Anker Eufy Robovac 11S Staubsaugerroboter im Test

Anker Eufy Robovac 11s
Anker Eufy Robovac 11S

Seit ein paar Tagen verrichtet der Anker Eufy Robovac 11S seinen Dienst in meinem Haushalt. Der günstige Staubsaugerroboter musste sich einem direkten Vergleich mit dem Kobold VR200 stellen. Wie er dabei abgeschnitten hat, könnt ihr in den folgenden Zeilen lesen.

Die wichtigsten technischen Details

Der Eufy Robovac 11S ist insgesamt nur 7,2 cm hoch und besitzt zur Kommunikation und Konfiguration eine Fernbedienung mit Display. Die Saugkraft wird mit 1300Pa angegeben. Hindernisse werden mit einem Infrarot-Sensor erkannt. Eine Akkuladung genügt für ca. 100 Minuten Reinigung (je nach eingestellter Saugkraft).

Unboxing und Lieferumfang

Anker Eufy Robovac 11s Lieferumfang

Ein ausführliches Unboxing inkl. ersten Kurzeindrücken und dem Lieferumfang etc. findet ihr hier bei uns auf mobiFlip.

Noch einmal kurz zusammengefasst ist im Lieferumfang natürlich der Saugroboter selbst, eine Ladestation, ein Netzteil, 4 Bürsten (2 davon als Reserve), eine Fernbedienung inkl. Batterien, ein Reinigungswerkzeug, Kabelbinder und ein wenig Papierwerk enthalten.

Anker Eufy Robovac 11s
Anker Eufy Robovac 11S Saugroboter ausgepackt3. August 2018

Zum Robovac 11 S selbst

Der Eufy Robovac 11S ist mit 7,2 cm Höhe angenehm niedrig gebaut und kommt damit auch unter so manches Möbelstück, wo andere Mitbewerber passen müssen. Leider ist er im Fall unserer Wohnung damit genau so niedrig, dass er sich prima im Bad und im Gäste-WC unter dem Klo einklemmt.

Das schafft der Sauger aber auch wirklich jedesmal! Man muss natürlich nur irgendein Hindernis (Türstopper etc.) unter das Klo stellen und schon passiert das nicht mehr, aber es nervt schon ein bisschen, dass hier der Infrarot-Sensor wohl nicht gut genug ist, die „unauffällige“ WC-Schüssel zu erkennen. Wenn der Sauger sich mal festfährt macht er mittels Piepsen auf sich aufmerksam.

In Sachen Reinigung selbst müssen zwei Dinge auf jeden Fall erwähnt werden. Zum einen ist der Robovac 11S trotz guter Saugleistung angenehm leise. Während mich der Kobold VR200 doch sehr vom TV schauen ablenkt, muss ich im Falle des Robovac 11S oft nicht eimal die Lautstärke erhöhen!

Der zweite Punkt ist, gerade verglichen mit dem Kobold, der große Staubbehälter. Aktuell fährt der Sauger das dritte mal durch die Wohnung und der 0,6 Liter fassende Staubbehälter ist jetzt erst voll. Wohlgemerkt natürlich nicht, weil er weniger aufsaugt, sondern weil der Behälter eben angenehm groß dimensioniert ist.

Anker Eufy Robovac 11s Unterseite

Der Sauger besitzt vorne rechts und links je eine drehende Bürste, welche den Schmutz mittig unterhalb des Saugers befördert und die quer im hinteren Bereich angebrachte Schmutzrolle transportiert dann den Schmutz in den Staubbehälter. Sensoren schützen das Gerät davor beispielsweise eine Treppe runter zu fahren oder ein Hindernis zu rammen.

Der hierfür nötige Infrarot-Sensor arbeitet bis auf die WC-Geschichte wirklich gut. Es werden kaum Gegenstände gerammt und oft schon vorher umfahren oder wirklich nur kurz angetippt.

Mit Wäscheständern hat der kleine Racker ab und zu Probleme und ab und zu überfährt er die Füße einfach und boxt sich durchs Gelände. Dieses Verhalten konnte ich aber bisher bei jedem Staubsaugerroboter beobachten.

Die Steuerung mittels Fernbedienung ist so eine Sache für sich. Da der Sauger eben nur knapp 200,- EUR kostet ist er ohne WIFI und APP und muss deshalb eben über eine Fernbedienung gesteuert werden. Das geschieht über das integrierte Display und die dazu passenden Tasten.

Anker Eufy Robovac 11s Fernbedienung

Hier kann nun also beispielsweise eingestellt werden, ob der Sauger jeden Tag um 11 Uhr die Wohnung saugen soll, ob man nur eine Spot-Reinigung möchte usw. Mittels der Pfeiltasten kann der Sauger auch manuell zu einem Bereich gefahren werden, um dann dort mit der Reinigung zu beginnen.

Ein bisschen schmunzeln, musste ich zu Beginn über den Einzelzimmer-Modus. Den vermisse ich auch bei teureren Kollegen und der Alexa-Steuerung. So könnte man beispielsweise sagen: „Alexa, sage Robosauger er soll das Kinderzimmer saugen!“. Die meisten großen Kollegen machen ja eh eine virtuelle Karte der Wohnung und da sollte sowas ja eigentlich möglich sein.

Aber ich schweife ab – ich fragte mich also, wie der kleine Robovac 11S das denn hinbekommt? Die Anleitung klärte dann auf. Der Sauger erkennt nicht etwa Türen und bleibt dann in einem Zimmer, sondern man soll den Sauger in ein Zimmer stellen, den Einzelzimmer-Modus starten und dann die Türe schließen. Der einzige Vorteil ist also der, dass der Sauger sich abschaltet, wenn das Zimmer einmal komplett gereinigt wurde.

Der Sauger selbst fährt das Gelände nicht nach einem erkennbaren System ab, sondern per Zufallsprinzip. René hatte sich mal die Mühe gemacht und die beiden Techniken eines schlauen Saugroboters mit Raumabtastung und eines Robos mit Zufallsprinzip veranschaulicht. Am Ende fahren beide Sauger so ziemlich jeden Bereich ab, aber es kann eben länger dauern, wenn der Sauger ohne Raumabtastung arbeitet.

Die Basis- bzw. Ladestation wird jedesmal direkt beim ersten Anlauf erwischt. Hier gab es in der Vergangenheit auch Mitbewerber, die nicht selten 2-3 Anläufe gebraucht hatten. Und das auch, wenn man sich an die geforderten Abstände zu Wänden etc. rechts und links neben der Ladestation hielt.

Teppiche sind in unserer Wohnung leider kaum vorhanden. Wir haben lediglich diese übergroßen schwarzen Matten vor der Haustüre und der Balkontüre. Diese stellen keinerlei Problem dar, werden erkannt und überfahren und die Querbürste des Saugers stellt die Fasern der Teppiche bei der Reinigung sogar wieder ein wenig nach oben.

Auch Türschwellen oder solche kleinen Hindernisse stellen kein Problem dar. Lediglich ab ca. 1cm wird es interessant und manchmal geschafft und manchmal hängt er sich fest und fährt nach ein paar Sekunden wieder zurück. Siehe oben der Punkt Wäscheständer.

Reinigung des Saugers

Die Reinigung ist sehr einfach. Bürsten können abgenommen und von etwaigen Haaren befreit werden. Auch der Staubbehälter lässt sich ganz einfach nach hinten rausschieben und in einen Mülleimer entleeren. Auf dem Behälter befindet sich der Filter, der auch ohne zusätzliches Werkzeug an zwei Clips ausgehebelt und ausgewechselt werden kann.

Die Ersatzteil-Beschaffung sollte auch noch erwähnt werden. Der Robovac 11S selbst und auch seine Verschleißteile, wie neue Bürsten und Filter sind über die üblichen Verdächtigen, wie beispielsweise Amazon verfügbar.

Fazit zum Anker Eufy Robovac 11S

Das Fazit fällt dieses mal etwas größer aus, da ich ja wie angedeutet nicht nur den Sauger selbst, sondern auch die beiden Preisklassen verglichen habe. Der Vorwerk Kobold VR 200 verrichtet schon seit zwei Jahren in meiner Wohnung seinen Dienst und kostet aktuell immer noch 749,- EUR. Der Eufy Robovac 11S ist frisch auf dem Markt und für etwas mehr als 200,- EUR zu haben.

Der Robovac 11S verrichtet die Arbeit gut. Auch Krümel usw. wurden problemlos weggesaugt und in Sachen Lautstärke ist er im Vergleich zu einigen Mitbewerbern fast schon flüsterleise (ca. 60dB). Man macht also damit wenig falsch.

Die Unterschiede, die mir eben zu mehr als dem doppelten Preis aufgefallen sind, wären zum Beispiel die fehlende App, in Verbindung mit der Steuerung von unterwegs aus. Auch dies ist natürlich nur mittels WIFI und APP möglich. Andere Saugroboter im unteren Preissegment bieten das bereits.

Manche Mitbewerber erstellen auch Karten und zeigen auch darauf an, welche Bereiche gereinigt wurden. Als nächstes gibt es leider wohl keine Möglichkeit Bereiche abzugrenzen. Steht also irgendwo ein Einkaufskorb, Wassernapf oder dergleichen, so wird der auch mal durch das halbe Zimmer geschoben.

Vorwerk Kobold Absperrband

Gerade an Weihnachten finde ich das „Absperrband“ ganz schick, womit ich den Weihnachtsbaum vor dem Kobold VR200 schützen kann. Wir haben da so eine rote Weihnachtsbaum-Decke, welche den Ständer des Baumes optisch aufhübscht. Die würde aber jedesmal vom Sauger „aufgewirbelt“ werden. An den äußeren Rändern unsichtbar ein wenig vom Kobold-Absperr-Band drunter und der Baum wird umfahren.

Als Saugmethode fährt der Robovac 11S eben nicht systematisch, sondern per Zufallsprinzip. So fährt der Robovac tatsächlich seine 90-100 Minuten durch die Wohnung und könnte aber zumindest gefühlt eigentlich schon in einer Stunde fertig sein.

Es gibt auch kleine Dinge, die in Sachen Design hätten anders gemacht werden können. Beispiel Saugbehälter: Dieser lässt sich beim VR 200 mit einem normalen Staubsauger aussaugen. So muss man den Staub etc. nicht direkt anfassen bzw. kommt nicht damit in Berührung. Auch ein Griff zum Hochnehmen des Saugers hätte vielleicht noch irgendwo hingepasst. Details eben. Dafür sieht die (kratzfeste) Glasoberseite des Robovac 11S sehr schick aus.

Die Hindernis-Erkennung ist im Falle des VR 200 ausgereifter. Dieser hat oben auf dem Sauger (deshalb ist er dann auch noch einmal höher) einen Laser und dazu noch Ultraschall-Sensoren, welche Hindernisse erkennen.

Man sieht also durchaus, warum manche Staubsaugerroboter mehr kosten. Ob das alles unbedingt nötige Argmunente für den Kauf eines teureren Saugers sind, muss der Käufer am Ende selbst entscheiden. Die Reinigung hat auch der günstigere Robovac 11S gut hinbekommen und wie ein Wohnraum aufgebaut ist, spielt eben auch noch eine Rolle.

Wertung des Autors
Michael Meidl bewertet Anker Eufy Robovac 11S mit 3.5 von 5 Punkten.

Teilen

Hinterlasse deine Meinung
Du kannst auch als Gast kommentieren (Anleitung). DISQUS respektiert „Do Not Track“ und bietet einen Datenschutz-Modus an. Informationen zum Datenschutz auf mobiFlip.de findest du hier.