Der ADAC sieht in der neuen Preisregelung bislang keine wirksame Bremse für die zuletzt stark gestiegenen Spritpreise. Das war jedem, der einen Verstand hat, bereits zum Start dieser abwegigen Regelung klar.

Eine Woche nach Einführung des sogenannten Österreich-Modells hat der ADAC eine kritische erste Zwischenbilanz gezogen. Nach der Regel dürfen Mineralölkonzerne Preissteigerungen nur noch einmal täglich um 12 Uhr vornehmen.

Laut ADAC-Daten bis zum 7. April 2026 sind die Durchschnittspreise seit dem 1. April jedoch weiter gestiegen. Bei Diesel sei bereits am ersten Tag nach Einführung der Regelung ein mehrjähriger Höchststand überschritten worden, der seither täglich neu erreicht worden sei. Auch Super E10 habe sich diesem Niveau angenähert.

Nach Angaben des ADAC stieg der Dieselpreis innerhalb einer Woche um mehr als 13 Cent auf zuletzt 2,447 Euro je Liter, Super E10 verteuerte sich um über 8 Cent auf 2,188 Euro.

Spritpreise laut ADAC weiter unter Druck

Der Club führt die Entwicklung darauf zurück, dass Anbieter die begrenzten Möglichkeiten für Preisaufschläge mit höheren Risikoaufschlägen ausgleichen könnten. Laut ADAC wurden die Preise um 12 Uhr teils um bis zu 12 Cent bei Diesel und bis zu 10 Cent bei Super E10 angehoben, obwohl sich der Ölpreis auf ähnlichem Niveau wie vor der Neuregelung bewegt habe.

Zentrale Punkte im Überblick:

  • Das neue Modell gilt seit dem 1. April 2026.
  • Preissteigerungen sind nur einmal täglich um 12 Uhr erlaubt.
  • Der ADAC fordert ein Eingreifen der Kartellbehörden.
  • Zudem verlangt der Club steuerliche Entlastungen für Autofahrer.

Der ADAC fordert deshalb ein aktiveres Vorgehen des Bundeskartellamts und der Länderbehörden. Zudem spricht sich der Club für eine Senkung staatlicher Abgaben auf Kraftstoffe aus. Nach ADAC-Angaben könnte eine Reduzierung der Energiesteuer die Preise um rund 15 Cent je Liter senken.

Ich halte die Mitteilung für eine zugespitzte, aber datenbasierte Interessenposition des Automobilclubs, die vor allem politischen Handlungsdruck erzeugen soll.


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  1. Philipp 🔆

    Macht euch doch keiner sorgen.
    Das gleicht sich doch alles mit der Kfz-Steuer wieder aus und mit der Pendlerpauschale und dem … ähh … Deutschlandticket und noch vielen VIELEN! anderen tollen Rabatten die sich unserer Spezialexperten bald ausdenken werden.
    Vielleicht könnte man in Zukunft immer auf den ganzen Euro die Preise erhöhen dann hat man als Kunde eine viele bessere Übersicht. Oder alle Kraftstoffe zum gleichen Preis anbieten dann muss man nicht immer so lange überlegen was man heute tanken soll. Da hätte man es als Kunde doch gleich viele leichter.

  2. Peter ☀️

    Ist das der ADAC, der Anfang ’26 rund 60k Mitglieder verloren hat?
    Opportunistischer kann man nicht mehr sein 🤬

  3. Carlo 🔅

    Die Energiekonzerne haben halt einen erhellichen Einfluss auf politische Entscheidungen , während die zuständigen Aufsichtsbehörden (das Kartellamt) nur zuschauen,
    statt konsequent einzugreifen. Das Kartellamt zeigt wie immer als Aufsicht ohne Durchsetzungskraft. Hauptsache, man erweckt den Eindruck, etwas zu tun. 😉
    In Zeiten wie diesen bin ich wirklich dankbar, ein Dienstfahrzeug zu haben.

  4. Teimue 🪴

    Das war doch vorher klar, dass dieses österreichische Modell die Spritpreise nicht senkt.
    Das wurde mMn auch nicht von der Regierung suggeriert.
    Dieses Modell beruhigt nur das Tanken, weil es nicht mehr die minütlichen Preissprünge gibt. Nicht mehr und nicht weniger.
    Das weiß auch der ADAC, aber so ist er halt… Fast so dümmlich wie die AfD

    1. Robert 💎

      es wurde als solch eine Regelung in einem Maßnahmenpaket verkauft. Die Frage ist, warum hat man das überhaupt eingeführt?

      Maßnahmen der Bundesregierung gegen hohe Spritpreise

      https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/massnahmen-gegen-spritpreise-2410850

      1. Teimue 🪴

        Das hätte schon seit Jahren eingeführt werden müssen, da es sich in Österreich schon lange bewährt hat.
        Es ist halt blöd, wenn man das einen Tag vor Ostern einführt, wenn egal bei welcher Regelung die Spritpreise immer um mehrere Cent steigen und der Irankrieg eskaliert.
        Dann kommen halt der ADAC und seine Jünger nach nicht mal einer Woche auf den Trichter, dass die neue Preisregelung, die alleine keine Preise senkt, sinnlos ist.

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