OnePlus 6 Test

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OnePlus 6

Das OnePlus 6 hat mich in den letzten Tagen im Alltag begleitet. Es wird Zeit für meinen persönlichen Test zum Gerät. Wie schlägt sich OnePlus im Jahr 2018?

Ich kann mich noch gut an die erste Kampagne von OnePlus erinnern, als man mit dem Slogan „Never Stettle“ und dem Begriff „Flaggschiff-Killer“ die großen Hersteller angreifen wollte. Spitzenhardware zum fairen Preis, mit diesem Philosophie hat man sich seit dem einen Namen in der Branche gemacht.

Doch seit dem hat sich viel verändert und Jahr für Jahr kam OnePlus immer mehr auf dem Massenmarkt an. In Ländern wie Indien ist man im Premium-Bereich mittlerweile sogar sehr erfolgreich und das OnePlus 5T war laut eigenen Angaben das bis dato am meisten und schnellsten verkaufte OnePlus-Smartphone weltweit.

Das OnePlus 6 soll diesen Trend fortsetzen und die Zeichen stehen gut. Denn während OnePlus ebenfalls Jahr für Jahr teurer wird, machen Hersteller wie Apple, Samsung oder LG ganz andere Sprünge. Ein Flaggschiff im Jahr 2018 ist, wenn es auf den Markt kommt, teuer geworden. OnePlus versucht nicht ganz so große Sprünge wie die anderen zu machen, hat den Preis aber natürlich auch etwas erhöht.

Doch wie schlägt sich das aktuelle Spitzenmodell, das OnePlus 6?

OnePlus 6: Die Spezifikationen

Doch bevor es losgeht hier noch mal die Spezifikationen des OnePlus 6:

  • Hersteller: OnePlus
  • Modellbezeichnung: OnePlus 6
  • Preis: ab 519 Euro
  • Verfügbar: Seit 22. Mai 2018
  • Größe: 155,7 x 75,4 x 7,75 mm
  • Gewicht inklusive Akku: 177 g
  • Betriebssystem: Android 8.1 Oreo mit OxygenOS
  • Akku: 3300 mAh
  • Display: 6,28″ OLED-Display (FHD+)
  • Kamera: Dual-Kamera (16 + 20 Megapixel)
  • Speicher: 64/128/256 GB
  • CPU: Snapdragon 845
  • RAM: 6 oder 8 GB

Das sind nicht alle Spezifikationen des OnePlus 6, sondern nur die wichtigsten. Auf der Webseite von OnePlus bekommt ihr weitere Informationen zum Gerät.

OnePlus 6: Fazit als Video

Es sind in den letzten Tagen viele Testberichte zum OnePlus 6 online gegangen und die Meinung ist oft identisch. In meinem Video wollte ich die Sache daher etwas anders angehen – unser Testgerät kam leider etwas später an. Falls euch das Video gefällt, dann würde ich mich über einen Daumen hoch freuen. Danke!

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OnePlus 6: Man hebt sich beim Design ab

Die meisten Hersteller bieten im Jahr 2018 eine ähnliche Ausstattung und auch OnePlus weiß, dass man mit 8 GB RAM die Nerds begeistern kann, die mittlerweile aber auch wissen, dass 6 GB nicht wirklich schlechter sind. Die Power „unter der Haube“ war mal ein Argument, doch das rückt immer weiter in den Hintergrund.

Man muss andere Argumente für den Verkauf finden und einer davon ist für OnePlus in diesem Jahr das Design. Man hat sich vom Aluminium auf der Rückseite verabschiedet und setzt nun auf Glas.

Auch wenn OnePlus, die zu BBK Electronics gehören, das Design mit anderen Modellen wie dem Oppo R15 teilt, so wollte man sich wenigstens bei der Rückseite abheben. Es gibt drei eigene Farben und vor allem die matten Versionen sehen super aus.

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Optisch gefällt mir das OnePlus 6 wirklich sehr gut und es liegt auch super in der Hand. Wobei man auch sagen muss: Es ist nicht das kleinste Smartphone. Knapp 6,3 Zoll sind eine Ansage, auch in Zeiten von 19:9-Displays mit wenig Rand.

Aber gut, die Größe ist eine rein subjektive Frage. Ich würde mir langfristig vielleicht zwei Versionen von OnePlus wünschen. Das OnePlus 6 ist übrigens genauso groß wie das OnePlus 5(T). Die Hardware lässt jedenfalls keine Kritik zu, das Gerät fühlt sich hochwertig an, nichts knarzt und die Druckpunkte der Tasten sind gut.

Die matte Version fühlt sich übrigens anders als die glänzende Version an, optisch sieht sie auch etwas wie Aluminium aus. Mein Favorit ist die weiße Rückseite, aber das matte Schwarz (von meinem Testmodell) gefällt mir ebenfalls sehr gut.

Fingerabdrücke hält diese Oberfläche übrigens nicht ab, aber man sieht sie deutlich weniger, als bei den glänzenden Smartphones. Beim weißen Modell sind sie so gut wie nicht zu sehen. Doch das ist „limitiert“ und nicht immer erhältlich.

OnePlus 6: Sehr gute Performance

Ich habe es eben ja schon angesprochen, über Power muss man sich beim OnePlus 6 absolut keine Gedanken machen. Vor allem nicht, wenn man die Kombination aus Snapdragon 845 und 8 GB RAM besitzt, die ist aktuell nicht zu schlagen.

Das liegt aber meiner Meinung nach auch daran, dass OxygenOS durchaus effizient ist und verdammt nah an Vanilla Android herankommt. Ich schreibe ja immer, dass ich die reine Oberfläche der des Herstellers bevorzugen würde, bei OnePlus ist mir das aber tatsächlich egal.

Bei der Bedienung und Performance sind OnePlus 6 und Pixel 2 gleich auf.

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Man hat kaum Änderungen vorgenommen und bietet wie Nokia und Motorola ein fast reines Android. Gefällt mir und ich hoffe das Unternehmen bleibt dabei. Android ist in der aktuellsten Version mit dem neuesten Sicherheitspatch vorinstalliert und die Update-Politik ist auch nicht schlecht. Mit Google kann keiner mithalten, aber wenn man das möchte bleibt einem auch nur ein Pixel. Und das ist teurer.

OnePlus 6: Keine Kritik beim Display

Ich habe die Reaktionen nach der Ankündigung etwas beobachtet und auch geschaut, was andere zum Gerät sagen. Die Kritik an der Displayauflösung (FHD+ und nicht QHD+) wird mittlerweile lauter, aber ich bleibe dabei: QHD benötige ich nicht.

Das Amoled-Display besitzt eine gute Qualität mit kräftigen Farben, ist ausreichend hell und kann mit guten Blickwinkeln überzeugen. Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann die Größe, aber das ist ja wie gesagt subjektiv.

OnePlus sollte aber so langsam vielleicht auch mal über einen Einhandmodus bei den Modellen nachdenken. Es gibt ein paar Optimierungen, aber bei knapp 6,3 Zoll wäre ein richtiger Einhandmodus für viele glaube ich gar nicht so schlecht.

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Zwei Dinge: Das Thema Notch werde ich nun nach und nach ignorieren, da ich es nicht bei jedem Gerät hervorheben möchte. Es gibt Hersteller, die setzten mittlerweile auf eine Notch und andere nicht. OnePlus hat sich für eine entschieden. Stört mich nicht.

Es gibt übrigens eine Einstellung, mit der man die Notch „verbergen“ kann. Dann ist oben ein schwarzer Bereich mit den Icons. Ich bevorzuge aber die Notch.

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Das Kinn auf der unteren Seite stört mich da schon mehr, auch wenn es kleiner als bei den meisten anderen Modellen mit Notch ausfällt. Es ist sehr teuer das OLED-Display auf der unteren Seite so zu biegen, dass es wie beim iPhone X aussieht und diese Kosten hat man sich hier gespart. Ich hoffe OnePlus, und andere Hersteller, werden hier im nächsten Jahr nachziehen.

PS: Wer noch mehr aus seinem Display herausholen möchte, der kann auch die Tasten verbergen und das Gerät mit Gesten bedienen. Das klappt ganz gut, aber läuft nicht so smooth wie bei meinem iPhone X. OnePlus geht, wie Google, in die richtige Richtung, trotzdem habe ich die Tasten nach einem Tag wieder aktiviert. Ich hoffe man wird nun weiter an dem Feature arbeiten und es in Zukunft noch optimieren.

OnePlus 6: Die Kamera ist gut

Die Kamera war bei den OnePlus-Modellen für viele immer mal wieder ein größerer Kritikpunkt. Das OnePlus 6 liefert aber meiner Meinung nach gute Bilder. Teilweise sogar sehr gute Bilder. Es hat aber auch die üblichen Schwächen bei schlechtem Licht, der Porträtmodus ist nicht perfekt und im Vergleich mit dem P20 Pro oder Galaxy S9 kann es nicht ganz mithalten. Aber es kommt durchaus nah heran.

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Die Kamera des OnePlus 6 ist kein Highlight, aber auch keine Schwäche wie ich finde. Sie ist solide und in dieser Preisklasse super. Wer das beste Kamera-Smartphone will, der ist hier falsch, wer aber nur eine solide Kamera will, der wird zufrieden sein.

Was ich etwas schade finde: Die zweite Kamera ist „überflüssig“. OnePlus nutzt sie (so wie ich das verstanden habe) nur für den Porträtmodus. Das machen viele, aber viele bieten dann noch ein zusätzliches Feature. LG zum Beispiel mit einer Weitwinkel-Kamera, oder Apple mit einer Telephoto-Linse. OnePlus hat sowas nicht.

OnePlus 6: Sonstiges

Das OnePlus 6 ist laut Hersteller gegen Spritzwasser geschützt und man wird es sicher auch mal kurz unters Wasser halten können. Man spart sich aber immer noch das Geld für eine IP-Zertifizierung, was ich bei über 500 Euro nun kritisieren muss.

Die Akkulaufzeit ist gut, für 3300 mAh bei einem 6,3 Zoll großen Display sogar ziemlich gut. Ich kam prima über den Tag, was vermutlich auch am effizienten Snapdragon 845 und der „geringen“ Displayauflösung lag. Bei dieser Größe überlege ich mir aber auch immer wieder, wie schön dann ein Akku mit knapp 4000 mAh wäre.

Schnelles Laden ist weiterhin verdammt schnell, dem Standard von OnePlus (Dash Charge) macht keiner etwas vor. Genau genommen heißt es nun nicht mehr Dash Charge. Mal schauen, ob OnePlus bald mit einem neuen Namen daher kommt.

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Apropos USB C: Man setzt auf USB 2.0 und nicht 3.0. Das wird sehr oft kritisiert, ist mir in Zeiten von Cloud-Speicher und schnellem Internet aber eher egal. Es ist aber wohl einer dieser kleinen Punkte, bei denen man etwas Geld sparen möchte.

Was mir aber absolut nicht egal ist: Fehlendes Qi. Eine Glasrückseite sieht gut aus und fühlt sich hochwertig an, aber ist nunmal deutlich anfälliger als Aluminium. Diesen „Rückschritt“ nehme ich nur in Kauf, wenn man dafür kabelloses Laden bietet.

Macht OnePlus allerdings nicht. Warum das so ist habe ich bereits in meinem ersten Eindruck erwähnt, es bleibt einer der drei größten Kritikpunkte.

Dafür ist der Klinkenanschluss weiterhin vorhanden, was mir genauso egal wie USB 2.0 ist. Ich habe seit vielen Jahren kein 3,5-mm-Kabel mehr genutzt und habe das auch nicht mehr vor. Allerdings stört mich der Anschluss auch nicht, daher ist der Punkt für mich neutral. Ein Headset ist weiterhin nicht im Lieferumfang.

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Absolut nicht in Ordnung sind aber die immer noch fehlenden Stereo-Lautsprecher. Ehrlich, dafür haben wir Hersteller wie Huawei und Samsung viele Jahre kritisiert und Samsung hat es auch erst beim S9 geschafft welche einzubauen.

Die Schonfrist für OnePlus ist nun abgelaufen, beim nächsten Modell erwarte ich diese. Schade, dass man sich die Kosten beim OnePlus 6 gespart hat, denn ich schaue gerne und viele Videos mit dem Smartphone und für mich sind zwei Lautsprecher (auch wenn es nur ein passabler Speaker in der Hörmuschel ist) mittlerweile Pflicht.

Hinzu kommt, dass der eine Lautsprecher auf der unteren Seite noch nicht mal gut ist. Ich würde ihn ehrlich gesagt noch nicht mal als durchschnittlich bezeichnen und war im Test nicht zufrieden. Für mich der vermutlich größte Kritikpunkt.

OnePlus wirbt mit einer kleinen Notch, vergisst aber: Man muss hier deutlich weniger Technik unterbringen. Es fehlt nicht nur ein Lautsprecher, sondern auch der Sensor für eine 3D-Gesichtserkennung. Und die benötigt mehr Platz. Die Gesichtserkennung des OnePlus 6 ist aber trotzdem gut und schnell. Bei schlechtem Licht schwächelt diese jedoch und man muss bedenken: Sie kann ausgetrickst werden.

OnePlus 6: Mein Fazit

OnePlus hat einen großen Vorteil: Flaggschiffe wie das Samsung Galaxy S9, LG G7 und Huawei P20 Pro sind verdammt teuer geworden. Man ist zwar selbst nicht mehr so günstig wie früher, aber die Konkurrenz ist eben noch teurer.

Doch das trifft nur auf den Bereich Power und aktuelle Hardware zu. Wer unbedingt einen Snapdragon 845 möchte, der bekommt hier das attraktivste Paket geboten. Wer etwas offener ist, der findet mit Modellen wie dem Honor 10 und Flaggschiffen von 2017 aber Modelle, die in der gleichen Preiskategorie wildern.

Das OnePlus 6 würde diese locker in die Tasche stecken, besitzt für mich aber leider immer noch drei größere Kritikpunkte, die selbst bei den Flaggschiffen von 2017 oft nicht mehr vorhanden sind: Eine fehlende IP-Zertifizierung, kein Qi und keine Stereo-Lautsprecher. Genau genommen einen mittelmäßigen Lautsprecher.

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Die IP-Zertifizierung kann ich verschmerzen, denn ich glaube der Schutz des OnePlus 6 reicht den meisten vollkommen aus. Trotzdem wäre es eben schön, wenn man die Kosten in Zukunft trägt und dem Nutzer diese Garantie bieten kann.

Bei Qi fällt es mir schon deutlich schwieriger, denn ich mag dieses Feature und habe es seit Jahren beim iPhone kritisiert. Ich nutze es beim iPhone X zu 95 Prozent und finde schnelles und kabelloses Laden können wunderbar co-existieren. Vor allem bei einem Akku mit 3300 mAh, Huawei kann immerhin noch mit 4000 mAh argumentieren.

Wobei das Huawei Mate RS ordentliche 4000 mAh und Qi besitzt.

Kabelloses Laden kann nicht mit Dash Charge mithalten, nein, aber ich vergleiche auch keine zwei unterschiedlichen Technologien miteinander. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun und die Kosten für Qi sind nicht enorm hoch. Außerdem ist Qi ein offener Standard, den jeder nutzen kann. Ich habe dieses Feature beim OnePlus 6 vermisst.

Doch während das mit der IP-Zertifizierung noch in Ordnung geht und Qi für viele vielleicht nicht so wichtig ist, sieht es bei mir mit den Stereo-Lautsprechern schon anders aus. Die sind Pflicht bei einem Modell, für das die meisten 569 Euro zahlen werden (64 GB ohne erweiterbaren Speicher würden mir nicht ausreichen).

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Und genau diese drei Punkte sind es, die das OnePlus 6 dann eben noch von anderen Modellen unterscheiden. Es gibt auf dem Markt einfach zu viele Alternativen, die mit dem Gerät mithalten können und diese Schwächen nicht bieten.

Selbst aktuelle Modelle wie das Samsung Galaxy S9 kommen beim Preis schon nah an das OnePlus 6 heran. Das OnePlus 6 wird sehr preisstabil bleiben, daher ist es nach ein paar Wochen auf dem Markt eigentlich gar keine „günstige“ Alternative mehr.

Es ist zu einer Alternative geworden. Man bekommt ein paar Vorteile und ein paar Nachteile, aber der Preis ist kein Vorteil mehr. Vielleicht bei der UVP, doch das ist ein Preis, den nicht viele zahlen. Vielleicht bei Apple, aber nicht bei Samsung und Co.

OnePlus 6: Mein Fazit (tl;dr-Edition)

Da das erste Fazit nun schon wieder viel zu lange wurde gibt es hier die kurze Version: Tolles Smartphone mit schönem und hochwertigem Design, unglaublich viel Power, fast reinem Android, einer guten Kamera und von drei Kritikpunkten abgesehen ist es mal wieder ein preiswertes Flaggschiff. Wenn man unbedingt einen Snapdragon 845 haben möchte. Wobei das OnePlus 6 nicht viel günstiger als ein Galaxy S9 ist.

Doch die drei Kritikpunkte (keine IP-Zertifizierung, kein Qi, keine Stereo-Lautsprecher) sind für mich persönlich sehr groß und ich habe so das Gefühl, dass das OnePlus 6T ein gutes Gerät wäre, um diese zu beseitigen. Wir wissen nicht, ob eins kommt, aber nach dem 3T und 5T (die beide sehr erfolgreich waren) darf man darauf wetten.

Ich würde das OnePlus 6T abwarten, denn ich glaube das wird dann das wirklich runde Gesamtpaket zum attraktiven Preis sein. Wen die Kritikpunkte jedoch nicht stören: Das OnePlus 6 ein super Smartphone und ich glaube man macht damit keinen Fehler.

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Wertung des Autors

Oliver Schwuchow bewertet OnePlus 6 mit 4.0 von 5 Punkten.

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