Energieversorgung im Wandel: Stadtwerke bereiten sich auf den Gasausstieg vor

Heizung Katze

Fast die Hälfte der Stadtwerke weiß laut VKU-Umfrage noch nicht, wie sie ihre Gasnetze künftig nutzen oder stilllegen wollen.

Eine Befragung des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) unter 609 Stadtwerken zeigt, dass 46 Prozent der kommunalen Energieversorger noch keine Entscheidung über den Umgang mit ihren Gasnetzen getroffen haben.

23 Prozent planen laut Verband eine Mischung aus Stilllegung und Umrüstung auf grüne Gase wie Wasserstoff oder Biomethan. 19 Prozent wollen ihre Netze vollständig stilllegen und auf Wärmepumpen oder Fernwärme umstellen.

Rechtliche Unsicherheit beim Ausstieg aus der Gasversorgung

Der VKU sieht erhebliche Herausforderungen beim geplanten Rückbau der Gasnetze. Für Stilllegung und Umrüstung fehlten bisher klare gesetzliche Regelungen, insbesondere zur Kostentragung und Anschlussverpflichtung.

Nach Angaben des Verbands sind Versorger weiterhin verpflichtet, neue Anschlüsse bereitzustellen, obwohl langfristig der Ausstieg aus fossilem Gas vorgesehen ist.

Zentrale Forderungen des VKU

Nur 15 Prozent der Stadtwerke planen derzeit konkret, ihre Leitungen für Wasserstoff nutzbar zu machen. Für private Haushalte liegt der Anteil laut VKU sogar nur bei 8 Prozent.

Der Verband fordert daher vom Bundeswirtschaftsministerium, die rechtlichen Grundlagen und Finanzierungsfragen zügig zu klären, um den Aufbau von Wasserstoffverteilnetzen zu ermöglichen.

Auch die soziale Komponente spielt eine Rolle: Der VKU warnt davor, dass steigende Netzentgelte vor allem Mieter und kleine Betriebe treffen könnten, wenn wohlhabendere Haushalte früher aussteigen. Als Ausgleich schlägt der Verband eine Kombination aus Eigenbeteiligung, Umstellbonus und Kompensationskonto vor, um Kostensteigerungen für Verbraucher zu vermeiden.

Ich finde, das zeigt gut, wie komplex der geplante Gasausstieg wirklich ist. Selbst viele Stadtwerke scheinen eher abzuwarten, bis die Politik endlich klärt, wer am Ende für den Umbau oder Rückbau zahlt.

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