OnePlus 9 Pro im Test

Oneplus 9 Pro Header

Das OnePlus 9 Pro begleitet mich bereits seit einigen Tagen im Alltag und heute möchte ich euch mein Fazit zum neuen Android-Flaggschiff liefern.

Vor ein paar Jahren war OnePlus noch der Underdog, der Samsung und Co. mit aggressiven Preisen angreifen wollte. Mittlerweile ist man auf dem Massenmarkt angekommen und verlangt auch dementsprechend hohe Preise. Allerdings hat OnePlus mittlerweile einen anderen Anspruch und eine neue Zielgruppe.

Mit dem OnePlus 7 Pro wollte man bereits oben mitspielen, doch der Abstand zur Konkurrenz war noch sichtbar. Das wollte man mit dem OnePlus 8 Pro ändern und es ist ihnen auch gelungen – allerdings hatte das auch einen Preis. Das war dann wohl die Grenze, denn das OnePlus 9 Pro knüpft hier an und ist nicht teurer.

Video: OnePlus 9 Pro im Test

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OnePlus 9 Pro: Die Spezifikationen

  • Hersteller: OnePlus
  • Modellbezeichnung: 9 Pro
  • Preis: ab 899 Euro
  • Verfügbar: ab 31. März 2021
  • Größe: 163,2 x 73,6 x 8,7 mm
  • Gewicht inklusive Akku: 197 g
  • Betriebssystem: Android 11
  • Akku: 4500 mAh
  • Display: 6,7″ (OLED, 120 Hz, QHD+)
  • Kamera: Quad-Kamera (48, 50, 8, 2 MP)
  • Speicher: 128/256 GB
  • CPU: Snapdragon 888
  • RAM: 8/12 GB

Das sind nicht alle Spezifikationen des OnePlus 9 Pro. Auf der Webseite von OnePlus bekommt ihr noch mehr Informationen zum Android-Smartphone.

OnePlus 9 Pro: 50 Prozent schön

Aktuell liegen hier ein Samsung Galaxy S21 Ultra, ein Oppo Find X3 Pro, ein Xiaomi Mi 11 und nun das OnePlus 9 Pro auf dem Tisch und ich muss die Modelle ab und an anheben und mir die Rückseite anschauen, um die Unterschiede zu sehen.

Das soll nicht negativ gemeint sein, aber die Front ist mittlerweile eben identisch. Es gibt ein großes Display, wenig Rand, leicht gebogene Seiten und einen Rand aus Aluminium. Die Verarbeitung ist super, nur bei den Farben und der Kameraoptik gibt es noch Unterschiede. Wobei die Unterschiede hier auch geringer werden.

Oneplus 9 Pro Back

Die symmetrische Optik ist bei OnePlus verschwunden und es gibt jetzt eine kleine Kameraanordnung in der linken oberen Ecke. Kennt man so oder so ähnlich von den meisten anderen Herstellern auch. Finde ich aber ehrlich gesagt in Ordnung.

Das OnePlus 9 Pro gibt es in mattem Schwarz und Grün, was mir sehr gut gefällt, doch der Fokus beim Marketing liegt auf Silber, daher haben die meisten Medien auch diese Farbe bekommen. Schade, ist leider so gar nicht mein Fall.

Oneplus 9 Pro Farben

Die obere Hälfte der Rückseite gefällt mir, da sie matt und milchig ist, doch die untere Hälfte ist ein Hochglanzsilber und darin spiegelt man sich nicht nur sehr stark, es zieht auch Fingerabdrücke magisch an. Design ist subjektiv, ich weiß, aber mir sagt die silberne Version leider nur zu 50 Prozent (matter Bereich) zu.

OnePlus 9 Pro: Das beste Display

Die Überschrift sagt eigentlich alles und ich wiederhole, was ich bei den anderen Flaggschiffen von 2021 bereits gesagt habe: Samsung Display baut ein extrem gutes OLED-Panel mit QHD-Auflösung und 120 Hz und das hat auch OnePlus für das 9 Pro eingekauft. Es ist das derzeit beste OLED-Panel auf dem Markt.

Oneplus 9 Pro Front

Der Trend mit stark gebogenen Seiten geht zurück und auch hier sind diese nur noch leicht gebogen, was ich okay finde. Das Display ist extrem hell, hat gute Blickwinkel und das kleine Loch links oben stört mich nicht. Wenn jeder das beste Panel bei Samsung kaufen kann, kann sich aber auch keiner mehr abheben.

Ohne dieses Panel muss man in der Preisklasse aber auch nicht antreten.

OnePlus 9 Pro: Die neue Kamera

Die Kamera war für mich seit dem OnePlus 7 Pro keine Schwäche mehr, aber sie war auch kein Highlight. Nun gibt es eine neue Hasselblad-Kamera, wobei die Zusammenarbeit derzeit noch aus der Software besteht. Doch die ist entscheidend und was ich bisher getestet habe: Ja, OnePlus spielt nun ganz oben mit.

Mir gefällt, wie OnePlus die Bilder interpretiert, sie sind schön scharf, es gibt einen guten Nachtmodus und grundsätzlich bin ich mit der Hauptkamera zufrieden.

Oneplus 9 Pro Kamera

Bei der Ultraweitwinkel-Kamera gibt es den gleichen Sensor mit 50 MP, wie man ihn im Oppo Find X3 Pro findet (was für ein Zufall) und da habe ich ja bereits im Test gesagt, dass das der beste Ultraweitwinkel-Sensor derzeit ist. Das trifft auch auf der OnePlus 9 Pro zu, welches sehr gute Ultraweitwinkel-Fotos macht.

Beim Zoom gibt es leider nur eine Telefoto-Kamera und die ist okay, aber wie bei Oppo eher Durchschnitt. Eine gute Periskop-Kamera von Samsung oder Huawei kann da deutlich mehr. Als jemand, dem Zoom wichtiger als Ultraweitwinkel ist, ist das schade. Doch da müssen wir nun 2021 und das OnePlus 10 Pro abwarten.

Oneplus 9 Pro Kamera Header

Bei der vierten Kamera hat sich OnePlus für monochrom entschieden, was nicht ganz so sinnlos wie die Farbfilter-Kamera, aber für mich dennoch unnötig ist. Das ist irgendwie so ein „wir brauchen eine vierte Kamera“-Sensor. Da finde ich die Mikroskop-Kamera vom Oppo Find X3 Pro immerhin eine nette Spielerei.

Das OnePlus 9 Pro und Oppo Find X3 Pro bieten (abgesehen von der vierten Kamera) also im Prinzip das gleiche Gesamtpaket bei der Kamera. Und das kann ganz oben mitspielen, dürfte aber gerne einen etwas besseren Zoom bieten.

OnePlus 9 Pro: Es darf mehr passieren

Ich habe es schon oft gesagt und es bleibt dabei: Nach der Pixel-Oberfläche (und cleanen Oberflächen wie denen von Sony) ist OxygenOS bei Android mein Favorit. Das ist auch bei OxygenOS 11 und somit Android 11 so. Das OS ist schnell, es sieht gut aus und es bietet sinnvolle Möglichkeiten, um es etwas anzupassen.

Oneplus 9 Pro Android Apps

Doch wir haben 2021 und ich habe mir etwas vorgenommen: Nachhaltigkeit rückt in den Fokus und ein Auslöser war die Update-Garantie von Samsung. Dort gibt es drei Major-Updates und vier Jahre Sicherheitsupdates. OnePlus bietet nur zwei Major-Updates und drei Jahre Sicherheitsupdates. Das ist maximal „okay“.

OnePlus hat immer einen sehr großen Fokus auf die Software gelegt und 2018 mit der Update-Garantie geworben. Die ist aber im Jahr 2021 veraltet und könnte ein Upgrade vertragen. Zumindest drei Major-Updates sollten garantiert werden.

Oneplus 9 Pro Loch

Ganz ehrlich: Diese Hardware reicht für viele Jahre und es wird Zeit, dass die Software mitzieht. Vor allem von OnePlus hätte ich erwartet, dass man ein Beispiel für Samsung ist – und nicht umgekehrt. OxygenOS bleibt mein Favorit, aber das reicht mir nicht mehr. Mal schauen, ob sich das vielleicht 2021 ändern wird.

PS: In China ist OnePlus mittlerweile zu ColorOS von Oppo gewechselt. Es deutet sich noch nicht an, dass das auch bei uns passiert, wäre allerdings denkbar.

OnePlus 9 Pro: Akku noch mit Bug

Das OnePlus 9 Pro bietet einen großen Akku, dieser kann mit bis zu 65 Watt sehr schnell geladen werden und es gibt kabelloses Laden. Nutzt man ein Dock von OnePlus, dann sind sogar bis zu 50 Watt bei Qi möglich. Da ist also alles gut.

Im normalen Betrieb kam ich auch ganz gut mit dem OnePlus 9 Pro klar, allerdings hat es bei mir den Akku im Standby regelrecht leer gesaugt. Auch nach mehreren Ladezyklen war das kein normales Verhalten und über das Wochenende habe ich das Gerät einfach mal liegen lassen und der Akku war nach zwei Tagen leer.

Oneplus 9 Pro Silber

Das liegt voraussichtlich am Always-On-Display, allerdings nur, wenn man es die ganze Zeit aktiviert. Deaktiviert man es, kommt man auf eine gute Akkulaufzeit. Ich habe mich da auch mit anderen Testern abgesprochen und befinde mich derzeit noch im Gespräch mit OnePlus. Es scheint also einen AOD-Bug zu geben.

PS: Mir ist klar, dass ein dauerhaftes AOD mehr Akku benötigt, aber so ein Feature sorgt dennoch nicht dafür, dass ein Smartphone nach zwei Tagen Standby leer ist.

OnePlus 9 Pro: Sonstiges

  • Es gibt Stereo-Lautsprecher, allerdings ist der Unterschied zwischen den zwei Speakern groß. Der untere Speaker klingt sehr gut, ist klar und laut, doch der obere Speaker ist leise und dumpf. Das sorgt für einen komischen Stereo-Effekt in der Hand, der leider nicht gut ausbalanciert ist.
  • OnePlus setzt auf einen optischen Fingerabdrucksensor unter dem Display, der wie die meisten recht zuverlässig und schnell funktioniert. Er ist nicht so sicher wie der Ultraschall-Sensor von Qualcomm (den Samsung verbaut), aber es ist okay. Man kann das OnePlus 9 Pro auch mit dem Gesicht entsperren, aber da wird nur ein Foto gemacht und es gibt keinen 3D-Sensor.

Oneplus 9 Pro Hand

  • Für mich ein Muss in dieser Preisklasse und ein Nachteil, wenn es fehlt: Eine IP68-Zertifizierung. Das OnePlus 9 Pro besitzt eine.
  • Es gibt 128 oder 256 GB internen Speicher und die 128 GB in der Basisversion finde ich gut. Der Speicher kann jedoch nicht erweitert werden.
  • OnePlus verbaut seit ein paar Generationen einen guten Vibrationsmotor und das ist auch hier der Fall. Er ist nicht ganz auf dem Level vom Google Pixel oder Apple iPhone, aber gut. Ein Punkt, der oft unterschätzt wird.
  • Der Alter Slider (Laut, Vibration und Lautlos) ist weiterhin vorhanden. Da ich mein Smartphone aber nur lautlos nutze, ist mir das bis heute egal.

OnePlus 9 Pro: Mein Fazit

Das OnePlus 9 Pro erinnert mich extrem an das Oppo Find X3 Pro und man merkt hier deutlicher denn je, dass das zwei fast baugleiche Smartphones sind, wo BBK die Komponenten für beide Marken eingekauft hat. Das hat auch den Vorteil, dass man erstklassige Produkte die das OLED-Panel von Samsung bekommt.

Das OnePlus 9 Pro bietet allerdings, wie auch Oppo, ein erstklassiges Gesamtpaket für mich und die Schwäche mit der Kamera ist auch Geschichte. Wobei es bisher keine Schwäche war, aber nun spielt man für mich ganz oben mit. Nur der Zoom darf noch besser werden, aber da bin ich guter Dinge für nächstes Jahr.

Oneplus 9 Pro Hand Back

Der für mich interessante Punkt ist nun der Preis, denn mit einer UVP von 899 Euro ist das OnePlus 9 Pro ein paar Euro günstiger, als das Oppo Find X3 Pro. Es ist aber ein fast identisches Smartphone, daher die logische Empfehlung. Ich habe sogar ein paar Punkte vom Oppo Find X3 Pro-Test kopiert, weil sie identisch sind.

Von meiner Seite gibt es also eine klare Kaufempfehlung und ich bin auch froh, dass OnePlus den Preis in diesem Jahr nicht angehoben hat. 899 bzw. 999 Euro sind ausreichend und OnePlus ist kein Samsung. Der einzige Punkt, den ich mir neben einer besser Zoom-Kamera wünschen würde, wären mehr Updates.

Wertung des Autors

Oliver Schwuchow bewertet OnePlus 9 Pro mit 4.5 von 5 Punkten.

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