Basis Peak Fitness- und Schlaftracker ausprobiert

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Ich persönlich nutze an meinem Handgelenk seit einiger Zeit schon diverse Smartwatches, meist auf Android Wear basierend. Diese Uhren verstehen sich oft auch als Fitnesstracker, die grob gesagt mal eben für einen bestimmten Zeitraum den Puls messen oder die getätigten Schritte zählen.

Das Gegenstück dazu wäre das übliche Fitnesstracker-Armband, welches aber dafür meist mit Dingen wie Benachrichtigungen oder gar einem Display geizt. Die Basis Peak möchte nun als gesunde Mischung beider Elemente die Marktlücke schließen. Mit einem beleuchteten und stromsparenden monochromen LCD-Display mit einem Touchscreen geschützt durch Gorilla Glas 3 versteht sich der Fitnesstracker auch mit Benachrichtigungen und kann selbige darstellen.

Die wichtigsten technischen Details

  • Gehäuse aus Aluminium
  • Glas aus Gorilla Glas 3
  • Display mit Hintergrundbeleuchtung
  • Wasserdicht bis zu 50 Meter
  • Akkulaufzeit: Ca. 4 Tage
  • Sensoren: Optische Herzfrequenz-Sensoren, 3-Achsen-Beschleunigungssensor, Hauttemperatur- und Hautreaktionssensor
  • Dicke: ca. 11mm
  • Armbänder: wechselbar 23mm

Lieferumfang

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Im Lieferumfang des Basis Peak Fitnesstrackers befindet sich der Tracker selbst, ein schon angebrachtes Silikon-Armband, eine Dockingstation zum Laden, ein USB<->MicroUSB-Stecker und ein wenig Papierwerk.

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Die Armbänder können durch handelsübliche 23mm Armbänder gewechselt werden. Selbstverständlich gibt es hier auch schon einige Varianten im Peak-Sortiment. Ob ihr da nun schwarz, rot, blau, neongelb/grün oder was auch immer sucht – da dürfte sich was passendes finden.

Zur Peak selbst

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Es gibt keinerlei Tasten am Gerät und man bedient den Peak durchweg mit Wisch- und (Doppel)Tab-Gesten. Das Gehäuse ist aus Aluminium und das Glas unter dem sich das 1,26 Zoll Display (144×168 Pixel) verbirgt ist aus Gorilla Glas 3. Das Display ist dabei immer aktiviert und man benötigt keine Schüttelbewegung des Arms oder irgendwelche Gesten um die Uhr oder die Fitness-Daten abzulesen.

Die Armbänder sind Anfangs etwas anfällig für Staub, aber das gibt sich mit jedem Tag mehr. Bezüglich der Länge der Bänder kann ich direkt beruhigen. Ich habe mit Sicherheit keine dünnen Ärmchen, und selbst bei mir waren am Ende noch vier Löcher am Armband übrig.

Auf der Unterseite sieht man die zwei grün blinkenden LEDs zur Messung der Herzfrequenz und die silbernen Kontakte. Diese und die restlichen Sensoren auf der Unterseite übernehmen am Ende die Überwachung der Hauttemperatur und sogar der Schweißproduktion (!). Das klappt übrigens so gut, dass die Uhr bei Nichtbenutzung direkt die Herzfrequenz-Sensoren deaktiviert und durch das stromsparende Display über einen kompletten Tag nur 5-10 Prozent Akku verliert.

Ansonsten misst der Peak Fitness- und Schlaftracker tatsächlich rund um die Uhr. Unter dieser Vollast habe ich übrigens wirklich locker (inklusive durchschleifen der Benachrichtigungen etc.) gut und gern vier Tage Akkulaufzeit erreicht. Der vollständige Ladevorgang benötigt dann anschließend ca. vier Stunden.

Einrichtung des Basis Peak Fitness-Tackers

Man sollte sich zu allererst im klaren sein, dass man durch die Nutzung so manches Trackers förmlich seine Seele Daten verkauft. Im Falle des Peak wird sogar bei der Installation angezeigt, dass die Daten in die USA übertragen werden. Das muss man mögen, oder man sollte von der Nutzung eines solchen Trackers absehen.

Peak Installation

Zur Einrichtung muss der Peak auf die beigelegte Ladestation aufgelegt werden. Der Mechanismus hierfür ist magnetisch und hält die Uhr beim Ladevorgang vorbildlich fest. Nach dem herunterladen der Basis Peak App und der Eingabe diverser Daten (Name, Mail, Größe, Gewicht) wird der Peak auch schon via Bluetooth gesucht und gekoppelt.

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. :-(
Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. :-(

Vor der ersten Benutzung hatte ich überall gelesen, dass Android Lollipop noch nicht unterstützt wird etc. und mir deshalb schon Gedanken gemacht. Allerdings kann ich zumindest mit meinem LG G4 Entwarnung geben. Hier ist in meinem Fall Android 5.1 installiert und ich wüsste wirklich nicht, was hier nicht funktioniert hätte. Die Kopplung, Einrichtung, Tracking, etc. – alles kein Problem gewesen. Innerhalb der Peak-Anwendung gibt es einige Einstellungen die getätigt werden können.

Zum einen können hierbei Benachrichtigungen vom Handy (nur Android getestet) aktiviert werden. Dies dürfte unter den Fitness-Trackern durchaus eine Besonderheit sein.

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Allerdings darf man auch nicht zuviel erwarten. Die Benachrichtigung mit Inhalt der SMS, Mail, etc. wird dargestellt, ist auch scrollbar und kann via Doppel-Tab gelöscht werden. Mehr aber auch nicht. Antwortmöglichkeiten via Sprache oder vorgefertigten Antworten sind nicht möglich und Nachts geht die Beleuchtung der Watch leider nicht an, damit ihr den Text auch bei Dunkelheit lesen hättet können. Dies kann aber vielleicht durch ein kommendes Update nachgereicht werden.

Peak Messaging

Natürlich wird auch die Peak ständig aktualisiert und auf dem neuesten Stand gehalten. Die Meldungen für ein anstehendes Update bekommt ihr ganz einfach in die Benachrichtigungsleiste gepusht.

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Anschließend wird das Update über das Handy geladen und per Bluetooth an den Peak Tracker übertragen und dort installiert. Gegebenenfalls müsst ihr hierfür die Uhr auf die Dockingstation legen. In meinem Fall bei knapp 34 Prozent Rest-Akku war dies auf jeden Fall nötig.

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Auf dem Peak werden die Fitness-Daten wie Schrittzähler, Kalorienverbrauch und der Herzfrequenz neben der Uhr und dem Datum dargestellt. Abgesehen davon gibt es noch eine Stoppuhr und einen Wecker, welcher ebenfalls wieder bequem durch Gestern gesteuert werden kann.

Was wäre ein Fitness- und Sleeptracker ohne die Darstellung und Auswertung der Daten? Nüx. Deshalb macht Basis Peak hier alles richtig und kann auf Wunsch Statistiken auch per Mail abschicken. Auch eine Synchronisation mit Google Fit ist in die App integriert worden.

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Generell wird der Anwender gefühlt die komplette Zeit über nicht einfach dem Peak überlassen, sondern er bekommt auch gern hier und dort Hinweise und Tipps und Statistiken etc. aufgezeigt. Beispielsweise erhält man direkt nach der Einrichtung gleich eine Mail mit wichtigen Tipps, dann gibt es (abwählbare) Statistiken per Mail, wie beispielsweise dieser Ausschnitt (viel umfangreicher, aber das würde den Artikel hier sprengen):

Peak Schlafstatistik per Mail

Hier gibt es dann noch Diagramme wie lange die REM-Phase und der Tiefschlaf je Nacht dauerte usw. Gefühlt meint Peak ab und zu etwas früh, dass man schon schlafen würde. Ein gemütliches Fernsehschauen wurde bei mir teilweise schon als leichter Schlaf gedeutet. :) Aber diese Phase würde mich eh am wenigsten interessieren. Was letztendlich zählt sind ja die REM und Tiefschlaf-Phase. Diese Statistiken werden auch super übersichtlich innerhalb der App angezeigt:

Die meisten Anzeigen sind auch mannigfaltig anpassbar und erlauben sogar noch die Einblendung weiterer Details, welche zuerst für die bessere Lesbarkeit nicht dargestellt werden:

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Vieles erkennt die Uhr dabei automatisch. Man muss also nicht erst durch ein großes Menü hangeln, sondern bekommt automatisch die getätigten Schritte innerhalb des letzten Zeitraums angezeigt. Über die App oder einen kurzen Wisch nach links bekommt man dann auch die aktuelle Gesamtschritte dargestellt. Über die Anwendung können auch diverse Ziele fest eingestellt werden. So erinnert der Peak dann beispielsweise nach einer Stunde daran, sich wieder etwas zu bewegen usw. Solltet ihr die Verbindung mit dem Smartphone für ein paar Tage deaktivieren, so genügt der verbaute 16 MB Speicher zur Sammlung der Daten für grob sieben Tage.

Web-Interface

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Abgesehen von den Daten auf der Uhr und dem Handy kann der Anwender sich auch mit seinem Account auf https://app.mybasis.com/ einloggen und dort wirklich hübsch aufbereitet die gesammelten Daten abrufen. Hier gibt es auch detaillierte Auswertungen und auch die gesteckten Ziele werden grafisch dargestellt.

Activity Details _ Basis - Google Chrome 2015-09-25 11.02.53

Und sonst noch?

  • Das Display ist auch unter direkter Sonneneinstrahlung noch sehr gut ablesbar
  • Watchfaces können leider nicht geändert werden
  • Peak ist laut Hersteller bis zu 50m Wasserfest
  • Sehr genauer Schrittzähler! Verglichen mit meiner G Watch R lag der Peak Fitness-Tracker mit 1010 Schritten zu 1150 Schritten deutlich genauer an den tatsächlich zurückgelegten 1000 Schritten.
  • Kein integriertes GPS – Geschwindigkeit und Routen sind somit nicht speicherbar

Fazit

Intel Basis Peak

Für aktuell ca. 229,- EUR ist der Basis Peak Fitness-Tracker von Intel nicht der günstigste seiner Art, aber in meinen Augen ein tolles Stück Technik, welches versucht in die Kerbe zwischen Smartwatch und reinem Tracker zu schlagen. Durch das stromsparende Display und die durchgeschleiften Benachrichtigungen auf das Peak-Display gelingt das in meinen Augen recht gut. Die von mir als Laie abgerufenen Daten fand ich super interessant und die eigenen Reminder zum aufstehen etc. sind eine tolle Sache, um im Büro-Alltag nicht den kompletten Tag auf dem Drehstuhl zu verbringen.

Für mich wäre in Sachen Watchfaces und Benachrichtigungen noch ein wenig Luft nach oben, aber wenn beispielsweise der Schwerpunkt auf Fitness liegt, dürfte das nicht stören. In knapp einer Woche gab es während meiner Testzeit schon zwei Firmware-Updates. Wer weiß, was hier noch alles nachgelegt wird?

Wertung des Autors
Michael Meidl bewertet Basis Peak mit 4.1 von 5 Punkten.

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