurde ein kleines Adapterkabel beigelegt, welches aus dem USB Typ C-Anschluss auf der Unterseite einen Klinkensteckeranschluss macht. Und schon können wieder handelsübliche Kopfhörer angeschlossen werden.

Angetrieben wird das Moto Z von einem Snapdragon 820 CPU mit 8 Kernen, welche für ordentlich Dampf sorgen. Im AnTuTu Benchmark gab es so um die 130.000 Punkte, was ein absoluter Spitzenwert ist. 32 GB interner Speicher in Kombination mit 4 GB RAM sorgen auch sonst für eine tolle Grundausstattung, auf der sich Android austoben kann. Vorinstalliert war in meinem Fall Android 6 und diese Woche wurde das 1,5 GB große Update auf Android 7.0 installiert.

Mit installiert ist unter anderem der Assistent Moto, der die Sprachsteuerung übernimmt und das Handy erkennt auch wieder, wenn man sich mit der Hand in dessen Nähe begibt und zeigt die Uhrzeit nebst eingegangen Meldungen an.

UH! 1,5 GB OTA Firmware-Update incoming. #moto-z #lenovo

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Als Bildschirm wurde ein 5,5 Zoll großes AMOLED-Display mit einer Auflösung von 1440 x 2560 Pixel (534 ppi) verbaut. Das Display ist gut ablesbar – auch bei schrägen Blickwinkeln. Es könnte aber gern noch ein wenig heller sein.

Zur Stromversorgung steht ein 2600 mAh starker Akku zur Verfügung. Mit dem festverbauten Akku komme ich im Normalfall gerade so über den Tag. Für den Prozessor nebst dem hochauflösenden Display ist das ein bisschen wenig Power.

Gut, dass es auch hierfür einen Moto Mod (Incipio Offgrid Power Pack mit 2200 mAh und QI-Ladefunktion – ca. 90 EUR) gibt, der das Handy mit zusätzlichem Strom versorgt. WLAN, Bluetooth und LTE sind natürlich auch an Bord. Als Hauptkamera wurde eine 13 Megapixel-Kamera mit f1.8 mit Dual-LED Blitz verbaut.

Die Kamera auf der Frontseite bekam ebenfalls einen LED-Blitz spendiert und kann mit 5 Megapixel aufwarten. Bis hier hin kann über das Smartphone im Grunde nicht gelästert werden. Gut, der Akku hätte einen ticken größer sein können – aber ein Normal-User wird vermutlich auch so über den Tag kommen.

Die Oberfläche ist im Grunde das Stock-Android mit kleinen Anpassungen.

Lenovo verzichtet auf eine umfangreiche Oberfläche und ermöglicht so vor allem zeitnahe Updates, wenn sich in Sachen Android mal wieder etwas ändert.

Das Highlight im Falle des Moto Z sind in jedem Fall die so genannten Moto Mods. Diese werden magnetisch auf der Rückseite angeclipst und halten dort fast bombenfest. Das Handy muss zur Installation also (im Gegenteil zum LG G5) nicht ausgeschaltet werden.

Als Moto Mods gibt es vom JBL Lautsprecher, über ein Akkupack, über einen kleinen Beamer bis hin zur Hasselblad Aufsteckkamera so ziemlich alles fast erdenkliche. Zwei dieser Mods habe ich zum Testgerät dazu bekommen und möchte sie hier vorstellen. Zum einen die Hasselblad-Kamera und auch den Insta-Share-Mod.

Moto Mods: Insta-Share Mod

Mein Highlight ist der Insta-Share Moto Mod. Dieser kleine Beamer ist ein tolles Add-On. Er besitzt einen kleinen Akku, der die Abspieldauer um eine Stunde verlängern soll. Die Helligkeit wird mit 50 Lumen angegeben. Dies bedeutet logischerweise, dass die Umgebung angepasst werden muss.

Bei Tageslicht ist zwar noch etwas zu erkennen, aber das ist keinesfalls richtig nutzbar. Abends dagegen ist es aber problemlos möglich, einen 70 Zoll Inhalt damit darzustellen. Es ist natürlich schwierig so etwas zu fotografieren. Das folgende Foto wurde gegen 16:30 Uhr geschossen und das Bild war knackscharf an der Wand abzulesen. Selbst bei der Größe – siehe die Kommode unten rechts auf dem Foto.

Ein integriertes Scharnier ermöglicht es den Abspielwinkel bequem einzustellen. Die Software korrigiert den Trapez-Effekt fast komplett. Man muss schon sehr genau hinschauen, oder den Winkel enorm ausdehnen, damit die Software nicht mehr hinterher kommt. Einziger Nachteil des Beamers ist der, dass für gute 300,- EUR auch ein Pocket-Beamer gekauft werden kann, der dann mit einigen weiteren Geräten funktioniert und nicht nur auf Geräte mit Moto Mod-System passt.

Moto Mods: Hasselblad Mod

Der zweite uns vorliegende Moto Mod ist das Hasselblad-Kamera-Add-On. Auch dieses hält wunderbar über den Magnet am Smartphone fest und wird sofort vom Handy erkannt. Der Mod selbst versorgt uns mit dem gummierten Kameragriff und im Grunde sieht das Moto Z damit aus, wie eine dieser 200 EUR Digitalkameras.

Leider ist es auch von der Qualität her maximal so. Hasselblad dürfte nicht viel mehr gemacht haben, als den (guten) Namen zu verkaufen, denn die Qualität der Bilder ist für diesen 300 Euro teuren Moto Mod in meinen Augen eher mau und an manchen Enden nicht völlig zu Ende gedacht.

Gerade dieser Mod hätte in eine Batterie verdient. Nicht nur, damit das Objektiv auch wieder zurückfährt, wenn man den Mod vorher vom Gerät entfernt. Im Grunde hätte man damit dann fast eine alleinstehende Kamera haben können. Ähnlich der Sony Linsen DSC-QX10 und 100, die es mal als Add-On für Sony-Smartphones gab.

Die Fotos sind in Ordnung, aber nicht überragend. Die Kamera braucht sehr viel Zeit, bis sie aktiviert ist und dann auch noch einmal sehr viel Zeit, bis sie das ausgewählte Objekt scharf stellt. Das seht ihr auch sehr gut am weiter unten folgenden Video mit meinen Eindrücken plus Demonstration der Mods. Der Zoom hat mir auch bei schlechteren Lichtverhältnissen gefallen. Mehr aber auch nicht.

Was mir auch noch aufgefallen ist, war der fehlende 4K Video-Support mit dem Hasselblad Mod. Das Moto Z allein mit der integrierten Kamera beherrscht komischerweise die 4K-Aufnahme.

Im Grunde ist der Hasselblad-Mod eine interessante Sache, die ein wenig günstiger und dann vielleicht ohne extra Hasselblad-Schriftzug und mit integriertem Akku auch den meisten Ansprüchen genügen würde. So bleibt mein Gesamteindruck davon eher gemischt. Man erwartet eine 75 Jahre Kamera-Erfahrung vom feinsten und am Ende ist es eben doch eine Add-On-Smartphone-Linse, welche statt der originalen Smartphone-Linse genutzt wird.

Bis auf den Zoom ist hier in meinen Augen leider nicht viel „Mod“. Ein paar Fotos geschossen mit dem Hasselblad Mod und der integrierten Kamera findet ihr, wie immer bei unseren Testberichten, in unserer Google Plus-Galerie:

Isch glotz TV – äh YOUTUBE!

Meine Eindrücke zu den Mods und zum Gerät könnt ihr auch in Bewegtbild anschauen. Fast 20 Minuten Videomaterial erwarten euch zum Moto Z, dem Hasselblad- und dem Insta-Share Mod im folgenden Video:

Und sonst noch?

  • Der einzelne Lautsprecher, der zum telefonieren und auch zur lauten Wiedergabe von Musik genutzt wird, ist in Ordnung, aber nicht überragend. Natürlich fehlen auch die Bässe, aber dieses „Problem“ hat jedes aktuelle Smartphone bedingt durch die Bauform. Vielleicht hätte hier ein weiterer Speaker auf der Unterseite ein ordentliches Plus abliefern können. Wer mehr Mucke möchte, kann ja auf einen JBL Soundboost Moto Mod zurückgreifen, aber das sollte ja kein MUSS sein. 🙂
  • Telefonieren kann man mit dem Moto Z natürlich auch. Ich habe mein Gegenüber immer sehr gut verstanden und mir kamen auch keine Klagen, dass das umgekehrt der Fall gewesen wäre.
  • Der Fingerabdrucksensor reagiert übrigens sehr schnell. Gefühlt sind die aktuellen Sensoren von Huawei noch einen ticken schneller – aber das ist meckern auf sehr hohem Niveau.

Lenovo Moto Z: Das Fazit

Das Lenovo Moto Z ist ein solides Stück Smartphone. Toll verarbeitet, dünn und schnell. Es passt sehr viel. Bis auf den Moto Mod können das aber andere Hersteller auch. Zusammenfassend kommt es in meinen Augen primär darauf an, ob ihr ein gut ausgestattetes Smartphone mit fast komplettem Stock Android haben möchtet. Dann seid ihr mit dem Moto Z auf jeden Fall gut bedient.

Die Moto Mods würde ich als besonderes Schmankerl bezeichnen, die vor allem dann interessant werden, wenn sie entweder eine gute Stange im Preis fallen, oder aber als Set mit Handy für günstiges Geld angeboten werden.

Generell ist es ein super Schritt von Lenovo, bei dem ich sehr gespannt bin, wie es sich in der Zukunft entwickelt und vor allem, ob die bisherigen Mods tatsächlich auch mit den nächsten Generationen noch kompatibel sind. Der Hersteller hat ja bereits bekannt gegeben, dass noch viele Mods folgen werden.

Moto Z Play (+ Moto Mods) im Test 31. Oktober 2016

Wertung des Autors

Michael Meidl bewertet Moto-Z mit Moto Mods mit 4.1 von 5 Punkten.

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