Huawei Mate RS Porsche Design im Test

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Das Huawei Mate RS ist für mich persönlich das beste Android-Smartphone im ersten Halbjahr 2018, doch es stellt sich die Frage: Ist es nur ein Luxus-Modell?

Direkt vorweg: Dieser Test ist ein bisschen anders, denn im Grunde habe ich dieses Modell ja schon mit dem Huawei P20 Pro getestet. Auf viele Dinge werde ich hier also nicht eingehen und werde mich hier eher auf die Unterschiede konzentrieren.

Folgende Punkte fallen daher weg: Performance, Android und EMUI, Akkulaufzeit und Kamera. Dafür gehe ich auf folgende Dinge ein: Design, Display, Fingerabdrucksensor und Qi. Ausstattung und Preis spielen dann im Fazit eine Rolle.

Huawei Mate RS Porsche Design: Spezifikationen

Doch bevor es losgeht hier noch mal die Spezifikationen des Huawei Mate RS Porsche Design, welches ich meistens nur Huawei Mate RS nennen werde:

  • Hersteller: Huawei
  • Modellbezeichnung: Mate RS Porsche Design
  • Preis: 1550,- Euro
  • Verfügbar: Seit Mai 2018
  • Größe: 152,9 x 72,5 x 8,5 mm
  • Gewicht inklusive Akku: 183 g
  • Betriebssystem: Android 8.1 Oreo und EMUI 8.1
  • Akku: 4000 mAh
  • Display: 6″ OLED-Display (18:9, QHD+)
  • Kamera: Triple-Kamera (40 + 20 + 8 Megapixel)
  • Speicher: 256 GB
  • CPU: Kirin 970 mit 8 Kernen
  • RAM: 6 GB

Das sind nicht alle Spezifikationen des Huawei Mate RS, sondern nur die wichtigsten. Auf der Webseite von Porsche Design bekommt ihr weitere Informationen zum Gerät.

Huawei Mate RS Porsche Design: Fazit als Video

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Huawei Mate RS Porsche Design: Das Design

Die Designsprache von Huawei ist klar zu erkennen und es gibt viele Ähnlichkeiten mit dem Mate 10 Pro und P20 Pro, doch das Mate RS hebt sich doch irgendwie ab. Sei es durch den (hässlichen) Porsche-Design-Schriftzug auf der Front, oder die Anordnung der Triple-Kamera auf der Rückseite.

Durch das tiefe Schwarz und den schwarzen Rahmen wirkt es irgendwie noch mal hochwertiger, als das P20 Pro und es ist auch minimal schwerer. Liegt zum größten Teil an der Farbe, ich habe es immerhin mit dem auffälligen Twilight vergleichen, aber ich mag das Design des Mate RS. Doch dieser Vergleich hinkt etwas.

Wobei: Es ist immer noch schade, dass Huawei die komplett schwarzen Modelle den Modellen von Porsche vorenthält. In dieser Farbe hätte ich das Huawei Mate 10 Pro und Huawei P20 Pro auch gerne gesehen.

Huawei Mate Rs Test8

Es hebt sich minimal vom P20 Pro und Mate 10 Pro ab, das reicht mir jedoch, um es hübscher zu finden. Ich würde es jetzt aber auch nicht als Design-Meisterwerk von Porsche Design bezeichnen, denn am Ende fühlt es sich vor allem auf Grund des auf beiden Seiten abgerundeten Displays wie ein Galaxy S8/S9 an.

Diese beiden Modelle sehen fast identisch aus und fühlen sich auch verdammt ähnlich an. Das Mate RS könnte auch eine Sonderedition von Samsung und Huawei sein.

Huawei Mate RS Porsche Design: Das Display

Das Display ist super, kräftige Farben, gute Blickwinkel und es gibt hier nichts zu meckern. Eine Notch findet man (dank Porsche Design) nicht, dafür etwas mehr Rand oben und abgerundete Seiten links und rechts.

Ich bleibe, wie auch bei der Galaxy-Reihe, dabei: Optisch sieht das beeindruckend aus, aber wirklich praktisch finde ich so ein Display nicht. Es spiegelt an den Kanten gerne mal und ich war bisher noch nicht an dem Punkt, wo ich es einem flachen Display mit einem sehr dünnen Rand an den Seiten vorziehen würde.

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Das Huawei Mate RS besitzt aber ein wirklich gutes Display und auch hier ist der Unterschied zum Samsung Galaxy S8/S9 kaum zu sehen. Ich weiß nicht wo Huawei das Display einkauft, es könnte aber ein Samsung-Display sein.

Welches Display ist nun „besser“? Das müsst ihr für euch wissen, die einen mögen die abgerundeten Seiten, die anderen nicht. Es ist eine subjektive Frage, die ich nicht beantworten kann. Ich mag beides. Einen Unterschied zwischen FHD+ und QHD+ habe ich übrigens nicht gesehen (das Mate RS löst höher auf).

Huawei Mate RS Porsche Design: Die Fingerabdrucksensoren

Der vermutlich spannendste und schwierigste Punkt in diesem Test.

Kurz: Der Sensor auf der Rückseite ist, wie von Huawei gewohnt, einer der besten auf dem Markt. Verdammt schnell, verdammt zuverlässig, gut zu treffen auch beim Mate RS liefert man natürlich die gewohnte Qualität ab.

Doch wie sieht es mit dem Sensor unter dem Display aus? Er funktioniert und er ist durchaus zuverlässig. Da man jedoch genau die Position treffen muss und man den Sensor unter dem Display nicht irgendwie „spüren“ kann ist das recht schwierig.

Bei einem normalen Sensor kennen wir das, die meisten Hersteller heben diesen irgendwie vom Rest des Gehäuses ab. Das ist hier nun mal nicht möglich und das macht es nicht immer leicht diesen (blind) zu treffen.

Man muss übrigens leicht drücken, dann leuchtet das Display etwas auf und der Fingerabdruck wird erkannt. Das dauert und der Finger wird auch nicht so schnell wie bei anderen Sensoren erkannt. Es fühlt sich etwas wie beim Wechsel von TouchID 1 zu TouchID 2 (falls ihr den Unterschied bei Apple erlebt habt) an.

Nur hier gehen wir eben „zurück“ zur ersten Generation. Wobei ich sagen muss, dass ich mit dieser Geschwindigkeit auch gut leben könnte.

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Das Problem des Mate RS: Es besitzt oben und unten genug Rand, um kombiniert einen Sensor auf die Front packen zu können. Wenn man schon diesen Schritt geht, dann möchte ich als Nutzer auch keinen Rand mehr sehen, auf dem man noch irgendwie einen Sensor unterbringen könnte.

Es ist eine spannende Technologie und ich freue mich, wenn wir an den Punkt kommen wo sie a) schneller und b) leichter zu nutzen ist. Mit leichter zu nutzen meine ich: Nicht nur an einer Stelle, sondern beispielsweise auf der unteren Hälfte des Displays wie bei diesem Konzept von Vivo. Doch das dauert sicher nicht etwas.

Ist dieser Fingerabdrucksensor ein Ersatz für den Sensor in einem Home-Button oder auf der Rückseite? Ja, ich finde schon. Die Rückseite war für mich (von der Seite abgesehen) schon immer die schlechteste Position und der Rand auf der Frontseite wird verschwinden, daher begrüße ich den Fortschritt der Technologie.

Ich bin mir auch sicher, dass die Technologie mit Generation 2 oder 3 super für den Massenmarkt geeignet sein wird. Momentan fühlt sie sich wie ein Übergang an und ich glaube daher hat Huawei auch noch den Sensor auf die Rückseite gepackt.

Ich kann damit leben und mache die Entwicklung, siehe Face ID, gerne mit. Daher war der Test des Mate RS auch mit der spannendste für mich in diesem Jahr. Ich konnte mir einen ersten Eindruck von einem solchen Sensor im Alltag machen und da ich schon jetzt damit leben könnte, bin ich auf die Zukunft gespannt.

Optimal: Face ID in Generation 2 und dieser Sensor in Generation 2. Kombiniert. Das wäre für mich persönlich die beste Lösung. Ich denke bis dahin wird es aber noch 1-2 Jahre dauern. Doch wir werden uns definitiv in diese Richtung bewegen.

Huawei Mate RS Porsche Design: Qi

Endlich. Damit könnte ich diesen Punkt bereits abschließen 😀

Aber im Ernst: Viele Worte will ich hier nicht verlieren, habe ich ja hier. Verbaut man eine Glasrückseite, dann erwarte ich Qi für kabelloses Laden. Beim Mate 10 Pro und P20 Pro mein größter Kritikpunkt, das Mate RS besitzt diesen nicht.

Ich hoffe die Technologie ist damit nun Standard bei Huawei.

Hinzu kommt, dass man gleichzeitig auch den 4000 mAh starken Akku der anderen beiden Modelle verbaut hat, es also auch keinen Nachteil mitbringt. 100 Punkte.

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PS: Das Mate RS ist 0,7 mm dicker als das P20 Pro von Huawei. Ein Unterschied, den ich in der Hand nicht wirklich merke. Beziehungsweise ein Unterschied, der mir egal ist, wenn es dafür 4000 mAh und Qi gibt. 8,5 mm Dicke (Mate RS) sind in Ordnung.

Huawei Mate RS Porsche Design: Das Fazit

1550 Euro ist eine Menge Geld. Aber dafür bekommt man auch die aktuell beste Hardware von Huawei und 256 GB internen Speicher. Damit ist man auch nicht weit vom iPhone X entfernt, welches 1320 Euro kostet. Ich betrachte das Huawei Mate RS Porsche Design daher nicht nur als „reines Luxus-Modell“ (à la Vertu).

Es ist mehr und es zeigt wohin die Reise bei Huawei gehen wird. Es ist eine Technik-Demo, die man auch wunderbar im Alltag nutzen kann. Das Modell besitzt mit die beste Akkulaufzeit, die beste Kamera, eine gute Performance, ein gutes Display, keine Schwächen (von Qi, über Stereo-Lautsprecher, bis hin zur IP-Zertifizierung ist alles vorhanden) und dazu auch noch eine neue und spannende Technologie.

Würde ich mir das Mate RS kaufen? Ich glaube nicht. Das liegt aber nicht unbedingt am Preis, denn auch wenn dieser überzogen ist, so bekommt man dafür immerhin einiges geboten (wenn auch leider ein hässliches Logo auf der Frontseite).

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Der Grund ist ein anderer: Das Huawei Mate 20 Pro. Neuer Kirin-Prozessor, vermutlich schon eine 3D-Gesichtserkennung, vielleicht auch ein Sensor unter dem Display und das wird mit Sicherheit gut 500 Euro weniger kosten.

Bei den 1550 Euro sind locker 500 Euro für Porsche und die wäre ich nicht bereit zu zahlen. Vor allem, wenn das neue Mate schon im Herbst kommen wird. Falls euch das Mate RS als Technik-Produkt reizt, dann freut euch auf das Mate 20 Pro, ich glaube es ist eine erste Vorschau auf das Herbst-Flaggschiff.

Und das wird vermutlich nicht nur gleichwertig, sondern besser sein.

Falls ihr euch jetzt nur auf Grund der Marke (Porsche Design) für dieses Produkt entscheiden wollt, dann habt ihr mit diesem Testbericht eure Zeit verschwendet, denn dann werden Argumente vermutlich nicht bei euch ankommen.

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Falls ihr durch und durch Nerd seid und diese Dinge testen wollt: Ich könnte es verstehen. Vergesst nicht, dass ihr locker 500 Euro für das Porsche-Branding zahlt, aber wenn ihr diese Entscheidung trefft, dann darf der Preis keine Rolle bei der Entscheidung treffen. Wenn das bei euch so ist: Es ist ein verdammt spannendes Smartphone, vielleicht sogar das beste der ersten Jahreshälfte.

Das Mate RS fühlt sich an, als hätten Samsung und Huawei an einem Smartphone gearbeitet und eine Kombination aus Galaxy S9 und P20 Pro ist nun das Ergebnis.

Nur einen Punkt kann ich nicht ganz einschätzen: Die Update-Politik bei den Porsche-Smartphones. Hier habe ich leider keine Erfahrung. Das Mate 9 Porsche Design hat im Januar das Oreo-Update bekommen, sie werden also nicht vergessen. Das war jedoch das erste Modell von Porsche Design, wir müssen es also noch beobachten.

Das Testgerät wurde von uns von Huawei gestellt. Weitere Details gibt es auf der Produktseite von Porsche Design. Falls euch interessiert, wie wir Produkte testen, dann schaut hier vorbei. Bei Fragen schreibt uns in den Kommentaren.

Wertung des Autors

Oliver Schwuchow bewertet Huawei Mate RS Porsche Design mit 4.5 von 5 Punkten.

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