Nothing Phone 1: Carl Pei äußert sich zur Update-Kritik

Nothing Phone 1 Schwarz Header

Warum gibt es keine IP-Zertifizierung, wenn die Preise steigen? Warum fehlt das kabellose Laden, obwohl die Geräte dicker werden? OnePlus hatte bisher immer einen Grund, wenn man einen Nachteil erklären musste. Man konnte sich aber nie offen hinstellen und eingestehen, dass man etwas schlechter als andere macht.

Das ist übrigens immer noch so, wie man beim Alert Slider sieht. Wobei OnePlus dazu gelernt hat und immerhin zugibt, dass es nicht optimal ist. Einen „Grund“ hat man aber immer. Und diese Strategie führt Carl Pei, der OnePlus geleitet hat und mit Nothing jetzt eine eigene Marke hat, weiter. Und das schon beim ersten Gerät.

Carl Pei äußert sich zur Kritik

Das Nothing Phone 1 bekommt Android 13 erst nächstes Jahr, irgendwann Ende 2022 soll es eine erste Beta geben und im ersten Halbjahr ist der Release geplant. Wir sprechen also vermutlich schon über Android 14, wenn das Update kommt.

Dieser Schritt wurde kritisiert, denn es erwartet keiner, dass man so schnell wie Samsung und Co. ist, aber schneller. Jetzt hat sich Carl Pei auf Twitter geäußert:

Seit der Markteinführung von Phone (1) im letzten Monat haben wir das Feedback genau beobachtet und bereits 3 System-Updates mit kontinuierlichen Verbesserungen der Kameraqualität, der Akkulaufzeit und neuen Funktionen veröffentlicht.

Es ist ja schön, dass man Fehler nach dem Marktstart ausbessert, aber das ist ein anderes Thema, das erwartet man. Und die zweite Aussage setzt genau hier an:

Wir arbeiten zwar rund um die Uhr, aber wir werden uns mit den Updates nicht auf Kosten der Benutzerfreundlichkeit beeilen. Dies gilt auch für das auf Android 13 basierende Nothing OS, von dem wir bis Ende des Jahres eine Betaversion und Anfang 2023 eine Vollversion veröffentlichen wollen.

Die Entscheidung, dass die Benutzerfreundlichkeit nicht leidet, ist super. Die leidet aber nicht, wenn man ein Update schnell liefern möchte. Denn man kann mit mehr Personal dafür sorgen, dass die Qualität optimiert wird. Samsung, OnePlus und Co. liefern die Updates auch schneller aus, sie haben ein passendes Team dafür.

Carl Pei impliziert damit, dass es nicht anders geht. Stimmt auch, aber das liegt daran, dass man sich die Kosten für besseren Support sparen möchte. Das ist auch gar nicht so tragisch, aber dann kann man auch offen dazu stehen. Schwieriger Start, aber mir ist eben eine gute Update-Politik wichtig, sowas ist auch subjektiv.

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Bitte bleibe freundlich.

  1. Christian 🎖

    Das typische Rhabarber Gelabber.

    Wer dem Hype gefolgt ist und nun die nüchternen Tatsachen präsentiert bekommt, darf sich nicht beschweren. Der Typ ist für mich auf der Grenze zum Hochstapler unterwegs.

    Viel heißere Luft um nichst.

  2. Tom 🎖

    > Warum gibt es keine IP-Zertifizierung, wenn die Preise steigen?

    Wieso wird das auf dieser Seite jedes Mal so hochgehängt? Ich wiederhole: Die Zertifizierung ist nur für's Marketing. Die kostet Geld und bringt nichts. Sehr viele Geräte, welche diese Zertifizierung nicht bezahlt (!) haben, erfüllen dennoch die Voraussetzung dafür. Ich muss es jedenfalls nicht unbedingt haben, für ein sinnloses Marketing-Sigel draufzuzahlen. Und er zweite Teil der Frage ist sowieso sinnlos. Wie können die Preise steigen, wenn es doch das erste Smartphone des Herstellers ist? Und solltest das viel mehr auf die Ausgaben des Herstellers beziehen, dann würde das auch keinen Sinn ergeben, weil das dann ja ein Argument dafür und nicht dagegen wäre, auf die Zertifizierung als unnötigen Kostenfaktor zu verzichten.

    > Warum fehlt das kabellose Laden

    Noch so ein Feature, auf das ich gut und gerne verzichte. Völlig überbewertet. Das Gerät, um das Smartphone kabellos aufzuladen, ist doch auch wieder an einer Steckdose. Und dafür dauert das Aufladen sogar länger und das Smartphone kann währenddessen nicht wirklich genutzt werden.

    > Denn man kann mit mehr Personal dafür sorgen, dass die Qualität optimiert wird. Samsung, OnePlus und Co. liefern die Updates auch schneller aus, sie haben ein passendes Team dafür.

    War dein Argument nicht gerade noch "wenn die Preise steigen"? Für eine sinnlose Zertifizierung sollte Geld ausgegeben werden. Aber Personalkosten sind um ein Vielfaches höher. Und ein recht neues Tech-Startup, welches sein erstes Smartphone auf den Markt bringt, auf eine Stufe mit Samsung oder OnePlus zu stellen, ist auch ziemlich albern. Das hilft die Vorgeschichte des Gründers kein Stück. Selbstverständlich können die sich keine vergleichbare Teamgröße leisten.

    1. „Die Zertifizierung ist nur für's Marketing.“

      Nein ist sie nicht, damit zeigt man, dass es eine Zertifizierung gibt. Wenn es nur das wäre, hätte OnePlus das auch einfach selbst garantieren können. Haben sie aber nicht. Und man hat noch darauf verzichtet, als die Preise schon auf einem ähnlichen/gleichen Level waren, das Argument zählte also auch nicht mehr.

      „Noch so ein Feature, auf das ich gut und gerne verzichte.“

      Ist ja auch okay, wenn man es nicht verbaut. Dann aber einfach sagen, dass man es nicht möchte, es zu teuer ist oder was weiß ich. OnePlus nannte immer einen Grund, der mit Argumenten widerlegt werden konnte, nur darum geht es, nicht um deine persönliche Vorliebe.

      „Selbstverständlich können die sich keine vergleichbare Teamgröße leisten.“

      Man kann es vergleichen, weil sie sich auch offen mit der Konkurrenz messen und diese kritisieren. Und doch, eine Führungspersönlichkeit, die zwei Marken beim Marktführer groß gemacht hat, ist kein neues Tech-Startup.

      Davon abgesehen: Wenn man es sich nicht leisten möchte, fein, würde keiner was sagen. Aber dann nicht irgendwelche Gründe nennen.

  3. Holunderspecht ☀️

    'Die leidet aber nicht, wenn man ein Update schnell liefern möchte. Denn man kann mit mehr Personal dafür sorgen, dass die Qualität optimiert wird.'

    Die Aussage kann ich so nicht zu 100% unterschreiben – mehr Personal bedeutet nicht zwingend bessere Qualität. Samsung, OnePlus und Co. sind in dem Fall auch keine Firmen die erst "seit gestern" in der Smartphonebranche unterwegs sind.

    Ich will das Vorgehen von Pei nicht verteidigen, finde den Vorwurf in dem Artikel gepaart mit "Man könnte das ja auch einfach so und so machen, wär doch easy…" etwas vorschnell geurteilt.

    1. Stimmt auch wieder, mehr ist nicht gleicht besser. Wobei Carl Pei auch nicht erst seit 2022 hier tätig ist, er hat beim Weltmarktführer (BBK) zwei große Marken geleitet. Er weiß, was nötig ist und hat Erfahrung.

      1. Holunderspecht ☀️

        Das ist wohl wahr, deswegen finde ich auch, dass man ihn da nicht komplett aus der Kritik nehmen kann. Bin aber gespannt wie er nothing weiter ausbaut und ob er es in einigen Jahren auch so fallen lässt wie einst OnePlus

  4. Peter 👋

    Die Behauptung, dass mehr Entwickler automatisch zu einer schnelleren Entwicklung (hier: Update-Verfügbarkeit) führen, ist ein häufiger Trugschluss.

    Parabel: Eine Schwangere bekommt in neun Monaten ein Kind; neun Schwangere bekommen das Kind in nur einem Monat.

    1. Wurde ja jetzt mehrfach besprochen. Aber schlechtes Beispiel, denn die neun Schwangeren „arbeiten“ nicht alle an einem Kind, sondern jeder an einem eigenen. Das Team von Nothing arbeitet aber nicht an neun Smartphones, sondern einem.

  5. coolKid 👋

    Reicht doch. Das Teil läuft einwandfrei.
    Solange ich alle 2/3 Monate mal ein Sicherheitsupdate bekomme, ist es vollkommen okay.

    Nur weil es Android 13 noch nicht hat, ist es nicht schlechter. Nur Pixel und Samsung liefern die Updates sehr früh und ich spreche aus Erfahrung, dass danach nicht alles einwandfrei lief.

    Deshalb ist mir das persönlich lieber, also später dann aber auch stabiler.

  6. Tom 👋

    Interessant wäre außerdem, warum ich auf dem Nothing Phone immer noch den Security Patch von Juli 22 habe, wir haben Ende August und noch immer keinen aktuellen Sicherheitsstand. Da kann es ja mit Android 13 noch ewig dauern.

  7. Johannes der Säufer 🏅

    btw das mit IP Zertifizierung sparen machen größere Hersteller auch.. siehe Apple bis zum iPhone 7 und Samsung auch.
    mein Z2 hätte das zum Beispiel auch locker bekommen können sowie ich mit dem umgehe.. beim Z3 und Z4 hat Samsung es ja jetzt auch gemacht.

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