Bestand an Elektroautos wächst dreimal schneller als die öffentliche Ladeinfrastruktur

Volvo Elektro Laden

Mit Blick auf den Umstieg auf Elektromobilität haben Privathaushalte in Deutschland insbesondere Bedenken bezüglich der Ladeinfrastruktur, wie eine Sonderauswertung (PDF) des KfW-Energiewendebarometers durch KfW Research zeigt.

Vor diesem Hintergrund ist es beachtenswert, dass der Fahrzeugbestand zuletzt deutlich stärker gewachsen ist als die Lademöglichkeiten. In Deutschland erfolgte bislang ein tendenziell gleichmäßiger Ausbau der öffentlichen Ladepunkte. Hier besteht allerdings die Gefahr, dass vornehmlich Ladepunkte in dünn besiedelten Regionen nicht kostendeckend angeboten werden können, da diese verhältnismäßig wenig genutzt werden.

In Ballungsgebieten sind hingegen bei einem weiteren Anstieg der Elektrofahrzeuge höhere Nutzungsraten zu erwarten. Öffentliche Ladepunkte werden daher hauptsächlich in dicht besiedelten Gebieten benötigt. In ländlichen Regionen können hingegen verstärkt private Ladepunkte genutzt werden. Dies erklärt sich unter anderem aus der Verfügbarkeit privater Stellplatzmöglichkeiten, wie die Ergebnisse des KfW-Energiewendebarometers 2021 zeigen.

So gaben in kreisfreien Großstädten rund 19 % der Haushalte mit Auto an, einen geeigneten eigenen Stellplatz nutzen zu können, während der Wert in ländlicheren Regionen mit 34 % fast doppelt so hoch lag.

In den letzten beiden Jahren ist der Bestand an Elektroautos dreimal stärker gewachsen als die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte. Setzt sich dieser Trend fort, könnte dies für die Praxistauglichkeit der Elektromobilität zum Problem werden. Die Ladeinfrastruktur muss nun mit der dynamischen Entwicklung bei den Elektroautos Schritt halten, um den Umstieg auf die Elektromobilität attraktiv zu machen.

– Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW

In allen Regionen Deutschlands ist der Wunsch nach mehr öffentlichen Lademöglichkeiten jedoch hoch. Im KfW-Energiewendebarometer gaben mehr als 50 % der Haushalte an, sich die Anschaffung eines Elektroautos bislang aufgrund der unzureichenden öffentlichen Ladeinfrastruktur nicht vorstellen zu können. In kreisfreien Großstädten ist dies mit rund 56 % sogar der meistgenannte Grund.

Ich kann die Ergebnisse der Studie durchaus nachvollziehen. Für mich persönlich wären allerdings nicht nur die öffentlichen Lademöglichkeiten in Ballungsgebieten interessant, sondern auch dort eher die privaten Lademöglichkeiten, die oftmals schlicht an festen Stellplätzen scheitern. Gerade aufgrund der Strafgebühren, wenn man zu lange auf einem Ladeplatz steht, sind die öffentlichen Lademöglichkeiten „nach Feierabend“ eher uninteressant für mich.

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  1. MadKiefer 🌟

    Witzig, gestern erst im Hybrid drüber gesprochen, als wir von Fulda nach Mainz gefahren sind. Sehr magere Anzeige von Ladestationen – uff. Aber dafür 2 Tesla Charger an nem privaten Hof gesehen, als wir vorbei gefahren sind.

    Hier muss – pun intended – echt mal Gas gegeben werden.

    Allerdings kann es auch anders aussehen: Routenplanung von Fulda nach Gardasee – echt gut! Ne Menge Ladesäulen verfügbar.

  2. Kai 👋

    Es muss einfacher gemacht werden, dass privatpersonen ihre Ladebox(en) anderen bereitstellen können. Zentrale App, einfaches Abrechnen, direkte Besteuuerung ohne Nacharbeit. Dann ist jedem selbst freigestellt, ob sie es bei sich zulassen oder eben nicht. mEn die schnellste/einfachste Art, um mehr Ladestationen verfügbar zu machen.

  3. Teimue ☀️

    Das wird ein Fiasko. Mehr Ladestationen nützen nichts, wenn dafür demnächst nicht genug Strom da sein wird. Der Stromverbrauch wird in den nächsten Monaten und Jahren sehr stark steigen. Alle, die es finanziell können, wollen vom Gas weg. Es gibt immer mehr BEVs. Dagegen wird fast nichts für die Energiespeicherung getan. Wenn wir es nicht hinbekommen, den Stromüberschuss (z.B. 70% Regel) vom Sommer irgendwie in den Winter zu bekommen, wird es bei kaltem Wetter und Windflaute unweigerlich zu BlackOuts kommen. Wir fahren sehenden Auges gegen die Wand.

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