HTC One M8 Testbericht

HTC One M8 Header

Das HTC One vom letzten Jahr ist das erfolgreichste Smartphone von HTC und an diesen Erfolg möchte man in diesem Jahr natürlich mit einem ganz neuen Flaggschiff direkt anknüpfen. Ich habe dieses in den letzten Wochen getestet.

Vorwort

Vor einem Jahr und einem Monat ging hier im Blog der Testbericht zum HTC One M7 online. Das Fazit: Das bis dato beste Android-Smartphone. Daran hat sich im Laufe des Jahres nichts geändert. Auch für HTC war es das erfolgreichste Smartphone in der Geschichte des Unternehmens. In den Geschäftszahlen spiegelte sich die Meinung der Presse allerdings noch nicht wieder. Das soll sich in diesem Jahr laut HTC ändern.

Ich persönlich war gespannt, welche Kritikpunkte HTC verbessert hat, wo man auch beim M8 noch nachbessern kann und ob das Gerät natürlich ein würdiger Nachfolger für das Flaggschiff vom letzten Jahr ist. Da es mit dem Samsung Galaxy S5 momentan einen direkten Konkurrenten gibt, wird es an der ein oder anderen Stelle vielleicht auch einen Vergleich geben. Immerhin sind es diese beiden Smartphones, die sich momentan ein spannendes Rennen liefern und um neue Nutzer kämpfen.

HTC hat seine Hausaufgaben laut eigenen Aussagen jedenfalls gemacht und auf das Feedback der Nutzer gehört. Dieses ist in die Entwicklung des M8 eingeflossen. Doch bevor wir auf die Details eingehen, gibt es hier einen Blick auf die Spezifikationen.

HTC One M8 Farben

Spezifikationen

  • Hersteller: HTC
  • Modellbezeichnung: One M8
  • Preis: 699,- Euro
  • Verfügbar: Seit 4. April 2014
  • Größe: 146,36 x 70,6 x 9,35 mm
  • Gewicht inklusive Akku: 160 g
  • Betriebssystem: Android 4.4.2 KitKat und Sense 6.0
  • Akku: 2600 mAh
  • Display: 5″ Super-LCD3-Display mit 1920 x 1080 Pixel
  • Kamera: Ultrapixel Kamera (4 Megapixel)
  • Speicher: 16 / 32 GB
  • CPU: Qualcomm Snapdragon 801 Quad-Core-Prozessor mit 2,3 GHz
  • RAM: 2 GB

Das sind nicht alle Spezifikationen des HTC One M8, sondern nur die wichtigsten, auf der Webseite von HTC bekommt ihr natürlich weitere Informationen zum Gerät.

Lieferumfang

  • HTC One M8
  • Netzteil
  • USB-Kabel
  • Kopfhörer
  • Hülle
  • Diverse Flyer und Zettel

Unboxing

Wir haben das HTC One M8 jetzt seit einigen Tagen hier im Test und natürlich auch schon in Ruhe für euch ausgepackt. Einen ersten Eindruck dazu findet ihr noch mal an dieser Stelle und das Video dazu habe ich euch einfach noch mal hier eingebunden.

Design, Verarbeitung und Haptik

HTC ist stolz auf das Design des HTC One M8. Schon der Vorgänger wurde für die hochwertigen Materialien gelobt und beim Nachfolger hat man daher noch mehr von diesen verwendet. Das Gehäuse besteht zu 90 Prozent aus Aluminium. Das ist auch das zentrale Element bei der Vermarktung. Vor allem im Vergleich zur Konkurrenz hat HTC hier immer noch die Nase vorne. Und das stimmt in meinen Augen auch.

Nimmt man das One M8 in die Hand, fühlt es sich sehr hochwertig an. Mir persönlich gefällt das Design und die Materialwahl. Die Tatsache, dass mehr Aluminium zum Einsatz kommt, sorgt aber auf dafür, dass die Kanten rund um das Display schärfer sind. Das fühlt sich nicht so gut an. Ansonsten ist die Verarbeitung gut, es klappert und knarzt nichts. HTC wirbt mit dem Design des One M8 vollkommen zu Recht.

HTC One M8 Rückseite

Was mir als Fan des One jedoch direkt aufgefallen ist: Ich mag die neue Farbe, doch das Gerät ist noch mal ein ordentliches Stück länger und auch schwerer. Das merkt man direkt. Klar, das Display ist gewachsen, doch die Touch-Tasten sind dafür auch verschwunden. HTC setzt hier erstmals auf On-Screen-Tasten. Trotzdem ist das M8 spürbar länger geworden, was ich persönlich leider sehr schade finde. Da helfen auch die neuen Rundungen nicht, die ich im Vergleich zum M7 sehr angenehm finde.

Was ich mir beim Nachfolger des One gewünscht hätte: Minimal mehr Display, die On-Screen-Tasten, dafür den schwarzen Bereich unter dem Display trotzdem weg und ein Gerät, welches maximal so groß, wie das M7 ist. Beim Gewicht ist das noch mal ein anderes Thema, da hier schließlich auch mehr Aluminium zum Einsatz kommt. Das ist am Ende eine Frage der persönlichen Vorliebe. Mich stört das nicht.

Doch HTC wollte glaube ich zu viel. Die ganzen Neuerungen, wie zum Beispiel die zweite Kamera auf der Rückseite, mussten irgendwie in das Gerät rein und das Display größer werden. Da ist es am Ende nur logisch, dass man sich den Grenzen der Physik beugen musste. Ich hätte mir beim M8 einen anderen Ansatz gewünscht.

Am Ende muss ich aber sagen, dass mir das One immer noch am besten gefällt und ich es schön finde, dass HTC so ein hochwertiges Gerät auf den Markt gebracht hat. Zumindest, wenn ich mich bei den anderen Androiden umschaue. Lieber ein paar Gramm mehr, als Kunststoff und ein „billiges“ Gefühl. Das ist meine persönliche Vorliebe.

HTC One M8 M7

Hardware

Das neue HTC One ist auf dem Datenblatt schneller geworden. Im Alltag ist das aber ein Unterschied, den ich, im Vergleich mit dem One M7 (aktuelle Software) nicht wirklich merke. Beide Geräte sind schnell und die aktuelle Generation ist hier kein Quantensprung mehr. Es ist schön, dass es immer noch einen Fortschritt gibt, aber leider fällt dieser nicht unbedingt zu Gunsten der Akkulaufzeit aus. Ich hoffe es wird mal einen Hersteller geben, der vielleicht einen anderen Ansatz verfolgt.

Das Display im M8 ist größer geworden. Für mich persönlich ist das ein negativer Punkt. Das Display im M7 war groß genug. Die Auflösung reicht mit 1080p aber aus. Das Display vom M8 gefällt mir, obwohl es theoretisch weniger PPI hat, sogar noch besser, als das des M7. Trotzdem hätte es nicht größer werden müssen. Zumindest nicht, wenn dafür auch das Gerät selbst größer wird. Wer diese Größe allerdings gewohnt ist, wird den Schritt von 4,7 Zoll auf 5 Zoll ja aber vielleicht begrüßen.

Das HTC One M8 hat endlich einen Speicherkartenslot. Ihr könnt den Speicher also erweitern. Mir persönlich würden 32 GB reichen, aber es ist doch schön zu sehen, dass HTC auf die Kritik gehört hat. Und ein fehlender Slot war für viele ein Punkt, der gegen das M7 gesprochen hat. Hier hat HTC also zugehört und nachgebessert.

Betriebssystem

Das HTC One M8 ist mit Android 4.4.2 KitKat und Sense 6.0 ausgestattet. Das eine ist die aktuellste Version von Android und das andere die neueste Version von HTCs eigener Benutzeroberfläche. HTC hat gezeigt, dass das mit den Updates mittlerweile besser klappt. Ob das auch beim M8 so sein wird, muss sich aber erst noch zeigen.

Sense 6.0 finde ich persönlich einen klaren Fortschritt im Vergleich zu Sense 5.0. Das UI wirkt moderner und nicht so überladen, wie andere Benutzeroberflächen. Es ist, von den minimalistischen Anpassungen von Motorola abgesehen, mein Favorit bei allen Android-Oberflächen, die Hersteller so auf ihre Smartphones klatschen.

HTC One M8 Frontseite

Unnötig finde ich immer noch BlinkFeed, aber den kann man mittlerweile sogar komplett entfernen. Es ist also ein Mehrwert für Leute, die es mögen und wer es nicht mag, kann es vom Gerät kicken. Genau so muss es sein. Schön ist auch, dass HTC an dem Infrarot-Sensor festgehalten hat und eine Software mitliefert, mit der man den Fernseher und andere Geräte bedienen kann. Das ist eine Funktion, die ich schon beim letzten One mochte und die für mich selbst ein echter Mehrwert ist.

Gesten

Die beste Neuerung bei der Software ist das Zusammenspiel mit der Hardware und den neuen Gesten. Doppeltes Tippen zum Aufwecken, ein Wisch von unten, um das Gerät zu entsperren, quer heben, um die Kamera mit der Lautsprechertaste zu starten, all das sind Funktionen, die für mich wirklich Sinn ergeben. Diese sind nicht neu, es ist aber trotzdem schön, dass HTC so viele Gesten im One M8 verbaut hat.

Im Alltag muss ich auch sagen, dass die Gesten wunderbar funktionierten. Vor allem das doppelte Tippen zum Aufwecken ist mittlerweile in so vielen Smartphones drin, dass es ungewöhnlich ist, wenn man ein Modell mal nicht so aufwecken kann. Jetzt ist also auch HTC mit dabei und das finde ich gut. Wer diese Gesten nicht möchte, kann sie übrigens auch in den Einstellungen deaktivieren. Ich würde sie aber definitiv mal ein paar Wochen testen. Man gewöhnt sich dann doch sehr schnell an diese.

Kamera

Die Kamera im HTC One M8 ist gut, mehr aber auch nicht. Vor einem Jahr wurde die Ultrapixel-Kamera als Highlight vermarktet und auch beim Nachfolger ist das noch der Fall. Es bleiben aber eben 4 effektive Megapixel. Das reicht für das Display des One M8, doch je größer das Display wird, auf dem man die Fotos anschaut, desto mehr Pixel sieht man dann doch. Bei schlechtem Licht sind die Fotos teilweise besser, als bei der Konkurrenz, aber eben nicht gut genug, als dass dies ein Argument ist.

Der Fokus ist schneller geworden, aber ich musste sehr oft den manuellen Fokus nutzen, da der Autofokus das Licht teilweise sehr intensiv dargestellt hat. Das wirkt dann fast ein bisschen überbelichtet. Die Kamera ist jedoch schön schnell und die Bedienung sehr einfach. Hier musste ich zum Beispiel beim Galaxy S5 feststellen, dass die ganzen Funktionen mich als Nutzer einfach nur überfordert haben.

Bei der zweiten Kamera bin ich mir unschlüssig. Am Ende des Tages habe ich mich oft gefragt, ob es nicht besser gewesen wäre, das Gerät kleiner zu machen und sich diese Funktion zu sparen. Ich glaube das wäre für mich persönlich besser gewesen, als die Funktionen der zweiten Kamera zu haben. Auf der anderen Seite versucht HTC eben auch sich irgendwie bemerkbar zu machen. Eine schwierige Entscheidung.

HTC One M8 Kamera

Die zweite Kamera ist übrigens dafür da, um eine Art 3D-Effekt zu erzeugen und, wenn die Bedingungen gut sind, kann man danach den Fokus neu setzen. Die Kamera sorgt nämlich dafür, dass das Smartphone erkennt, wie weit was weg ist. Das ist eine nette Spielerei, funktionierte bei mir aber leider nicht immer. Dann lieber den Weg mit ein paar Megapixel zu viel gehen. Geräte wie das Nokia Lumia 1020 oder das Samsung Galaxy S5 haben mehr Pixel und mehr oder weniger die gleiche Funktion.

HTC hat die Kamera im neuen One verbessert, aber in meinen Augen auf zu viele Spielereien gesetzt. Die Dual-LED finde ich gut, die zweite Kamera hätte man sich aber sparen können. Mal von der komischen Optik abgesehen, und das sieht wirklich nicht gut aus, wären mir persönlich 8 oder 12 Megapixel mit einem ordentlichen Sensor lieber gewesen. Positiv ist mir hingehen die Frontkamera mit ihren 5 Megapixel aufgefallen, diese macht wirklich gute Bilder. Diese Kamera nutze ich nur zu selten.

Ein paar Testbilder vom HTC One M8 gibt es wie immer noch bei Google+.

Akkulaufzeit

Das Thema Akkulaufzeit ist immer schwierig und ich habe hier eigentlich nur einen einzigen Punkt, der mir wichtig ist: An einem normalen Tag, der bei mir aus Uni, der Arbeit hier im Blog und vielleicht noch einer Runde Sport mit Musik besteht, muss das Smartphone durchhalten. Abends darf es dann an die Steckdose. Länger hält auch das HTC One M8 nicht durch, was für mich persönlich aber nicht so schlimm ist.

Es gibt mittlerweile Smartphones, die noch größer sind und es vielleicht auch auf mehr als einen Tag schaffen. Volle zwei Tage macht bei mir aber eigentlich kein Gerät mit und bis es soweit ist, wird noch eine Menge Zeit ins Land ziehen. Schön finde ich aber den extremen Energiesparmodus des HTC One M8. Diesen kann man zum Beispiel ab 20 Prozent Akku aktivieren und dann werden alle Funktionen deaktiviert, die viel Akku benötigen. Der Funktionsumfang ist dann aber natürlich eingeschränkt, man holt jedoch noch mal bis zu 15 Stunden (ab 5 Prozent Akku) aus dem One raus.

Cover

Das HTC One M8 wird mit einem normalen Cover ausgeliefert. Bei unserem Gerät lag das Dot View Case im Lieferumfang dabei. Für mich persönlich war das Cover auf den ersten Blick eine echte Überraschung. Nach ein paar Wochen muss ich sagen: Spart euch die 45 Euro, die das Cover kostet. Es versteckt nicht nur das schöne Design des One, es nervt im Alltag nur. Das ist zumindest mein ganz persönlicher Eindruck.

HTC One M8 Dot View Case

Die Funktionen sind ganz nett, doch was wirklich störend ist, ist der Verschluss. Der wackelt, wenn man das Gerät normal und vielleicht auch beim Laufen benutzt. So richtig hinter dem One kann man ihn nicht verstecken. Es sieht also oftmals wie ein Buch aus, welches ihr aufklappt. Für mich war das nicht praktikabel. Die Idee gefällt mir, im Alltag ist der Blick auf die Dots aber kein Mehrwert. Da kann ich auch kurz auf den Standby-Bildschirm schauen und mir die gleichen Informationen holen.

Wäre das Cover günstiger, würde ich es vielleicht empfehlen, aber 45 Euro sind nun mal nicht gerade wenig für ein Cover. Von meiner Seite gibt es keine Empfehlung.

HTC One M8 BoomSound

Sonstiges

  • Auch das M8 besitzt zwei kräftige Lautsprecher auf der Frontseite, die HTC wieder als BoomSound vermarktet. Diese sind noch lauter geworden. Im Vergleich zu anderen Smartphones hat HTC hier wirklich die Nase vorne. Die Lautsprecher ersetzen zwar keine externe Bluetooth-Box, aber machen vor allem bei kurzen (YouTube-)Videos Spaß.
  • Die Kopfhörerbuchse ist jetzt unten. Das klingt wie eine kleine Veränderung, ist für mich aber ein riesen Unterschied, da ich mein Smartphone immer mit dem Kopf nach unten in die Hosentasche stecke.
  • Die Zahl der vorinstallierten Apps hält sich in Grenzen und das ist auch gut so. Ein paar Dinge wie Fitbit sind natürlich dabei, da die Fitness-App in Sense 6.0 integriert wurde. Das neue Design der Galerie-App ist ganz nett, Zoe ist für mich weiterhin eine überflüssige Spielerei.
  • Im Benchmark von AnTuTu X kommt das One M8 auf deutlich über 30.000 Punkte. Für mich sagen solche Werte aber nichts aus. Schnell ist es, ja, das haben wir ja schon beim Punkt Hardware geklärt.
  • HTC hat sich beim M8 für eine Nano-SIM entschieden.
  • Die Telefonie-Funktion bietet keinen Grund zum Tadel, man versteht alles klar und deutlich.
  • Der Power-Button befindet sich immer noch an der oberen Seite des Gerätes. Er ist von links nach rechts gewandert, aber bei einem Gerät von dieser Größe wäre es angenehm, wenn man ihn an der Seite platziert hätte.

HTC One M8 Detail 1

Fazit

HTC hat zugehört. Sense wurde schlanker und moderner, man hat noch mehr auf Aluminium gesetzt und der interne Speicher kann erweitert werden. Viele kleine Kritikpunkte wurden ausgemerzt. Am Ende gibt es mir dann aber leider doch zu viele Spielereien. Die zweite Kamera auf der Rückseite zum Beispiel. Und auch das größere Display ist für mich kein Mehrwert, wenn das Gerät dafür größer werden muss.

Und genau das ist der Punkt: Ich hätte mir ein HTC One M8 gewünscht, welches die gleiche Größe wie das One M7 hat. Schneller, besser, aber nicht größer und dazu noch schwerer. Es ist für HTC sicher nicht leicht, innovativ zu sein und dabei auch noch die Wünsche der Nutzer zu beachten. Mir gefällt die Entwicklung der One-Reihe, aber es bleibt eben der fade Beigeschmack, dass das Gerät dafür gewachsen ist.

HTC One M8 Header

Am Ende des Tages gefällt mir das One M8 von den aktuellen Android-Flaggschiffen aber am besten. Für die nächste Generation habe ich eigentlich nur zwei Wünsche, die man verbessern kann: Macht das Gerät wieder kleiner und setzt auf eine andere Kamera. Sollte euch die Größe und das Gewicht nicht stören, euch das Design und die Verarbeitung des One gefallen und die Kamera für eure Schnappschüsse ausreichen, dann ist das HTC One M8 aber definitiv ein Kandidat, den ihr euch anschauen solltet.

Das Gerät für diesen Testbericht wurde uns freundlicherweise von HTC zur Verfügung gestellt. Solltet ihr noch Fragen zum One M8 haben, dann könnt ihr uns diese gerne in den Kommentaren stellen und ich werde versuchen euch diese zu beantworten.

Wertung des Autors

Oliver Schwuchow bewertet HTC One M8 mit 4.6 von 5 Punkten.

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