Samsung Galaxy S5 Testbericht

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Nachdem ich das Samsung Galaxy S5 nun ein paar Tage ausgiebig im Alltag genutzt habe, folgen nun ein paar Zeilen zu meinen Eindrücken zum aktuellen Top-Androiden aus dem Hause Samsung. Das Galaxy S5 muss sich hierbei meinem bisherigen täglichen Begleiter, dem LG G2 stellen. Das ist aber in meinen Augen keine wirklich leichte Aufgabe.

Verpackungsinhalt

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Im Lieferumfang des Samsung Galaxy S5 befinden sich die üblichen Verdächtigen:

  • Samsung Galaxy S5
  • 2800 mAh Akku
  • Netzteil mit USB-Anschluss
  • USB-Datenkabel mit USB 2.0 (!) – Anschluss
  • Ohrhörer mit diversen Aufsätzen
  • Diverse Anleitungen

Die wichtigsten technischen Details

  • Display: 5,1 Zoll FullHD Super AMOLED
  • Betriebssystem: Android 4.4.2 Kitkat
  • Prozessor: 2,5 GHz Quadcore
  • Arbeitsspeicher: 2 GB RAM
  • Interner Speicher: 16 GB per MicroSD erweiterbar
  • Kamera: Rückseite 16 Megapixel, Front 2 Megapixel
  • Konnektivität: LTE Cat4 (150 Mbit), HSPA+, UMTS, Edge, GPRS, GSM, W-Lan 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0
  • Akku: 2800 mAh (austauschbar)
  • Extras: Puls-Sensor, IP67 Staub- und Wassergeschützt
  • Maße: 140x72x8 mm bei 145 Gramm

Zum Gerät selbst

In meinen Augen ist das Samsung Galaxy S5 kurz und knapp gesagt die sinnvolle Weiterentwicklung des Samsung Galaxy S4. An vielen Ecken und Kanten wurden Verbesserungen vorgenommen. Teils in der Software – dazu später mehr, teils in Sachen Hardware. Dem Galaxy S5 wurde ein interner Speicher von 16 GB verpasst. Zur Verfügung stehen nach dem Start noch etwa 10 GB davon.

Micro-SIM und MicroSD-Speicherkarte werden unter dem abnehmbaren Akkudeckel eingesetzt. Die Speicherkarte kann hierbei auch im laufenden Betrieb gewechselt werden, an die SIM-Karte kommt man aber nur nach der Entnahme des Akkus. Als Prozessor wurde von Samsung eine mit 2,5 GHz getaktete Snapdragon 801 Quadcore-CPU gewählt. Das S5 bekam auch eine neue Rückseite, welche gern mit einem Pflaster verglichen wird. Ich kann hierzu nur sagen, dass die Rückseite leicht gummiert ist und das S5 dank der kleinen Vertiefungen sehr gut in der Hand liegt.

Ebenso auf der Rückseite befindet sich die 16 Megapixel Kamera und die zusätzliche Kamera/LEDs, die für die Puls-Messung nötig ist. Seitlich bekam das S5 einen ähnlichen Plastik-Rahmen im Chrome-Look wie ihn auch das Note 3 schon besitzt.

Samsung Galaxy S5 vs. Note 3

Da die Schwerpunkte des Galaxy S5 erstens auf Sport/Fitness und zweitens auf der Staub- und Wasserfestigkeit liegen, besitzt der Akkudeckel auf der Rückseite eine extra Dichtung und das S5 erinnert auch wirklich jedesmal daran, den Akkudeckel wirklich ordentlich geschlossen zu haben.

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Auch der MicroUSB 3.0-Anschluss auf der Unterseite bekam eine Abdeckung, welche mit einer Gummidichtung versehen wurde. Und ihr ahnt es sicher schon? Auch hier erinnert das S5 jedesmal wieder, ob die Abdeckung

Samsung Galaxy S5 IP67 Meldung

Lediglich dem Klinkenstecker auf der Oberseite wurde von Samsung keine extra Abdeckung verpasst. Links hat das S5 noch die Lautstärke-Wippe und seitlich etwas weiter oben rechts wurde der Power-Button angebracht. Das FullHD-Display des S5 leuchtet unglaublich intensiv und stellt damit sogar das Note 3 in den Schatten. Die 5,1 Zoll mit 1080 x 1920 Pixeln bringen Filme, Bilder usw. super zur Geltung und dank verschiedener Modi kann die Farbwiedergabe zwischen verschiedenen Vorgaben je nach Vorliebe gewechselt werden.

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Der Fingerabdrucksensor wurde im Home-Button untergebracht und funktioniert durch darüberwischen und nicht wie beim iPhone durch simples drücken des Buttons. Wie auch beim iPhone wurde der Fingerabdrucksensor zwischenzeitlich gehackt. Dies sollte man im Kopf behalten, sofern man auf die beworbene Bezahlung via Paypal mittels Fingerabdruck zurückgreifen möchte.

Das Entsperren des Galaxy S5 über die Wischgeste mit dem Fingerabdrucksensor funktionierte in meinem Test sehr gut. Für mich das einzige Manko ist die Position des Sensors sehr weit unten am S5. Dies führte in meinem Test dazu, dass ich den Sensor nur dann nutzen konnte, wenn ich das S5 mit zwei Händen bedient hatte. Ich musste also z. B. mit links das S5 halten, um dann mit der rechten Hand bequem von oben nach unten über den Fingerabdrucksensor fahren zu können. Im 4K-Demo-Video weiter unten habe ich das noch einmal in Bewegtbild festgehalten.

Der USB-Anschluss des Galaxy S5 basiert auf USB 3.0. Dies soll vor allem dafür nützlich sein um Daten schnell auf das S5 zu befördern. Auch der Ladevorgang soll via USB 3.0 deutlich schneller von statten gehen. Warum Samsung allerdings nur ein, ebenfalls mit dem Anschluss kompatibles, USB 2.0-Kabel mit in die Packung legt, bliebt mir ein Rätsel?!

Die Verarbeitung des Galaxy S5 ist durchwegs gut. Trotz abnehmbarem Akkudeckel knarzt nichts. Der Chrome-Rahmen um das S5 herum sorgt für ein bisschen mehr Wertigkeits-Feeling. An ein HTC One kommt das neue Galaxy Flaggschiff von den Materialien natürlich längst nicht ran, allerdings will auch nicht jeder einen Alu- bzw. Metall-Gehäuse haben.

Zubehör

Anders als bei bisherigen Verkaufsstarts versucht Samsung hier schon zum Start mit verfügbarem Zubehör zu punkten. Das S-View Cover ist eines der verfügbaren Cases, welches ich schon auf dem Note 3 geliebt hatte. Das Cover ist für knapp 30,- EUR bei Amazon erhältlich und bringt Schutz für das Display, ersetzt den Akkudeckel, wird nicht nur darauf aufgeklipst und zeigt wichtige Dinge wie Anrufe etc. auf dem Fenster an. Zudem kann mit geschlossenem Cover telefoniert werden und auch mal ein kleines Foto hier und da mit geschlossenem Cover geschossen werden.

Über das geschlossene Cover geschossene Fotos werden vermutlich wegen des viereckigen Sichtfensters auch in einer entsprechenden Auflösung (2976×2976 Pixel) gespeichert:

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Multimedia

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Die 16 Megapixel Kamera ist eines der Features, welches sehr stark in Verbindung mit dem Samsung Galaxy S5 in der Werbung angepriesen wird. Sie kann unter anderem Videos in 4K Auflösung aufnehmen. Gerade das reizt mich irgendwie besonders, da es nun einmal die Zukunft in unserem TV-Erlebnis sein dürfte. Testweise habe ich eine Aufnahme mal bei absichtlich schlechten Lichtverhältnissen ausprobiert. Das Ergebnis seht ihr im folgenden Videoclip von meiner neuen Useless Box (kleiner Artikel über die Box folgt demnächst!):

Die Fotos der Kamera sind teilweise sogar so gut, dass ich schon explizit darauf angesprochen wurde, womit ich gerade fotografiere? Lediglich das Menü mit den Einstellungen der Kamera wird dank der vielen Funktionen leider eher unübersichtlich und könnte eine optische Überarbeitung vertragen.

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Neu ist unter anderem der schnelle Autofokus der Kamera und die HDR-Funktion, welche schon während der Aufnahme das HDR-Vorschaubild im Display zeigt. Die folgende verlinkte Galerie auf Google+ zeigt ein paar Fotos in den verschiedensten Situationen. Mal bei sehr schlechtem Licht im Kino oder auf dem späten Heimweg und auch mal bei fast perfekt ausgeleuchteten Gegebenheiten.

Um noch einmal ein wenig die Video-Qualität des Galaxy S5 zu demonstrieren, habe ich einen kurzen Clip zu ein paar der neuen Features des S5 und auch zum eben erwähnten S-View-Cover aufgenommen. Als Aufnahmequalität habe ich wieder 4K ausgewählt und teilweise das S5 und teilweise das Note 3 zur Aufnahme des Videos genutzt. Bei dieser Aufnahme haben dann auch Lichtverhältnisse besser gepasst. Überzeugt euch selbst:

Samsung Galaxy S5 4K-Testvideo

Logisch kann das Ergebnis nicht mit der Qualität einer RED-Kamera verglichen werden, aber es bleibt eine schöne Spielerei und zeigt sehr schön, was die Prozessoren der aktuellen Smartphones leisten können.

Der Lautsprecher auf der Rückseite kann natürlich nicht mit den beiden Frontspeakern des HTC One verglichen werden. Er genügt aber in meinen Augen vollkommen und besitzt einen kleinen Nupsi, welcher ihn ein wenig vom Tisch abhebt.

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Software

Vom HTC One kannte ich einen Transfer-Assistenten, der direkt bei der ersten Inbetriebnahme des Handys die Option bot, die Daten des alten Handys via Bluetooth oder WiFi-Direct übertragen zu können. Leider wurde dieser auf dem S5 trotz wie immer gut vollgestopfter Firmware nicht vorinstalliert. Wer jedoch die Begleit-Zettel beachtet (ich nicht), der erhält den Hinweis, den Assistenten Smartswitch von der Samsung-Website herunterzuladen. Damit können dann auch z. B. Daten aus der iCloud prima auf das Galaxy S5 transferiert werden.

Ansonsten basiert die Firmware des S5 auf Android 4.4.2 Kitkat mit Touchwiz-Optimierungen durch Samsung. Der Trend in Sachen Optik geht eindeutig in Richtung Minimalismus. So wurden viele sonst bunte Icons nun einfarbig. Allerdings muss man sagen, dass aufgrund der vielen Features des S5 die Bedienung und vor allem die Menüs deshalb keineswegs übersichtlicher wurden.

Das Galaxy S5 bekam in der Firmware einen Download-Booster spendiert. Hiermit lädt das S5 Daten via WiFi und LTE zeitgleich herunter. Im Ergebnis dürften damit Downloads bei guter LTE-Verbindung um einiges schneller geladen werden. Ob dieses Feature bei unseren mickrigen Datentarifen allerdings auch in der Realität genutzt wird, bleibt abzuwarten.

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Eine weitere Funktion, welche Samsung in das Galaxy S5 eingebaut hat, ist der Ultra-Energiesparmodus. Hierbei werden sämtliche unnötigen Dienste und Verbindungen gekappt und beendet. WiFi wird deaktiviert und der Super AMOLED Bildschirm wird auf schwarz/weiß umgeschaltet. Hiermit sollen dann noch mehrere Stunden oder gar Tage Standby-Zeit aus nur sehr wenig Rest-Akku rausgekitzelt werden.

Ultra Energiesparmodus IMG_8629

Drei zusätzliche Apps können zu dem sonst spärlichen Menü hinzugefügt werden und auch Facebook konnte ich auf diese Weise noch überreden zu funktionieren. Wobei dies sicher nicht im Sinne des Erfinders gewesen sein dürfte und mobile Daten zwecks Akkuschonung eigentlich deaktiviert werden sollten.

Ultra Energiesparmodus IMG_8622

Die Benachrichtigungsleiste wirkt ein wenig überladen, wenn der Helligkeitsregler und der Shortcut zum S Finder und zur DLNA-App auch noch dargestellt werden. Dieses Problem hatte ich auch schon auf dem LG G2. Wenn man dort die Benachrichtigungsleiste ohne vorhandene Benachrichtigung herunterzieht, ist fast der halbe Bildschirm nur mit Icons und Reglern schon bedeckt. Ein wenig XPOSED-MOD und alles ist auf dem G2 Geschichte, aber das sollte eigentlich von Haus aus einstellbar sein, oder nicht?

Das Samsung Galaxy S5 bekam auch den Flipboard-Clone My Magazine verpasst, welcher nun durch einen Wisch von links nach rechts auf dem Homescreen erscheint. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen das erinnert ein klitzekleinwenig an HTCs BlinkFeed, oder? :-) Dennoch finde ich die App an sich sehr hübsch und im Alltag war es recht intuitiv über diese Wischgeste mal eben über neue Tweets & Co. informiert zu werden.

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Eine weitere Neuigkeit in Samsungs TouchWiz ist die so genannte Toolbox. Hier können einzelne Apps festgelegt werden, die anschließend aus jeder App heraus über ein Hover-Icon gestartet werden können. Mich persönlich würde das Icon eher stören, aber ich bin mir sicher, dass die Toolbox seine glücklichen Anwender finden wird. :)

Samsung Galaxy S5 Toolbox 2014-04-18 16.22.21  Samsung Galaxy S5 Toolbox 2014-04-18 16.22.34

Und sonst noch?

  • Akkulaufzeit: Verglichen mit dem LG G2 liegen (leider) Welten dazwischen. Während ich mit dem G2 wenn ich es drauf ankommen ließ, am Abend noch 60 Prozent Akku über hatte, kommt das S5 da längst nicht ran. Klar packt es den einen Tag locker, aber am Abend sind eben nur noch knapp 20 Prozent übrig.
  • Die Gesprächsqualität z. B. vom Note 3 zum GS5 war dank VoiceHD wirklich hervorragend.
  • Für die Freunde der gepflegten Benchmarkerei folgt noch der obligatorische Screenshot aus AnTuTu:

AnTuTu 2014-04-18 20.00.15

Ich möchte aber gerne auch gleich wieder anmerken, dass diese Benchmark-Ergebnisse spätestens seit erreichten Werten in Höhe von 20.000 Punkten und mehr nur noch sagen „Das Ding ist schnell!“. Ob der Androide nun 40.000 oder 20.000 Punkte erreicht, ist bei der täglichen Benutzung in meinen Augen aber kaum noch feststellbar.

Fazit zum Samsung Galaxy S5

Das Samsung Galaxy S5 ist, wie schon erwähnt, eine schöne Evolution des Samsung Galaxy S4. Es gibt tolle neue Funktionen, wie die IP67-Zertifizierung, die deutlich verbesserte Kamera oder auch den Fingerabdrucksensor. Es bleibt aber abzuwarten, ob die ehemaligen Käufer eines S4 tatsächlich wegen diesen Punkten zum S5 wechseln werden. Ich persönlich würde, wenn ich mir den aktuellen Preis anschaue, vermutlich eher das LG G2 empfehlen, sofern man keinen Wert auf die eben erwähnten neuen Features legt.

Dennoch macht man ganz sicher nichts falsch, wenn man zum Beispiel bei einem Angebot mit einem Neuvertrag o.ä. zuschlägt und das S5 kauft.

Solltet ihr Fragen zum Samsung Galaxy S5 haben, dann meldet euch einfach in den Kommentaren, ich versuche diese dann zu beantworten.

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