Testbericht: HP TouchPad inkl. Bluetooth-Tastatur

Ich hatte nun einige Tage die Gelegenheit das HP Touchpad mit dem verspielten und funktionellen webOS als Oberfläche zu testen. Schon zu Zeiten meines ersten Palm Pre mit webOS empfand ich das OS prädistiniert für ein Tablet oder zumindest für ein größeres Display. Das HP Touchpad zeigt, dass dies der richtige Gedanke war. Verglichen mit Honeycomb beispielsweise ist das Betriebssystem übersichtlich und intuitiv mit wenigen Gesten bedienbar. Doch eins nach dem anderen…

Meine Testumgebung

  • TouchPad
  • USB-Datenkabel
  • Netzstecker mit USB-Anschluss
  • Anleitungen
  • HP Bluetooth Tastatur
  • HP Tablet-Ständer inkl. kabelloser Ladefunktion (TouchStone) 

Technische Details zum Touchpad

  • 9,7″ Zoll Display
  • Auflösung 1024×768
  • 1.3 Megapixel Frontkamera für Videotelefonie 
  • Gewicht: 737 g
  • Akku: 6300mAh
  • Speicher: 32 GB Speicher (nicht erweiterbar) 1 GB Ram
  • W-Lan b/g/n
  • Bluetooth
  • Micro-USB-Anschluss
  • Stereo-Lautsprecher

Touchpad-Trailer

Das Touchpad besitzt am Gerät drei Tasten. Eine Home-, eine Power-Taste und eine Lautstärkewippe. Die beiden letzteren sprechen für sich, mit der Home-Taste kann eine Anwendung in den Hintergrund verschoben werden um mit dem Tablet weiter zu arbeiten. Das ganze Multitasking-System basiert auf sogenannten Karten. Diese können durch ein wischen nach oben beendet oder nach rechts/links durchblättert werden. Einzelne geöffnete Mails oder Webseiten beispielsweise werden auch als einzelne Karten innerhalb einer Anwendung dargestellt und können einzeln bearbeitet/geschlossen/etc. werden:

Zudem sind am Gehäuse noch 2 Lautsprecher und ein Slot mit herausziehbarer Klappe inkl. der Seriennummer etc. zu finden. Im Touchpad wurde ein 9,7 Zoll Display und ein 1.2 GHz Dualcore-Prozessor verbaut. Als Kamera wurde lediglich eine 1.3 Megapixel Frontcam für Videotelefonie etc. verbaut.

Das Touchpad habe ich im Test per BT mit einem Palm Pre 2 und teilweise auch mit einer HP Tastatur gekoppelt. Diese Möglichkeit und Synergy sind für mich die beiden wichtigsten Pluspunkte wenn es um die Business-Anwendung geht. Synergy kombiniert sämtliche Mail- und Social-Konten in webOS und macht das einfache Zusammenspiel aller Konten unter einer Oberfläche möglich.

Zudem gibt es mit BT die Option z. B. ein vorhandenen Palm Pre 2 zu koppeln und so empfängt man auch auf dem Touchpad wichtige Anrufe während man mal eben auf dem Touchpad werkelt und das Telefon z. B. einige Meter entfernt in der Jackentasche steckt.

Die „Einfach-Lostippen-Funktion“ ist im Grunde eine Suche über sämtliche Synergy-Elemente und auch im Web o. ä. Man tippt drauf los und schon werden sämtliche Kontakte, Termine, Favoriten oder auch nur eine Verbindung zu einer Google-Suche nach dem getippten Wort angezeigt.

Betrieben habe ich das Tablet größtenteils mit dem aktuellen Update auf webOS 3.02, welches das Tablet etwas stabiler laufen lies. Dennoch kann man das Tablet vermutlich gerade wegen des echten Multi-Taskings einfach in die Knie zwingen, wenn man z. B. mehrere große Anwendungen auf einmal laufen lässt oder im Hintergrund ein paar Apps aus dem Store installiert. Lässt man es aber nicht ganz so weit kommen, ist ein gutes Arbeiten mit dem TouchPad problemlos möglich.

webOS Impressionen (Browser, Galerie inkl. Synergy, PDF, etc.)

  

  

 

Was mir negativ aufgefallen ist

Der glänzende Plastik-Rücken zwingt einen dazu das Touchpad immer wieder reinigen zu müssen. Fingerabdrücke werden beim Touchpad, anders als beim Konkurrenten mit Alu-Rücken, magisch auf Front- und Rückseite angezogen.

Der Akku hält durchwegs recht gut durch (6-7 Stunden) – ist aber ebenfalls mit dem iPad verglichen nicht ganz so leistungsstark. Auch mit dem Gewicht kann das Touchpad nicht einmal mit dem iPad 1 verglichen punkten.

Aktuell gibt es im webOS Market etwa 7500 Apps, wovon knapp 400 für das Touchpad optimiert sind. Die anderen Anwendungen funktionieren ebenfalls größtenteils – werden aber lediglich in einem kleinen Fenster dargestellt. Dort laufen die Anwendungen nicht so schnell als Vollbild und auch einfache Dinge wie das drehen der Anwendung in den Landscape-Modus o. ä. ist dort nicht möglich.

Spiele gibt es bisher schon einige auch teils kostenlose (Solitaire, Schach und dergleichen) aber nur eine handvoll hochwertigere für das Touchpad. Dafür scheint das Touchpad entweder noch nicht geeignet zu sein oder aber die Hersteller sind noch nicht bereit dafür.

Was ich positiv hervorheben möchte

Das Design ist in meinen Augen wirklich gelungen. Vermutlich wird HP der nächste Hersteller sein, der von einem gewissen Hersteller verklagt wird :)

Die Möglichkeit Tastaturen anzuschließen besitzt ja nicht nur das Touchpad aber die BT Kopplung eines anderen webOS Telefons mit anderen webOS Geräten zu koppeln und dann auch auf dem Tablet mal eben ein Gespräch annehmen zu können, finde ich einen sehr guten Ansatz.

Touch2Share ist wie uns in Berlin vorgeführt wurde auch ein schönes Features, sofern man ein webOS Telefon besitzt, welches diese Funktion auch unterstützt (ab Pre 3). Hier kann dann auf dem Handy die Webseite unterwegs weiterlesen, die man bis dahin auf dem Touchpad angeschaut hatte:

Die Preisanpassung von ursprünglich knapp 600,- EUR auf 399,- EUR ist ebenfalls ein gelungener Schachzug und kommt den möglichen neuen Kunden doch sehr entgegen.

Auch wenn es wieder ein Streitpunkt ist, ob man es überhaupt benötigt: Das Touchpad kann Flash-Inhalte im Browser darstellen.

Dem Touchpad wurde ein Skype-Videochat spendiert. Dazu kann ich nichts weiter sagen – nutze ich nicht. Ebenso wenig wie „Facetime“ oder dergleichen :-)

Der Mail-Client ist wie die Facebook-Anwendung eine der besten, die ich bisher auf einem Tablet gesehen habe:

  

Dem Touchpad wurde zudem eine Funktion verpasst, die Größe der Bildschirmtastatur an seine Gewohnheiten in der Größe anzupassen:

  

Auf den Größen-Faktor des Touchpad muss ich noch einmal extra eingehen. Beim treffen mit Richard Kerris (HP) in Berlin wurde uns schon gesagt, dass das Touchpad vorerst eine Art „Basis“ sein soll, um mit webOS auf einem Tablet auf den Markt zu kommen.

Schon zu diesem Zeitpunkt fiel mir die Größe und das Gewicht auf. Das Touchpad ist wenn es um das Gewicht geht sogar noch etwas schwerer als das iPad 1 – von der Technik irgendwo zwischen iPad 2 und iPad 1 – aber dennoch in meinen Augen der aktuell einzige Konkurrent wenn es um die allgemeine Bedienung eines Tablets geht.

Setzt man meine Oma vor ein iPad, Honeycomb-Tablet und ein Touchpad, so möchte ich wetten, dass das Honeycomb von der intuitiven Bedienung an letzter Stelle sein wird.

Für den direkten Größenvergleich habe ich anschließend eine kleine Galerie mit Vergleichsfotos:

Galerie iPad 1 vs Touchpad

  

 

Fazit

Das HP Touchpad hat zwar viel Potenzial, wird aber teilweise durch zu schwache Hardware oder vielleicht auch nur noch nicht 1000 % vollendetes webOS ausgebremst. Die meisten Funktionen wurden sehr gut durchdacht – auch wenn hier und dort ein paar Kritik-Punkte verbleiben und nicht alles so smooth und ruckelfrei läuft wie es die Hardware erwarten lässt.

Der mittlerweile stark reduzierte Preis mit 399,- EUR für die WiFi-Variante manövriert das Touchpad in einen schmerzfreien Bereich, wenn man bedenkt, was man dafür bekommt.

Die Bedienung von webOS ist ein Traum auf einem Tablet. Würde das Touchpad mit mehr Power aufwarten, bekäme es von mir eine Kaufempfehlung. Die so aber leider vorhandenen Gedenksekunden hier und dort bringen dem sonst so schönen Arbeiten mit dem Tablet allerdings einen nicht zu verachtenden Dämpfer.

Vielleicht wird dem zukünftigen 7″ Modell der nötige Geschwindigkeitszuwachs spendiert? Ich bin gespannt …

Solltet Ihr noch Fragen haben oder Screenshots etc. benötigen – ich hab das Tablet noch 2 Tage und kann Euch hoffentlich helfen. Also Fragen/Wünsche mal abgesehen von „Will it blend?“? Ab in die Kommentare damit.

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