Ersetzt USB 3.1 bald den Klinkenstecker?

Lumia 950 XL Prototyp Anschlüsse

USB ist dank des neuen Typ-C nicht nur doppelseitig verwendbar, er überträgt auch im 3.1-Standard Daten mit bis zu 10 Gbit/s, lädt Geräte mit bis zu 100 Watt und beinhaltet den DisplayPort-Standard. Also warum ihm nicht auch die Audioübertragung anvertrauen?

Spätestens seit dem ultraflachen Oppo R5 wissen wir, dass Smartphones ohne „headphone jack“ auskommen können. Das R5 und sein vor kurzem vorgestellter Nachfolger R5S sind schlichtweg zu dünn für den Anschluss. Da käme der flachere Typ-C Stecker genau richtig und Smartphones könnten noch dünner werden (den Sinn davon einmal außen vor gelassen).

Abgesehen von der Dicke eines Geräts, bleibt ohne Klinkenanschluss auch ein wenig mehr Platz, der für andere Komponenten genutzt werden kann. Und Platz ist ja vor allem in unseren täglichen Begleitern bekanntlich Mangelware.

Oppo_R5s

Zudem hat der Hersteller einfach etwas mehr Möglichkeiten beim Design. Wenn die Klinkenbuchse an einem Smartphone an der Oberseite verbaut ist, nervt oft das herunterhängende Kabel. Da der Anschluss zum Aufladen des Gerätes immer unten verbaut ist, würde dies der Vergangenheit angehören. Es muss auch nur noch ein einziger Anschluss wasserdicht gestaltet werden, Stichwort Preisreduktion. Und zu guter Letzt sieht es einfach schöner aus, wenn das Gerät obenrum frei von Anschlüssen ist und an der Unterseite nur der 3.1 Stecker (mittig) verbaut ist.

Die Hersteller von Audiozubehör, wie Kopfhörern und Headsets, müssten natürlich irgendwann nachziehen und den Klinkenstecker ersetzen. Erste Schritte gibt es im Bereich Lightning Port bereits. Dann könnte auch bald die heimische Anlage mit dem neuen USB-Standard ausgestattet sein. Für den Übergang wäre selbstverständlich ein Adapter notwendig, um die 3,5-mm-Kopfhörer noch weiter nutzen zu können.

Er überbrückt die Zeit, bis das Ganze etabliert ist, kann aber einfach an dem Headset stecken bleiben, fällt also kaum auf.  Die Firmen könnten zudem den Vorteil der hohen Datenrate oder der 100 Watt für sich entdecken und uns dadurch einen höheren Nutzwert bescheren.

OnePlus Two Kabel

An einem Computer (oder der erwähnten Anlage) könnte so ein Anschluss also nicht nur das Audiosignal übertragen, sondern auch Kopfhörer, die mit Active-Noise-Cancelling oder Bluetooth ausgestattet sind, während des Musik Hörens aufladen. Und da Flachbandkabel immer beliebter werden, besteht durch die breitere Form des Steckers auch kein Konfliktpotential.

Das Ladegerät für Smartphones und Co. müsste natürlich etwas umgestaltet werden, aber wenn man sich an die Zeiten der Sony Ericsson Handys zurück erinnert, ist das auch kein Problem. Aufladen, Daten übertragen und Musik hören gleichzeitig wäre also ebenfalls drin.

Sony Ericsson Ladekabel

Was glaubt ihr, könnte eine solche Entwicklung eintreten und würdet ihr sie befürworten? Ich finde die Idee auf jeden Fall gut und würde den Wegfall der veralteten 3,5-mm-Stecker begrüßen.

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