Chaos Computer Club überlistet Video-Ident-Verfahren

Phone Sicherheit Security

Sicherheitsforscher des Chaos Computer Clubs (CCC) haben nach eigenen Angaben erfolgreich die gängigen Lösungen für videobasierte Online-Identifizierung (Video-Ident) überwunden. Genauer gesagt ist dies Martin Tschirsich gelungen, der das Vorgehen detailliert festgehalten hat (PDF). Dabei hat Tschirsich sich unter anderem Zugriff auf die elektronische Patientenakte einer Testperson verschafft.

Trotz nachgewiesener prinzipbedingter Sicherheitsmängel wird die videobasierte Online-Identifizierung, kurz Video-Ident, inzwischen regelmäßig zur Absicherung digitaler Unterschriften, elektronischer Patientenakten, von Sozialdaten und mehr eingesetzt. Dabei wird ein in die Kamera gehaltenes ID-Dokument mit der zu identifizierenden Person abgeglichen und im Videobild auf Echtheit geprüft.

Angriffe bleiben unerkannt

Der Bericht beschreibt einen neuen Angriff auf das Verfahren mit und ohne menschlichen Operator, basierend auf videotechnischer Neukombination mehrerer Quell-Dokumente. Das Schadpotential wird praktisch demonstriert, indem unter falscher Identität auf elektronische Patientenakten zugegriffen sowie qualifizierte elektronische Signaturen erzeugt werden. Die Angriffe bleiben unerkannt.

Die auch für Laien zugängliche Angriffstechnik bedarf geringer Vorbereitungszeit und bedingt keine relevanten Kosten. Vom weiteren Einsatz des Video-Idents wird abgeraten, so Tschirsich in seinen Ausführungen.

Der CCC fordert, diese unsichere Technologie nicht mehr dort einzusetzen, wo ein hohes Schadenspotential besteht. Die gematik hatte als Reaktion die weitere Nutzung von VideoIdent-Verfahren für die Ausgabe von Identifizierungsmitteln zur Nutzung in der Telematikinfrastruktur (TI) als nicht mehr zulässig erklärt und verfügt, dass die Krankenkassen das VideoIdent-Verfahren ab sofort aussetzen. Der Verband Bitkom ist davon nicht begeistert.

Corona-Warn-App: Neues Zertifikat für „frisch geimpft“

Corona Warn App Header

Die Corona-Warn-App soll laut Gesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach zukünftig den Impfstatus offensichtlicher darstellen. Die Corona-Warn-App wird im anstehenden „Corona-Herbst“ eine größere Rolle spielen, als zunächst gedacht. Wie der Gesundheitsminister erläutert, sollen sich mit der App „frisch geimpfte“ Personen einfacher kontrollieren…10. August 2022 JETZT LESEN →


Fehler melden2 Kommentare

Bitte bleibe freundlich.

  1. JMS ☀️

    Danke. Besser wieder zur Post rennen. Ist sicherer.

  2. max 🔅

    "Überraschung" nicht ohne Grund wird seit längerer Zeit vor dieser Methode gewarnt

Schreibe einen Kommentar    

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Durch das Absenden eines Kommentars stimmst du der Speicherung deiner Angaben gemäß unserer Datenschutzerklärung zu.

Um mobiFlip.de nutzen zu können, müssen Cookies in Deinem Browser aktiviert sein.