Roamer-App: Kosten sparen im Ausland

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Roaming-Gebühren sind eins der größten Probleme bei Auslandsaufenthalten. Sie können ein Loch ins Portemonnaie hinein fressen – man spricht dabei von Lochfraß. Roamer möchte mit seinem Dienst die Kosten im Zaum halten und ich hatte für den MWC Gelegenheit, das auszuprobieren.

Die für Android und iOS verfügbare App funktioniert nach dem Prinzip der Rufumleitung. Im Heimatland, typischerweise direkt vorm Boarding, parkt man seine Nummer. Unter Android wird das dank entsprechender Rechte direkt erledigt, unter iOS ist ein wenig Kopieren und Einfügen nötig. Mit dem Parken werden alle Anrufe auf eine Nummer umgeleitet, die von Voxbone verwaltet wird und so herkömmliche Anrufe in VoIP-Anrufe umwandelt.

Vor Ort am Reiseziel gilt es nun, eine Prepaidkarte zu kaufen. Wichtig: Ein gewisser Datentarif sollte vorhanden sein, um die Karte von Roamer bestätigen zu lassen. Aber mal Butter bei die Fische: Einen Datentarif braucht man eh. Mir wurde eine Hits Mobile-Karte mit 5 € Guthaben und 500 MB Daten inklusive zur Verfügung gestellt, das Datenvolumen war allein schon für Verbindungsabfragen in Google Maps Gold wert. Und wie weit komme ich denn mit 10 € in den ach so tollen Auslands-Datenpaketen der hiesigen Anbieter? Bei meinem Provider wären es 100 Megabyte – bei Hits gibt es ein Gigabyte für 10,77 €, das ich nach drei Tagen nachgebucht habe.

Sollte das Smartphone keine Datenverbindung aufbauen können, muss der APN nachgetragen werden. Hier sollte man sich im Vorfeld über die Einstellungen informieren. Und dann kann es auch schon losgehen. 50 Cent Startguthaben für internationale Gespräche sind in Roamer vorhanden, mehr gibt es per In-App-Kauf. Für den Test wurden mir 10 € zur Verfügung gestellt. Eingehende Anrufe werden in Spanien mit 0,05 € pro Minute abgerechnet, ausgehende ziehen 0,10 € pro Minute vom Guthaben ab. Hierbei wird sekundengenau abgerechnet, auf das Prepaid-Guthaben für lokale Gespräche hat es selbstverständlich keinen Einfluss.

Ruft man jemanden an, wird innerhalb von 15 Sekunden eine Verbindung aufgebaut, eine Computerstimme bittet, den Anruf entgegenzunehmen, und im Display erscheint ein Anruf der eigenen Nummer. Nach Abheben wird man zum gewünschten Gesprächspartner weiterverbunden, der wiederum eure deutsche Nummer im Display sieht.

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Die Gespräche sind klar und hervorragend verständlich. Einziger Wermutstropfen bei der Umleitung: Textnachrichten, die auf die geparkte Nummer eingehen, werden nicht weitergeleitet, da etwas derartiges nicht von den Netzbetreibern angeboten wird. Beim Entparken Mittwoch zurück in Deutschland bekam ich zwei SMS mit Nachfragen, ob ich zum Termin am Dienstag erscheine. Doof – andererseits, warum schickt man zwei SMS und ruft nicht an? Die Lösung ist hier entweder ein Zweitgerät, in das man die deutsche SIM mit deaktivierter Datenverbindung einlegt, oder ein Dual-SIM-Gerät. Beides aber nicht ideal. Apropos Entparken: Das funktioniert wieder wie das Parken, nur mit GSM-Code für’s Aufheben der Rufumleitungen.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Service. Es gilt aber ein paar Dinge zu beachten:

  • Lohnt es sich? Man darf nicht vergessen, dass Kosten für die Auslands-SIM anfallen und die Mindestaufladung nach dem Startguthaben in der App 9,99 € beträgt.
  • Wo bekomme ich eine lokale SIM her? Die wenigsten lassen sich von Deutschland aus bestellen. Hat man wie ich eine Unterkunft über Airbnb gebucht, kann man hier im Vorfeld mit dem Gastgeber in Kontakt treten.
  • Guthaben auf der Prepaid-SIM verfällt. Das gilt aber unabhängig von Roamer, hier sollte man darauf achten, dass nicht zu viel Guthaben auf der Karte lagert, wenn man nicht drei Monate später wieder vor Ort ist.

Hier noch die Links zur App für Android und iOS:

Roamer -  Kostenlose Roaming
Preis: Kostenlos

Wäre Roamer bei eurem nächsten Auslandsaufenthalt eine Überlegung wert?

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