Social-Media-Verbot: Knappe Mehrheit der Jugendlichen ist dafür

55 Prozent der 12- bis 17-Jährigen befürworten laut einer TK-Studie ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche.

Dabei sprechen sich 8 Prozent für ein grundsätzliches Verbot und 47 Prozent für eine Altersgrenze aus. Im Durchschnitt nennen sie 14 Jahre. 39 Prozent lehnen ein Verbot ab. Gleichzeitig sagen 80 Prozent, dass ihnen Social Media eher gut oder sehr guttut.

Die repräsentative Online-Befragung wurde im April und Mai 2026 vom Institut eye square im Auftrag der Techniker Krankenkasse durchgeführt. Befragt wurden bundesweit 1.400 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren.

Intensive Social-Media-Nutzung geht mit mehr Beschwerden einher

Besonders deutlich werden die Unterschiede bei Jugendlichen mit mindestens vier Stunden Social Media täglich. Die Befragung erlaubt allerdings keine Aussage darüber, ob die intensive Nutzung die Beschwerden verursacht.

Einige Ergebnisse im Vergleich zu einer Nutzung von ein bis zwei Stunden täglich:

  • Schlechte Laune: 49 statt 20 Prozent
  • Gereiztheit oder Wut: 39 statt 14 Prozent
  • Schlafprobleme: 38 statt 14 Prozent
  • Kopfschmerzen oder Migräne: 37 statt 12 Prozent

Als größte Stressfaktoren nennen die Jugendlichen Werbung mit 57 Prozent und Fake News mit 52 Prozent. Die TK hält ein pauschales Verbot dennoch für zu kurz gegriffen und fordert mehr Medienkompetenz sowie stärkeren Jugendschutz durch die Plattformanbieter.

Ich finde vor allem den scheinbaren Widerspruch interessant: Die Mehrheit bewertet Social Media positiv, trotzdem wünschen sich viele Jugendliche klare Grenzen. Das spricht aus meiner Sicht eher für bessere Regeln und Schutzmechanismen als für einfache Verbotsdebatten.


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