1&1: Mit 5G wird ein neues Kapitel des Mobilfunks aufgeschlagen

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Wenn in gut zwei Monaten die 5G-Versteigerung stattfinden wird, dann sitzen 4 Parteien am Tisch und nicht 3 – davon ging man lange aus.

Grund dafür ist United Internet, das Unternehmen hinter 1&1. Man will aktiv am 5G-Ausbau teilnehmen und das Netz in Zukunft nicht nur buchen, sondern ein eigenes Netz haben. Das wird eine Mammutaufgabe und kein leichter Weg, aber man ist zuversichtlich. Laut Ralph Dommermuth wird „mit 5G wird ein neues Kapitel des Mobilfunks aufgeschlagen“.

1&1: Es funktioniert nur gemeinsam

Beim Thema „National Roaming“ vertraut man auf die Bundesnetzagentur, denn die 5G-Frequenzbedingungen sehen das für Neueinsteiger vor. Letzten Sommer hieß es noch, dass National Roaming eigentlich vom Tisch sei.

Die drei großen Netzbetreiber haben sich aber wohl viel Mühe gegeben, um 1&1 draußen zu halten. Dommermuth ist aber zuversichtlich, dass sich das noch legen wird und am Ende alle zur Einsicht kommen, dass es nur gemeinsam klappt. Immerhin geht es auch um den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Es seien auch genug Frequenzen für vier Anbieter vorhanden.

Ohne United Internet würde bei der Auktion sowas wie ein „Klubdeal“ entstehen, erst mit 1&1 wird daraus wieder ein richtiger Wettstreit. Es kann sein, dass es dadurch teurer wird, aber Auktionen in anderen Ländern haben gezeigt, dass auch vier Teilnehmer für überschaubare Preise gesorgt haben.

Und was, wenn die Netzbetreiber so viel bieten, dass man nicht mithalten kann?

Ausgeschlossen ist das natürlich nicht, würde am Ende aber keine Gewinner hervorbringen. Denn der Wettbewerb würde nicht weiter erlahmen, wir würden ja unser bestehendes Geschäftsmodell fortführen. Und die zu viel gezahlten Milliarden würden beim Netzausbau fehlen. Verbraucher und Unternehmen wären die Leidtragenden.

Über die finanziellen Mittel von 1&1 will man natürlich nicht öffentlich sprechen, aber man wird nicht „mit einem Messer zu einer Schießerei gehen“.

1&1: Normaler Cashflow reicht für 5G-Ausbau

Die für den 5G-Ausbau benötigten Investitionen kann die 1&1 Drillisch AG übrigens aus ihrem „normalen Cashflow leisten“. Und mit jeder Antenne reduziert sich die Miete, die man an andere Mobilfunknetzbetreiber entrichtet.

Den sinkenden Aktienkurs nimmt man zur Kenntnis, aber man denkt langfristig und sieht beim Thema 5G eine reale Chance. Natürlich mögen Aktionäre keine Unsicherheit, aber damit müssen sie nun vorerst leben.

1&1 ist optimistisch, die eigene Marke ist bekannt und man hat Erfahrung in diesem Bereich. Der Schritt bei 5G ist ja kein kompletter Neueinstieg in den Markt. Und als Unternehmen muss man langfristig denken können.

Die anderen haben beim Netzbetrieb fast 30 Jahre Vorsprung. Wir müssen jetzt erst einmal in der Auktion erfolgreich sein. Dann müssen wir bis 2022 mindestens 1000 Antennen aufbauen und ein Core-System in Betrieb nehmen.

Dieses Projekt wird „kein Spaziergang“, aber man muss „nicht auf alte Systeme und Technologien Rücksicht nehmen“, sondern kann bei 5G neu durchstarten.

1&1: 5G-Ausbau mit ZTE-Equipment

Falls es zu einem 5G-Ausbau kommt, dann wird man übrigens auf ZTE setzen. Ralph Dommermuth verfolgt die aktuelle Debatte rund um Unternehmen aus Asien (falls Huawei ausgeschlossen wird, dürfte es auch ZTE treffen), sieht darin aber kein Problem. Bei der kommenden Diskussion ist man aber nicht dabei.

Grundsätzlich ist man übrigens auch für Kooperationen bereit.

Der Tisch sollte nur nicht zu groß sein. Es reicht, wenn anfangs die dann vier Netzbetreiber und die Bundesnetzagentur dabei sind. Sonst reden alle durcheinander, und am Ende kommt nichts raus.

1&1 hat Respekt vor dem Projekt, meint es aber Ernst und gibt auch an, dass das Unternehmen ja eine gewisse Erfahrung auf diesem Markt mitbringt. Man wird in Zukunft ein anderes Unternehmen sein, das ist klar. Ralph Dommermuth will nicht nur Geld verdienen, er will jetzt auch „etwas aufbauen“.

Ich bin wirklich sehr gespannt auf die Auktion. Die Debatte rund um die großen Netzwerkausrüster in China und 1&1, es dürfte interessant werden. Aber es wird auch Zeit etwas Druck zu machen, immerhin könnten die ganzen Diskussionen für das ein Hindernis sein, was wichtig ist: Den Ausbau selbst.

Klingt aber so, als ob 1&1 in Zukunft als vierter Netzbetreiber in Deutschland auftreten möchte und 5G als Chance sieht, um hier Fuß zu fassen.

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