Samsung Galaxy Note im Alltagstest

Nachdem ich mir das Samsung Galaxy Note bereits auf der IFA genauer angeschaut habe und hier bereits die Makroaufnahmen vom HD-Display verbloggt habe, möchte ich nun auch meine Erfahrungen aus dem Alltag mit dem Gerät wiedergeben. Diverse Tipps und Trick zum „Smartlet“ habe ich auch zudem hier bereits zusammengestellt. Da das Teil bereits in der Vergangenheit etwas polarisiert hat, will ich nochmal darauf hinweisen, dass ihr hier nur meine persönliche Meinung finden werdet. ;)

Beim Samsung Galaxy Note hat mich in erster Linie das hochauflösenden 5,3-Zoll-Super-AMOLED-Display mit 1.280×800 Pixel (285 ppi) Auflösung interessiert, denn obwohl es eine PenTile-Matrix hat, habe ich mir bei der Auflösung einiges erhofft. Meine Erwartungen wurden in diesem Bereich voll erfüllt, denn am Screen an sich und der Farbwiedergabe gibt es meines Erachtens nichts auszusetzen. Zudem weiß die Auflösung zu überzeugen.

Wenn vom Netzbetreiber gewünscht sollte eigentlich ein NFC-Chip verbaut sein, dem Gerät, welches man frei in den Onlineshops hierzulande finden kann, ist dieser aber nicht verbaut. Schade, da es dafür aber kaum Anwendungsgebiete gibt, durchaus verschmerzbar.

Die Kamera, welche Videos in 1080p aufnehmen kann, löst mit 8 Megapixel auf. Die Qualität ist akzeptabel, haut mich aber von der Farbstärke her nicht vom Hocker. Zudem muss man ehrlich sagen, dass ein Schnappschuss mit einem Gerät dieser Größe deutlich schwerer fällt, als mit einem kompakteren Smartphone.

Hier habe ich mal fix ein Demovideo bei normalem Tageslicht gemacht. Darsteller in diesem Fall meine Katze und eine seit 2 Monaten tote Pflanze auf unserem Balkon. :D

[lightbutton link=“https://plus.google.com/photos/104563933054749192604/albums/5677074659404842305″]Testaufnahmen bei Google+[/lightbutton]

Ich habe das Galaxy Note noch mit Android 2.3.5 getestet, es steht allerdings bereits ein Update auf Android 2.3.6 über Samsung Kies bereit. Der hauseigene Messenger ChatOn, der eigentlich vorinstalliert sein sollte, war noch nicht an Board. Stört mich nicht weiter, denn den könnte man über den Android Market nachinstallieren, wenn es denn überhaupt schon jemand nutzen würde.

Im Inneren versorgt ein 1,4 GHz Dual-Core-Prozessor das Gerät mit ausreichend Leistung. Ich könnte während der Nutzung keinerlei Denkpausen oder Stocker finden. Das Teil rennt auch trotz der gesteigerten Auflösung astrein. Zudem kommt man mit dem Akku, der satte 2500 mAh groß ist, locker über den Tag. Hier hätte ich aufgrund des Screens einen höheren Verbrauch erwartet, war aber positiv überrascht.

Der Eingabestift S-Pen soll eigentlich die Bedienung auf dem großen Display erleichtern, konnte mich aber nicht begeistern. Es nervt mich eigentlich immer, dass man für Zurück und Menü eine spezielle Geste ausführen muss, anstatt einfach die Tasten nutzen zu können. Zudem muss man ehrlich sagen, der Stift ist ziemlich mickrig für das große Gerät.

Leute mit großen Händen, die sich solch ein riesen Gerät kaufen sollen dann mit diesem fummeligen Plastestift klar kommen? Spaß macht das nicht, zumindest, wenn man über die ersten witzigen Sachen und das Ausprobieren hinaus ist. Zudem erachte ich es als Konstruktionsfehler, dass sich die einzige Taste daran weder vom Stift abhebt bzw. keine Struktur hat, noch andersfarbig ist.

Vor jeder Aktion, welche die Taste benötigt (z.b. auch bei den Gesten), muss man schauen wo diese liegt. Der Stift dreht sich ja immer etwas bei der Benutzung in der Hand. Das hat mich eigentlich am meisten genervt.

Ansonsten kann man sagen, dass das Äußere eine gute Figur macht, aber auch recht langweilig daher kommt. Getraut hat sich Samsung hier definitiv nichts. Dafür ist das Gerät aber schön schlank und fühlt sich trotz des Kunstoffgehäuses relativ wertig an.

Der Headset-Anschluss ist oben, die dicke Mitteltaste hat einen guten Druckpunkt, der Stift sitzt sicher und fest im Gehäuse. Die Verarbeitung ist allgemein sehr gut. Etwas ungewöhnlich für mich ist das aufgesetzte Display, denn dieses ist nicht am Rand im Gehäuse versenkt, sondern wirkt so, als ob es oben auf dem Gehäusekörper aufliegt.

Ich muss kein großes Geheimnis daraus machen, dass ich Samsungs TouchWiz-Oberfläche noch nie sonderlich mochte. Sie bietet jede Menge Funktionen und ist gut durchdacht, keine Frage, aber irgendwie will ich damit einfach nicht warm werden. Gerade für Einsteiger ist sie sicher top, da viele Apps, optische Leckerbissen und sinnvolle Optionen im Alltag helfen. Ich ziehe dann doch lieber Stock-Android (also von der Stange) oder den Go Launcher EX vor.

Wenn ich daran denke, wie geil Android Ice Cream Sandwich daher kommt und wie schade es wäre, wenn Samsung das mit TouchWiz überdeckt, finde ich das schon schade. Aber ich will nicht nur meckern, denn rein von der Softwareanpassung hat es Samsung wirklich drauf.

Im Gegensatz zu Motorola oder LG rennt das gesamte System nur so vor sich hin. Hier muss man keine Angst haben, dass durch ein paar Anpassungen das gesamte Gerät so gut wie unbrauchbar wird. Das gefällt mir, denn es verschafft eine gewisse Sicherheit. Auch vor dem Kauf.

Es sind zudem nützliche Apps vorinstalliert, welche zum einen direkt auf den Eingabestift abgestimmt sind und zum anderen das System erweitern. Nützlich sind der Foto- und Videoeditor, oder der Music Hub, Social Hub sowie Readers Hub. Optisch sind die Apps alle ziemlich ansprechend, dass man sich aber am Design von Apple orientiert hat, lässt sich hier wohl kaum abstreiten.

In meinem Test kamen eigentlich alle nachinstallierten Apps mit der gesteigerten Auflösung klar. Man kann mit dem Tool Spare Parts zudem ein Aufblähen von älteren Apps erzwingen. Das klappt aber nicht immer und führt selten zu hässlichen Grafikfehlern. Hier muss man also einfach ein wenig rumprobieren.

Fazit

Was bleibt nach über 2 Wochen Dauernutzung übrig? Bei mir in erster Linie gemischte Gefühle. Auf der einen Seite liebe ich das Display, die Schnelligkeit und die Verarbeitung, auf der anderen Seite ist es mir als täglicher Begleiter einfach zu groß. Ich habe ein Tablet, ich habe ein Smartphone und ich habe eins nicht, auch nur ansatzweise Bock unterwegs mit so einem Stift auf einem Smartlet rumzufummeln. Der Stift ist immer dann praktisch, wenn ich theoretisch auch etwas anderes zur Hand hätte, mit dem ich mir auch etwas notieren könnte. Also zu Hause oder im Büro. Sobald man mal beim Einkaufen ist, im Auto oder zu Fuß unterwegs, empfand ich ihn als genau so unpraktisch wie die Bedienung einer Software-Tastatur im Gehen.

Ich weiß nicht woran es liegt, aber mir persönlich fehlt einfach unterwegs der Zweck für den Stift. Ich habe die letzten zwei Jahre immer in wenigen Sekunden etwas in meinen Androiden notiert und habe bis heute nicht das Gefühl, dass ich das lieber handschriftlich gemacht hätte, oder lieber hingemalt hätte. Ich denke ihr wisst, was ich meine.

Wer vorher weiß, dass er einen praktischen Nutzen durch die Eingabe mit Stift und durch den großen Screen hat, kann rein technisch nicht viel falsch machen. Zwar konnte mich die Kamera nicht gerade vom Hocker hauen und auch die Einhandbedienung ist durch die Größe so gut wie unmöglich, aber unterm Strich hat Samsung da ein gutes Gesamtpaket geschnürt. Ich kann mir noch nicht vorstellen, dass es ein Gerät für den Massenmarkt wird, denn jeder der das Display, den Stift und die Größe im ersten Moment toll fand, hat nach wenigen Augenblicken bemängelt, dass es zu groß wäre.

Eventuell ist es wirklich nur ein „Nerd-Gerät“, denn so viel Zuspruch, wie es in meinen Onlinenetzwerken bekommt, konnte ich im „echten“ Leben nicht erfahren. Für mich war es eine kurze Reise mit dem Samsung Galaxy Note, ein Gerät welches ich aus vielen Gründen mag, aber auch ohne es zu vermissen wieder abgeben kann.

Das Samsung Galaxy Note wurde uns freundlicherweise vom Onlineshop Getgoods, bei dem es Handys, Smartphones sowie jede Menge weitere (mobile) Technik gibt, zur Verfügung gestellt. Das Gerät selbst ist natürlich auch in deren Shop zu haben. Danke für den unkomplizierten Kontakt.

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