Ruhe in Frieden Google Reader

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Noch wenige Stunden. Google wird, wie am 14. März angekündigt, den Reader heute abschalten. Die Gründe für das Ende sind, und das mag nicht allen gefallen, klar. Wir haben das Thema hier in den letzten Wochen immer mal wieder behandelt und werden es in den kommenden Wochen auch weiterhin tun, denn ein Feed-Reader ist nicht nur ein Werkzeug, mit dem wir hier im Blog arbeiten, es ist unserer Meinung nach auch immer noch ein Dienst, der auch für normale Nutzer interessant sein kann. Vielleicht nicht in der Form, wie es der Google Reader getan hat, aber ich glaube es gibt ein Modell, welches eine Daseinsberechtigung besitzt. Gefunden wurde es wohl noch nicht, auch wenn es bereits sehr viele Ideen (Flipboard und Co.) da draußen gibt.

Was zu tun ist/war wurde in den letzten Wochen, und auch gestern von uns, oft genug erwähnt. Jetzt gilt es die Alternativen zu beobachten und abzuwägen, welcher Dienst hier wohl die beste Zukunft hat. Ich gehöre ehrlich gesagt zu den letzten, die komplett umgestiegen sind. Erst am Wochenende habe ich mir den Reader bei AOL, Digg und natürlich auch Feedly eingerichtet. Letzteres dürfte vorerst meine erste Wahl werden, wobei das ohne Reeder momentan eher eine Qual unterwegs ist. Ich hoffe das Update wird dann die Tage im App Store landen. Auf dem Desktop habe ich übrigens noch keinen Favoriten, hier tendiere ich momentan eher zur Alternative von AOL. Wobei diese ohne Apps (es gibt APIs für Entwickler) gar keinen Sinn für mich macht.

Als Google das Ende im März bekannt gab, war ich übrigens auch erst wie alle anderen enttäuscht, hatte dann aber Hoffnung, dass dieses Ende endlich mal ein paar gute Alternativen für uns bieten wird. Doch jetzt, wo der Reader endgültig abgeschaltet wird, sehe ich diesen Punkt kritisch. Alle Dienste, bei Feedly geht das noch, hängen hinterher und auch für größere oder große Unternehmen wie Digg und AOL war die Zeit einfach zu kurz, um eine entsprechende Alternative zu basteln, die den Kunden am Tag X abholt und ihm entweder seine gewohnte Umgebung im neuen Gewand, oder aber auch eine komplett neue und vielleicht auch bessere Oberfläche zu bieten.

Es bleibt ein fader Beigeschmack und ich bleibe auch weiterhin bei meiner Meinung, dass Googles Entscheidung den Reader einzustellen falsch ist. Und selbst, wenn man bei Google felsenfest davon überzeugt ist, dass dieses Modell veraltet ist und sich nicht mehr lohnt, dann hat man den Abstand zwischen Ankündigung und Ende definitiv zu kurz gewählt. Knapp 3 Monate sind viel zu wenig Zeit für kleine Dienste und wie man sieht auch für große Unternehmen. Die Struktur eines Reader mag simpel sein, das Netzwerk bestehend aus perfekter Synchronisation, eigenen Anwendungen und APIs für Entwickler benötigt aber eben einfach mehr Zeit. Doch all das Jammern hilft jetzt auch nichts mehr, denn wir als Nutzer können es leider nicht ändern.

Es bleibt also nur eins zu sagen; Ruhe in Frieden Google Reader.

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