Epson EB-U04: Full-HD 3LCD-Beamer im Test

Mitte August habe ich von mobiFlip, in Kooperation mit Epson, die Möglichkeit erhalten, den Epson EB-U04 zu testen, einen vergleichsweise günstigen, leuchtstarken Full-HD Beamer im 16:10 Format.

Die Firma Epson ist schon sehr lange und breit gefächert im Beamer-Geschäft tätig. Von Heimkino über Kurzdistanz bis hin zu Ultraportabel gibt es für jedes Szenario und für jeden Geldbeutel etwas zu kaufen. Das Modell, das ich von Epson zugesendet bekommen habe, zählt zur Kategorie „Mobile Projektoren“.

Was das gute Stück auf dem Kasten hat und für welche Anwendungsgebiete er sich eignet, werde ich euch im Folgenden näherbringen.

Epson EB-U04 im Video

Der Lieferumfang

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Der Beamer kommt zusammen mit einer formschönen, gepolsterten Tasche, die außen aus wasserabweisendem Stoff gefertigt wurde. Neben einem zweiten Fach für das Zubehör wurde noch ein längenverstellbarer Gurt angebracht.

Des Weiteren liegt eine kleine Fernbedienung bei, die sich haptisch sehr gut anfühlt und auf den ersten Blick aufgeräumt und übersichtlich wirkt.

Zu guter Letzt kommen noch die Kabel: Ein etwa 1,75m langes Stromkabel mit Kaltgerätestecker und ein VGA-Kabel. Das obligatorische HDMI-Kabel fehlt leider.

Weshalb so viele Hersteller ihren Gerätschaften auch im Jahre 2016 noch ein völligst antiquiertes VGA-Kabel aus Röhrenmonitor-Zeiten beilegen, werde ich nie verstehen. Aber solange noch ein analoger Ausgang vorhanden ist, wird sich das wohl nicht ändern. Die Ressourcen hätte man sich sparen können.

Aufbau, Verarbeitung

aufbau

Der Beamer besteht komplett aus hochwertig anmutendem, weißem, größtenteils strukturiertem Kunststoff. Die Spaltmaße sind einwandfrei, es quietscht und knarzt nichts, wenn man es denn nicht mit Gewalt forciert.

Im Gegensatz zu oft bulligen Heimkino-Projektoren ist der Epson EB-U04 relativ kompakt und leicht. Die Maße betragen 297x244x77mm, das Gewicht liegt bei 2,6kg.

An der Unterseite befindet sich vorne ein auf Knopfdruck ausfahrender Fuß, um das Projektionsgerät in der Vertikalen ausrichten zu können. Die Abstände, in denen der Fuß einrastet, sind leider relativ groß geraten, wodurch man oft gezwungen ist, mit den hinteren, schraubbaren Justierfüßen gegenzusteuern, sofern man eine Leinwand zentimetergenau treffen möchte.

Technische Daten

Der EB-U04 ist ein 3LCD-Beamer, mit einer Auflösung von 1920×1200 (WUXGA) und einem daraus resultierenden Seitenverhältnis von 16:10.

Die Helligkeit ist mit 2100-3000 Lumen angegeben (niedrigerer Wert entspricht Eco-Modus). Dabei soll die 200 Watt Lampe eine Lebensdauer von 5000 resp. 10000 Stunden (Eco-Modus) erreichen.

Der Zoomfaktor beträgt nicht gerade üppige 1,2. Das Projektionsverhältnis liegt bei 1,38-1,68:1. Das bedeutet, dass bei einem Beamer-Leinwand-Abstand von 1,38-1,68m eine Bildbreite von 1m erzeugt werden kann. Diese Angaben lassen sich dann mittels einfacher Multiplikation auf den gewünschten Wert hochrechnen. Für eine Diagonale von 100 Zoll benötigt man also einen Abstand von rund 3-3,7m zum Beamer (Berechnung für volle 16:10). Wer also sehr flexibel sein muss, was den Abstand zur Leinwand angeht, sollte eventuell nach einem Gerät mit größerem Zoom schauen.

Der Projektor hat eine automatische, vertikale Trapez-Korrektur; er erkennt also die Neigung des Gerätes und gleicht die Verzerrung des projizierten Bildes aus. Ein optisches Lens-Shifting besitzt er nicht, wobei das für ein Einsteigergerät auch nicht üblich ist. Das digitale System arbeitet schon sehr gut, es geht subjektiv kaum Schärfe verloren, solange man es mit der Neigung nicht übertreibt.

Für den Fall, dass der Beamer nicht mittig vor der Leinwand aufgestellt werden kann, ist auch eine horizontale Korrektur über einen manuellen Regler an der Oberseite möglich. Das sollte aber wirklich nur die Ultima Ratio sein, denn bei einer Trapezkorrektur in beiden Ebenen gleichzeitig, geht schon eine Menge Bildfläche verloren und die Auflösung/Schärfe leidet ebenfalls darunter.

zoom_fokus

Über dem Linsensystem befinden sich ein Zoom- und ein Fokusring. Vornedran ist noch eine festeingebaute, schiebbare Linsenabdeckung vorhanden, die den Beamer in einen Standby-Modus versetzt, wenn sie im laufenden Betrieb geschlossen wird. Die Lampe und der Lüfter werden dabei heruntergeregelt, aber nicht komplett abgeschaltet. Beim erneuten Öffnen wird die Projektion dann ohne längere Aufwärmphase fortgesetzt.

Für Interessierte: Was ist ein 3LCD-Beamer?

Das Grundprinzip dieser Technik kurz erläutert:

Das weiße Licht der Beamerlampe wird über einen sogenannten dichroitischen Spiegel in die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau gebrochen (das Glas dieses Spiegels reflektiert selektiv Farben einer bestimmten Wellenlänge, andere lässt er wiederum passieren). Die aufgetrennten Farben, bzw. die Photonen der jeweiligen Wellenlänge, treffen dann auf je ein eigenes LCD (deshalb „3LCD“). Über ein Prisma werden die drei Einzelbilder dann wieder zusammengefügt und über die Linse auf die Leinwand projiziert.

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Vorteile sind eine sehr hohe Helligkeit und eine LCD-typische, sehr realitätsgetreue Farbgebung. Zudem kommt es zu keinem „Regenbogeneffekt“. Ein solcher kann bei Ein-Chip-DLP Beamern während der Bilderzeugung durch das rotierende Farbrad zeitweise sichtbar werden. Dieses Phänomen sehen allerdings nur sehr wenige Menschen.

Nachteile gegenüber der DLP-Technik sind der sichtbar schlechtere Schwarzwert und Kontrast. Zudem können langsame LCDs zu höheren Latenzen und Nachzieheffekten führen.

Das sind natürlich alles nur generelle Pros und Cons, die je nach Modell und Alter der Technik unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

Menüs und Steuerung

steuerung

Die Tasten zur Steuerung des Beamers auf dem Gerät selbst sind gut strukturiert, zum Großteil selbsterklärend und sinnvoll gewählt. Man hat beispielsweise einen „Source Search“-Button, der automatisch alle Eingänge auf Aktivität überprüft und direkt zum nächsten aktiven wechselt. Dedizierte Knöpfe für die Lautstärkeregelung sind ebenfalls vorhanden. Der Sound wird standardmäßig per HDMI mitübertragen.

Ein wenig umfangreicher ist da die Fernbedienung, die ebenfalls gefällt. Bereits nach kurzer Zeit navigiert man größtenteils blind durch die Menüs – ein Zeichen dafür, dass das Design funktioniert. Die Eingaben werden prompt umgesetzt, die Druckpunkte der Tasten sind sehr gut. Das ist keine Selbstverständlichkeit!

Über die „Home“-Taste kommt man auf eine Art Startbildschirm. Dort sieht man unter anderem, welche Anschlüsse gerade genutzt und aktiv sind. Der gewünschte Eingang lässt sich dort ebenso direkt auswählen, wie das Menü und diverse, wichtige Unterpunkte, wie der Eco-Modus, die Splitscreenfunktion und alternative Methoden zur Trapezkorrektur. Gerade für weniger technisch versierte Nutzer, die eine Aversion gegen komplexe Menüs haben, ist das ein Segen.

Wo wir gerade beim Menü sind:

Auch darüber kann ich nur Positives berichten. Ich habe diverse Gerätschaften zuhause, über deren Menüführung und unlogischen Aufbau ich immer wieder nur noch den Kopf schütteln kann. Hier findet man sich hingegen sofort zurecht. Nichts ist unnötig tief verschachtelt oder überladen.

Man erhält dort Zugriff auf die üblichen Einstellung, wie vorgefertigte Bild-Modi (dazu später mehr), manuelle Helligkeits-, Kontrast-, Sättigungs- und Schärferegler, eine RGB-Korrekturmöglichkeit mittels Offset und Gain (für die ganz ambitionierten Kalibrierer), sowie einen Schalter für den Eco-Modus.

Schnittstellen und Konnektivität

Anschlüsse sind folgende vorhanden:

  • USB 2.0 Typ A (WLAN-Stick optional erwerbbar)
  • USB 2.0 Typ B
  • VGA-Eingang
  • HDMI-Eingang (2x) – HDMI 2 mit MHL
  • Composite-Eingang
  • Cinch-Audioeingang
  • Kensington Lock (Diebstahlsicherung)

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Per HDMI angeschlossene Gerätschaften aller Art werden problemlos erkannt. Ein MHL-Kabel, zur Nutzung mit einem Smartphone, besitze ich leider nicht, aber ich gehe davon aus, dass auch das einwandfrei funktioniert.

Weniger erfreulich wird es allerdings bei den Netzwerkschnittstellen. Ein Ethernet-Port fehlt gänzlich – sehr schade. Der einzige Weg, den Beamer ins heimische LAN einzubinden, führt über den optional erhältlichen USB-WiFi-Adapter „Epson ELPAP10“. Dieser kostet laut Geizhals horrende 100 Euro zzgl. Versand. Gerne hätte ich die Möglichkeiten ausgelotet, aber das war es mir dann doch bei weitem nicht wert.

Ganz ohne PC

Recht hohe Erwartungen hatte ich auch an die „PC free“-Funktion, die es ermöglichen soll, Multimedia-Inhalte direkt von einem USB-Stick aus abzuspielen. Es trat allerdings schnell Ernüchterung ein.

Powerpoint-Dateien und PDFs erkennt das Gerät erst gar nicht, wobei das für einen primär als Business-Beamer gehandelten Projektor ein echt geniales Feature gewesen wäre.

Ebenso werden MP4-Dateien gar nicht erst angezeigt, lediglich das gute alte AVI-Format wird überhaupt gelistet. Laut Anleitung können auch nur AVIs mit MJPEG-Videocodec und PCM-Soundformat abgespielt werden. Weitere Einschränkungen sind eine maximale Auflösung von 1280×720 und eine Dateigröße von 2GB.

Ernsthaft, Epson? Welcher ottonormale Non-Geek soll es bitte hinbekommen, ein Video genau nach diesen Angaben zu erstellen oder zu konvertieren? Dass andere Codecs nicht funktionieren, kann ich nach meinen Tests mit rund 15 verschiedenen Dateien und Codec-Kombinationen bestätigen – weder h.264, noch MPEG-4 oder MPEG-2 gibt der Beamer wieder.

Um die JPEG-Wiedergabe zu testen, habe ich mir noch drei Fotos von pexels.com auf den Stick gezogen. Eins davon konnte er auch nicht anzeigen. Warum, weiß ich nicht, auf eine genauere Analyse des Problems habe ich verzichtet, da ich die „PC free“-Farce zu dem Zeitpunkt im Geiste schon beerdigt hatte. Hier wurde leider sehr, sehr viel Potential verschenkt.

Die verschiedenen Bildmodi

Kommen wir nun zum wichtigsten Part in diesem Test, der Bildqualität.

Wenn man den Beamer das erste Mal einschaltet, wird man von der recht beeindruckenden Leuchtkraft förmlich geblendet. Er startet im businesstauglichen Präsentationsmodus.

Neben „Präsentation“ bietet der EB-U04 noch die Modi „Dynamisch“, „Kino“, „sRGB“ und „Tafel“.

Aber der Reihe nach:

„Dynamisch“ und „Präsentation“ sind sich relativ ähnlich. Sie zeichnen sich durch eine hohe Grundhelligkeit aus. Die Farben sind allerdings nicht besonders akkurat.

Das erkennt man recht einfach, wenn man sich eine weiße Fläche betrachtet. Schaut man beispielsweise auf das Foto mit dem Satelliten, erkennt man am Korpus die zu kühle Farbtemperatur und einen merklichen Grünstich. Auch die Schwarzwerte sind alles andere als gut. Das Schwarz gleitet ab in ein dunkles Grau mit teils leichtem Blaustich. Gesichter wirken hinsichtlich des Hautfarbtons unnatürlich. Der farbliche Verlauf der Haut ist zu hart kontrastiert.

Gegenüber dem Präsentationsmodus hat der Dynamikmodus ein nochmals helleres und kontrastreicheres Gesamtbild, wobei die Farben durch die hohe Dynamikregelung sichtlich übersättigt sind – welche Überraschung!

Für Powerpoint-Vorträge und Videoclips ist die Farbgebung des Präsentationsmodus aber vollkommen ausreichend. Das Bild ist knackscharf, Texte sind einwandfrei ablesbar, dahingehend gibt es absolut nichts zu bemängeln.

bildmodi_vergleich

Im Vergleich zu den ersten beiden Presets ist der Kino-Modus weitaus ausgewogener abgestimmt. Die Helligkeit sinkt zu den anderen Presets merkbar ab, wobei das in normaler Wohnzimmer-Umgebung auch tagsüber kein Problem darstellt. Im abgedunkelten Raum ist mir persönlich selbst dieser Modus unangepasst noch zu hell.

Die Farben und auch die Farbtemperatur gefallen allerdings schon sehr gut. Das Gesamtbild wird deutlich wärmer und der Grünstich verschwindet. Auch die Hauttöne gehen in Ordnung.

Noch ein wenig genauer wirkt der sRGB-Modus. Gerade im Bereich der Hautpartien kann man dort durchaus einen sichtbaren Unterschied erkennen. Die Helligkeit fällt dabei noch ein wenig ab und die Farben wirken ein klein bisschen weniger lebendig.

Den Tafelmodus kann man getrost vergessen. Die Farben sind vollkommen verfremdet, es gibt keinerlei Vorteile gegenüber den ersten vier Modi.

Zu den Fotos: Die Belichtungszeit, der ISO-Wert und die Blende sind bei allen Fotos gleich. Mit Hilfe des RAW-Formats habe ich alle manuell auf dieselbe Farbtemperatur und den identischen Farbton eingestellt. Sie zeigen ein relativ realgetreues Abbild der verschiedenen Modi, sofern euer Monitor kalibriert oder zumindest einigermaßen vernünftig eingestellt ist.

Für Filme geeignet? Der Vergleich mit einem DLP-Beamer

Die Grundhelligkeit ist sehr hoch, wodurch das Gerät – bei nicht völlig lichtüberflutetem Raum – auch tagsüber genutzt werden kann.

Prima für Präsentationen, doch in wieweit eignet sich dieser Projektor zum Filmeschauen? Welche Kompromisse muss man eingehen und wie schlägt sich der Epson EB-U04 im Vergleich zu einem Samsung SPA600BX mit 1-Chip-DLP Technik?

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Das bildtechnisch größter Manko des Geräts ist, wie bereits erwähnt, der schlechte Schwarzwert und das ist im Heimkinobereich ist sehr gewichtiger Punkt.
Wie man auf dem Foto mit dem Satelliten erkennen kann, ist das Schwarz des Weltalls beim Samsung-Beamer (links) pechschwarz, wohingegen es beim Herausforderer von Epson (rechts) weniger satt wirkt und einen leichten, aber sichtbaren Blaustich aufweist.

Das Bild im Gesamten wirkt auf dem DLP-Beamer von Samsung farblich und hinsichtlich des Kontrasts mehr wie aus einem Guss, was wiederum bei Gesichtern und Hautpartien sehr gut ersichtlich ist. Dafür sind die Farben auf dem Epson EB-U04 strahlender und dynamischer.

Für den Filmgenuss im abgedunkelten Zimmer habe ich den Kinomodus auf 30-35% Helligkeit, 30-35% Kontrast und 40% Farbsättigung angepasst.

Ein Herunterregeln des Kontrasts oder der Helligkeit verbessert zwar den Schwarzwert und ist bei Kinoambiente (ohne Umgebungslicht) auf Dauer auch angenehmer für die Augen, birgt allerdings auch einen großen Nachteil, den ich mit dem Samsung-Beamer nicht habe: Die Details in dunklen Passagen verschwinden zunehmend.

Ein Erhöhen der Helligkeit und des Kontrasts auf die Standard-Werte (50%) nivelliert diesen Malus zwar weitestgehend, das Gesamtbild wird dadurch aber logischerweise auch deutlich greller und der Schwarzwert leidet darunter. Tagsüber bleibt einem gar nichts anderes übrig, als diese Werte nach oben zu drehen, aber wir sprechen hier ja von dunkler Kinoatmosphäre, am Abend oder bei Nacht.

Um dem Problem etwas entgegenzuwirken, bietet der Beamer noch eine Funktion, die sich „Adaptive Iris-Blende“ nennt. Über eine auf- und zufahrende Blende soll der Schwarzwert in dunklen Szenen verbessert werden. Das klappt aber nur sehr eingeschränkt. Zudem verursacht die Mechanik bei jedem Öffnen und Schließen ein deutlich hörbares Klacken.

Den Eco-Modus hatte ich die meiste Zeit ebenfalls eingeschaltet. Der Grund war allerdings weniger der, dass ich gerne Strom spare oder die Lebensdauer der Lampe erhöhen wollte. Bei Aktivierung wird gleichzeitig auch die Lüftung des Beamers deutlich(!) heruntergeregelt und das recht laute Gebläse (37dB, lt. Datenblatt) auf ein wirklich angenehmes Niveau von 28dB (lt. Datenblatt) gesenkt. Die Einbußen in der Bildqualität sind sichtbar, aber völlig im Rahmen. Das Bild wird etwas dunkler und verliert ein wenig an Plastizität.

Fußball auf der Terrasse schauen?

Wie nun schon mehrfach erwähnt, ist die Leuchtkraft ein großes Plus dieses Beamers. Ergo musste ich ihn natürlich auch im Freien ausprobieren.

Um das Maximum herauszuholen habe ich den Beamer in den Dynamikmodus versetzt und die Helligkeit auf 70%, den Kontrast auf 80%, sowie die Farben auf 60% gestellt. Die Fotos wurden in etwa um 18.30 Uhr, bei sonnigem, freien Himmel aufgenommen. Mitte September ist es da noch taghell. Da die Terrasse Richtung Osten liegt, hatte der Beamer allerdings auch nur mit indirektem Licht zu kämpfen.

outdoor

Frei aufgestellt, ohne Lichtschutz, ist der Kontrast ziemlich grenzwertig. Bei leichter Bewölkung, Dämmerung oder aber bei ausgefahrener Markise ist hingegen alles einwandfrei erkennbar. Für das Bundesliga-Abendspiel ist man also auch im Sommer gewappnet. Mittags, bei gleisender Sonne, hat der Beamer erwartungsgemäß keine Chance gegen die Mutter aller Lichtquellen.

Was natürlich auch nicht fehlen darf, ist der Ton. Hier liefert der Beamer ebenfalls ein recht überzeugendes Ergebnis ab. Es fehlen zwar jegliche Tiefen, dafür neigen die Lautsprecher aber selbst bei etwas höherer Lautstärke kaum zum Übersteuern. Einen Film wollte ich nicht unbedingt damit ansehen, aber zum Fußballschauen mit Freunden (auch im Freien) sind die eingebauten Brüllwürfel definitiv geeignet. Auch für die Präsentation von Schulungsvideos oder Ähnlichem in nicht allzu großen Seminarräumen reichen die Lautstärke und Soundqualität prinzipiell aus.

Zockability

ps4

Schwenken wir vom echten Fußball zum virtuellen: FIFA & Co. auf der Playstation 4.
Wie sieht es mit Reaktionszeiten, Input-Lag etc. aus? Messen kann ich die Parameter leider nicht, deswegen im Folgenden meine eher subjektiven Erfahrungen, inkl. einiger Bewegtbilder.

Getestet habe ich die FIFA 17 Demo, GTA V (Third person shooter) und den Ego-Shooter Killzone.

Tagsüber nutze ich dafür ähnliche Einstellungen, wie beim Outdoor-Test. Gerade in düstereren Bereichen oder bei Nacht (GTA V) bedarf es eines satten Kontrasts und möglichst hoher Leuchtkraft, um alles ohne Anstrengung erkennen zu können.

Über die hohe Farbsättigung kann man natürlich streiten. Arcadige Videospiele dürfen für meinen Geschmack aber gerne etwas bunter sein.

Generell kann man sagen, dass das (statische) Bild absolut scharf ist, was wiederum auch der Tatsache geschuldet ist, dass die PS4 endlich in nativen 1080p rendert und nicht nur hochskaliert, wie es bei der Vorgängergeneration noch der Fall war.

FIFA 17 lässt sich durch die recht langsamen Kameraschwenks und das generell helle Bild ohne jegliche Einschränkungen spielen. Eine nennenswerte Verzögerung zwischen Controller-Eingabe und Bildausgabe kann ich nicht feststellen.

Doch die Königsdisziplin ist natürlich das Shooter-Genre, im Speziellen aus der Egoperspektive. Wo man bei GTA V noch kaum einen Unterschied zum Fernseher bemerkt, werden bei schnellen Drehungen in Killzone schon erkennbare Nachzieheffekte und ein Nachleuchten, gerade im Bereich der Waffe, sichtbar.

Spielbar sind beide Titel in meinen Augen definitiv, GTA V macht auf der Leinwand sogar eine Menge Laune. Aber auch Killzone ist meiner Meinung nach kein wirkliches Problem. Wenn man nicht aktiv auf das Nachleuchten achtet, fällt es nicht besonders negativ ins Gewicht.

Der Unterschied zu einem flotten Plasma-TV ist aber dennoch deutlich zu erkennen. Die Unschärfe bei rasanten Bewegungen nehmen Menschen allerdings erfahrungsgemäß sehr unterschiedlich stark wahr. Die meisten Casualspieler dürfte das wenig stören, wohingegen einige der (oft selbsternannten) Pro-Gamer es womöglich als unspielbar abstempeln würden.

Ob das Ganze für kompetitive Online-Shooter auf der Konsole ausreicht, kann ich nicht sagen. Für den PC, mit sehr viel direkterer Maus- und Tastatursteuerung, ist der Beamer hingegen sicher nicht die beste Wahl. Dort spürt man die im Vergleich zu schnellen Monitoren längere Reaktionszeit und das Nachziehen naturgemäß deutlich.

tl;dr:

  • Spiele mit ISO-Ansicht (FIFA, Diablo etc.): Uneingeschränkt spielbar
  • Konsolen-Shooter: Bedingt spielbar, abhängig von der Schnelligkeit des Spiels und den eigenen Ansprüchen

Fazit – Business vs. Heimkino

Ich habe den Beamer nun eine ganze Weile getestet und komme zu einem überwiegend positiven Ergebnis. Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass das Gerät mit knapp 600 Euro Straßenpreis im Einsteigersegment angesiedelt ist.

Die Leuchtkraft und die lebhaften Farben überzeugen, der Kontrast ist gut, auch, wenn das Schwarz nicht schwarz ist. Das Bild ist absolut scharf.
Das geringe Gewicht, die kompakten Ausmaße und nicht zuletzt die automatische Trapezkorrektur ermöglichen es, den Beamer mitzunehmen und in kürzester Zeit auf- und wieder abzubauen. Mit zwei HDMI-Ports (inkl. MHL) und analogem VGA-Eingang ist man auch auf Seiten der Anschlüsse sehr gut aufgestellt.

Sieht man mal von dem eher peinlichen „PC free“-Feature und der fehlenden Netzwerk-Konnektibilität ab, kann ich den Beamer für den „Business- und Education“-Bereich nur wärmstens empfehlen. Nicht zuletzt das 16:10 Format bietet ein gutes Mittelmaß zwischen 16:9 und dem oft für Präsentationen genutzten Seitenverhältnis von 4:3.

Für die rein multimediale Unterhaltung ist der EB-U04 nur bedingt zu empfehlen.

Wenn man den Beamer vorrangig bei Tageslicht nutzt, hauptsächlich Sportveranstaltungen, Nachrichten und Unterhaltungsfernsehen (Circus HalliGalli & Co.) damit schaut oder auch gelegentlich mal seine Konsole damit befeuern möchte, ist man mit diesem Beamer sicherlich nicht schlecht beraten. Ein Wermutstropfen ist dann höchstens das 16:10 Format. Das führt dazu, dass beim Zuspielen eines 16:9 Bildes oben und unten dunkle, aber trotzdem sichtbare Balken zu sehen sind.

Primär fürs Heimkino, abends, bzw. bei dunkler Umgebung genutzt, würde ich allerdings auf jeden Fall zu einem anderen Beamer greifen, vorzugsweise mit DLP-Technik und besserem Schwarzwert. Fairerweise muss aber auch sagen, dass der Beamer, wie in der Einleitung bereits erwähnt, nicht für dieses Anwendungsgebiet konzipiert wurde.

Im Bereich der „mobilen Projektoren“ und auch mit einem Fokus auf das „Business & Education“-Segment im Allgemeinen macht der EB-U04 hingegen fast alles richtig und das für einen Preis von unter 600 Euro. Dafür gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung!

Wertung des Autors
Patrick Jaus bewertet Epson EB-U04 mit 4.2 von 5 Punkten.

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