Motorola Moto 360 Testbericht

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Seit einigen Tagen begleitet mich jetzt schon die Moto 360 von Motorola am Arm und so wird es Zeit für einen kurzen Testbericht aus dem Alltag, in dem ich euch meine Eindrücke zur Smartwatch liefern möchte.

In den letzten Wochen habe ich mir zahlreiche Uhren mit Android Wear näher angeschaut und das größte Interesse hat bei mir die Moto 360 geweckt, die ich für einen Test von Motorola erhalten habe. Das Modell ist, zumindest bei den Uhren mit Android Wear, mein persönlicher Favorit. Trotzdem ist mein Fazit nach einigen Tagen mit der Moto 360 eher ernüchternd. Warum erfahrt ihr in diesem Artikel, in dem ich euch ein paar meiner Eindrücke schildern möchte.

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Vorwort

Ziemlich genau 8 Monate ist es jetzt her, als Motorola die Moto 360 erstmals der Öffentlichkeit präsentierte. Es war die erste Smartwatch mit Android Wear, die neben der G Watch von LG präsentiert wurde. Die Uhr sorgte für einen regelrechten Hype, denn auf den ersten Produktbildern sah sie extrem gut aus und landete direkt auf der Wunschliste von vielen Nutzern. Motorola selbst hielt sich aber mit Details zurück und lieferte diese immer nur stückchenweise.

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Über ein halbes Jahr später war es dann allerdings soweit und nachdem wir nach und nach die restlichen Informationen erhalten hatten, kann man das Modell seit einigen Wochen mehr oder weniger im freien Handel kaufen. In den ersten Wochen gab es diverse Lieferprobleme, mittlerweile ist die Moto 360 aber, zum Beispiel auf Amazon, lieferbar. Der Preis liegt bei 250 Euro.

Nach dem ganzen Hype der letzten Wochen ist dies also mein erstes Modell mit Android Wear, welches mich wirklich im Alltag und täglich an meinem Handgelenk begleitet hat. Zeit ein Fazit zu ziehen.

Der erste Eindruck

Die Moto 360 ist nicht die erste Uhr mit Android Wear auf dem Markt, sie war zwar das erste Modell, welches der Öffentlichkeit präsentiert wurde, doch LG und Samsung waren beispielsweise schneller. Für mich ist sie aber optisch noch immer das schönste Modell mit Android Wear. Und das ist ein wichtiger Punkt beim Kauf einer Smartwatch. Aber natürlich ein rein subjektiver. Ich habe in den letzten Wochen einige getroffen, die mittlerweile die G Watch R von LG bevorzugen, oder erst noch auf die ZenWatch von Asus warten.

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Doch der erste Eindruck der 360 war wie erwartet positiv. Ich persönlich bin zwar kein Fan der silbernen Version und würde mir das schwarze Modell kaufen, doch auch dieses sieht sehr gut aus. Die Uhr ist nicht zu groß, sie ist aber grenzwertig, nicht zu schwer und trägt sich angenehm. Das trifft auf meinen Arm zu, ich habe das Modell vielen Leuten gegeben und sehr viele unterschiedliche Meinungen erhalten. Um sich eine zu bilden, muss man die Uhr definitiv erst mal angehabt haben. Ich würde sie nicht blind kaufen.

Die Verarbeitung ist gut, das Lederarmband fühlt sich hochwertig an und das Display ist gut lesbar. Soweit der erste Eindruck. Die Erwartungen an dieses Modell waren hoch, doch diese werden im ersten Augenblick auch erfüllt.

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An dieser Stelle möchte ich euch übrigens noch mal unseren ersten Eindruck von der IFA 2014 empfehlen, den Hannes verfasst hat. Passend dazu hatten wir auch ein kurzes Video mit dem neuen Lineup von Motorola hier im Blog:

Der zweite Eindruck

Mein Modell musste erst mal aufgeladen werden, was recht schnell geht und dank der mitgelieferten Qi-Ladestation einfach und bequem geht. Außerdem sieht es wirklich verdammt gut aus, wenn die Moto 360 geladen wird. Definitiv die beste Lösung von allen Uhren mit Android Wear. Man hat aber natürlich den Nachteil, dass man immer ein Qi-Ladegerät benötigt, denn die 360 hat keinen microUSB-Anschluss zum Laden. Diese sind noch nicht wirklich weit verbreitet, dafür gibt es mittlerweile aber auch genug kompakte und durchaus ansehnliche Modelle, die nicht teuer sind. Zum Beispiel dieses auf Amazon.

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Nach dem Aufladen habe ich die Uhr mit dem Wear Manager verbunden und erst mal ein Update eingespielt, dann ging es direkt los. Die ersten Tage habe ich die Uhr einfach nur mal am Arm getragen und wollte mit einen Eindruck von der Haptik und der Akkulaufzeit machen. Auf diese Punkte möchte ich mich in diesem Bericht, neben der Software, auch erst mal konzentrieren.

Design und Haptik

Geschmack ist eine Frage der persönlichen Vorliebe. Ich habe die Uhr vielen Leuten gezeigt. Die einen mochten sie, die anderen fanden sie hässlich. Ein Mittelding gab es eigentlich selten. In Fachkreisen liefert sich die Moto 360 mittlerweile ein hartes Rennen mit der LG G Watch R, da es die ersten beiden Modelle mit einem runden Display sind. Hier mal ein direkter Vergleich.

LG G Watch R 2014-11-14 10.45.09

Die Moto 360 hat ein leicht größeres Display, dafür einen dünneren Rahmen und einen kleinen schwarzen Balken auf der unteren Seite des Displays. Der stört viele, ich persönlich kam eigentlich ganz gut damit klar. Ich würde diesen zumindest einem dickeren Rahmen vorziehen. Doch auch das ist eine Frage der persönlichen Vorliebe. Optisch ist die Moto 360 jedenfalls mein Favorit, wenn ich mich auf dem Markt der Smartwatches mit Android Wear umschaue.

Von der Bedienung sind sie im Grunde genommen alle gleich, denn noch läuft auf allen die gleiche Android-Version. Das runde Display macht hier wie ich finde auch keinen großen Unterschied. Es sieht meiner Meinung nach aber, zumindest bei den Modellen mit Android Wear, besser aus. Am Ende kommt es dabei natürlich auch auf das Watchface an und Motorola hat hier ein paar hübsche vorinstalliert. Doch dazu später mehr, kommen wir zur Hardware.

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Hardware

Wir befinden uns am Anfang der Entwicklung und kauft man jetzt ein Modell mit Android Wear, ist man zwar kein Beta-Tester, doch man muss sich auch bewusst sein, dass in den nächsten Monaten einige Modelle folgen werden und diese womöglich besser sein werden. Die Moto 360 besitzt eine gute Ausstattung, sie ist nicht langsam, kämpft aber mit den gleichen Problemen, wie viele andere Modelle. Hier erst mal noch ein paar Eckdaten zur Uhr:

  • Display: 1,56 Zoll mit 320 x 290 Pixeln
  • Prozessor: TI OMAP 3
  • Arbeitsspeicher: 512 Megabyte
  • Akku: 320 mAh
  • Betriebssystem: Android Wear 4.4W.2
  • Gewicht: Knapp 50 Gramm mit Lederarmband
  • Farben: Schwarz und Silber
  • Besonderheiten: Pulsmesser, kabelloses Laden, IP67-Zertifizierung

Hier nur ein kleiner Auszug, weitere Informationen zur Ausstattung gibt es außerdem noch auf der offiziellen Produktseite der Motorola Moto 360.

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Die Moto 360 ist voll gepackt mit Technik. Ob man das alles braucht, liegt im Auge des Betrachters. Doch eins muss euch klar sein: Wir sehen hier die erste Generation. 2015 wird es weitere Modelle mit Android Wear und vielleicht auch einen Nachfolger der 360 geben. Diese werden nicht nur schneller sein und mehr Funktionen haben, sie werden womöglich einen besseren Akku haben. Das ist nämlich der Punkt, der für viele ein K.O.-Kriterium sein wird.

Akkulaufzeit

Lasse ich ab und an den Puls messen, mir alle Benachrichtigungen auf die Uhr pushen und nutze ich die Spracheingabe zur Suche, dann ist der Akku vor dem Abend leer. Einen Tag mit intensiver Nutzung überlebt die Uhr bei mit nicht.

Sortiere ich ein paar Benachrichtigungen aus und deaktiviere das interaktive Display, dann reicht das oftmals bis zum Abend. Fakt ist aber, dass die Moto 360 bei mir spätestens am Abend an den Strom muss. Ein Problem, mit dem sie in der Kategorie der Uhren mit Android Wear nicht alleine ist.

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Man muss sich also die Frage stellen, ob man ein Farbdisplay und alle diese Funktionen benötigt. Sollte das der Fall sein, muss man ganz klar Abstriche bei der Akkulaufzeit machen. Einzige Alternative: Die G Watch R, die bei schwacher Nutzung auch mal noch ein paar Stunden am Folgetag durchhält.

Ich bin es gewohnt mein Smartphone am Abend an die Steckdose zu hängen, bei einer Uhr allerdings noch nicht. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich von der Pebble verwöhnt bin. Klar, das Display und den Funktionsumfang kann man nicht vergleichen, aber es gibt bei mir einen Fall, wo mir das egal ist und die Akkulaufzeit das alles entscheidende Kriterium ist: Wochenende.

Unter der Woche ist es mir egal, da gibt es bei mir viele Möglichkeiten zum Laden. Auch Qi-Flächen. Eine Smartwatch muss bei mir aber mindestens drei volle Tage durchhalten und zwar von Freitag bis Sonntag. Dann bin ich gerne mal unterwegs. Dieses Kriterium, welches wie gesagt ein persönliches ist, erfüllt die Moto 360 nicht mal ansatzweise. Daher ist es ein K.O.-Kriterium.

Android Wear

Was mir bei den Modellen und auch bei der Moto 360 hingegen gut gefällt ist die Anzeige der Benachrichtigungen. Große Bilder, großer Text und durch das Wischen, nach ein paar Minuten Eingewöhnung, auch gut zu bedienen. Die Bedienung ist aber ein Punkt, der von anderen Personen, denen ich die Uhr mal in die Hand gedrückt habe, gerne kritisiert wurde. Hier gibt es nächstes Jahr definitiv ganz viel Spielraum, um die Bedienung zu verbessern.

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Doch wir stehen hier auch erst ganz am Anfang und so kommt es, dass die Möglichkeiten limitiert sind. Ich persönlich bin, im Gegensatz zu Michael aus unserem Team, kein Bastler. Mir reicht es im Grunde genommen aus, wenn ich Nachrichten angezeigt bekomme und den Kalender sehe. Für alles andere nutze ich immer noch mein Smartphone. Egal wie groß das Display hier am Handgelenk ist, mir reicht es nicht aus. Es macht einfach keinen Spaß.

Hilfreich ist hingegen die Spracheingabe. Ein kurzes „OK, Google“ und schon könnt ihr eine Frage stellen, die euch beantwortet wird. Falls nicht, gibt es die Ergebnisse bei Google. Und wieder: Am Ende greift man zum Smartphone.

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Und sonst? Android Wear läuft und erfüllt seinen Zweck. Ruckler konnte ich jedenfalls kaum feststellen und auch die Spracheingabe macht Spaß. Nutzen würde ich das aber wohl auch nur in den eigenen vier Wänden und nicht in der lauten U-Bahn. Allgemein habe ich die Spracheingabe eigentlich nur daheim genutzt. Für die Nutzung im Auto ist das Display zu klein, hier würde ich auf Android Auto warten, welches dieses Problem dann hoffentlich löst.

Fazit

Das Fazit fällt mir leicht, spiegelt aber überhaupt nicht eine objektive Meinung wieder und genau das ist das Problem bei Smartwatches. Unser Michael hat eine helle Freude daran jeden Tag ein neues Watchface zu testen und die Uhr an ihre Grenzen zu bringen. Dafür sind Modelle mit Android Wear perfekt. Ich persönlich würde in dieser Kategorie auch die Moto 360 vorziehen. Doch es gibt eben auch das große, für mich am Ende entscheidende, aber.

Spracheingabe, hübsches Display und Pulsmesser hin oder her: Ich brauche das alles nicht in einer Smartwatch. Bei mir muss diese lange halten und mir meine Benachrichtigungen am Arm anzeigen. Mehr nicht. Ich nutze noch immer zum größten Teil das Smartphone. Eine Smartwatch muss mir nur dabei helfen eintreffende Nachrichten zu selektieren, ohne dass ich dabei auf das Display meines Smartphones schaue. Die Moto 360 sieht gut aus und kann viel, aber der letzte Punkt ist eben genau mein Problem mit dem Modell.

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Nach ein paar Wochen mit Android Wear habe ich für mich als ganz schnell festgestellt: Ich brauche das alles (noch) nicht, wenn ich dafür mit einer sehr bescheidenen Akkulaufzeit leben muss. Dann lieber 6 Tage mit einer Ladung auskommen. Daher würde ich mir auch keine Moto 360 kaufen. Sollte euch das jedoch egal sein, ist die Moto 360 in meinen Augen die schönste Uhr mit Android Wear. Dicht gefolgt von der LG G Watch R, die wir ebenfalls im Test hatten. Würde ich mir ein Modell zulegen wollen, wäre es eins von beiden.

Ich persönlich bleibe jedoch weiter bei der Pebble Steel, zu der es schon bald einen weiteren Artikel hier im Blog geben wird. Solltet ihr jedoch Fragen zur Moto 360 von Motorola haben, dann hinterlasst uns einfach einen kurzen Kommentar und ich werde versuchen euch diese zeitnah zu beantworten.

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Wertung des Autors
Oliver Schwuchow bewertet Motorola Moto 360 mit 3.6 von 5 Punkten.

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