Nintendo Switch: Tegra-Chip geknackt

Nintendo Switch

Es war abzusehen, dass dieser Tag kommen wird und nun ist er da: Der Tegra X1 Chip in der Switch wurde geknackt. Schlechte Nachrichten für Nintendo.

Berichte über einen erfolgreichen Hack der Nintendo Switch gab es schon öfter, los ging es sogar schon im Winter 2017. Es folgte eine Meldung zu einem Homebrew-Launcher und Linux konnte auch erfolgreich installiert werden.

Trotzdem blieb es in der Homebrew-Szene ruhig, denn das waren alles Fehler in der Software. Und hier ist Nintendo fleißig, wenn es um das Schließen von Lücken geht.

Nun sieht die Sache anders aus. Wie Eurogamer berichtet wurde der Tegra X1 von Nvidia geknackt. Die kompletten technischen Details findet man in dieser PDF, ich habe davon aber keine Ahnung. Kurz: Die Nintendo Switch kann geknackt werden.

Nintendo Switch: Gefahr von Raubkopien

Die Verantwortlichen sind sich der Gefahr des Exploits bewusst. Man hofft auf eine lebendige Homebrew-Szene, die nur kreative Lösungen hervorbringt, die Nintendo nicht zulassen würde, aber sind wir ehrlich: So eine Lücke wird von den meisten in erster Linie genutzt, um Raubkopien von Spielen zu installieren.

Es wird nun sicher noch eine Weile dauern, aber Homebrew-Apps und Foren mit illegalen Spielen sind nur noch eine Frage der Zeit. Ein Fehler auf Software-Ebene kann gefixt werden, bei der Hardware ist das nicht möglich. Wie Nintendo auf die Entwicklung reagiert ist unklar, ich denke man wird das aber einkalkuliert haben.

In Version 5.0 des Switch OS gibt es Hinweise auf einen aktuelleren Tegra-Chip (inklusive 8 statt 4 GB RAM), eine optimierte Switch wäre also möglich. Hätte man sich so vielleicht noch aufgehoben, doch ich denke bei Nintendo wird man das nun ernsthaft in Betracht ziehen. Die Verkaufszahlen werden von solchen Meldungen zwar oftmals positiv beeinflusst (Stichwort Raubkopien), doch für die Entwickler ist das eine verdammt schlechte Nachricht. Sobald man Spiele inoffiziell installieren kann, sinken auch die Verkaufszahlen. Und kommt jetzt bitte nicht mit „Aber die Personen hätten das Spiel doch so oder so nicht gekauft“-Argumenten.

Man müsste die Switch übrigens nach jedem Neustart neu „hacken“, es wird aber keine spezielle Hardware dafür benötigt. Ich bin gespannt wie Nintendo nun darauf reagiert, könnte mir aber gut vorstellen, dass man die Switch in den kommenden Monaten mit einem neuen Chip ausstatten wird. Man möchte die Switch sehr lange anbieten, einen solchen Schritt wäre man also vermutlich sowieso irgendwann mal gegangen. Diese Meldung dürfte die Pläne von Nintendo beeinflussen.

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