Meine persönliche iPad-Chronik – Teil 2

Vor etwas mehr als einem Monat habe ich bereits schon einmal über das Apple iPad geschrieben.  Wer also Interesse an meinen ersten Eindrücken und Hürden hat, sollte sich den vorherigen Artikel nochmal anschauen. Jetzt gute 4 Wochen später hat sich das damalige 10-Tage-Testgerät in ein eigenes iPad verwandelt. Seit 3 Tagen nenne ich ein iPad 16GB + 3G (599€) mein Eigen. Alleine privat für die Couch hatte ich es wohl nicht gekauft, aber durch das allgemeine Interesse, meinen Blog und den Mangel an Alternativen habe ich die 10 Tage Lieferzeit und den recht hohen Preis in Kauf genommen.

Ich hatte ursprünglich wirklich vor mir ein Android-Tablet zu kaufen, aber nachdem wir jetzt mittlerweile August haben und immer noch nur billiger China-Schrott zu haben ist, war ich das Warten einfach leid. Rein technisch sagt mir das iPad schon länger zu, meine Meinung zum OS und dem guten Steve kennen sicher einige von euch, diese ändert sich auch nicht durch’s eigene Apfel-Brett.

Wie gesagt, erste Schritte sind breites niedergeschrieben, jetzt geht’s ans Eingemachte. Wie macht sich das Teil bei mir? Wozu nutze bzw. brauche ich es? Erfüllt es meine Erwartungen?

Teil 2 meiner persönliche iPad-Chronik soll euch einen kleinen Einblick geben, wie ich mit dem Tablet zusammenwachse, oder auch nicht. Zumindest will ich euch meine persönlichen Lösungen für meine alltäglichen Problemchen aufzeigen. Gerne dürft Ihr auch darüber auslassen. Bitte vermeidet aber, dass der Kommentarbereich zur Fanboyparty wird. ;)

Vor dem Kauf

Vor dem Kauf habe ich erstmal in dem umliegenden mStore- und Gravis-Filialen angerufen, da diese aber für meine gewünschte Modell-Variante auch erst einen Auftrag inklusive Wartezeit hätten anlegen müssen, habe ich mich für die Online-Bestellung entschieden.

Alles lief dann über die Apple-ID, welche ich vom Testgerät her bereits hatte, problemlos. Zwar konnte das interne Apple-Warensystem nicht mir meinem é in René umgehen, aber das war zu verschmerzen. Für manche mag das alles bekannt sein, ich bin neu in der Apple-Welt und mich hat natürlich interessiert, wie sich der oft so hochgelobte gute Kundenservice äußert. Eine ordentliche und ausführliche Bestellinfo, sowie Versandmitteilung- und Verfolgung ist für mich dabei sehr wichtig.

Der Versand via UPS dauerte ab Benachrichtigung 2 Werktage und erfolgte 5 Tage früher, als 2 Wochen im vorraussichtlichen Versanddatum zu lesen war. Rechnungslegung erfolgte nach Erhalt der Ware per PDF. Alles prima soweit.

Inklusive Zubehör?

Beim iPad selber ist ja nicht viel Zubehör dabei und ich bin noch nie der Typ gewesen, der einer Firma für solche Kleinigkeiten unnötig Geld in den Rachen wirft. Das iPad war schon teuer genug und ich habe gute Erfahrungen mit den einschlägigen Hong-Kong-Shops gemacht. Also bin in dort mal stöbern gegangen und auch fündig geworden. Gekauft habe ich dort:

Ein iPad-Dock in natüüürlich total originaler Verpackung. Schaut aus wie das echte, ist etwas leichter, funktioniert aber super. Kostenpunkt für’s Original 29€, Kostenpunkt für meins 5,40€. Bestellung hier.

Einen schwarzen Soft Silicone Skin. Riecht wie durchgedrehter Autoreifen, aber das zum Glück nur die ersten Stunden. Nach dem Auslüften ist das Teil wirklich brauchbar. Super flexibel, fasst sich sehr schön an, passt super und kostet nur knapp 4€. Bestellung hier.

Ein Soft-Sleve. War nen Fehlkauf, zumindest für’s iPad. Ist ne super Tasche für ein Netbook, gut verarbeitet und schick, aber für’s iPad nen Tick zu groß. Kein Problem, Einsatzmöglichkeiten dafür gibt es hier genug. Kostenpunkt ca. 4,15€. Bestellung hier.

Das sollte erstmal reichen, habe ich mir gedacht. Das Sleve zum transportieren, das Dock zum Abgleichen auf’m Schreibtisch und das Silicon Case gegen Kratzer beim Hinlegen und Rumreichen. Das Zeug kam am gleichen Tag wie das iPad bei mir an, hat also alles super geklappt. Ich bin nichts anderes von dem Shop gewohnt, wer also günstig Zubehör sucht und gerne problemlos via PayPal zahlt, sollte mal reinschauen. Dort habe ich unter anderem ein schwarzes HTC Desire-Case her, sitzt wie angegossen und kostet inklusive Versand 1,40€.

Fotos, aber wie?

Wer ein Apple-Gerät nutzt muss umdenken, denn einfach mal seine Ordner mit Fotos auf’s Gerät schieben, geht einfach nicht. Man kann per iTunes Ordner auswählen, welche automatisch abgeglichen werden, diese unterstützen aber wiederum nur einen Unterordner. Ja ich weiß, klingt peinlich und sinnfrei, ist es auch. Dennoch musste eine Lösung her.

Ich hab das mit Hilfe meiner Dropbox gelöst, in der ich derzeit ca. 10GB Speicher habe. Da ich mich bereits im Vorfeld belesen habe, dass Fotos auf dem iPad in nativer Displayauflösung (1024×768 Pixel) am besten ausschauen und ich auch „nur“ 16GB internen Speicher auf dem Teil habe, bin ich zu einer kombinierten Lösung gekommen.

Mit Hilfe des VSO Image Resizers lege ich für alle neuen Bilder mit wenigen Klicks und automatisiert Ordner inkl. Kopien in 1024×768 Pixel Auflösung in meiner Dropbox an. Den Dropbox Foto-Ordner wähle ich dann einfach zum Abgleich in iTunes aus. So habe ich auf jedem Gerät unterwegs meine Fotosammlung dabei, welche zum rumzeigen in nativer Auflösung auf jeden Fall ausreichend ist und so auch nur 10% der ursprünglichen Größe hat.

Für mich ist dieser Punkt besonders wichtig, denn meiner vollkommen „untechnischen“ Verwandschaft drücke ich dann das iPad in die Hand und muss nichts weiter machen.

Arbeiten, aber womit?

Was man halt heutzutage so Arbeit nennt. :D Bei mir persönlich muss in erster Linie erstmal das Bloggen funktionieren und das macht es auch. Entweder über die kostenfreie WordPress-App oder ganz normal über den Safari-Browser. Geht beides super elegant und tippen kann ich auf dem Teil nach ein wenig Übung auch recht gut.

E-Mails schreiben, Kalender verwalten und Kontakte aufräumen, natürlich kein Problem. Bei mir läuft alles über Google. So habe ich auf meinem HTC Desire, am Computer und nun auch am iPad immer den gleichen Stand und das wirklich problemlos. Mail-Push funktioniert immer, egal in welcher App man ist. Ungelesene Mails in Unterordnern bzw. Labels, wie es bei Google heißt, werden aber leider nicht automatisch angezeigt.

Eine Navigations-App habe nicht noch nicht gekauft, für’s Erste reicht auch Google Maps um sich via GPS und 3G unterwegs lotsen zu lassen. Für Messaging nutze ich die kostenlose Version von IM+ (IM+ Lite with multitasking – SHAPE Services), welche neben diversen Diensten auch gleich Twitter-Support mitbringt.

Nicht unerwähnt in diesem Zusammenhang darf natürlich die Akkulaufzeit beleiben. Bei 75% Helligkeit, was schon eine sehr gute Ausleuchtung ist, und permanenter W-Lan-Verbindung macht das Teil wirklich zwischen 9 und 10 Stunden mit. Das ist einfach nur Hammer. Zwar nicht verwunderlich, da es größtenteils aus Akku besteht, trotzdem einfach ein angenehmes Gefühl nicht dauern an den Akku denken zu müssen.

Es gibt sicher jede Menge beruflich nutzbare Apps im App Store, da ich das iPad aber in erster Linie für meine Freizeit und als Testgerät gekauft habe, sehe ich (noch) keinen Grund mir diese zuzulegen.

Spielen, aber was?

Spielen ist natürlich das perfekte Ding für das iPad. Es gibt schon hunderte Gratis- und Bezahl-Games und der Großteil ist wirklich gut umgesetzt. Generell kann man sagen, für den kurzen Spielspaß zwischendurch muss man kein Geld ausgeben, wer lieber etwas länger, anspruchsvoller und mit Story spielt, wird nur mit kostenpflichtigen Games glücklich.

Ich habe bisher fast nur Gratis-Spiele auf meinem iPad, denn ehrlich gesagt habe ich noch eine innere Blockade, die es mir nicht erlaubt für ein Spiel ab 6€ aufwärts auszugeben. Ich bin dafür einfach zu wenig leidenschaftlicher Spieler, wohl teilweise auch aus Zeitmangel.

Bei zwei Spielen konnte ich aber nicht widerstehen und habe für jeweils 0,79€ zugeschlagen. Das wäre einmal Gangstar: West Coast Hustle™ HD – Gameloft (derzeit von 5,99€ auf 0,79€ reduziert), was im Grunde genommen ein ganz netter GTA-Clone ist. Die Story ist okay, das Spiel an sich in deutscher Sprache und die Steuerung so lala, macht aber dennoch Spaß.

Zweites Spiel ist Blighted Earth – Triniti Interactive Limited, welches ebenfalls für 0,79€ zu haben ist. Ein erstklassiges Tower Defense. Die einzige Art Spiele, für die ich mich neben Super Mario und Co. wirklich begeistern kann und auf diesem Display macht das natürlich richtig Spaß. Nett animiert, läuft flüssig und verspricht einige Stunden Spielspaß.

Es gibt natürlich noch jede Menge andere Spiele und diverse habe ich zum Ausprobieren auch installiert. Ich werde in Zukunft noch genauer aufzeigen, was kostenlos machbar ist und was nicht.

Und sonst so?

Kurz gesagt, das iPad ist perfekt für die Dinge, welche man immer mal zwischendurch macht. Es will und kann kein PC-Ersatz sein und Apples Geschäftskonzept ist auch bei diesem Produkt: Halte es einfach und jeder kommt mit klar. Wie Ihr euch sicher vorstellen könnt, hat meine Freundin das Teil mehr als ich in der Hand. Sie hat zwar seit nem halben Jahr ein Netbook, mit dem sitzt sie privat aber nie auf der Couch.

Nach den ersten Tagen benutzte ich das iPad noch für das angestaubte meinVZ (VZ-Netzwerke HD – VZNET NETZWERKE LTD), da dort noch jede Menge private Kontakte regelmäßig rein schauen. Auch Nachrichten lese ich viel intensiver und aufmerksamer mit dem Teil. Für zwischendurch entweder mit der kostenlosen N24- App (N24 HD – SevenOne Intermedia GmbH) oder alternativ der Focus-App (FOCUS Online HD – Tomorrow Focus Portal GmbH).

Für iBooks habe ich mir noch nicht ausführlich Zeit genommen, aber PDF-Import aus meiner Dropbox heraus funktioniert ganz gut. Ganz praktich ist auch der kostenlose CineX-Player (CineXPlayer – The best way to enjoy your Xvid movies – NXP Software B.V.), welches es ermöglicht, DivX/Xvid-Dateien problemlos abzuspielen. Diese müssen allerdings auch hier wieder über iTunes auf’s iPad geschoben werden. Wie das geht, zeigt Caschy bei sich im Blog.

Recht nützlich finde ich auch EatSmarter+ (EatSmarter+ – EAT SMARTER GmbH & Co. KG), ein kostenfreies Kochbuch mit jeder Menge Rezepten und hochauflösenden Bildern. Aber auch die App vom Videoportal 3min (3min – 3min.de) ist sehr gut gemacht und bietet mir als Kino-Trailer-Fan eine feine Auswahl an hochwertigen Inhalten. Zudem gibt es dort noch einige Serien, Shows, Magazine und sonstigen Video-Content.

Ansonsten noch ganz nett ist der kostenlose TeamViewer HD (TeamViewer HD – TeamViewer), mit dem ich jeden beliebigen PC vom iPad aus fernwarten kann, oder auch die Ebay-App (eBay for iPad – eBay Inc.), Gesetze (Gesetze im Internet – Mathias Gisch) für die Jura-studierende Freundin, Google Earth (Google Earth – Google), IMDb (IMDb Movies & TV – IMDb), Eurosport (Eurosport for iPad – Eurosport), radio.de (radio.de for iPad – radio.de GmbH) und PSE HD (Merck PSE HD – Merck KGaA) Periodensystem der Elemente. Allesamt kostenlos.

Was stört?

Es ist erstaunlicherweise weniger negativ als vorher gedacht. Wenn man sich etwas mit den Dingen beschäftigt, kann man recht viel mit dem iPad anfangen. Was derzeit noch mächtig nervt, ist natürlich das fehlende Multitasking, welches erst „im Herbst“ nachgereicht werden soll. Zudem die Bindung an iTunes und der fehlende Anschluss für ein externes Speichermedium. Das fehlende Flash habe ich bisher überhaupt nicht vermisst und das ist auch gut so, Adobe Air für plattformübergreifende Apps okay, aber Flash im mobilen Browser ist in meinen Augen einfach nur Schrott und saugt unnütz Bandbreite.

Der App Store schließt sich nach jeder Installation einer App, das nervt gewaltig, wenn man einfach mal in Ruhe stöbern und nebenbei installieren will und zum Thema mögliche Widgets sage ich lieber nichts.

Und nun?

Tja, ich werde sehen. Bisher macht sich das Teil ganz gut, wird mich aber in Zukunft sicher nicht vom Kauf eines gutes Android-Tablets abhalten. Ich bin recht sicher, dass es, außer zum Test, kein WeTab wird, aber generell sieht man ja auch am iPad, dass ich für alles offen bin. Die Hürde ist durch das ausgezeichnete Display und die lange Laufzeit des iPads allerdings recht hoch gelegt.

Auch wenn Apple eine Firmenpolitik betreibt, die ich auf’s schärfste verurteile, muss ich doch sagen, dass gerade die Einschränkungen für „Spielkinder“ wie mich mich einen gewissen Reiz haben, neue Wege zu finden und Schranken zu umgehen. Weitere Erfahrungen folgen …

PS: Wer Fragen hat kann die gerne stellen, wer ne Meinung hat, kann die gerne hinterlassen, wer nur bashen und trollen will, wird kommentarlos gelöscht. ;)

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