Und plötzlich ist man selbst der Dumme: Displayschaden bei meinem Samsung Galaxy S4

  • Veröffentlicht am 9. September 2013 von Andreas unter Hardware
Das ist ein Leserbeitrag. Inhaltlich verantwortlich ist der jeweilige Autor.

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Über die Firma 24 service GmbH habe ich einen Mobilfunkvertrag bei der Telekom abgeschlossen. Als Smartphone war hierfür ein HTC One vorgesehen. Dieses habe ich auch über das Widerrufsrecht anstandslos zurückschicken können, da es mich nicht überzeugt hat. Als Alternative habe ich mich dann für das Samsung Galaxy S4 entschieden. Hierfür sind auch keine weiteren Kosten angefallen.

Das Gerät habe ich an einem Freitag Mittag/Nachmittag erhalten und nach der Einrichtung in Betrieb genommen. Bis zum direkt darauf folgenden Sonntag Morgen hatte ich keine Probleme mit dem Gerät und habe es auch nicht transportiert oder ähnliche “Strapazen” ausgesetzt. Sonntags fahre ich immer zu meiner Familie zum Essen, auf dem Weg dorthin habe ich das Gerät in einer Tom Tailor Hülle in meiner Hosentasche transportiert.

Als ich nach rund 25 Minuten Fahrt kurz das Gerät auf neue Nachrichten usw. prüfen wollte, habe ich lediglich einen schwarzen Bildschirm vorgefunden. Es ist ein ca. 1 cm Riss im Amoled-Display unter der Gorilla Glas Front entstanden.

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Kann aber mit absoluter Sicherheit sagen, dass das Gerät nicht heruntergefallen ist oder sonstigen nicht zumutbaren Kräften ausgesetzt war. Ein Sturz wäre ja auch deutlich am Gehäuserahmen zu erkennen. Zudem hat mein Vorgängergerät, das Samsung Galaxy S3, schon deutlich schlimmeres mitgemacht und diese “Tortur” einer Autofahrt mit und ohne Hülle in sämtlichen meiner Hosen überlebt. Schlüssel usw. habe ich prinzipiell immer in der linken Vordertasche der Hose und in der rechten Vordertasche der Hose lediglich das Handy/Smartphone.

Ich bin kein Einzelfall.

Nach zähem E-Mail Schriftverkehr habe ich eine Retourenmarke erhalten um das Gerät zurück zu schicken.

Die Firma versuchte sich ständig mit “Fällt nicht unter die Garantie” heraus zu reden und ist zu meist nicht auf meine Argumentation einer gesetzlichen Gewährleistung, da versteckter Sachmangel, eingegangen. Dies führte dazu, dass ich der Firma einige Fristen zur Zusendung eines neuen Sachmangel freien Gerätes gesetzt habe und da keine zufriedenstellende Reaktion kam, bin ich letztendlich dazu übergegangen zwei Einschreiben mit Rückschein zu versenden. Die Firma beruft sich meist auf einen mechanischen Displayschaden, der durch unsachgemäße Handhabung entstanden sei.

Im ersten Einschreiben mit Rückschein habe ich der Firma zwei Möglichkeiten gegeben.

  • a) Umstellung des Mobilfunkvertrags bei der Telekom auf den Tarif ohne Endgerät und Rücknahme des defekten Gerätes (was ich der Firma ja schon übersendet habe). Oder Auszahlung des Differenzbetrags zum Tarif ohne Endgerät über die gesamte Laufzeit.
  • b) Zusendung eines mangelfreien Neugerätes und eine Entschädigung von 100€ für den Wertverlust, in der Zeit, in dem ich das Gerät nicht im Besitz hatte und der Marktpreis gesunken ist.

Da darauf keine direkte Reaktion erfolgte, sondern lediglich die Aussagen, es handle sich nicht um Garantie und sie übersenden das Gerät an einen zweiten Servicepartner zur Kontrolle ob die Display Reparatur von rund 200€ ein Garantiefall ist oder nicht.

Daraufhin habe ich der Firma im zweiten Einschreiben mit Rückschein meinen Rücktritt vom “Gerätekauf” (Mobilfunkvertrag möchte ich behalten, da ich zufrieden bin) angekündigt und gebeten mir diesen bis zu einem Datum in zwei Wochen zu bestätigen

Nun hätte ich einige Wochen später Samstag eine Nachnahmesendung in Höhe von 35€ annehmen sollen, welches mit ziemlicher Sicherheit das defekte Gerät ist. 35€ sind die Pauschale, die erhoben werden, wenn das Gerät unrepariert zurückgesendet wird. Die Sendung habe ich nicht angenommen.

Am Donnerstag habe ich nun einen Termin bei einem Anwalt wahrgenommen, der mir wenig Hoffnung gemacht hat, Recht zu bekommen, auch wenn ich Recht habe.
Mit Rechtsschutzversicherung wäre es einen Versuch wert dagegen juristisch vorzugehen. Vor einem Gericht wird aber ein Urteil gefällt und nicht immer für Gerechtigkeit gesorgt. (Anzumerken ist leider, dass ich nicht im Besitz einer Rechtsschutzversicherung bin.)

Mein Anwalt würde für rund 150€ die Firma außergerichtlich kontaktieren, schätzt die Chancen aber eher gering ein, da es sich um einen kleinen Zwischenhändler handelt, der lediglich über die Provision der Verträge Geld verdient. Folglich würde die Thematik vor Gericht gebracht werden müssen. Laut Vertrag müsste das Verfahren recht sicher in Hamburg stattfinden und nun kommt der Knackpunkt, ein Gutachter muss sich dem Gerät annehmen und seine Einschätzung abgeben. Dies ist ein Kostenfaktor von ca. 1000€ für den Sachverständigen + zusätzlich den Gerichts- und weiteren Anwaltskosten.

Bei einem Streitwert von nun nicht mehr mal ganz 500€ Neupreis ist das natürlich wirtschaftlich nicht sinnvoll. Ansonsten gäbe es noch die Möglichkeit, sich direkt an Samsung zu wenden. Vermute aber stark, da wird mir ebenfalls nur eine kostenpflichtige Reparatur angeboten, da es zudem bis heute keine Stellungnahme zu diesem Problem gibt.

Deshalb werde ich für mich persönlich einige Konsequenzen ziehen: Auf jeden Fall keine Geräte mehr von Samsung und allgemein noch genauer auf die Berichterstattung zu den Geräten achten.

Möchte dazu erwähnen, dass ich mit meinem Galaxy S3 immer zufrieden und ich mir sicher bin, dass die Fehlerquote bei x Millionen ausgelieferten Geräten nicht mal 1% der Fälle betrifft.

Ich bin mir sicher, der Großteil der Leser hier ist verständlicherweise misstrauisch ob wirklich keine Gewalteinwirkung vorhanden war usw. Als ich damals von den ersten Fällen dieses mysteriösen “Displays gehen von selbst kaputt” gelesen habe, dachte ich mir auch … “Hmm, vielleicht stimmt es, vielleicht stimmt es nicht und die möchten Ihre Kosten aufgrund Ihrer Ungeschicklichkeit usw. auf andere abwälzen.

Dann also Gerät gekauft und plötzlich ist man selbst der Dumme. :/

Anmerkung vom Team: Seit unserem letzten Bericht Ende Juli zum aktuellen Stand der Dinge bezüglich dieses Themas erreichen uns immer noch mehrmals die Woche Zuschriften von Lesern mit exakt dem gleichen Problem. Eine Stellungnahme genau zu diesem Punkt haben wir von Samsung bis heute nicht erhalten.

Andreas

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